Verein denkt über Ausgliederung nach

Alles rund um unsere Blauen aus sportlicher Sicht

Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon noblesseoblige » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 15:08

In der Regionalliga besteht aktuell sicher noch kein Druck von dritter Seite. In der Beletage ist er aber bereits virulent: https://winheller.com/blog/fsv-mainz-05-profiabteilung-ausgliederung/
"Zwei Dinge sind unendlich: Das Universum und die menschliche Dummheit. Aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher". (Albert Einstein).
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon hobbesblau » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 15:11

Aber wie will und kann man die wirtschaftliche Betätigung einer Profiabteilung noch unter dem ideellen Vereinszweck subsumieren?


Z.B. dadurch, dass ein Verein in der Regel mehrere Abteilungen hat, von denen die meisten anderen nicht in erster Linie wirtschaftlich gewinnorientiert tätig sind.
Die Oper ist erst dann zu Ende, wenn die dicke Dame gesungen hat.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon noblesseoblige » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 15:17

Sicherlich wird bei den Kickers auch Breitensport angeboten. Aber der Schwerpunkt liegt – auch was die Kosten und die Umsätze anbelangt – ganz eindeutig in der Fußballprofiabteilung. Wir haben zu Gunsten der Lizenzspieler sogar unsere 2. Mannschaft abgemeldet.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon tobi-svk » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 15:40

SCP-Kenna hat geschrieben:
tobi-svk hat geschrieben:
Blinky Bill hat geschrieben:Welcher Verein hat denn bisher von einer Ausgliederung sportlich profitiert? Mir ist keiner bekannt.

Na der HSV ganz klar! :lol:

Grössenwahn trifft es wohl am Besten, die Leitsätze kann man nun mal endgültig löschen. Aber wenn die Ausgliederung kommt sollte es jeder sich genau überlegen ob er weiterhin als Fan zu einem Spiel der "SV Stuttgarter Kickers GmbH" gehen will.


Nein man würde weiterhin zu den blauen gehen.
Meistens wird nur die 1.Mannschaft ausgegliedert.
Aber es könnte zum Beispiel ein größeres Stadion gebaut werden.
usw.
Ausgliederung ist leider das Zauberwort bei vielen
Tradions Vereinen.

Wie gut, dass das jemand der Münsterfan ist entscheidet...
Richtig erkannt, die 1. Mannschaft würde nicht mehr dem Verein angehören also gehst du als Fan einer GmbH ins Stadion, oder etwa nicht?
Mit einer Ausgliederung würde es weiterhin den SV Stuttgarter Kickers e.V. geben, allerdings nur in Sachen Handball, Tischtennis, Leichtathletik etc., der Hauptgrund, warum die meisten Fans Mitglied im Verein sind, ist doch der Fußball, große Kooperationen mit anderen Vereinen wie Leipzig oder dem VfB könnte die Führung durchbringen, auch wenn die Vereinsmitglieder etwas dagegen hätten, da der Fußball ja nicht mehr zu Verein gehöre, wer garantiert denn, dass in den nächsten Jahren es nicht wie in Österreich dazu kommt, dass Sponsoren sich in den Namen der Teams einkaufen können "SV Porsche Stuttgarter Kickers" oder ala DFB einen "tollen" Marketingcoup erlangen will ala "Die Mannschaft" und die erste Mannschaft den Spitznamen "Die Waldis" tragen soll. Klar, alles nur Gedanken, vielleicht auch überzogen, aber bei der aktuellen Entwicklung im Fußball sind wir noch lange nicht am Ende der Spirale angelangt.
Ein größeres Stadion, geschweige denn ein Neubau, braucht solange es den VfB gibt kein Mensch und solche neuen Stadien wie sie gerade überall entstehen, sind auch nichts Tolles. Selbst bei einem Aufstieg in die 2. Bundesliga, was sowieso nie passieren wird, bräuchte man lediglich die entsprechende Kapazität bzw. Anzahl der Sitzplätze für die Lizenz, aber da das Stadion sowieso der Stadt gehört, wäre dies deren Aufgabe.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Heiko K. » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 16:10

Einen Großteil der genannten Auswüchse (Ausnahme dürfte die Änderung des Vereinsnamens sein) könnte der Vorstand auch heute schon beschließen ohne weitere Meinungen einholen zu müssen. Klar gäbe
es ein Riesengeschrei, aber wenn morgen die Kooperation mit RB unterschrieben wird, dann bindet das den Verein rechtlich genauso wie als GmbH.

