Verein denkt über Ausgliederung nach

Alles rund um unsere Blauen aus sportlicher Sicht

Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Kari Laukkanen » Samstag, 15.Jul 2017 - 12:15

Azulblanco hat geschrieben:
blue note hat geschrieben:Der Verdacht liegt halt allzu nahe, dass der bisherige Kapitalgeber hierbei eigene Interessen verfolgt. Und warum sollten diejenigen welche die Kickers fast in die Oberliga gebracht hätten, dann irgendwas besser machen? Da fehlt mir einfach massiv Vertrauen, dass das Geld nicht in andere Taschen wandert oder wieder in den Sand gesetzt wird.

In der jetzigen Konstellation: Niemals!


Dass ein Kapitalgeber eigene Interessen verfolgt, liegt doch in der Natur der Sache, ist auch nicht verwerflich und auch nicht zwangsläufig schlecht für den Geldnehmer. Ich sehe das nicht gleich negativ, zumal Alternativen zu unserer Vereinsfinanzierung im Moment noch niemand konkret angeboten hat. Wir müssen froh sein, wenn überhaupt jemand bereit ist, uns Geld zur Konsolidierung zur Verfügung zu stellen.

Und was die Handelnden anbetrifft: Falls hier ein User jemanden kennt, der die höhere Kompetenz in der Vereinsführung und die besseren Beziehungen zu Kaptalgebern hat, der auch das erfolgsversprechende Konzept zur nachhaltigen Vereinsentwicklung anbieten kann und zudem vom Fußball viel versteht, der soll sich melden und ihn zur Wahl bewegen. So einfach ist das. :roll:


Genau so sieht es aus! In unserer (vor allem) finanziellen Situation wäre eine Ausgliederung, die uns einen zweistelligen Millionenbetrag einbringt, ein Glücksfall. Und wenn die Handelnden im Verein das schaffen, dann gebührt ihnen höchstes Lob und Anerkennung. Und glaubt jemand allen Ernstes, dass einem prosperierenden Unternehmen wie MHP für eine Investition (zur Gewinnmaximierung) tatsächlich nichts Besseres einfallen würde, als ein weiteres finanzielles Engagement bei den Kickers? Und dass es MHP darum geht, Kontrolle über den Verein und seine Gremien zu bekommen? MHP verfolgt meiner Einschätzung nach einfach eine Strategie, vor allem regional seinen Bekanntheitsgrad zu erhöhen - wie ihnen dies mit den MHP Riesen Ludwigsburg nachhaltig gelungen ist. Dort ist durch das MHP-Engagement aus einem Bundesligaabsteiger ein TOP-Team geworden. Und hört euch in Ludwigsburg um: dort gibt es nur Lobeshymnen über MHP. Und ein Stück "Herzblut" ist bei solchen Engagements auch dabei, sonst wäre MHP bei unserer sportlichen Situation in den letzten 2 Jahren auch sicher nicht bei der Stange geblieben.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon käköka » Samstag, 15.Jul 2017 - 13:19

Eine Ausgliederung brächte 15 Mio€. Das ist dann die letzte Patrone. Dittrich bekäme seine 3-4 Mio zzgl Rendite zurück und den Blauen würden rund 10 Mio€ bleiben. Hmh. Ich finde die Idee der Ausgliederung nicth per se schlecht, aber so ganz ist mir auch nicht wohl dabei...
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon stoitschkov » Samstag, 15.Jul 2017 - 13:39

das ist eben Dietrichs Handschrift: die 15Mios stehen jetzt im Raum, ohne jede Grundlage oder den dazugehörenden Plan (und das bei einem Verein, für den 15T Euronen bereits eine "grossartige Idee" darstellen :lol: ), So dreht man das ganze Ding stimmungstechnisch gleich in die gewünschte Richtung. Inhalt gibt's keinen, die Oberen werden schon (irgend-)einen Plan haben und MHP hats ja....
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon käköka » Montag, 17.Jul 2017 - 7:46

stoitschkov hat geschrieben:das ist eben Dietrichs Handschrift: die 15Mios stehen jetzt im Raum, ohne jede Grundlage oder den dazugehörenden Plan (und das bei einem Verein, für den 15T Euronen bereits eine "grossartige Idee" darstellen :lol: ), So dreht man das ganze Ding stimmungstechnisch gleich in die gewünschte Richtung. Inhalt gibt's keinen, die Oberen werden schon (irgend-)einen Plan haben und MHP hats ja....


Für Dittrich wäre die Ausglieferung perfekt, das ist klar.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Täuber » Montag, 17.Jul 2017 - 11:26

Man muss den Tatsachen in die Augen schauen. Die Herren Lorz und Dinkelacker haben den Verein an die Wand gefahren. Da gibt es nur 2 Wege. Beide weiterwursteln lassen, das endet vermutlich in der Insolvenz mit einem weiteren sportlichen Niedergang, oder man gliedert aus, erhält frisches Geld. Der Nachteil ist, dass die Leitung dann vom Sponsor gesteuert wird. Aber mal ehrlich, schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Mit frischem Kapital besteht vielleicht noch eine Chance kompetente Personen in die Führungsebene zu bekommen. Auch professionelle Strukturen werden ohne Ausgliederung kaum möglich sein. Fußball ist eben nur noch Profit. Auch wenn den Nostalgikern die Tränen kommen (mir leider auch), man wird mit der Zeit gehen müssen, sonst finden sich die Kickers irgendwann in der Verbandsliga wieder.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blau Blauer kickers » Montag, 17.Jul 2017 - 12:08

Täuber hat geschrieben:Man muss den Tatsachen in die Augen schauen. Die Herren Lorz und Dinkelacker haben den Verein an die Wand gefahren. Da gibt es nur 2 Wege. Beide weiterwursteln lassen, das endet vermutlich in der Insolvenz mit einem weiteren sportlichen Niedergang, oder man gliedert aus, erhält frisches Geld. Der Nachteil ist, dass die Leitung dann vom Sponsor gesteuert wird. Aber mal ehrlich, schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Mit frischem Kapital besteht vielleicht noch eine Chance kompetente Personen in die Führungsebene zu bekommen. Auch professionelle Strukturen werden ohne Ausgliederung kaum möglich sein. Fußball ist eben nur noch Profit. Auch wenn den Nostalgikern die Tränen kommen (mir leider auch), man wird mit der Zeit gehen müssen, sonst finden sich die Kickers irgendwann in der Verbandsliga wieder.


Behalt doch so einen Schwachsinn für dich.
Fakt ist, dass sich die Verantwortlichen Gedanken machen. Bisher haben Sie auch eine ordentliche Mannschaft zusammengestellt.
Im Vergleich zu den Dauernörglern sehe ich viele Dinge , die in die richtige Richtung gehen.
Ich freue mich auf die Neue Saison, ohne immer nur den Teufel an die Wand zu malen.

Insolvent sind die Kickers im Vergleich zu Kassel und Offenbach und Aalen auch noch nicht.

