EliteSued hat geschrieben:die problematik der mangelnden stimmung in der double-a ist vielschichtig. wie bereits angerissen ist das münchner publikum grundsätzlich nicht allzu laut und kreativ, dann sind immer noch extrem viele touris unterwegs, auch in der "südkurve". ein weiteres großes problem ist die verarsche vom verein, so dass viele aktive sänger aufgrund undurchsichtiger vorbestellungsprozedere in der "nordkurve" gelandet sind.
das größte problem ist m.e. aber die schickeria und ihre zum himmel stinkende arroganz! von meiner position aus ist das immer ganz nett zu sehen, wie jeder "große" support vom capo mitm megafon im keim erstickt wird. immerhin haben sie sich aktuell wieder mit dem trompeter vertragen, was zeitweise auch nicht mehr der fall war.
bei aller liebe zum ultratum - aber münchen ist nicht italien und benötigt deshalb auch keine mentalita italia - sondern eine mentalita monaco (von mir aus). das sehen die sm´ler aber noch nicht.
sollten sich ein beispiel an köln oder von mir aus auch schalke oder ffm nehmen! dort wird die vorhandene mentalität gelebt!
Es ist grundsätzlich schwer, sich eine andere Fanszene zum Vorbild zu machen, weil jeder Verein seine Eigenarten hat. Bei uns ist wohl einfach eine gewisse ständig existente Zerstrittenheit und zu ausgeprägter Individualismus das Problem - sowohl im Präsidium, als auch (warum sollte es da anders sein?) in der Fanszene. Dem kann man auf Dauer nur schwer begegnen, weil viele ihren eigenen Kopf haben.
Zu München: EliteSued, im Grunde hast Du recht. Natürlich ist es dem "normalen" Bayern-Fan nur schwer zu vermitteln, warum der am Megaphon - der ohnehin sehr kritisch beobachtet wird - plötzlich was anderes singt, wenn der Block gerade was anstimmt. Warum sollte der sich von ein paar Jugendlichen was aufdiktieren lassen? Das Problem für die SM ist aber, dass die Stimmung so oder so auf sie zurück kommen wird. Wenn nur die lächerlichen Standart-"Schalalala"-Lieder kommen, macht keiner von Außerhalb die Kutten, sondern die SM dafür verantwortlich. Dass sich die SM dagegen wehrt, ist in meinen Augen ein natürlicher Prozess und entspricht wohl dem menschlichen Selbsterhaltungstrieb, der in dem Moment für die Gruppe gilt. Die Ultra-Szenen haben sich (das kann man wohl verallgemeinern), die Kurven anzuführen, da muss die SM vielleicht auch bewusst ein wenig die Muskeln spielen lassen und Autorität demonstrieren - auch wenn in München dieser "Kampf" eher zu deren Ungunsten ausgehen könnte. Köln und FFM sind besondere Beispiele. Das sind Städte, die auch abseits vom Fußball eine ganz eigene Mentalität haben, da hat sich fast schon eine Eigendynamik entwickelt. Bißchen blöd finde ich immer diesen Vergleich mit Italien. Natürlich kann man sagen, dass diese Subkultur in Italien ihren Lauf genommen hat, auch wenn sich mit der Torcida bereits 1950 in Kroatien ähnliche Strukturen gebildet haben. Fakt ist aber, dass der Fußball vermutlich in England erfunden wurde. Trotzdem vergleicht man nicht ständig Freistoßtechniken oder Hackentricks in der Bundesliga mit der Premier League. Inzwischen gibt es in vielen europäischen Ländern Ultra-Szenen, die mit den großen in Italien locker mithalten können. Jedes Land und nun mal auch jede Stadt hat eigene Gegebenheiten und mit denen muss jede Szene klar kommen. Vergleiche sind da im Detail einfach nicht angebracht. Ich finde es einfach schön, dass sich diese Subkultur auch in Deutschland sehr fest etabliert hat und viele Jugendliche in der ganzen Republik dadurch einen festen Anlaufpunkt haben - und zwar nicht nur am Wochenende.