Und schon wieder: FC Heilbronn vor dem Aus
Verfasst: Samstag 6. März 2004, 09:37
FC Heilbronn vor dem Aus
FUSSBALL: Vorstand zurückgetreten und Insolvenzantrag gestellt
Angeführt vom Vorsitzenden Friedrich Müller hat die Führung des FC Heilbronn am Donnerstagabend in einer Hauptversammlung den Rücktritt erklärt. Vor 120 Zuhörern, davon 106 Mitglieder, erklärte der Unternehmer, diese Entscheidung werde nun an das Registergericht weitergeleitet und damit erfolge auch der Antrag auf Insolvenz für den Verein.
Müller führte mehrere Gründe für diesen Schritt an. Einerseits gehe es um eine Unterdeckung des Etats von 60 000 Euro sowie der Gefahr, dass weitere Forderungen aus der Zeit des VfR Heilbronn mit dem letzten Vorsitzenden Dieter Wolf ins Vereinsheim an der Wertwiese flattern. Die Verschuldung könne weiterhin unabsehbar anwachsen. Er sehe unter diesen Voraussetzungen keine Zukunft für den Fußballverbandsligisten, weil die Frage der Altlasten weiterhin ungelöst ist und wegen der finanziellen Konfusionen keine Sponsoren zu gewinnen seien.
Der Vorsitzende hatte es schwer, den enttäuschten Mitgliedern den Schritt zu vermitteln und ließ sich auch nach Bitten verschiedener Mitglieder nicht umstimmen. Im Kreis der Vereinsanhänger herrschte die Meinung vor, 60 000 Euro Schulden seien kein Grund für den Rücktritt und sollten getragen werden können. Die Summe erscheint dabei in der Tat variabel - nach oben und nach unten. Das ergaben diverse Gegenrechnungen in den Diskussionen. Fest steht allein, seit 19. Februar 2004 sind die Konten des FC gesperrt, weil der Verein nicht bereit ist, an das Finanzamt eine Steuerschuld in Höhe von 9300 Euro aus VfR-Zeiten zu zahlen.
Müllers Schritt muss nicht das Ende des vor neun Monaten aus der Fusion von VfR und Spielvereinigung entstandenen FC Heilbronn sein. Möglich ist, dass er vom Gericht gleich wieder als kommissarischer Vorsitzender eingesetzt werden könnte. Ferner gibt der Antrag zur Insolvenz die Möglichkeit, die Finanzlage zu klären.
Ausgelöst wurde die Finanzmisere am 15. September 2003, drei Monate nach der Gründungsversammlung des FC: Es kam die unsägliche Geschichte einer Unterschriftsfälschung aus der Fusion ans Tageslicht (wir berichteten). Darin ging es um die Übernahme von Verbindlichkeiten aus VfR-Zeiten, für die der letzte Vorsitzende, Dieter Wolf, aufkommen solle. Das gerichtliche Gutachten stellte in der Tat vor einigen Wochen fest, ein Schriftstück trug eine mit Blaupause versehene Unterschrift, also nicht Wolfs Original-Namenszug. Die Ermittlungen laufen noch, es sei jedoch zu befürchten, dass kein Täter ermittelt werden könne und das Verfahren eingestellt würde, sagte Müller. Der FC Heilbronn habe jedoch nun den schwarzen Peter in der Hand, bzw. mögliche weitere Altrechungen am Hals.
Mutig zeigte sich in der Versammlung Dieter Wolf, der einerseits verschiedene Minuspositionen, wie die Gehaltsnachzahlung für einen ehemals vor Ende der Vertragslaufzeit entlassenen Trainer erläuterte. Nach seiner Rechnung würde der FC Heilbronn aber nur einen Schuldenstand von 15 000 Euro haben.