Solange der Verein noch mehrheitlich Anteil an der GmbH hält sehe ich das nicht als "Fan einer GmbH". Klar ist da aber, dass die 51%-Regelung in dieser Situation bombenfest verankert sein muss. Die nötige
Satzungsänderung muß eine sehr, sehr hohe Hürde für das Überschreiten dieser Grenze festlegen. Sonst gute Nacht.

Wirtschaftlich ist die Situation nichts neues. Schaut man in die alten Quellen sieht man, dass schon in den 20er Jahren Wohl und Wehe der übrigen Abteilungen fast ausschließlich am Fußball hingen. Daran hat
sich fast 100 Jahre später nichts geändert. Klar ist auch, dass der Verein jährlich Geld aus der GmbH abziehen muss um zu überleben, der Anteil des Vereins an der GmbH muss also Rendite bringen. Der
Jugendbereich muss zudem Teil des Vereins bleiben.



Bleibt ein Riesenproblem: das funktioniert nur einmal. Wenn wir heute nicht kostendeckend arbeiten können, wie soll das dann hinterher klappen? Das Geld wird nicht ewig halten.
Historische Kickers-Bücher von 1910,1915, 1924, 1950, 1951 und 1952 zum Download: www.kickers-stuttgart.de
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon tobi-svk » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 16:43

Heiko K. hat geschrieben:Einen Großteil der genannten Auswüchse (Ausnahme dürfte die Änderung des Vereinsnamens sein) könnte der Vorstand auch heute schon beschließen ohne weitere Meinungen einholen zu müssen. Klar gäbe
es ein Riesengeschrei, aber wenn morgen die Kooperation mit RB unterschrieben wird, dann bindet das den Verein rechtlich genauso wie als GmbH.

Solange der Verein noch mehrheitlich Anteil an der GmbH hält sehe ich das nicht als "Fan einer GmbH". Klar ist da aber, dass die 51%-Regelung in dieser Situation bombenfest verankert sein muss. Die nötige
Satzungsänderung muß eine sehr, sehr hohe Hürde für das Überschreiten dieser Grenze festlegen. Sonst gute Nacht.

Wirtschaftlich ist die Situation nichts neues. Schaut man in die alten Quellen sieht man, dass schon in den 20er Jahren Wohl und Wehe der übrigen Abteilungen fast ausschließlich am Fußball hingen. Daran hat
sich fast 100 Jahre später nichts geändert. Klar ist auch, dass der Verein jährlich Geld aus der GmbH abziehen muss um zu überleben, der Anteil des Vereins an der GmbH muss also Rendite bringen. Der
Jugendbereich muss zudem Teil des Vereins bleiben.



Bleibt ein Riesenproblem: das funktioniert nur einmal. Wenn wir heute nicht kostendeckend arbeiten können, wie soll das dann hinterher klappen? Das Geld wird nicht ewig halten.

Wenn man die Entwicklung anschaut, wird die 50+1 Regel irgendwann in den nächsten Jahren auch kippen. Klar, bestünde die Möglichkeit als Verein, dass ohne die Miteinbeziehung der Mitglieder eine Kooperation bspw. mit Leipzig einzugehen. Nur würden die Gremien dann sicher in Sachen Wiederwahl und Sympathie enorm verlieren bei den meisten Mitgliedern. Mir geht es mit meinem Beispiel um die Kontrollfunktion der Mitglieder und um das höchste Organ des Vereins, die Mitgliederversammlung, diese beiden Dinge wären nicht mehr gegeben.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Heiko K. » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 16:50

Die Regel kann kippen, klar.

Aber der Verein kann unabhängig davon das überschreiten dieser Grenze über die Satzung verbieten und eine Änderung an die höchstmöglichen Hürden knüpfen.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon tobi-svk » Mittwoch, 19.Jul 2017 - 21:22

Heiko K. hat geschrieben:Die Regel kann kippen, klar.

Aber der Verein kann unabhängig davon das überschreiten dieser Grenze über die Satzung verbieten und eine Änderung an die höchstmöglichen Hürden knüpfen.