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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon tenacious_D » Montag, 17.Jul 2017 - 14:13

Blau Blauer kickers hat geschrieben:
Täuber hat geschrieben:Man muss den Tatsachen in die Augen schauen. Die Herren Lorz und Dinkelacker haben den Verein an die Wand gefahren. Da gibt es nur 2 Wege. Beide weiterwursteln lassen, das endet vermutlich in der Insolvenz mit einem weiteren sportlichen Niedergang, oder man gliedert aus, erhält frisches Geld. Der Nachteil ist, dass die Leitung dann vom Sponsor gesteuert wird. Aber mal ehrlich, schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Mit frischem Kapital besteht vielleicht noch eine Chance kompetente Personen in die Führungsebene zu bekommen. Auch professionelle Strukturen werden ohne Ausgliederung kaum möglich sein. Fußball ist eben nur noch Profit. Auch wenn den Nostalgikern die Tränen kommen (mir leider auch), man wird mit der Zeit gehen müssen, sonst finden sich die Kickers irgendwann in der Verbandsliga wieder.


Behalt doch so einen Schwachsinn für dich.
Fakt ist, dass sich die Verantwortlichen Gedanken machen. Bisher haben Sie auch eine ordentliche Mannschaft zusammengestellt.
Im Vergleich zu den Dauernörglern sehe ich viele Dinge , die in die richtige Richtung gehen.
Ich freue mich auf die Neue Saison, ohne immer nur den Teufel an die Wand zu malen.

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Ich finde es ebenfalls schade, dass von einem gewissen Personenkreis welcher gar nicht so klein ist, keine objektive Sicht der Dinge mehr erfolgt.
Alles, wirklich alles wird schlecht geredet, damit meine ich nicht expliziet "Täuber", dennoch geht der Trend hin zu einem gebetsmütigen Wiederholen der Fehler vergangener Tage, ohne, die meiner Meinung nach, gute Arbeit der letzten Wochen zu würdigen.

Natürlich kann und muss kritisiert werden, allerdings ist es nur fair, Besserungen anzuerkennen.
Keine Söldner mehr, wir wollen Spieler aus dem eigenen Nachwuchs oder junge Spieler aus der Region -> Umsetzung ist erfolgt.
Kreative Ideen für eine bessere Vermarktung -> Dauerkarten Tombola, finde ich persönlich eine gute und interessante Idee.
Kommunikation im Allgemeinen --> Kickers TV mit Einzelinterviews, was hier auch zum Glück im Forum gewürdigt wird.
Dem Verband auch mal die Stirn bieten und auf seine Fans hören --> China Deal

Klar ist nicht alles rosig und die Verantwortlichen haben in der Vergangenheit Fehler gemacht.
Diese wurden sich aber auch eingestanden und ich sehe ehrlich gesagt das Bemühen hier auf die Fans zu hören und wirklich aus der Vergangenheit zu lernen.
Es wäre fair, wenn deshalb wir als Fans weiterhin hinter dem Verein stehen, der Kauf einer Dauerkarte ist für mich persönlich daher der erste Schritt, gerade weil ich eine positive Entwicklung sehe.

Hoffentlich sieht man die auch auf dem Platz, einfacher für die Jungs wirds natürlich wenn man seine negative Grundstimmung mal zu Hause lässt.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Alice Bligga » Montag, 17.Jul 2017 - 14:51

noblesseoblige hat geschrieben:Die Ausgliederung einer Profimannschaft dürfte über kurz oder lang gar nicht zu umgehen sein, da die Rechtsform eV (eingetragener Verein) mit dem Vereins- und Steuerrecht nicht mehr in Einklang zu bringen ist. Es droht daher ständig das Damoklesschwert der Löschung aus dem Vereinsregister über unseren Köpfen. http://www.thueringer-allgemeine.de/web/zgt/sport/detail/-/specific/Der-eingetragene-Verein-ist-ein-Auslaufmodell-im-Profi-Fussball-641811569

Bei der Wahl des Partners muss natürlich eine sorgfältige Auswahl getroffen werden. Als abschreckendes Beispiel wäre da z. B. 1860 München zu nennen. Auch die Wahl der Rechtsform muss gut überlegt sein.

Ein Einfluss der Mitglieder kann auch nach einer Ausgliederung gewahrt bleiben. Aber die Mitarbeit und das Engagement bei der Willensbetätigung im Verein war nach meinen Beobachtungen unter den Fans bislang auch nicht sonderlich ausgeprägt.


An dem Artikel aus der " Thüringer Allgemeinen" ist was dran. Kürzlich erschien in der Neuen Zeitschrift für Gesellschaftsrecht (abgek. NZG) ein Beitrag mit dem reißerischen Titel "Ist der Profifußball in Deutschland illegal? - Neue Entwicklungen zur Abgrenzung von wirtschaftlichen und nicht-wirtschaftlichen Vereinen" (Gubitz / Hildebrand, NZG 2017, 495 ff). Jetzt ist die NZG kein Revolverblatt, sondern ein höchst angesehenes Fachperiodikum. Auch tragen die Verfasser ihre Argumente seriös vor. Es geht darum, dass der nach dem BGB vorgesehene Typus des Idealvereins nicht primär wirtschaftliche Zwecke verfolgt, sondern eine dahingehende Tätigkeit nur als sog. rechtliches Nebenrerwerbsprivileg angesehen wird. Das Kammergericht Berlin hatte die Zwangslöschung von Vereinen bestätigt, die KiTas betreiben und darin eine primäre wirtschaftliche Tätigkeit gesehen. Zwei daraufhin gerichtete Revisionsverfahren sind derzeit beim Bundesgerichtshof anhängig. Gleichzeitig wartet man noch gespannt auf eine Entscheidung des AG München zur Vereinfähigkeit des ADAC.

Die Autoren des Artikels versuchen anhand der bisherigen Rechtsprechung Abgrenzungsmerkmale herauszuarbeiten. Danach sei die wirtschaftliche Tätigkeit dann keine Nebentätigkeit mehr, wenn sie die ideelle Zwecksetzung qualitativ verdränge. Die wirtschaftliche Tätigkeit müsse sich auf einen (untergeordneten) Teil der Gesamttätigkeit des Vereins beschränken. Im allgemeinen sei darauf abzustellen, in welchem qualitativen und quantitativen Verhältnis die wirtschftliche Tätigkeit zu dem Vereinsleben stehe (was es bei den Berliner KiTas nicht gab). Die Verfasser kommen in Bezug auf den Profifußball zu einem Ergebnis, das sie mit folgenden Worten zusammenfassen:

Diesbezüglich kann es unseres Erachtens dann nicht auf Fragen wie die ankommen, ob „Müller und Lewandowski ihren Club zu Champions League-Prämien schießen, damit der FC Bayern die Gymnastikgruppe und die Kegler unterhalten kann“. Entscheidend dürfte vielmehr sein, dass der Breitensport neben dem Profifußball, der wirtschaftlich womöglich dominiert, im Verein eine Heimat und einen Umfang hat, der ihn nicht lediglich als notwendiges, möglicherweise lästiges Anhängsel erscheinen lässt. Dies verlangt eine intensive Befassung mit dem Sachverhalt, dürfte aber beim FC Bayern mit seiner langjährigen Tradition in vielen Sportarten und im Profi-, Breitensport- und Jugendbereich sicherlich zu bejahen sein.((Gubitz / Hildebrand,a. a. O., 498).

