Verfasst: Donnerstag 8. April 2004, 08:25
Stuttgart trauert um ADM
Axel Dünnwald-Metzler, der Grandseigneur des Sports, erlag am Dienstag seinem Krebsleiden
Die Hiobsbotschaft sorgte für eine Welle der Erschütterung in der Schwabenmetropole und der Sportlandschaft in der Region: Axel Dünnwald-Metzler, der in unnachahmlicher Weise die Geschicke der Stuttgarter Kickers 24 Jahre lang als Präsident gelenkt hat, lebt nicht mehr. Er hat den jahrelangen Kampf gegen den Krebs verloren und starb am Dienstagabend.
Keiner seiner Vorgänger hat den Verein derart geprägt wie ADM: In seine Amtszeit (1979 - 2003) fallen grandiose Erfolge wie das Pokalfinale in Berlin (1987), in dem die Kickers die Partie gegen den HSV lange Zeit offen halten konnten, dann das zweimalige Gastspiel in der ersten Bundesliga (1988/89 und 1991/92) mit einem satten 4:1-Sieg über Bayern München als Krönung ...
Dass die Stuttgarter Kickers letztlich in Stuttgart doch nur die "zweite Geige" spielten und spielen, lag wohl eher an dem "großen roten Bruder" jenseits des Neckars: Der VfB nutzte die "blaue" Talentschmiede weidlich aus und stärkte seine Reihen mit Fußballheroen wie Guido Buchwald, Jürgen Klinsmann, Karl Allgöwer oder Fredi Bobic.
"Blaues Blut" floss durch ADMs Adern in reinster Form: Edel im Gemüt, stets das Menschliche im Auge, war der 64-jährige tagein tagaus mit Leib und Seele für den Verein engagiert und hat dabei auch finanziell oft die große Sponsorenspritze ausgepackt. Man munkelt, dass er im Laufe der Jahre - ohne ein Wort darüber zu verlieren - nahezu zehn Millionen Euro für den Fußballverein auf Degerlochs Höhen gegeben hat. Auch in den schwierigen Jahren zum Ende seiner Präsidentenkarriere - als die Kickers den Gang in die Regionalliga antreten mussten - blieb er den Kickers treu. Aber, wie es sich für einen ehrgeizigen Chef gebührt, nagte die Drittklassigkeit gehörig an seinem Stolz.
Mit Trauer und Bestürzung hat auch Oberbürgermeister Wolfgang Schuster auf den Tod von Axel Dünnwald-Metzler reagiert: "Seine große Leidenschaft für den Fußball hat mich immer begeistert. Er war ein Grandseigneur des Sports und zugleich ein herzlicher, liebenswerter Mensch." Und weiter: "Unvergessen ist für mich der Tag, an dem wir beide zum ersten Mal den Rasen des ausgebauten Stadions auf der Waldau betraten... Er hat sich unglaublich gefreut und prägte spontan den Begriff vom Stadion als Schmuckkästchen."
Nicht minder treffend das Statement von Ministerpräsident Erwin Teufel: "Mit Axel Dünnwald-Metzler verliert Baden-Württemberg einen überzeugenden Förderer des Sports und ein Vorbild für das so wichtige ehrenamtliche Engagement." Teufel selbst schätzte seine "offene, direkte und geradlinige Art".
"Wir haben einen großartigen Menschen, vorbildlichen Sportfunktionär und einen guten Freund verloren, dem wir viel zu verdanken haben", drückte Sportkreischef Werner Schüle seine Betroffenheit aus.
Der Hansdampf für den Fußball hinterlässt seine Frau Ursi und die beiden Kinder Alexandra (18 ) und Alexander (24).
wk
08.04.2004 - aktualisiert: 08.04.2004, 07:01 Uhr
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