Man kann doch nicht in einer Vereinssatzung festschreiben, dass die eigenen Anteile an einer GmbH mindestens 51% betragen müssen. Der Verein ist doch unabhängig von der GmbH oder täusche ich mich?
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Raulstgt » Donnerstag, 20.Jul 2017 - 17:16

Ich denke für die Blauen ist dieser Weg alternativlos um überlebensfähig zu sein und vor allem wieder eine gewisse Rolle spielen zu können und das muss der Anspruch der Kickers sein , gerade im Schatten des VfBäähs nicht völlig unterzugehen. Die grösste Herausforderung allerdings wird sein aus dieser Scheissliga aufzusteigen, für mich ist es weiterhin ein Witz das diese Liga nicht reformiert wird...wie alle anderen Ligen, entscheidet hier eine Relegation den Aufstieg und siehe Waldhof die wieder mal scheiterten. Allein schon deshalb werden wir uns diese Liga über Jahre nicht leisten können. Also muss ein sportliches und wirtschaftliches Konzept her, mit einem vernünftigen und strategischen Partner..der diesen Weg ermöglicht. Doch mit Herr Dietrich sehe ich einen auf Dauer gefährlichen Interessenskonflikt, als Präsident der Roten und bei uns mitmischend...ist für mich auf eine gewisse Art und Weise pervers , die Kickers sollten sich zum VFB definitiv abgrenzen und ich vermisse eine Rivalität wie sie es früher gegeben hat. Jetzt ist alles weichgespült, die Roten nennen uns mittlerweile Kollegen die wir mal supporten müssen :mrgreen: , siehe die Einnahmen aus dem Freundschaftsspiel...schlimm das wir auf diese Almosen von den Roten jetzt auch noch angewiesen sind :mrgreen: Und ich teile die Meinung von Stoitschi, ich denke der Karren stand und steht schon dicht an der Wand, es wurde mit Sicherheit viel Geld verbrannt. Mir fehlt immer noch mehr sportliche Kompetenz in diesem Klub, obwohl der diesjährige Kader mehr Weitsicht in der Zusammenstellung verspricht, generell müssen die Blauen besser scouten um Talente aus der Region zu binden. Und das geht natürlich nur wenn du erfolgreich bist. Noch ein Wort zu MZ, der hier immer noch gedisst wird , er hat sicher Fehler gemacht, in seine Amtzeit fällt aber auch der Boom bei den Blauen mit fast 8000 Zuschauern, ein richtiger Hype wurde losgetreten das erkenne ich ihm an , der Fastaufstieg der Blauen scheiterte lediglich an der Mentalität der damaligen Truppe , so wurde es kein Meisterstück und ein Schurkenstück in der nächsten Saison...was für mich in der Summe typisch Kickers ist, wo der Karren von Spielern bewusst an die Wand gefahren wurde, Spieler gegen den Trainer spielten und im entscheidenden letzten Spiel auch noch keinen Charakter zeigten. Sondern mit Ihren neuen Clubs bereits schon einig waren...ich hoffe dies nie wieder zu sehen, für mich ein immer noch Alptraum.... :mrgreen: :mrgreen: Ähnlich unverzeihliches war dieses Endspiel nun gegen Dorfwasweissichmerkingen , sich von diesem Gegner bundesweit vorführen zulassen und die sind dann auch noch so sackblöd ,diesen Pokal in Malle fast zu versaufen, ahm zu verlieren...ohne Worte :lol: :lol:
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Merkle » Donnerstag, 20.Jul 2017 - 18:13

ist doch alles Schnee von gestern. die meisten sind vom Wfv finale sind ja weg und bis es einen neuen Kickers, neudeutsch "Hype" gibt ,wird einige Zeit ins Land gehen..eine einigermassen entspannte Saison ohne üble Serien ohne Punkt..mehr erwart ich gar nicht..
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon stoitschkov » Mittwoch, 04.Okt 2017 - 8:31

auch in Bochum wird über eine Ausgliederung "nachgedacht".
pro:
http://einsachtvieracht.de/2017/10/01/m ... gelbracht/

contra:
http://einsachtvieracht.de/2017/09/29/i ... t-echtvfl/

ich habe es mal hier reingepackt, da ich davon ausgehe, dass sich die meisten (mich eingeschlossen) mit dem Thema noch nicht so sehr beschäftigt haben....
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon HX » Mittwoch, 04.Okt 2017 - 9:45

Hier mal ein recht aktuelles Interview von Martin Kind zu der (wahrscheinlich am akutesten diskutierten) Situation in Hannover
http://www.taz.de/!5444892/