Sie sprechen aber auch davon, dass sich der Profifußball vereinsrechtlich in einem Graubereich befände, der es als sinnvoll erscheinen lasse, die Profibereiche auszugliedern und einer Tochtergesellschaft zu übertragen.

Wenn nun die Diskussion über die Ausgliederung auch bei uns geführt wird, denke ich, können dabei drei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. Es besteht die (elegante) Möglichkeit, Verbindlichkeiten (Schulden) in Geschäftsanteile umzuwandeln, neues Kapital zu akquirieren und rechtliche Unsicherheiten zu beseitigen. Wenn man so will, ist das ganze, wie Mutti es früher auszudrücken pflegte, alternativlos. Ob das dann aber auch der Weg in einen goldene Zukunft sein wird, bleibt abzuwarten.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon hoha » Montag, 17.Jul 2017 - 17:00

Täuber hat geschrieben:Man muss den Tatsachen in die Augen schauen. Die Herren Lorz und Dinkelacker haben den Verein an die Wand gefahren. Da gibt es nur 2 Wege. Beide weiterwursteln lassen, das endet vermutlich in der Insolvenz mit einem weiteren sportlichen Niedergang, oder man gliedert aus, erhält frisches Geld. Der Nachteil ist, dass die Leitung dann vom Sponsor gesteuert wird. Aber mal ehrlich, schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Mit frischem Kapital besteht vielleicht noch eine Chance kompetente Personen in die Führungsebene zu bekommen. Auch professionelle Strukturen werden ohne Ausgliederung kaum möglich sein. Fußball ist eben nur noch Profit. Auch wenn den Nostalgikern die Tränen kommen (mir leider auch), man wird mit der Zeit gehen müssen, sonst finden sich die Kickers irgendwann in der Verbandsliga wieder.


Also sachlich betrachtet ist der Verein weder an die Wand gefahren noch Insolvent. Und sollte es zu einer Ausgliederung zu den bisher genannten Zahlen kommen, dann wäre dies ein großer Schritt nach vorne für unsere Blauen. Durch die 50+1 regel wird der Verein auch nicht von den Investoren (nicht Sponsoren) gesteuert, wenn gleich diese dann sicherlich mitsprechen werden. Und wer glaubt, es hätte nicht schlimmer als bisher kommen können, der soll bitte an die vergangene Runde denken, als wir uns am letzten Spieltag gerettet haben.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon SVKDave » Montag, 17.Jul 2017 - 17:59

Okay mal angenommen alle Profi- (und Möchtegern Profi)clubs, gliedern die Fussball Abteilung aus zu einer GmbH oder AG oder was weiß ich. Sagen Wir alle ab Regionalliga Abwärts, wie läuft das dann wenn diese Clubs durch Abstiege in der Verbands- oder Landesliga ankommen? Können die sich dann ohne weiteres wieder in einen Verein zurück Gliedern?
Weil irgendjemand muss ja immer Absteigen...
Oder führt das zu einer Abspaltung, z.B. Bundesliga bis Oberliga für Proficlubs und ab der 6.Liga macht man dann Amateurligen wo die e.V.'s spielen und nicht Aufsteigen und die "Proficlubs" aus Liga 5 nicht mehr weiter Absteigen können?
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╚╗╔╝
╔╝(¯`v´¯)
╚══`. KICKERS
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Bluebyte » Montag, 17.Jul 2017 - 21:00

hoha hat geschrieben:
Täuber hat geschrieben:Man muss den Tatsachen in die Augen schauen. Die Herren Lorz und Dinkelacker haben den Verein an die Wand gefahren. Da gibt es nur 2 Wege. Beide weiterwursteln lassen, das endet vermutlich in der Insolvenz mit einem weiteren sportlichen Niedergang, oder man gliedert aus, erhält frisches Geld. Der Nachteil ist, dass die Leitung dann vom Sponsor gesteuert wird. Aber mal ehrlich, schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Mit frischem Kapital besteht vielleicht noch eine Chance kompetente Personen in die Führungsebene zu bekommen. Auch professionelle Strukturen werden ohne Ausgliederung kaum möglich sein. Fußball ist eben nur noch Profit. Auch wenn den Nostalgikern die Tränen kommen (mir leider auch), man wird mit der Zeit gehen müssen, sonst finden sich die Kickers irgendwann in der Verbandsliga wieder.


Also sachlich betrachtet ist der Verein weder an die Wand gefahren noch Insolvent. Und sollte es zu einer Ausgliederung zu den bisher genannten Zahlen kommen, dann wäre dies ein großer Schritt nach vorne für unsere Blauen. Durch die 50+1 regel wird der Verein auch nicht von den Investoren (nicht Sponsoren) gesteuert, wenn gleich diese dann sicherlich mitsprechen werden. Und wer glaubt, es hätte nicht schlimmer als bisher kommen können, der soll bitte an die vergangene Runde denken, als wir uns am letzten Spieltag gerettet haben.

Aussagen wie die von Täuber hat man früher als Scheisshaus-Parolen bezeichnet. Moderner und einfacher ist es Bullshit. Oder ganz aktuell postfaktische Fake-News.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon stoitschkov » Montag, 17.Jul 2017 - 21:10

naja, zwischen den Zeilen kann man schon herauslesen, dass v.a. in der letzten Saison ordentlich Geld verballert wurde. Und das nachdem man schon in der Vorsaison im Winter den Kader "umgebaut" hatte, ganz sicher nicht ohne dafür neue Schulden zu machen.

Konkret: wenn das Defizit 16/17, das man gerüchtemässig gelegentlich aufschnappen kann, auch nur annäherend stimmt, dann kann man das mMn schon "vor die Wand fahren" nennen. Ob man dann faktisch, postfaktisch oder eben nur fast insolvent ist, das ist mehr oder weniger egal...
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blinky Bill » Montag, 17.Jul 2017 - 21:56

Eben: sportlich gerade noch mal von der Klippe gesprungen und finanziell nicht über den Berg. Wenn da keine Kritik erlaubt ist! Da beschimpft man lieber die Überbringer der Botschaft.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon barneygumble » Montag, 17.Jul 2017 - 22:14

Blinky Bill hat geschrieben:Eben: sportlich gerade noch mal von der Klippe gesprungen und finanziell nicht über den Berg. Wenn da keine Kritik erlaubt ist! Da beschimpft man lieber die Überbringer der Botschaft.


*rülps*
Erfolgreich zu sein, setzt zwei Dinge voraus: Klare Ziele und den brennenden Wunsch, sie zu erreichen.
- Johann Wolfgang von Goethe -

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- Friedrich Schiller -

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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blinky Bill » Montag, 17.Jul 2017 - 22:24

barneygumble hat geschrieben:
Blinky Bill hat geschrieben:Eben: sportlich gerade noch mal von der Klippe gesprungen und finanziell nicht über den Berg. Wenn da keine Kritik erlaubt ist! Da beschimpft man lieber die Überbringer der Botschaft.


