StZ: "Wir haben keinen Zampano"

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Basti
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StZ: "Wir haben keinen Zampano"

Beitrag von Basti »

"Wir haben keinen Zampano"

Der Kickers-Trainer Rainer Adrion hofft nach dem 2:0 gegen Kaiserslautern auf den ersten Auswärtserfolg

Nach sechs Spielen ohne Sieg haben die Stuttgarter Kickers in der Fußball-Regionalliga am Freitagabend gegen die Amateure des 1. FC Kaiserslautern mit 2:0 gewonnen. Jetzt gilt es, dieses Erfolgserlebnis auch auf fremden Plätzen zu bestätigen, am besten schon am nächsten Freitag in Offenbach. "Wir müssen auswärts mehr Mut zeigen", sagt der Kickers-Trainer Rainer Adrion im Gespräch mit Joachim Klumpp.

Herr Adrion, wie wichtig war der Sieg am Freitag gegen den 1. FC Kaiserslautern?

Nach so einer Durststrecke mit sechs Spielen ohne Sieg ist es immer wichtig, gerade für das Selbstvertrauen. Sonst wäre die Unruhe vielleicht noch größer geworden.

Wenngleich der Gegner doch eher harmlos agierte.

Ich habe Kaiserslautern nicht so schlecht gesehen. Mit Mifsud und Boskovic haben sie vorne zwei Leute, die auch anderen Mannschaften gut zu Gesicht stünden.

Vor dem Spiel sollen Sie - nach den Worten des Präsidenten Hans Kullen - eine recht intensive, ja sogar aggressive Ansprache an die Mannschaft gerichtet haben. War die nötig, um einige Herren wachzurütteln?

Es ist schade, dass das manchmal notwendig ist. Aber man sicher der Mannschaft nach dieser Negativserie noch einmal deutlich vor Augen führen, dass sie nun gewillt sein musste, die Misere zu beheben, und es dafür nicht mehr viele Möglichkeiten gab. So konnte es nicht weitergehen - und es ist ja auch ein Stück weit besser geworden.

Aber Sie haben nach dem Spiel auch gesagt: wir wissen, dass wir nicht perfekt sind. Wo gilt es, den Hebel anzusetzen?

Grundsätzlich müssen wir uns im fußballtechnischen Bereich verbessern, um ruhiger und fehlerfreier zu kombinieren. Daran arbeiten wir. Aber das ist auch ein Geduldsspiel, das nicht von heute auf morgen geht.

Wahrscheinlich auch nicht bis Freitag, da steht das Spiel in Offenbach auf dem Programm. Und auswärts warten die Kickers noch auf den ersten Saisonsieg.

Da stehen wir vor der nächsten Bewährungsprobe, denn das wird wieder ein ganz anderes Spiel als gegen Kaiserslautern. Wir wissen ja wie es auf dem Bieberer Berg, mit dem Publikum im Rücken, zugeht. Aber wir müssen jetzt auch auswärts mal beweisen, dass wir in der Lage sind zu punkten. Doch dazu müssen wir die Initiative ergreifen.

Was zuletzt bei den Niederlagen in Siegen und Feucht nicht der Fall war.

Insgesamt sind wir da zu ängstlich aufgetreten, und haben nur darauf gehofft, dass es irgendwie gut gehen wird. Wir müssen uns selbst Chancen erarbeiten, doch dazu müssen die Spieler Mut und Durchsetzungsvermögen an den Tag legen. Das ist ein Stück weit auch ein Qualitätsmerkmal, sich auch mal gegen eine vermeintlich besser besetzte Mannschaft durchzusetzen.

Fehlt da die entsprechende Hierarchie in der Mannschaft?

Die Hierarchie ergibt sich immer aus der sportlichen Leistung und der persönlichen Einstellung des Einzelnen. Wir haben mit Malchow und Minkwitz ja zwei Spieler, die das übernehmen, aber eben nur in ihrem defensiven Bereich. Deshalb können wir nur als Kollektiv überzeugen. Aber wenn alle in ihrer Rolle mitziehen, funktioniert das - auch ohne den großen Zampano, den haben wir einfach nicht.

Am Samstag haben Sie Ihrem ehemaligen Verein VfB gegen Köln zugeschaut. Mit welcher Erkenntnis?

Köln hat mit seiner Defensivtaktik Erfolg gehabt. Das kann mal klappen, aber meistens geht es schief. Deshalb kann es nicht unser Ziel sein, auf Unentschieden zu spielen.

Aktualisiert: 06.10.2003, 05:06 Uhr
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