Seite 3 von 3

Verfasst: Freitag 14. November 2008, 09:50
von NickTheButcher
Blauer Bub hat geschrieben: Stören tut mich allerdings, wenn Kirchenverantwortliche dann versuchen, solche Fälle zu verschweigen oder unter den Teppich zu kehren. Da sollten sie sich dann schon auch an den Werten und Inhalten messen lassen, die sie propagieren.
Stimme ich Dir vollkommen zu

Verfasst: Freitag 14. November 2008, 12:25
von Trini
NickTheButcher hat geschrieben:muss man wenn man an Gott glaubt tatsächlich auch in der Kirche sein und alles toll finden was irgend ein pfarrer oder g ar papst sagt ?
Natürlich nicht, aber allein schon die Tatsache dass viele Unschuldige getötet wurden und sich die Mörder dabei auf ihren christlichen Glauben und damit eben auch auf Jesus beriefen macht es meiner Meinung nach zumindest bedenklich einfach ein "Jesus liebt dich"-Plakat an einen Stadionzaun zu hängen. Viele Menschen haben unter dem chrstlichen Glauben anderer gelitten, bzw. leiden noch heute darunter. Das sollte man einfach nicht vergessen. Auch wenn in der momentanen, von den meisten Christen geteilten Interpretation des christlichen Glaubens Toleranz ganz groß geschrieben wird, so war das doch nicht immer so und ich zumindest weiß nicht ob das auch in Zukunft so bleiben wird.

Verfasst: Freitag 14. November 2008, 12:52
von NickTheButcher
Trini hat geschrieben:
NickTheButcher hat geschrieben:muss man wenn man an Gott glaubt tatsächlich auch in der Kirche sein und alles toll finden was irgend ein pfarrer oder g ar papst sagt ?
Natürlich nicht, aber allein schon die Tatsache dass viele Unschuldige getötet wurden und sich die Mörder dabei auf ihren christlichen Glauben und damit eben auch auf Jesus beriefen macht es meiner Meinung nach zumindest bedenklich einfach ein "Jesus liebt dich"-Plakat an einen Stadionzaun zu hängen. Viele Menschen haben unter dem chrstlichen Glauben anderer gelitten, bzw. leiden noch heute darunter. Das sollte man einfach nicht vergessen. Auch wenn in der momentanen, von den meisten Christen geteilten Interpretation des christlichen Glaubens Toleranz ganz groß geschrieben wird, so war das doch nicht immer so und ich zumindest weiß nicht ob das auch in Zukunft so bleiben wird.
auch da gebe ich Dir recht ! Nur: sollen dann auch alle Deutschlandfahnen verboten werden nur weil es damals Millionen von deutsche Idioten gab die einen Hirnkranken und Wahnsinnigen einfach gewähren ließen ?

Es ist mit nichts aber auch rein gar nichts zu entschuldigen was bei den Kereuzzügen und auch danach abging. Das heisst doch aber nicht dass diejenigen die heute gläubig sind mit den Taten von damals einverstanden waren.

Zudem werden heutzutage die meisten Kriege unter dem Deckmantel eines "Glaubenskrieges" geführt., was sie allerdings mitnichten sind.

Es gibt für einen gläubigen Christen ein ganz wichtiges Gebot an dem sich meines Erachtens die wirklich Gläubigen von den nichtgläubigen unterscheiden: Liebe Deinen nächsten wie Dich selbst. Das bedeutet nicht dass man jetzt jede Frau besteigen kann nur weil man an sich selbst..... Du weisst schon :lol:

Sondern das ist der Ausdruck dafür was eigentlich in einer funktionierenden Gesellschaft die Basis sein sollte: Toleranz.

Und wenn jemand im Namen Gottes Krieg führte oder führt, so ist es ein krasser Widerspruch gegen das was eigentlich die christliche Lehre in der Bibel, in Kirchen etc. lehrt.