*rülps*

Auch Du bist dem Investor 1000 € wert. :lol:
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon barneygumble » Montag, 17.Jul 2017 - 22:47

Blinky Bill hat geschrieben:
barneygumble hat geschrieben:
Blinky Bill hat geschrieben:Eben: sportlich gerade noch mal von der Klippe gesprungen und finanziell nicht über den Berg. Wenn da keine Kritik erlaubt ist! Da beschimpft man lieber die Überbringer der Botschaft.


*rülps*

Auch Du bist dem Investor 1000 € wert. :lol:


Versteh ich nich
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Bluebyte » Dienstag, 18.Jul 2017 - 9:49

stoitschkov hat geschrieben:naja, zwischen den Zeilen kann man schon herauslesen, dass v.a. in der letzten Saison ordentlich Geld verballert wurde. Und das nachdem man schon in der Vorsaison im Winter den Kader "umgebaut" hatte, ganz sicher nicht ohne dafür neue Schulden zu machen.

Konkret: wenn das Defizit 16/17, das man gerüchtemässig gelegentlich aufschnappen kann, auch nur annäherend stimmt, dann kann man das mMn schon "vor die Wand fahren" nennen. Ob man dann faktisch, postfaktisch oder eben nur fast insolvent ist, das ist mehr oder weniger egal...

Respekt. Du kannst zwischen den Zeilen in Brailleschrift lesen. :lol: Das schaff ich leider nicht. Natürlich ist Kritik immer erlaubt. Sie sollte aber sachlich sein. "Vor die Wand fahren" ist ein Ausdruck denn man gebraucht wenn etwas zu Ende ist. Das ist für mich in diesem Kontext Bullshit. Rülps. ;-)
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blinky Bill » Dienstag, 18.Jul 2017 - 9:59

Bluebyte hat geschrieben:
stoitschkov hat geschrieben:naja, zwischen den Zeilen kann man schon herauslesen, dass v.a. in der letzten Saison ordentlich Geld verballert wurde. Und das nachdem man schon in der Vorsaison im Winter den Kader "umgebaut" hatte, ganz sicher nicht ohne dafür neue Schulden zu machen.

Konkret: wenn das Defizit 16/17, das man gerüchtemässig gelegentlich aufschnappen kann, auch nur annäherend stimmt, dann kann man das mMn schon "vor die Wand fahren" nennen. Ob man dann faktisch, postfaktisch oder eben nur fast insolvent ist, das ist mehr oder weniger egal...

Respekt. Du kannst zwischen den Zeilen in Brailleschrift lesen. :lol: Das schaff ich leider nicht. Natürlich ist Kritik immer erlaubt. Sie sollte aber sachlich sein. "Vor die Wand fahren" ist ein Ausdruck denn man gebraucht wenn etwas zu Ende ist. Das ist für mich in diesem Kontext Bullshit. Rülps. ;-)

Und wenn wir abgestiegen wären, sähe die Sache ganz anders aus. So schnell kann man auch nicht wieder zur Tagesordnung übergehen. Zwei Jahre rasante Talfahrt mit einem finanziellen und sportlichen Fast-Ruin sind schlimm genug, wobei ich noch nicht mal Lorz und Dinkelacker, sondern eher Zeyer mit seiner Selbstüberschätzung als Verantwortlichen sehe. Aber seit der Entlassung von Zeyer sind gute Ansätze zu sehen und pragmatische Entscheidungen getroffen worden. Da stimme ich Dir zu. Jetzt muss trotzdem erst mal geliefert werden, sonst geht der Schlamassel weiter.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon stoitschkov » Dienstag, 18.Jul 2017 - 11:56

Bluebyte hat geschrieben:Respekt. Du kannst zwischen den Zeilen in Brailleschrift lesen. :lol: Das schaff ich leider nicht. Natürlich ist Kritik immer erlaubt. Sie sollte aber sachlich sein. "Vor die Wand fahren" ist ein Ausdruck denn man gebraucht wenn etwas zu Ende ist. Das ist für mich in diesem Kontext Bullshit. Rülps. ;-)


schau Dir das Trainerinterview an: "mussten uns von allen teuren Spielern trennen bzw. sie dazu bewegen für weniger Kohle weiterzuspielen", "Elversberg, Waldhof, Saarbrücken, Steinbach bewegen sich finanziell in anderen Dimensionen".
Nur war der Abstand bezogen auf den Etat letzte Saison eben nicht so gross und die Verträge (welche man jetzt teilweise teuer auflösen musste) hat eben auch der Vorstand unterschrieben. Darunter ein 3-Jahres-Vertrag für einen hüftsteifen, langsamen Ü30 Verteidiger mit wenig Spielpraxis oder ein 2-Jahres-Vertrag für einen Trainer, der so gut wie nix vorzuweisen hatte. Zeyer durfte bei der Kaderzusammenstellung quasi im Alleingang agieren und ihn nach seinen persönlichen Vorlieben zusammenstellen. Irgendwann im Herbst geht Herrn Lorz dann auf, dass man offensichtlich die Liga etwas falsch eingeschätzt hat.
nebenbei: die Strategie von Zeyer damals erinnerte mich stark an das, was manche beim Comunio-Managerspiel praktizieren: zuerst mal ein paar teure (vermeintliche) Granaten holen, danach mit Nachwuchs und Spekus auffüllen. Ausserdem noch etwas Pulver in Reserve halten und damit kurz vor Rundenstart oder nach 3-5 Spieltagen (wenn sich schon abzeichnet, dass es nicht wie gewünscht läuft) noch ein oder zwei Verweiflungstransfers eintüten. :wink:

Dass man jetzt einige Schritte zurück machen muss und evtl einen längeren Anlauf nehmen muss um überhaupt wieder in die Nähe der 3.Liga zu kommen, dass geht zu ganz grossen Teilen auf die Kappe von Vorstand und AR. Auch wenn ein kompletter Neuaufbau immer schwierig ist, die (finanziellen) Rahmenbedingungen bzw. die Ausgangslage war vor einem Jahr deutlich besser.
Dazu kommt, dass ohne die U23 die meisten der Nachwuchsspieler im Kader keine/wenig Spielpraxis bekommen werden.

für mich ist das unterm Strich "vor die Wand gefahren". Man hat jetzt einfach trickreich versucht die Wand etwas zu versetzen :lol:
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Täuber » Dienstag, 18.Jul 2017 - 12:44

Bluebyte hat geschrieben:
hoha hat geschrieben:
Täuber hat geschrieben:Man muss den Tatsachen in die Augen schauen. Die Herren Lorz und Dinkelacker haben den Verein an die Wand gefahren. Da gibt es nur 2 Wege. Beide weiterwursteln lassen, das endet vermutlich in der Insolvenz mit einem weiteren sportlichen Niedergang, oder man gliedert aus, erhält frisches Geld. Der Nachteil ist, dass die Leitung dann vom Sponsor gesteuert wird. Aber mal ehrlich, schlimmer kann es doch nicht mehr werden. Mit frischem Kapital besteht vielleicht noch eine Chance kompetente Personen in die Führungsebene zu bekommen. Auch professionelle Strukturen werden ohne Ausgliederung kaum möglich sein. Fußball ist eben nur noch Profit. Auch wenn den Nostalgikern die Tränen kommen (mir leider auch), man wird mit der Zeit gehen müssen, sonst finden sich die Kickers irgendwann in der Verbandsliga wieder.