Die Versammlung nahm schließlich mehrheitlich den Vorschlag eines Mit-glieds an, in fünf Wochen eine neuerliche Generalversammlung anzusetzen, bei der auch eine Zwangsumlage (50 Euro für jedes Mitglied über 21 Jahre) beschlossen werden soll. Ferner gebe es Bemühungen, eine Gruppe von Geldgebern zu gewinnen, die großzügige Beträge auf ein Treuhänderkonto einzahlen. wofis
FUSSBALL: Vorstand zurückgetreten und Insolvenzantrag gestellt
Angeführt vom Vorsitzenden Friedrich Müller hat die Führung des FC Heilbronn am Donnerstagabend in einer Hauptversammlung den Rücktritt erklärt. Vor 120 Zuhörern, davon 106 Mitglieder, erklärte der Unternehmer, diese Entscheidung werde nun an das Registergericht weitergeleitet und damit erfolge auch der Antrag auf Insolvenz für den Verein.
Müller führte mehrere Gründe für diesen Schritt an. Einerseits gehe es um eine Unterdeckung des Etats von 60 000 Euro sowie der Gefahr, dass weitere Forderungen aus der Zeit des VfR Heilbronn mit dem letzten Vorsitzenden Dieter Wolf ins Vereinsheim an der Wertwiese flattern. Die Verschuldung könne weiterhin unabsehbar anwachsen. Er sehe unter diesen Voraussetzungen keine Zukunft für den Fußballverbandsligisten, weil die Frage der Altlasten weiterhin ungelöst ist und wegen der finanziellen Konfusionen keine Sponsoren zu gewinnen seien.
Der Vorsitzende hatte es schwer, den enttäuschten Mitgliedern den Schritt zu vermitteln und ließ sich auch nach Bitten verschiedener Mitglieder nicht umstimmen. Im Kreis der Vereinsanhänger herrschte die Meinung vor, 60 000 Euro Schulden seien kein Grund für den Rücktritt und sollten getragen werden können. Die Summe erscheint dabei in der Tat variabel - nach oben und nach unten. Das ergaben diverse Gegenrechnungen in den Diskussionen. Fest steht allein, seit 19. Februar 2004 sind die Konten des FC gesperrt, weil der Verein nicht bereit ist, an das Finanzamt eine Steuerschuld in Höhe von 9300 Euro aus VfR-Zeiten zu zahlen.
Müllers Schritt muss nicht das Ende des vor neun Monaten aus der Fusion von VfR und Spielvereinigung entstandenen FC Heilbronn sein. Möglich ist, dass er vom Gericht gleich wieder als kommissarischer Vorsitzender eingesetzt werden könnte. Ferner gibt der Antrag zur Insolvenz die Möglichkeit, die Finanzlage zu klären.
Ausgelöst wurde die Finanzmisere am 15. September 2003, drei Monate nach der Gründungsversammlung des FC: Es kam die unsägliche Geschichte einer Unterschriftsfälschung aus der Fusion ans Tageslicht (wir berichteten). Darin ging es um die Übernahme von Verbindlichkeiten aus VfR-Zeiten, für die der letzte Vorsitzende, Dieter Wolf, aufkommen solle. Das gerichtliche Gutachten stellte in der Tat vor einigen Wochen fest, ein Schriftstück trug eine mit Blaupause versehene Unterschrift, also nicht Wolfs Original-Namenszug. Die Ermittlungen laufen noch, es sei jedoch zu befürchten, dass kein Täter ermittelt werden könne und das Verfahren eingestellt würde, sagte Müller. Der FC Heilbronn habe jedoch nun den schwarzen Peter in der Hand, bzw. mögliche weitere Altrechungen am Hals.
Mutig zeigte sich in der Versammlung Dieter Wolf, der einerseits verschiedene Minuspositionen, wie die Gehaltsnachzahlung für einen ehemals vor Ende der Vertragslaufzeit entlassenen Trainer erläuterte. Nach seiner Rechnung würde der FC Heilbronn aber nur einen Schuldenstand von 15 000 Euro haben.
Die Versammlung nahm schließlich mehrheitlich den Vorschlag eines Mit-glieds an, in fünf Wochen eine neuerliche Generalversammlung anzusetzen, bei der auch eine Zwangsumlage (50 Euro für jedes Mitglied über 21 Jahre) beschlossen werden soll. Ferner gebe es Bemühungen, eine Gruppe von Geldgebern zu gewinnen, die großzügige Beträge auf ein Treuhänderkonto einzahlen. wofis