Verfasst: Freitag 14. November 2008, 15:26
von Trini
NickTheButcher hat geschrieben: auch da gebe ich Dir recht ! Nur: sollen dann auch alle Deutschlandfahnen verboten werden nur weil es damals Millionen von deutsche Idioten gab die einen Hirnkranken und Wahnsinnigen einfach gewähren ließen ?
Guter Einwand. Wobei ja die Fahne unter der die Greueltaten begangen wurden ja verboten ist. Trotzdem kann ich bei einem Kickers Spiel auch gerne auf Deutschlandfahnen verzichten.

Wie ich schon geschrieben habe der gemeinsame Nenner sind die Kickers. Alle anderen öffentlichen Bekundungen sehe ich etwas kritisch. Wobei ich diese Jesus Fahne auf gar keinen Fall verbieten wollte. Dazu ist mir die freie Meinungsäußerung zu wichtig, aber die Diskussion ob so eine Fahne im Stadion wirklich sein muss oder eine Abstimmung über dieses Thema, muss sich der Fahnenbesitzer schon gefallen lassen.

Verfasst: Freitag 14. November 2008, 23:28
von svk4ever
NickTheButcher hat geschrieben:muss man wenn man an Gott glaubt tatsächlich auch in der Kirche sein und alles toll finden was irgend ein pfarrer oder g ar papst sagt ?
Überhaupt nicht! Man sollte grundsätzlich zwischen persönlichem Glauben und den Institutionen trennen, gerade unter dem Apekt, dass die institutionellen Vertretungen sich oftmals schwer tun, Verfehlungen der Vergangenheit einzugestehen oder zurecht zu rücken. Andererseits zwingt niemand einen Gläubigen eine Institution zu stützen, deren Werte er nicht auch persönlich vertritt. Wer schweigt, bzw. dem jeweiligen 'Verein' trotzdem angehört, der stimmt zumindest implizit zu.

Konkretes Beispiel: Natürlich könnte ich vor mir verargumentieren, dass die Kirche - in meinem Fall, die durch meine Ahnen mir aufgezwungene Katholische - in sozialer und karitativer Hinsicht eine nicht zu unterschätzende Leistung für die Gesellschaft erbringt. Dann stimme ich allerdings implizit auch den zweifelhaften Statements aus dem Vatikan zu, und billige die Handlungen der Vergangenheit und Gegenwart. Selbst als gläubiger und bekennender Christ würde ich durch die Zugehörigkeit zu einer der gegenwärtig großen Kirchen aus humanistischer Sicht inzwischen in einen Gewissenskonflikt geraten

Schwieriges Thema...

Verfasst: Samstag 15. November 2008, 08:43
von Blauer Bub
svk4ever hat geschrieben: Selbst als gläubiger und bekennender Christ würde ich durch die Zugehörigkeit zu einer der gegenwärtig großen Kirchen aus humanistischer Sicht inzwischen in einen Gewissenskonflikt geraten
Da hat dann eben jeder seine subjektive Interpretation. Für mich lässt sich Deine Aussage nicht auf die Institution Kirchen reduzieren. Schon der Glaube an einen Gott passt für mich nicht zusammen mit einem humanistischen Weltbild.

Damit will ich aber keinefalls bestreiten, dass selbstverständlich von Christen auch humanistische Werte vertreten und gelebt werden. Sowohl in "Dritte-Welt"- als auch in Umwelt-Projekten habe ich die sehr angenehme Erfahrung gemacht, dass Gläubige und Nicht-Gläubige sich in vielen Punkten wiederfinden und gemeinsam agieren können. Nur leiten sie ihr Engagement durch ein unterschiedliches Weltbild her.
In einem konsequent zu Ende gedachten humansitischem Weltbild ist nach meiner Auffssung aber kein Platz für eine n Gott.
Da halte ich es mit Erich Fromm, für den Gott "eine der vielen poetischen Ausdrucksweisen für den höchsten Wert im Humanismus und keine Realität an sich" ist.