Also sachlich betrachtet ist der Verein weder an die Wand gefahren noch Insolvent. Und sollte es zu einer Ausgliederung zu den bisher genannten Zahlen kommen, dann wäre dies ein großer Schritt nach vorne für unsere Blauen. Durch die 50+1 regel wird der Verein auch nicht von den Investoren (nicht Sponsoren) gesteuert, wenn gleich diese dann sicherlich mitsprechen werden. Und wer glaubt, es hätte nicht schlimmer als bisher kommen können, der soll bitte an die vergangene Runde denken, als wir uns am letzten Spieltag gerettet haben.

Aussagen wie die von Täuber hat man früher als Scheisshaus-Parolen bezeichnet. Moderner und einfacher ist es Bullshit. Oder ganz aktuell postfaktische Fake-News.


Lieber Bluebyte, bevor man mit Anglizismen um sich wirft, sollte man diese erst einmal verstanden haben. News heißt deutsch Neuigkeiten. Ich habe in meinem post lediglich meine Ansicht zum Besten gegeben und keine Neuigkeiten vergreitet. Dann noch ein Zusatz: Die Insolvenz wäre, und das wurde verschiedentlich auch von den Herren Lorz und Dinkelacker in den letzte 2 Monaten bestätig, bei einer Niederlage in Hoffenheim nicht abzuwenden gewesen. Daher auch hier keine Sch....parole. Schuld ist sicherlich V.a. der Herr Zeyer. Aber es gibt darüber auch immer ein Aufsichtsgremium, dass in diesem Fall versagt hat. Ich bin immer wieder überrascht, wie klaglos der Niedergang der Kickers hingenommen wird. Wären wir in die Oberliga abgestiegen, dann hättest Du wahrscheinlich gepostet, der Kader wurde gut verstärkt, ein Mittelplatz sollte drin sein. Das ist doch absurd.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon SVK_svk » Dienstag, 18.Jul 2017 - 12:48

Was willste denn machen? Für die nächsten 10 Jahre den Kopf in den Sand stecken und Klagen?
Fehler wurden gemacht, darüber sind wir uns glaube ich alle einig. Aber Fehler macht jeder! Wenn daraus gelernt wird, und das glaube ich ist passiert, dann kann man doch auch mal wieder in die Zukunft schauen. Und zwar gelegentlich auch mal etwas positiv :wink:
Liebe kennt keine Liga - auf die Blaue!
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Alice Bligga » Dienstag, 18.Jul 2017 - 13:53

SVK_svk hat geschrieben:Was willste denn machen? Für die nächsten 10 Jahre den Kopf in den Sand stecken und Klagen?
Fehler wurden gemacht, darüber sind wir uns glaube ich alle einig. Aber Fehler macht jeder! Wenn daraus gelernt wird, und das glaube ich ist passiert, dann kann man doch auch mal wieder in die Zukunft schauen. Und zwar gelegentlich auch mal etwas positiv :wink:


Meines Erachtens muss man zwischen "forced errors" und vermeidbaren Fehlern unterscheiden. "Forced errors" sind diejenigen, die in Anbetracht unserer wirtschaftlichen Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Diese können aufgrund der eingeschränkten wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten in der Personalbeschaffung bestehen. Mit wenig Geld kann man eben nicht immer nur gut qualifiziertes Personal verpflichten. (Stoitschkov wird an dieser Stelle vemutlich auf das Beispiel Aspach verweisen; das ist zwar nicht falsch, ist aber auf auch auch im Fautenhau keine Garantie für die Zukunft.)

Unsere Entwicklung in den letzten beiden Spielzeiten war aber deutlich durch vermeidbare Fehler geprägt, die sich sich im Großen und Ganzen wahrscheinlich mit Worten "Micha allein zu Haus" zusammenfassen lassen. Wie es dazu kommen konnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist aber auch, dass man Zeyer offensichtlich gewähren ließ. "Man" ist in diesem Fall das Präsidium. Ich habe großen Respekt vor dem ehrenamtlichen Engagement aller Präsidiumsmitglieder, dennoch stellt sich die Frage, ob sie in der Kernmaterie "Entwicklung 1. Mannschaft" fachlich ausreichend qualifiziert waren und sind. Ein effizientes 4-Augen-Prinzip erfordert, dass man auch auf Augenhöhe begegent. Als Rechtsanwalt, Steuerberater, Unternehmer etc. mag man zwar mal gegen den Ball getreten haben, die berufliche Entwicklung war jedoch eine andere, als desjenigen, der Erfahrungen als Profifußballer sammelte und möglicherweise noch über eine einschlägige Zusatzqualifikation verfügt. Ergo wäre es sinnvoll, wenn im Präsidium auch eine Person mit fußballerischer Fachqualifikation säße.

Das offensichtlich gute Verständnis zwischen Herrn Prof. Lorz und Herrn Dinkelacker wird seine guten Seiten haben. Aber "checks & balances", die dazubeitragen könnten, Fehler zu vermeiden oder zu reduzieren, sind insoweit verringert, als Herr Dinkelacker de facto unser Vizepräsident ist. Wenn der Vorsitzende des Aufsichtsorgans mehr oder weniger, wie es den Anschein hat, ständig ins operative Geschäft einbezogen ist, fehlt ihm und somit auch dem Gremium, dem er vorsteht, die notwendige Distanz, die ihm obliegende Kontrollfunktion auch effizient und konsequent auszuüben. Das ist jetzt nicht Neues und gibt es auch anderswo, jedoch rechtfertigt es nicht, die gegebenen Strukturen nicht zu hinterfragen.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon SVK_svk » Dienstag, 18.Jul 2017 - 14:28

Alice Bligga hat geschrieben:
SVK_svk hat geschrieben:Was willste denn machen? Für die nächsten 10 Jahre den Kopf in den Sand stecken und Klagen?
Fehler wurden gemacht, darüber sind wir uns glaube ich alle einig. Aber Fehler macht jeder! Wenn daraus gelernt wird, und das glaube ich ist passiert, dann kann man doch auch mal wieder in die Zukunft schauen. Und zwar gelegentlich auch mal etwas positiv :wink:


Meines Erachtens muss man zwischen "forced errors" und vermeidbaren Fehlern unterscheiden. "Forced errors" sind diejenigen, die in Anbetracht unserer wirtschaftlichen Situation mit hoher Wahrscheinlichkeit eintreten. Diese können aufgrund der eingeschränkten wirtschaftlichen Handlungsmöglichkeiten in der Personalbeschaffung bestehen. Mit wenig Geld kann man eben nicht immer nur gut qualifiziertes Personal verpflichten. (Stoitschkov wird an dieser Stelle vemutlich auf das Beispiel Aspach verweisen; das ist zwar nicht falsch, ist aber auf auch auch im Fautenhau keine Garantie für die Zukunft.)

