Fortuna Köln zieht Mannschaft zurück

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Jürgen K.
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Fortuna Köln zieht Mannschaft zurück

Beitrag von Jürgen K. »

Nordrhein: Traditionsklub im freien Fall - 29.12.2004 14:45
Fortuna Köln zieht Mannschaft zurück

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Der Kölner Traditionsverein Fortuna Köln wird seine Mannschaft aus der Oberliga Nordrhein zurückziehen. Ab der nächsten Saison wird der Klub in der fünftklassigen Verbandsliga Mittelrhein an den Start gehen. Damit steht die Fortuna als erster Absteiger der Oberliga Nordrhein fest. Sämtliche bisherigen Spiele in dieser Spielzeit werden annulliert.
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Der finanziell arg angeschlagene Klub gab diesen Schritt nun auf seiner Homepage bekannt. Bis zum Beginn der kommenden Spielzeit werden einige Spieler aus der Oberligamannschaft die zweite Mannschaft der Fortuna in der Landesliga unterstützen.

Grund für den Rückzug ist in erster Linie die finanzielle Situation der Fortuna, die in ihren besten Zeiten dem Lokalrivalen 1. FC Köln durchaus auf Augenhöhe begegnete. Um die Stadionmiete zu sparen, traten die Fortunen zuletzt nicht mehr im traditionsreichen Südstadion an, sondern wichen auf kostengünstigere Plätze aus. Auch war der Club nicht mehr in der Lage, ausstehende Gehaltszahlungen der Spieler zu begleichen, so dass Ersatztorhüter Schumacher mitunter als Feldspieler auflaufen musste.

Auch ohne finanzielle Sorgen wäre es sehr schwer geworden, den Abstieg in die Verbandsliga zu vermeiden: Mit nur drei Zählern stand die Fortuna auf dem letzten Platz der Tabelle, hatte bereits neun Punkten Abstand zum rettenden Ufer

Quelle Kicker
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Jürgen K.
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Beitrag von Jürgen K. »

Ich hoffe uns bleibt so eine Zukunft erspart
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luxembourg
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Beitrag von luxembourg »

Jürgen K. hat geschrieben:Ich hoffe uns bleibt so eine Zukunft erspart


Muss das bitter sein für die Fans...
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Steffen FFC
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Beitrag von Steffen FFC »

Sehr sehr schade!!!!!!! :(

Ich wünsche der Fortuna einen guten Neuanfang in der nächsten Saison. Vielleicht stehen wir uns ja irgendwann mal wieder gegenüber. Die Hoffnung stirbt ja bekanntermasen zuletzt...
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Blue Fritz
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Beitrag von Blue Fritz »

Fortuna Köln stand immer im Schatten vom FC, wie die Kickers in Stuttgart vom VfB. Daher hatte ich immer Symphathie für Fortuna.
Eine sehr traurige Nachricht.Kickers bitte nicht nachmachen!
Einmal Blauer - immer Blauer
Überlinger

Beitrag von Überlinger »

Ich habe mich schon länger gefragt was aus Ex-Präsident Jean Löring geworden ist!
Hier ein etwas älterer Zeitungsartikel aus der Welt:
Löring verbittert & allein zu Haus: Fortuna Köln war sein Schicksal


Der Hausherr hat abgeschlossen. Schwerfällig öffnen sich die massiven Eisentore zur Einfahrt. Sie tragen seine Initialen. Sie schützen ihn vor der Welt. Und vermeintlich sogar vor dem Finanzamt. Jean Löring ( 68 ) lässt niemanden rein, den er nicht gut kennt. Am Zaun bellen vier Hunde. Kuscheltiere in Wahrheit, aber das weiß draußen ja keiner. Boxer wirken erst einmal wie Boxer: furchteinflößend. Auch Löring sieht aus wie ein Boxer. Aber nach dem K. o. Müde. Traurig. Niedergeschlagen halt.
Seit zwei Jahren ist er, wie man so sagt, weg vom Fenster. Nicht mehr zu sehen. Nicht mehr auf der Straße. Nicht mehr in seiner Stadt. Und er ist doch in Köln sein Leben lang ein Mann der Straße gewesen. Ein Kneipengänger. Gesellig und unter Menschen. Aber seit zwei Jahren spielt Löring keine Rolle mehr, nicht mal in der Kölner Südstadt. Er hat sich nie ins Rampenlicht gedrängt, und doch ist Löring über drei Jahrzehnte einer der schillerndsten Präsidenten des deutschen Fußballs gewesen.
Fortuna Köln war Löring. Und Löring war Fortuna. Jetzt treten sie gemeinsam den Rückzug an. Getrennten Weges, aber wieder in die gleiche Richtung: den Bach runter.

„Mein Lebenswerk ist kaputt“, sagt Löring.