"Das Hannover-Modell bedeutet: Es gibt keine Investoren, sondern Gesellschafter, die sichmit Hannover und 96 identifizieren. Das Modell ist vielleichtvergleichbar mit Hoffenheim, wo es eben dann eine Person ist…"
Streiche Hannover setze Kickers und es klingt nicht per se schlecht...
Frage 1 ist dann: finden wir adäquate sich identifizierende Gesellschafter (Quattrex???; MHP??; sonstige...?????)
Frage 2 ist dann in ferner Zukunft: was passiert, wenn ein sich identifizierender Gesellschafter ausscheiden will (oder muss); wer ersetzt den zu welchem Preis...???
"Wir sind jetzt ein [Qua'ttrex'ver'ein]"
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Heiko K. » Mittwoch, 04.Okt 2017 - 16:22

Das Thema Ausgliederung ist unserem Fall ein besonders heikles:

Unser Verein ist wirtschaftlich am Ende, trotz zurückgefahrenen Etats werden wir auch in der laufenden Saison wieder einen deutlichen sechsstelligen Verlust einfahren. Wir haben massiv Schulden und bis heute keine Ahnung in wie weit wir durch die Quattrex-Verträge gebunden sind. Sportlich sieht es sowieso düster aus, wir haben also einen ganz schlechten Zeitpunkt für so eine Überlegung. Der Marktwert liegt am Boden.

Ein sehr großes Problem sehe ich in einem Interessenkonflikt. Unser aktueller Vorstand/Aufsichtsrat hat dem Verein Darlehen in nicht unerheblicher Höhe zur Verfügung gestellt und damit natürlich auch ein sehr großes Interesse dieses irgendwann wieder zurückzubekommen. Jemanden der also davon profitiert eine Ausgliederung durchzuführen und gleichzeitig von einem Abschluß durch Rückzahlung eines eigentlich verlorenen Darlehens profitiert darf ich niemals diese Verhandlungen führen lassen. Es droht hier die Gefahr, dass wir unter Wert verkauft werden um den eigenen Verlust zu verhindern. Daher wäre für mich vor Beginn einer Ausgliederung zunächst ein vollständiger Forderungsverzicht von Seiten des Vorstands/Aufsichtsrats erforderlich oder alternativ die Wahl einer neuen Vereinsleitung.

Dies scheint allerdings beides nicht beabsichtigt.

Ich bin mir bewusst dass dies unangenehme Aussagen sind. Aber wenn wir die Dinge so laufen lassen, dann haben wir's nicht besser verdient.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon käköka » Mittwoch, 04.Okt 2017 - 17:18

Heiko K. hat geschrieben:Das Thema Ausgliederung ist unserem Fall ein besonders heikles:

Unser Verein ist wirtschaftlich am Ende, trotz zurückgefahrenen Etats werden wir auch in der laufenden Saison wieder einen deutlichen sechsstelligen Verlust einfahren. Wir haben massiv Schulden und bis heute keine Ahnung in wie weit wir durch die Quattrex-Verträge gebunden sind. Sportlich sieht es sowieso düster aus, wir haben also einen ganz schlechten Zeitpunkt für so eine Überlegung. Der Marktwert liegt am Boden.

Ein sehr großes Problem sehe ich in einem Interessenkonflikt. Unser aktueller Vorstand/Aufsichtsrat hat dem Verein Darlehen in nicht unerheblicher Höhe zur Verfügung gestellt und damit natürlich auch ein sehr großes Interesse dieses irgendwann wieder zurückzubekommen. Jemanden der also davon profitiert eine Ausgliederung durchzuführen und gleichzeitig von einem Abschluß durch Rückzahlung eines eigentlich verlorenen Darlehens profitiert darf ich niemals diese Verhandlungen führen lassen. Es droht hier die Gefahr, dass wir unter Wert verkauft werden um den eigenen Verlust zu verhindern. Daher wäre für mich vor Beginn einer Ausgliederung zunächst ein vollständiger Forderungsverzicht von Seiten des Vorstands/Aufsichtsrats erforderlich oder alternativ die Wahl einer neuen Vereinsleitung.

Dies scheint allerdings beides nicht beabsichtigt.

Ich bin mir bewusst dass dies unangenehme Aussagen sind. Aber wenn wir die Dinge so laufen lassen, dann haben wir's nicht besser verdient.


absolut. und deshalb werden die Herren Dittrich auch dafür sorgen wollen, dass die Ausgliederung erfolgt, bevor der Verein insolvent ist. Der Interessenskonflikt liegt klar auf der Hand. Allein schon deshalb müssten die Herren, die Quattrex repräsentieren zurücktreten.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon BlueScorpion » Mittwoch, 04.Okt 2017 - 18:45

Als erstes den Vorstand ausgliedern
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon DirtyToby » Donnerstag, 05.Okt 2017 - 12:44