Unsere Entwicklung in den letzten beiden Spielzeiten war aber deutlich durch vermeidbare Fehler geprägt, die sich sich im Großen und Ganzen wahrscheinlich mit Worten "Micha allein zu Haus" zusammenfassen lassen. Wie es dazu kommen konnte, entzieht sich meiner Kenntnis. Fakt ist aber auch, dass man Zeyer offensichtlich gewähren ließ. "Man" ist in diesem Fall das Präsidium. Ich habe großen Respekt vor dem ehrenamtlichen Engagement aller Präsidiumsmitglieder, dennoch stellt sich die Frage, ob sie in der Kernmaterie "Entwicklung 1. Mannschaft" fachlich ausreichend qualifiziert waren und sind. Ein effizientes 4-Augen-Prinzip erfordert, dass man auch auf Augenhöhe begegent. Als Rechtsanwalt, Steuerberater, Unternehmer etc. mag man zwar mal gegen den Ball getreten haben, die berufliche Entwicklung war jedoch eine andere, als desjenigen, der Erfahrungen als Profifußballer sammelte und möglicherweise noch über eine einschlägige Zusatzqualifikation verfügt. Ergo wäre es sinnvoll, wenn im Präsidium auch eine Person mit fußballerischer Fachqualifikation säße.

Das offensichtlich gute Verständnis zwischen Herrn Prof. Lorz und Herrn Dinkelacker wird seine guten Seiten haben. Aber "checks & balances", die dazubeitragen könnten, Fehler zu vermeiden oder zu reduzieren, sind insoweit verringert, als Herr Dinkelacker de facto unser Vizepräsident ist. Wenn der Vorsitzende des Aufsichtsorgans mehr oder weniger, wie es den Anschein hat, ständig ins operative Geschäft einbezogen ist, fehlt ihm und somit auch dem Gremium, dem er vorsteht, die notwendige Distanz, die ihm obliegende Kontrollfunktion auch effizient und konsequent auszuüben. Das ist jetzt nicht Neues und gibt es auch anderswo, jedoch rechtfertigt es nicht, die gegebenen Strukturen nicht zu hinterfragen.


Das sehe ich etwas anders. Betrachten wir lediglich die letzten zwei Jahre, mag das teils stimmen. Betrachten wir beispielsweise auch die sehr erfolgreichen 1-2 Jahre davor (auch unter Zeyer übrigens!), haben wir mit den selben Strukturen an das Tor der 2. Liga geklopft. Was hat sich also geändert? In den Strukturen überhaupt nichts! Bin mir auch relativ sicher, dass diese bei unserem 4. Platz nicht in der Kritik standen :wink:

Es ist immer einfach alles in Frage zu stellen, wenn es nicht läuft.

Bei der Entwicklung der letzten Spielzeit gebe ich dir Recht. Hier wurden Fehler gemacht, die schon damals viel Kritik hervorgebracht haben.

Aber wie gesagt. Aus diesen Fehlern wurde offensichtlich gelernt. Hinterfragt werden kann alles, aber ohne konkrete Verbesserungen wird dadurch selten etwas besser. Es driftet hier leider sehr oft in bloßes mosern und nachtreten über (damit meine ich jetzt nicht dich).
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blinky Bill » Dienstag, 18.Jul 2017 - 14:41

Horst Steffen, Gerrit Müller, Lhadji, Edwini-Bonsu, Calamita und Halimi waren schon Superverpflichtungen von Zeyer, die zu einer gewissen Selbstüberschätzung führten. Danach hatte er plötzlich mit Ausnahme von Berko und Gjasula jeglichen Instinkt für Trainer- und Spielertypen verloren.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon SCP-Kenna » Dienstag, 18.Jul 2017 - 22:11

tobi-svk hat geschrieben:
Blinky Bill hat geschrieben:Welcher Verein hat denn bisher von einer Ausgliederung sportlich profitiert? Mir ist keiner bekannt.

Na der HSV ganz klar! :lol:

Grössenwahn trifft es wohl am Besten, die Leitsätze kann man nun mal endgültig löschen. Aber wenn die Ausgliederung kommt sollte es jeder sich genau überlegen ob er weiterhin als Fan zu einem Spiel der "SV Stuttgarter Kickers GmbH" gehen will.



Nein man würde weiterhin zu den blauen gehen.
Meistens wird nur die 1.Mannschaft ausgegliedert.
Aber es könnte zum Beispiel ein größeres Stadion gebaut werden.
usw.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Bluebyte » Dienstag, 18.Jul 2017 - 22:37

Täuber hat geschrieben:...
Lieber Bluebyte, bevor man mit Anglizismen um sich wirft, sollte man diese erst einmal verstanden haben. News heißt deutsch Neuigkeiten. Ich habe in meinem post lediglich meine Ansicht zum Besten gegeben und keine Neuigkeiten vergreitet. Dann noch ein Zusatz: Die Insolvenz wäre, und das wurde verschiedentlich auch von den Herren Lorz und Dinkelacker in den letzte 2 Monaten bestätig, bei einer Niederlage in Hoffenheim nicht abzuwenden gewesen. Daher auch hier keine Sch....parole. Schuld ist sicherlich V.a. der Herr Zeyer. Aber es gibt darüber auch immer ein Aufsichtsgremium, dass in diesem Fall versagt hat. Ich bin immer wieder überrascht, wie klaglos der Niedergang der Kickers hingenommen wird. Wären wir in die Oberliga abgestiegen, dann hättest Du wahrscheinlich gepostet, der Kader wurde gut verstärkt, ein Mittelplatz sollte drin sein. Das ist doch absurd.

wäre, hätte, wahrscheinlich... alles nur Annahmen und Vermutungen - tendenziell eben nur negativ. Das Aufsichtsratgremium hat Fehler gemacht und diese eingeräumt. Der daruf eingeschlagene Weg sieht für mich positiv aus. Klagloser Niedergang? Ist doch auch nichts neues seit ADM und den frühen Neunzigern.. Und jetzt? Wähle die Verantwortlichen bei der nächsten Gelegenheit ab und wähle bessere Vertreter. Das der Verein Stand heute vor die Wand gefahren wurde ist für mich eine Neuigkeit. Denn noch leben die Kickers...
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Bluebyte » Dienstag, 18.Jul 2017 - 22:43

stoitschkov hat geschrieben:
Bluebyte hat geschrieben:Respekt. Du kannst zwischen den Zeilen in Brailleschrift lesen. :lol: Das schaff ich leider nicht. Natürlich ist Kritik immer erlaubt. Sie sollte aber sachlich sein. "Vor die Wand fahren" ist ein Ausdruck denn man gebraucht wenn etwas zu Ende ist. Das ist für mich in diesem Kontext Bullshit. Rülps. ;-)


