Die Kickers und der Aufstieg

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Die Kickers und der Aufstieg

Beitrag von SVK-Caco »

STZ vom 5.8.2004


Die Kickers und der Aufstieg

Der Klub träumt von besseren Zeiten, doch die Erwartungen werden nicht zu hoch geschraubt

Die Stuttgarter Kickers stehen vor einer richtungweisenden Saison. Auch wenn niemand im Verein das Wort Aufstieg öffentlich sagt, sind die Erwartungen "verdammt hoch", wie der Trainer Robin Dutt feststellt. Joachim Klumpp hat die Einschätzungen einiger Funktionsträger zusammengestellt.

Hans Kullen (Präsident): "Es gibt bekanntlich vier Absteiger, dazu will keiner gehören, auch wir nicht. Und es gibt zwei Aufsteiger, das wäre natürlich akzeptabel - was aber nicht heißen soll, dass dies das ausgegebene Ziel ist, sondern: Wir wollen zumindest den Platz des Vorjahres erreichen. Lieber steigen wir ein Jahr später auf und schaffen dann auch die Voraussetzungen, in der zweiten Liga zu bestehen. Im Moment prüfen wir im Präsidium, ob noch Handlungsspielraum für eine Spielerverpflichtung vorhanden ist, auch wenn aus meiner Sicht gegenwärtig keine unbedingte Notwendigkeit dafür besteht.

Das Präsidium ist durch die Benennung von Herrn Hofstetter wieder vollständig und entspricht nun auch mehr meinen Vorstellungen als in der Vergangenheit, weil es auf ein Miteinander ausgerichtet ist. Dass in einem Jahr Amtszeit nicht alle Veränderungen schmerzfrei und geräuschlos über die Bühne gehen, das liegt in der Natur der Sache. Aber unter den gegebenen Umständen glaube ich sagen zu können, nahezu das Optimale für den Verein herausgeholt zu haben. Und im Etat für die neue Saison haben wir eher zu wenig Einnahmen als zu viel kalkuliert."

Robin Dutt (Trainer): "Zunächst einmal wollen wir die Saison nicht so beginnen wie im vergangenen Jahr. Das Saisonziel lautete ja ein Rang zwischen eins und acht. Doch durch die langfristigen Ausfälle von Sager und Gumper wird es schwer genug, einen gesicherten Mittelfeldplatz zu erreichen. Ich hätte deshalb schon noch gerne einen torgefährlichen Spieler, doch der Markt gibt wenig her.

Man darf bei aller Euphorie nicht vergessen, dass wir uns vom Etat her im hinteren Mittelfeld der Liga bewegen, da dürfen die Leute nicht denken, es geht alles so weiter wie in der letzten Rückrunde, zumal die Abgänge von Milchraum, Benda und Braun kompensiert werden müssen. Der Erwartungsdruck im Umfeld ist verdammt hoch, da ist es meine Aufgabe, auch einmal rechtzeitig warnend den Zeigefinger zu heben. Ein Aufstieg wäre alles in allem fast schon sensationell. Meine Favoriten heißen Augsburg und Hoffenheim; der Name Kickers fiel viermal, darunter waren allerdings die Extrainer Günter Rommel und Rainer Adrion. Zudem haben wir noch ein Handicap, indem wir im August vier Runden im WFV-Pokal absolvieren müssen - das ist nicht in Ordnung."

Oliver Barth (Kapitän): "Die Ernennung zum Spielführer kam für mich nicht so überraschend, zumal sie in Absprache mit dem Vorgänger Alexander Malchow gefallen ist. Außerdem war ich schon immer so etwas wie ein Sprachrohr innerhalb der Mannschaft. Ich habe ja einen Zweijahresvertrag, sodass man die Entscheidung des Trainers nicht zuletzt perspektivisch sehen muss.

Sportlich ist zunächst einmal wichtig, dass wir einen guten Start erwischen, davon wird viel abhängen. Aber für den Aufstieg kommen andere Mannschaften in Frage: Augsburg, Hoffenheim, Regensburg. Dennoch ist es selbstverständlich mein Ziel, in den Profifußball zu kommen - am liebsten natürlich mit den Kickers."

Hans-Jürgen Wetzel (Aufsichtsratschef): "Ich bin sehr optimistisch, nach der spielerischen Weiterentwicklung in der Rückrunde unter Robin Dutt. Allerdings bleibt abzuwarten, ob es gelingt, die Spieler wie Braun, Benda und Milchraum zu ersetzen. Es könnte sein, dass es nicht von Anfang an so rund läuft. Das Ziel lautet einstelliger Tabellenplatz - mindestens. Und natürlich wäre es eine große Freude, wenn wir den Aufstieg schaffen würden, das würde vieles erleichtern - aber das ist keine Sollvorgabe. Vielmehr muss die junge Mannschaft in dieser Saison die Weichen für diesen Schritt stellen.

Was den Aufsichtsrat angeht, sind wir mit fünf Mann zwar satzungsgemäß besetzt, aber es ist auch kein Geheimnis, dass ich bis zur Mitgliederversammlung versuchen möchte, noch ein, zwei neue Kandidaten zu finden - und da bin ich recht optimistisch. Wir wollen unser Gremium mit zusätzlicher Fachkompetenz füllen, außerdem wären wir nicht mehr beschlussfähig, wenn jetzt noch eine Person, aus welchen Gründen auch immer, ausfallen würde

Achim Cast (Manager): "Sportlich wollen wir den unter Robin Dutt eingeleiteten Aufwärtstrend fortsetzen und somit eine bessere Platzierung als im Vorjahr erreichen.


Was den Bereich des Managers angeht, gibt es zwei wesentliche Säulen: Wir wollen die Kostensenkung weiterführen, denn es gibt immer noch Sparpotenzial, und auf der anderen Seite natürlich die Einnahmen erhöhen - auch da gibt es zumindest positive Zeichen für das jetzige Team auf der Kickers-Geschäftsstelle."
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