Ausgliederung ist ja schön und gut bei Vereinen, welche ein gewisses Erfolgspotential und einen entsprechenden Interessentenkreis haben. Aber warum sollte ausgerechnet UNS das elementar weiter bringen?!? Wir bekommen jedes Jahr nur mit Ach und Krach ein paar Sponsoren zusammen, sportlich stehen wir am Abgrund und finanziell sowieso. Wieso sollte da irgendwer großartig Geld investieren?!? Am Ende verkaufen wir uns für 3,50€, es geht weiter wie gehabt mit schmalem Etat und in 2 Jahren wird hier rumgeheult, dass wir uns ohne Mehrwert abhängig gemacht haben... Wenn Ausgliederung ein Allheilmittel und eine Gelddruckmaschine für Fussballvereine wäre, dann wären wohl alle Mannschaften von Liga 1 bis 4 bereits ausgegliedert...
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon VolkerB » Donnerstag, 05.Okt 2017 - 13:53

Dieser Verein ist pleite! Und jeder, der auch nur annähernd eine Bilanz lessen kann, weiß das schon seit Jahren. :(
Dass unser Präsidium samt Aufsichtsrat das auf jeder HV anders sieht, ließ einen zuletzt eigentlich nur milde lächeln. Ich vermute auch, dass die Abmeldung der 2. Mannschaft hier eine Rolle spielt, denn somit hat man einer evtl. Beantragung der Insolvenz aus dem Kreis der Mitglieder ziemlich sicher einen Riegel vorgeschoben - man müsste dann ja wohl in der Kreisliga wieder anfangen und welches Mitglied will das schon?

Das Ausgliederungsthema halte ich eher für einen Versuch der Herren in Präsidium, Aufsichtsrat und "Investor", wieder an ihr persönlich investiertes Kapital zu kommen und dann wären sie sicher auch ganz schnell weg... :(

Nett übrigens, dass hier anfänglich ADM mit "der Verein muss sich breiter aufstellen" zitiert wurde! Denn genau das haben ADM und seine Gefolgsmänner damals ja dann mit der Inthronisierung von Hans Kullen verhindert. Die andere Vorstandsmannschaft hätte damals wohl wesentlich mehr Kompetenz an Bord gehabt - aber das ist ja nur meine Meinung. "Ohne Moos nix los" tönten damals die Herren, die dann recht schnell wieder von der Bildfläche verschwanden. :?

Vielleicht ist Fußballromantik heute ja wirklich fehl am Platz!? Aber um eine Kapitalgesellschaft mit dem Produkt Fußball anzufeuern, braucht Stuttgart die Kickers nicht mehr! Sowas gibt es jetzt schon - und theoretisch bzw. marketingtechnisch wieder mal "seit 1893" :lol: Jedenfalls verfolgt eine derartige Organisation und deren Teilhaber dann vollends eigene Interessen - und das sind sicher nicht die gleichen der Fans auf den Stehplätzen!

Es wäre vielleicht endlich mal an der Zeit, seinen eigenen Weg zu gehen und seine eigene Identität herauszustellen - das hat man viel zu lange und viel zu oft versäumt! Denn Kickers ist nicht wirklich wegen seiner sportlichen Erfolge noch recht beliebt in Stadt und Umland, sondern wegen seiner Tradition und weil es eben anders ist! Und eines ist mal ganz sicher: Mangelnde Kompetenz wird durch viel Geld nicht unbedingt aufgefangen - was man in gar nicht so großer Entfernung ja auch hoffnungsvoll beonbachten kann. :wink:

Fazit: Dieser Verein braucht keine GmbH sondern einen vernünftigen Vorstand und einen sportlichen Leiter mit Beziehungen und Sachverstand (zum Trainer sage ich jetzt mal lieber nix...). Diesen sportlichen Leiter hatte Herr Schwaben Bräu auf der letzten HV ja auch für Dezember zugesichert - ich weiß aber leider nicht mehr, ob er auch das Jahr gesagt hat... :? :lol: :(
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon tobi-svk » Donnerstag, 05.Okt 2017 - 17:31

Besser kann man es nicht sagen Volker!
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon blacky » Donnerstag, 05.Okt 2017 - 18:36

VolkerB hat geschrieben:Dieser Verein ist pleite! Und jeder, der auch nur annähernd eine Bilanz lessen kann, weiß das schon seit Jahren. :(
Dass unser Präsidium samt Aufsichtsrat das auf jeder HV anders sieht, ließ einen zuletzt eigentlich nur milde lächeln. Ich vermute auch, dass die Abmeldung der 2. Mannschaft hier eine Rolle spielt, denn somit hat man einer evtl. Beantragung der Insolvenz aus dem Kreis der Mitglieder ziemlich sicher einen Riegel vorgeschoben - man müsste dann ja wohl in der Kreisliga wieder anfangen und welches Mitglied will das schon?