schau Dir das Trainerinterview an: "mussten uns von allen teuren Spielern trennen bzw. sie dazu bewegen für weniger Kohle weiterzuspielen", "Elversberg, Waldhof, Saarbrücken, Steinbach bewegen sich finanziell in anderen Dimensionen".
Nur war der Abstand bezogen auf den Etat letzte Saison eben nicht so gross und die Verträge (welche man jetzt teilweise teuer auflösen musste) hat eben auch der Vorstand unterschrieben. Darunter ein 3-Jahres-Vertrag für einen hüftsteifen, langsamen Ü30 Verteidiger mit wenig Spielpraxis oder ein 2-Jahres-Vertrag für einen Trainer, der so gut wie nix vorzuweisen hatte. Zeyer durfte bei der Kaderzusammenstellung quasi im Alleingang agieren und ihn nach seinen persönlichen Vorlieben zusammenstellen. Irgendwann im Herbst geht Herrn Lorz dann auf, dass man offensichtlich die Liga etwas falsch eingeschätzt hat.
nebenbei: die Strategie von Zeyer damals erinnerte mich stark an das, was manche beim Comunio-Managerspiel praktizieren: zuerst mal ein paar teure (vermeintliche) Granaten holen, danach mit Nachwuchs und Spekus auffüllen. Ausserdem noch etwas Pulver in Reserve halten und damit kurz vor Rundenstart oder nach 3-5 Spieltagen (wenn sich schon abzeichnet, dass es nicht wie gewünscht läuft) noch ein oder zwei Verweiflungstransfers eintüten. :wink:

Dass man jetzt einige Schritte zurück machen muss und evtl einen längeren Anlauf nehmen muss um überhaupt wieder in die Nähe der 3.Liga zu kommen, dass geht zu ganz grossen Teilen auf die Kappe von Vorstand und AR. Auch wenn ein kompletter Neuaufbau immer schwierig ist, die (finanziellen) Rahmenbedingungen bzw. die Ausgangslage war vor einem Jahr deutlich besser.
Dazu kommt, dass ohne die U23 die meisten der Nachwuchsspieler im Kader keine/wenig Spielpraxis bekommen werden.

für mich ist das unterm Strich "vor die Wand gefahren". Man hat jetzt einfach trickreich versucht die Wand etwas zu versetzen :lol:

Ah, endlich der von Dir gewohnte differenzierte und genaue Blick auf die Dinge. Aber das "vor die Wand gefahren" kann ich nicht teilen. VW hat das Unternehmen gegen die Wand gefahren? Noch nicht. Die Kickers? Noch nicht. Vielleicht sollten wir abstimmen, ab wann der Verein als "gegen die Wand gefahren" bezeichnet werden kann. Messbare Kriterien? ;-)
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Nobbert1976 » Dienstag, 18.Jul 2017 - 23:16

Blinky Bill hat geschrieben:Horst Steffen, Gerrit Müller, Lhadji, Edwini-Bonsu, Calamita und Halimi waren schon Superverpflichtungen von Zeyer, die zu einer gewissen Selbstüberschätzung führten. Danach hatte er plötzlich mit Ausnahme von Berko und Gjasula jeglichen Instinkt für Trainer- und Spielertypen verloren.


MZ hatte zuerst außerordentliches Glück (wir haben schon von Liga 2 geträumt), dann extremes Pech (nahezu dasselbe Team ist abgestürzt). Hätte sich das die Waage gehalten würden wir heute noch mit MZ im oberen Drittel der Liga 3 spielen und vielleicht eine Perspektive sehen.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Alice Bligga » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 7:08

Nobbert1976 hat geschrieben:
MZ hatte zuerst außerordentliches Glück (wir haben schon von Liga 2 geträumt), dann extremes Pech (nahezu dasselbe Team ist abgestürzt). Hätte sich das die Waage gehalten würden wir heute noch mit MZ im oberen Drittel der Liga 3 spielen und vielleicht eine Perspektive sehen.


Aus meiner Sicht war MZ ambitioniert und am Schluss überambitioniert, so dass sein Handeln Ende hin wie das eines Getriebenen wirkte. Geht man von dem Wenigen aus, was aus dem intimen Treffen von Lorz / Dinkelacker mit Mitgliedern und Fans im Juni nach außen drang, erscheint es so, dass die Personalpolitik 1. Mannschaft weitestgehend in den Händen von MZ lag. Wenn man die Totalhavarie gerande noch einmal vermeiden konnte, bedarf das zum einen einer Fehleranalyse und seitens der Handelnden der Selbstreflektion, um die notwendigen Korrekturen auch bei Entscheidungsabläufen einzuleiten. Zum anderen muss man auch öffentliche Kritik zulassen und mit ihr umgehen.

Dsa führt meines Erachtens zu dem Ergebnis, dass wir in den letzten 2 Jahren schelcht aufgestellt waren. Es wurde, und dessen bin ich mir sicher, viel Geld infolge der hohen Personalfluktuation verbrannt. Um das zu vermeiden, bedarf es auch organisatorischer Änderungen, die ihrerseits zwar auch nicht ganz kostenneutral sind, aber das Ziel haben sollten, desaströsen Entwicklungen wie denen in den letzten beiden Spielzeiten entgegenzuwirken.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blinky Bill » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 9:18

Zur Schuldenreduktion würde ich eher einen Schuldenerlass durch Quattrex als eine Ausgliederung vorschlagen. Mittelfristig ist für die Kickers bei der aktuellen Fanbasis sowieso nicht mehr drin als dritte bzw. vierte Liga. Da bringen 10 Mio. € Investitionsmasse nach Schuldentilgung auch nur ein mehrjähriges Strohfeuer. Ein Produkt kann man nur platzieren, wenn dafür auch eine Nachfrage da ist.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon derPeterII » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 11:14

Blinky Bill hat geschrieben:Zur Schuldenreduktion würde ich eher einen Schuldenerlass durch Quattrex als eine Ausgliederung vorschlagen.


Vielleicht solltest du noch einmal gründlich nachdenken, was Quattrex eigentlich macht, bevor du so eine Forderung von dir gibst. Das ist weiß Gott kein Wohlfahrtsverein.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon SVK_svk » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 11:28

Blinky Bill hat geschrieben:Zur Schuldenreduktion würde ich eher einen Schuldenerlass durch Quattrex als eine Ausgliederung vorschlagen. Mittelfristig ist für die Kickers bei der aktuellen Fanbasis sowieso nicht mehr drin als dritte bzw. vierte Liga. Da bringen 10 Mio. € Investitionsmasse nach Schuldentilgung auch nur ein mehrjähriges Strohfeuer. Ein Produkt kann man nur platzieren, wenn dafür auch eine Nachfrage da ist.


Gute Idee! Und wenn wir schon dabei sind, ich schlage vor Quattrex lässt uns zusätzlich noch ein paar Millionen als Geschenk zukommen.
Das kannst du nicht ernst gemeint haben :mrgreen:
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blinky Bill » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 11:31

derPeterII hat geschrieben:
Blinky Bill hat geschrieben:Zur Schuldenreduktion würde ich eher einen Schuldenerlass durch Quattrex als eine Ausgliederung vorschlagen.


Vielleicht solltest du noch einmal gründlich nachdenken, was Quattrex eigentlich macht, bevor du so eine Forderung von dir gibst. Das ist weiß Gott kein Wohlfahrtsverein.