Der Pleitegeier hat den ehemaligen Millionär an den Rand der Nordeifel getragen, ins Dörfchen Rath. Auch das „Schlösschen“ hat schon bessere Zeiten erlebt. Als Fortuna Köln noch in der Bundesliga spielte (1973/74), als sie dem feindlichen Ortsrivalen, dem 1. FC, im DFB-Pokalfinale trotzte (0:1 im Jahre 1983), auch als die Zweitklassigkeit noch irgendwie erstklassig war (27 Jahre lang), hat Löring hier draußen mit seinen Spielern rauschende Feste gefeiert. Alles Geschichte.
Das Anwesen ist in die Jahre gekommen. Und der Schlossherr ist nur noch Gast. Löring hat das Haus seiner Frau Katarina überschrieben, als sie noch bei ihm war. Er hat ein eingetragenes Wohnrecht. Das ist sein Glück. Aus seiner Kölner Wohnung musste er nämlich raus. „Das Finanzamt hat mir die Möbel unterm Hintern weggepfändet.“ 20 Monate ist das her. Seitdem sitzt ihm der Fiskus im Nacken, gnadenlos und unerbittlich. „Die haben alle meine Konten dicht gemacht. Ich kann über keine Mark mehr verfügen.“ Als er noch Geld hatte, hieß es D-Mark. Das Vermögen ist zwangsvollstreckt.
Es gibt noch Besitz, und es fließen auch noch Mieten. Doch direkt und ohne Umwege an die Finanzämter Köln-Mitte und Köln-Süd. „Die wissen alles über mich. Ich habe keine Chance mehr.“ Die Frage, was ihm geblieben ist von seinen Reichtümern und Millionen, beantwortet Jean Löring knapp und verbittert: „Nix. Gar nix.“
Die Fortuna war sein Schicksal. Löring ist mir ihr aufgestiegen und untergegangen. Er hat sie geliebt, gefüttert, geformt, verhätschelt, verzogen, verdorben. Er war ihr Patron und ihr Tyrann, ihr Präsident, Mäzen und Herrscher. Als einmal das Flutlicht ausfiel, hat er bis zum Schlusspfiff mit beiden Händen die losen Kabel aneinander gehalten.
Als das Geld fehlte, und es fehlte dauernd, hat er es, ebenfalls mit beiden Händen, aus seinem Privatvermögen in die Klubkasse geschaufelt. Millionen und Abermillionen. „Das darf man keinem sagen, wie viel.“ Aber die Fortuna kam nicht zurück und auch nicht der Löring. Im Gegenteil.
Was kam, war eine „Lawine“, wie er heute sagt. Erst wurden die Zeiten unruhig, dann die Banken, sie gaben dem Verein kein Geld mehr und auch nicht dem Präsidenten, der bürgte persönlich und soll heute für über zwei Millionen Euro gerade stehen. Sponsoren ließen Schecks platzen und Versprechungen. „Ich bin nicht schuld, aber verantwortlich.“ Das gilt für den Verein. Und für ihn: „Durch die Fortuna ist alles in die Binsen gegangen.“
Früher war Löring der Retter auf Zuruf. Seit 2001 ist er nicht mehr im Amt. Einsam und verlassen sitzt er hinter alten Mauern und schweren Toren. Getrennt von der Ehefrau. Die Musicalsängerin Yana Kris, die er zuletzt förderte und verehrte, ist auch nicht länger geblieben als die Förderung. Ein paar Freunde kommen noch, „aber die Masse ist weg“, sagt er.
Manchmal geht er zum Skat in die Dorfkneipe. Der Fußball sagt ihm nichts mehr. Löring, der eine Legende war, sitzt vor dem Kamin, der Fernseher läuft zu laut. Die Hunde wärmen sich am Feuer. Neulich ist er beim Holznachlegen über den Boxer gestolpert und in den Kamin gestürzt. Mit schweren Gehirnblutungen lag er da. Zum Glück hat ihn jemand gefunden.
Ein bisschen Feuer lodert noch. „Ich bin hellwach im Schädel“, sagt er plötzlich, „ich hoffe, sie merken, dass ich nicht lalla bin.“ Ist er nicht. Er holt eine Flasche Jetzt-erst-recht-Sekt aus dem Keller. Müde lässt sich Löring in den Sessel fallen. Auf der Rückseite des alten Möbels klebt schon das Siegel, das der Volksmund Kuckuck nennt. Die Villa (Schätzwert 2,7 Millionen Euro) soll zwangsversteigert werden. Keiner im Dürener Amtsgericht hat bisher geboten.
Seit er niemanden mehr ins Haus lässt, verfolgen ihn die Finanzbeamten sogar mit dem Hubschrauber, sagt Löring. Er fühlt sich gejagt. Seit zwei Jahren liest er auch keine Zeitung mehr, gibt er keine Interviews. Er geht nicht unter die Leute, weil er sich schämt. Er flieht vor den Fragen, weil er keine Antworten mehr weiß. Aber er komme schon wieder raus aus den Löchern, sagt er zum Abschied noch. Mit ein bisschen Glück. Schwer und irgendwie endgültig fällt das Eisentor mit seinen Initialen ins Schloss.

Jean Löring hat abgeschlossen.


Peter Stützer, die welt
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Felix B.
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Beitrag von Felix B. »

Sehr interessanter und lesenswerter Artikel. Erschreckend wie es laufen kann...
Überlinger

Beitrag von Überlinger »

Er ist einer der wenigen Leute, die beide Extreme im Leben kennengelernt haben! Auch eine wertvolle Erfahrung die ihm jetzt leider nichts nützt...
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