Das Ausgliederungsthema halte ich eher für einen Versuch der Herren in Präsidium, Aufsichtsrat und "Investor", wieder an ihr persönlich investiertes Kapital zu kommen und dann wären sie sicher auch ganz schnell weg... :(

Nett übrigens, dass hier anfänglich ADM mit "der Verein muss sich breiter aufstellen" zitiert wurde! Denn genau das haben ADM und seine Gefolgsmänner damals ja dann mit der Inthronisierung von Hans Kullen verhindert. Die andere Vorstandsmannschaft hätte damals wohl wesentlich mehr Kompetenz an Bord gehabt - aber das ist ja nur meine Meinung. "Ohne Moos nix los" tönten damals die Herren, die dann recht schnell wieder von der Bildfläche verschwanden. :?

Vielleicht ist Fußballromantik heute ja wirklich fehl am Platz!? Aber um eine Kapitalgesellschaft mit dem Produkt Fußball anzufeuern, braucht Stuttgart die Kickers nicht mehr! Sowas gibt es jetzt schon - und theoretisch bzw. marketingtechnisch wieder mal "seit 1893" :lol: Jedenfalls verfolgt eine derartige Organisation und deren Teilhaber dann vollends eigene Interessen - und das sind sicher nicht die gleichen der Fans auf den Stehplätzen!

Es wäre vielleicht endlich mal an der Zeit, seinen eigenen Weg zu gehen und seine eigene Identität herauszustellen - das hat man viel zu lange und viel zu oft versäumt! Denn Kickers ist nicht wirklich wegen seiner sportlichen Erfolge noch recht beliebt in Stadt und Umland, sondern wegen seiner Tradition und weil es eben anders ist! Und eines ist mal ganz sicher: Mangelnde Kompetenz wird durch viel Geld nicht unbedingt aufgefangen - was man in gar nicht so großer Entfernung ja auch hoffnungsvoll beonbachten kann. :wink:

Fazit: Dieser Verein braucht keine GmbH sondern einen vernünftigen Vorstand und einen sportlichen Leiter mit Beziehungen und Sachverstand (zum Trainer sage ich jetzt mal lieber nix...). Diesen sportlichen Leiter hatte Herr Schwaben Bräu auf der letzten HV ja auch für Dezember zugesichert - ich weiß aber leider nicht mehr, ob er auch das Jahr gesagt hat... :? :lol: :(

Eine sehr gute Bestandsaufnahme. Ich stimme deiner Meinung hundertprozentig zu.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Settembrini » Donnerstag, 05.Okt 2017 - 20:33

Nun ja. Die Lage ist desolat, auf allen Ebenen, keine Frage. Ich wage aber mal den Einwurf, dass ohne das (vermutete) Kapital der genannten Herren (und anderer) mutmaßlich die Lichter schon vollends aus wären. Jetzt mag der eine oder andere einwenden, dann hätten wir den klaren Strich gehabt, den viele so sehnsüchtig herbeizuwünschen scheinen, und wären längst wieder auf dem Wege nach oben. Da sind Zweifel angebracht. Wie schwer es ist, auch nur halbwegs wieder Fuß zu fassen, wenn man's einmal leichtfertig versaut hat, das spüren wir ja nun aktuell wirklich am härtesten am eigenen Leib.

Leute, ich finde das, wie alle anderen, im Moment grauenhaft. Aber wir müssen da gemeinsam irgendwie durch. Was bleibt uns übrig? Und wenn's schief geht, sind wir auch in keiner anderen Situation, als wenn wir jetzt schon aufgeben. Irgendwann muss doch auch diese Phase mal vorbei sein...
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon tobi-svk » Freitag, 06.Okt 2017 - 6:58

Settembrini hat geschrieben:Nun ja. Die Lage ist desolat, auf allen Ebenen, keine Frage. Ich wage aber mal den Einwurf, dass ohne das (vermutete) Kapital der genannten Herren (und anderer) mutmaßlich die Lichter schon vollends aus wären. Jetzt mag der eine oder andere einwenden, dann hätten wir den klaren Strich gehabt, den viele so sehnsüchtig herbeizuwünschen scheinen, und wären längst wieder auf dem Wege nach oben. Da sind Zweifel angebracht. Wie schwer es ist, auch nur halbwegs wieder Fuß zu fassen, wenn man's einmal leichtfertig versaut hat, das spüren wir ja nun aktuell wirklich am härtesten am eigenen Leib.