Normalerweise diversifizieren sich Gewinne und Verluste in verschiedenen Investments. Außerdem waren die Kickers ja so eine Art Testballon für ihr Investmentmodell. Kann man sozusagen unter Forschungsausgaben verbuchen. :) Von der Amortisation durch Fernsehgelder sind die Kickers jedenfalls weit entfernt.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Heiko K. » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 13:31

Der Zeitpunkt für dieses Thema ist der schlimmstmögliche. Vor zwei Jahren waren wir in der besten Position für solch eine Überlegung, jetzt liegt unser Marktwert sehr viel niedriger.

Vor dem Hintergrund einer möglichen Ausgliederung der Profimannschaft liegt mir die Abmeldung unserer U23 doppelt schwer im Magen. Das wäre unsere Lebensversicherung gewesen
falls die Fußball GmbH an die Wand fährt. Aber damit ist es vorbei, wir laufen jetzt Drahtseil ohne Netz.

Leider ist der Inhalt der Quattrex-Verträge bis heute äußerst nebulös. Klar scheint, dass in wenigen Jahren ein großer Zahltag ansteht. Klar ist auch, dass auf keinem anderen Wege auch
nur ein Bruchteil des investierten Geldes jemals zurückfließen könnte. Mir stellt sich jetzt die Frage ob in den ursprünglichen Verträgen dieses Szenario nicht bereits als Absicherung
von Anfang an mit eingeplant war und dies nun umgesetzt werden muß. Ob nicht gar von Anfang an geregelt war, dass Quattrex nach Ablauf der Vertragszeit einen Anspruch darauf
hat, seine ausstehenden Darlehen in Form von Anteilen einzutauschen?

Ebenfalls problematisch sehe ich, dass diverse Entscheidungsträger unseres Vereins den Kickers Geld geliehen haben. Deren einzige reelle Chance ihr Geld wiederzubekommen liegt in
einer Auslagerung. Da liegt für mich eine massive Befangenheit vor. Ich will hier niemandem etwas unterstellen, aber man kann da sehr schnell in eine unschöne Situation kommen:
einen schlechten Deal akzeptieren und wenigstens das eigene Kapital retten oder das Risiko eingehen einen besseren Deal platzen zu lassen? Zumal auch hier wieder garantiert alles
hinter verschlossenen Türen und bei absoluter Geheimhaltung ablaufen wird.


Dem Thema an sich stehe ich offen gegenüber. Ob das eine gute Idee oder ein Katastrophe ist hängt davon ab, was konkret ausgehandelt wird. Das kann gut für uns sein oder aber der
letzte Sargnagel. Problematisch allerdings: am Ende entscheidet eine Mitgliederversammlung, die nicht die geringste Ahnung hat, zu was für einem Modell sie ihre Zustimmung gibt.
Historische Kickers-Bücher von 1910,1915, 1924, 1950, 1951 und 1952 zum Download: www.kickers-stuttgart.de
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon noblesseoblige » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 14:15

Die Frage einer Ausgliederung der Profiabteilung ist nach Rechtslage keine Frage des Wollens sondern des Müssens, da ansonsten der Entzug der Rechtsfähigkeit droht. Eine Profimannschaft ist nun mal mit einem gemeinnützigen Verein nicht mehr in Einklang zu bringen.

Der Vorteil einer Ausgliederung ist das Generieren von Eigenkapital, d. h. dass die Gelder, die ein Investor, strategischer Partner oder Aktionär gibt, nicht zurückgezahlt werden müssen.

Der Nachteil ist, dass der Investor natürlich ein Mitspracherecht haben möchte. Der oder die Geldgeber wollen natürlich über Dividenden oder Zinsen an den Erträgen beteiligt werden. Es handelt sich schließlich um Risikokapital, dass im schlimmsten Fall verloren gehen kann.

Nun müssen nur noch solvente und willige Geldgeber gefunden werden. Das dürfte vermutlich der schwierigste Part an dieser Geschichte sein.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blue Tiger » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 14:28

noblesseoblige hat geschrieben:Die Frage einer Ausgliederung der Profiabteilung ist nach Rechtslage keine Frage des Wollens sondern des Müssens, da ansonsten der Entzug der Rechtsfähigkeit droht. Eine Profimannschaft ist nun mal mit einem gemeinnützigen Verein nicht mehr in Einklang zu bringen.

Der Vorteil einer Ausgliederung ist das Generieren von Eigenkapital, d. h. dass die Gelder, die ein Investor, strategischer Partner oder Aktionär gibt, nicht zurückgezahlt werden müssen.

Der Nachteil ist, dass der Investor natürlich ein Mitspracherecht haben möchte. Der oder die Geldgeber wollen natürlich über Dividenden oder Zinsen an den Erträgen beteiligt werden. Es handelt sich schließlich um Risikokapital, dass im schlimmsten Fall verloren gehen kann.

Nun müssen nur noch solvente und willige Geldgeber gefunden werden. Das dürfte vermutlich der schwierigste Part an dieser Geschichte sein.



Seriös sollten sie auch noch sein, siehe Gegenbeispiel Ismaik/1860. Sollten MHP und ein weiteres Unternehmen der Automotive-Branche Investoren werden (wie im Zeitungsbericht angedeutet), wäre das gewährleistet.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blaues Stuttgart » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 14:35

noblesseoblige hat geschrieben:Die Frage einer Ausgliederung der Profiabteilung ist nach Rechtslage keine Frage des Wollens sondern des Müssens, da ansonsten der Entzug der Rechtsfähigkeit droht. Eine Profimannschaft ist nun mal mit einem gemeinnützigen Verein nicht mehr in Einklang zu bringen.


Jein. Es gibt durchaus Juristen oder Steuerberater, die dies anders sehen und durchaus Ahnung von ihrem Beruf haben wie Alvermann oder Schardt. Es ist eine offene Frage, die noch nicht abschließend beantwortet ist. Langfristig kann das dann natürlich zum Risiko werden und dann muss man ausgliedern, akuter Zwang ergibt sich aktuell aber noch nicht.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon hobbesblau » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 14:39

Die Frage einer Ausgliederung der Profiabteilung ist nach Rechtslage keine Frage des Wollens sondern des Müssens, da ansonsten der Entzug der Rechtsfähigkeit droht.


Das mit dem Entzug sehe ich als eher unrealistisch an. Nur weil 1-2 Fachzeitschriften darüber schreiben, heißt das noch lange nicht, dass das auch so kommt. Bei den juristischen Fachzeitschriften wird auch jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben und viele machen sich gerne wichtig.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon noblesseoblige » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 14:52

Schon klar - zwei Juristen, drei Meinungen! :D

Aber wie will und kann man die wirtschaftliche Betätigung einer Profiabteilung noch unter dem ideellen Vereinszweck subsumieren?
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blinky Bill » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 14:56

Die Meinung hängt auch davon ab, ob sich damit Geschäft generieren lässt. So stellt man gerne etwas als unausweichlich dar.

Ich nehme auch mal an, dass viele Regionalligisten keine geeigneten Investoren fänden. Insofern wird die Muss-Ausgliederung nicht zwangsläufig kommen und wenn, dann mit 100%-Anteil des Vereins.
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