Leute, ich finde das, wie alle anderen, im Moment grauenhaft. Aber wir müssen da gemeinsam irgendwie durch. Was bleibt uns übrig? Und wenn's schief geht, sind wir auch in keiner anderen Situation, als wenn wir jetzt schon aufgeben. Irgendwann muss doch auch diese Phase mal vorbei sein...

Mit einer misslungenen Ausgliederung wären wir in einer ganz anderen Situation, denn dann gehören teile der Kickers Dritten und nicht mehr den Mitgliedern!
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Alice Bligga » Sonntag, 08.Okt 2017 - 14:41

tobi-svk hat geschrieben:Mit einer misslungenen Ausgliederung wären wir in einer ganz anderen Situation, denn dann gehören teile der Kickers Dritten und nicht mehr den Mitgliedern!


Wenn das Wohl und Wehe eines Vereins an der Rechtsform hängt, und man sich vergegenwärtigt, dass wir unseren rasanten sportlichen und wirtschaftlichen Niedergang als eingetragener Verein erleben, der angeblich den Mitgliedern gehört, müsste man im Umkehrschluss für ein Expressausgliederung stimmen, um dem Elend ein Ende zu setzen. Blöd ist nur, dass weder der e. V. noch die GmbH & Co. KG aA die Gewähr dafür bieten, dass auch immer die richtigen Entscheidungen getroffen werden.

Egal, ob wir noch eine bilanzielle Überschuldung von 2,6 Mio Euro haben oder nur ein negatives Kapital von 2,0 Mio Euro - der Unterschied ist nur ein gradueller. In der Regionalliga haben wir 0,0 % die Möglichkeit, das abzutragen. Bleibt als Alternative nur die Insolvenz oder die Rekapitalisierung durch Drittgelder. Dass das Mäzenatentum eine im Aussterben befindliche Art der Refinanzierung ist, sollten wir hierin keine großen Hoffnungen setzten. (Auch wenn Lorz und Dinkelacker jetzt vermutlich in die Fußstapfen von ADM und Kullen getreten sein mögen, d. h. Geld zu leihen, dies wohlwissend, es vollständig nie wieder zu bekommen, dürfte die Halbwertzeit dieses Modells dennoch sehr begrenzt sein.)

Das gleiche gilt für das Zwischenkonstrukt der Inanspruchnahme eines Darlehens von Seiten eines gewerblichen Anbieters (Quattrex) gegen Abtretung sportlicher Kontrollbefugnisse. (Ich kenne den Vertrag zwischen dem Verein und Quattrex nicht, also handelt es sich nur um eine Annahme. Aber alles andere wäre ja noch fürchterlicher.)

Also bleibt nur die Gründung einer Kapitalgesellschaft unter der Beteiligung von Investoren und die Übertragung des Spielrechts der Seniorenmannschaft auf die Gesellschaft. Das funktioniert aber nur, wenn man die Gläubiger des e. V. mit ins Boot holt. Es ist wirklichkeitsfremd anzunehmen, dass z. B. Quattrex auf ihre Forderung verzichtet. Die Verbindlichkeiten des e. V. lösen sich durch die Übertragung des einzig verbliebenen tatsächlichen Assets (Spielberechtigung) auf die Kapitalgesellschaft nicht in Luft auf. Und dass die Kapitalgesellschaft dem e. V. mal gleich 2 bis 3 Mio. Euro überweist, kann ich mir nicht vorstellen. Also spräche sehr viel dafür, die Geldforderungen der Gläubiger des e. V. in Geschäftsanteile an der Kapitalgesellschaft umzuwandeln. Damit könnte man auch der ansonsten unvermeidlichen Insolvenz des e. V. begegnen. Ohne eine entsprechende Regelung mit den Gläubigern des e. V. würde bei jedem Insolvenzverwalter die Anfechtungsklage schon ausgedruckt vorliegen, bevor die Übertragung des Spielrechts auf die Kapitalgesellschaft vollzogen wäre.

Zusammengefasst: Der SVK benötigt frisches Geld, um tragfähige Strukturen aufzubauen und Entwicklungen mit der Aussicht auf sportliche Erfolge einzuleiten. Die bisherigen Refinanzierungsmodelle im Bereich des e. V. sind gescheitert. Ohne Änderung des bisherigen Konzepts und der Gegebenheiten auf dem Markt erscheint die Ausgliederung als einzig erfolgversprechende Möglichkeit. Unterbleibt die Ausgliederung, wird die Insolvenz des e. V. wohl nicht zu umgehen sein. Aber man sollte vorsichtig sein: Die Insolvenz ist kein rituelles Reinigungsbad, aus dem man dann frei von den (wirtschaftlichen) Sünden automatisch wieder in lichte Höhen emporsteigt.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon stoitschkov » Sonntag, 08.Okt 2017 - 18:24

Alice Bligga hat geschrieben:Also bleibt nur die Gründung einer Kapitalgesellschaft unter der Beteiligung von Investoren und die Übertragung des Spielrechts der Seniorenmannschaft auf die Gesellschaft. Das funktioniert aber nur, wenn man die Gläubiger des e. V. mit ins Boot holt. Es ist wirklichkeitsfremd anzunehmen, dass z. B. Quattrex auf ihre Forderung verzichtet. Die Verbindlichkeiten des e. V. lösen sich durch die Übertragung des einzig verbliebenen tatsächlichen Assets (Spielberechtigung) auf die Kapitalgesellschaft nicht in Luft auf. Und dass die Kapitalgesellschaft dem e. V. mal gleich 2 bis 3 Mio. Euro überweist, kann ich mir nicht vorstellen. Also spräche sehr viel dafür, die Geldforderungen der Gläubiger des e. V. in Geschäftsanteile an der Kapitalgesellschaft umzuwandeln.


"frisches Geld" :D kann ja eigentlich nur durch einen neuen (irgendwie idealistischen, dem Verein verbundenen) Investor hereinkommen, der dafür einen Teil der Anteile an der Kapitalgesellschaft bekommt. Wieso sollte er dieses Geld investieren, wenn gleichzeitig Forderungen von Altgläubigern (z.B. quattrex, auch andere) ebenfalls in Anteile an der KG umgewandelt werden?? Das würde ich zumindest nicht machen, aber Du kannst mir gerne auf die Sprünge helfen falls ich da einen Denkfehler habe :wink:

Problem an dem ganzen Konstrukt, wie man es auch dreht und wendet: ohne frisches Geld geht es niemals zurück in Liga3 und eher in die Insolvenz. Nur in der 3.Liga wird das ganze Modell (unter den derzeitigen Rahmenbedingungen -> Fernsehgelder) eben auch nicht tragfähig sein. Bedeutet: der Investor würde eher noch mehr Kohle hinterherwerfen müssen als auch nur in die Nähe irgendeiner Rendite zu kommen. Auswirkungen auf die strategische Ausrichtung des Vereins (Aufstieg in die 2.Liga als kurzfristiges Ziel oder Kaderplanung unter der Prämisse Transfererlöse erzielen zu müssen) wären zumindest wahrscheinlich.

in Bochum ging die Ausgliederung übrigens mit 80% Zustimmung durch:
http://www.reviersport.de/359910---vfl- ... estor.html
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blinky Bill » Sonntag, 08.Okt 2017 - 18:53

Aufstieg in Liga 2 und Etablieren in Liga 2 sind auch zwei paar Schuh. Erst bei Letzterem dürfte sich ein Investment lohnen. Davon sind die Kickers gefühlt Lichtjahre entfernt. Kann Bernd Hollerbach seinen Geniestreich nicht auch bei den blauen Kickers wiederholen?
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon Blue Tiger » Sonntag, 08.Okt 2017 - 20:08

Jetzt sollten wir kurzfristig doch erstmal unsere "Ausgliederung" in die Oberliga vermeiden. :oops:
"Die Kickers werden noch groß rauskommen. Dann beginnt hier eine neue Ära". ( Jürgen Sundermann, Januar 2008 )
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon blue note » Sonntag, 08.Okt 2017 - 22:47

Das was der Verein ausgliedert müsste man ja erstaml bewerten. Um dann meinetwegen 10 % davon in Anteilen zu verkaufen. Bei einem Verein der faktisch in einer Amateurliga spielt. Selbst durch die dunkelblaue Brille sollte man sich da keine Illusionen machen.
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Re: Verein denkt über Ausgliederung nach

Beitragvon hoha » Montag, 09.Okt 2017 - 14:37

Ausgliederung bedeutet, das du Investorern finden musst, damit man wieder über Geldmittel verfügt. Doch welcher Investor würde momentan in diesen Verein nur einen € investieren?
Also kann man diese Möglichkeit getrost vergessen.
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