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Bestechung: 1860-Präsident Wildmoser verhaftet

Verfasst: Mittwoch 10. März 2004, 10:08
von Steffen FFC
Beim Bau des neuen Münchner Fußballstadions sind offenbar Schmiergelder geflossen

München - Der Präsident des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, soll im Zusammenhang mit dem Bau des neuen Münchner Fußballstadions Millionen an Schmiergeldern kassiert haben.

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Der "Löwen"-Chef und sein Sohn wurden am Dienstag unter dem Verdacht der Bestechlichkeit verhaftet und von der Polizei vernommen, wie die Staatsanwaltschaft und das Landeskriminalamt mitteilten. In einer groß angelegten Polizeiaktion wurden ihre Wohnungen, sowie dutzende Geschäftsräume und die 1860-Vereinsräume durchsucht. Die Wildmosers sollen von der Baufirma Alpine mehr als 2,8 Millionen Euro Schmiergelder über Strohmänner erhalten haben, um dem Unternehmen den Auftrag für den Stadionbau zu sichern. In der "Allianz Arena" im Münchner Norden soll 2006 das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden.

Die genaue Verteilung der Summe zwischen Vater und Sohn ist laut Staatsanwaltschaft noch unklar. Alpine erhielt den Auftrag zudem zu einem "erheblich erhöhten Preis", berichtete die Staatsanwaltschaft. Wildmoser senior steht im Zusammenhang mit der Vergabe des Bauauftrags unter dem Verdacht der Bestechlichkeit, der Steuerhinterziehung und der Beihilfe zur Untreue, wie der Leitende Oberstaatsanwalt Christian Schmidt-Sommerfeld sagte. Erst im Mai 2003 war der 1860-Präsident wegen Steuerhinterziehung durch verdeckte Gehaltszahlungen zu 27.000 Euro Strafe verurteilt worden.

Gegen seinen Sohn, Karl-Heinz Wildmoser junior, wird wegen der selben Vorwürfe ermittelt, zudem steht er unter dem direkten Verdacht der Untreue. Alleine deshalb drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft. Neben den Wildmosers wurden zwei weitere Personen verhaftet und vernommen, einer ist laut Staatsanwaltschaft ein Schulfreund von Wildmoser junior, der andere Verdächtige ist den Angaben zufolge ein Mitarbeiter aus einer Immobilienfirma, die die Wildmosers betreiben. Zudem wird gegen weitere zwei Personen sowie bei der Baufirma Alpine ermittelt, die als Hauptauftragnehmerin die "Allianz Arena" baut.

Als Strohmann bei der Vergabe des Auftrags soll unter anderem der verhaftete Schulfreund Wildmosers junior fungiert haben. Laut Bayerischem Rundfunk soll Vereinschef Wildmoser der Firma die geheime Information aus dem Ausschreibungsverfahren gegeben haben, dass die Auftraggeber eine Maximalsumme von 280 Millionen Euro akzeptieren würden. Alpine habe ein entsprechendes Angebot eingereicht und den Zuschlag erhalten. Karl-Heinz Wildmoser junior ist der Geschäftsführer der Bauherrin Allianz Arena München Stadion GmbH.

Bei einer groß angelegten Polizeiaktion unter anderem in München, Dresden, Frankfurt am Main sowie Österreich und der Schweiz mit mehr als 120 Staatsanwälten, Steuerfahndern und Kriminalbeamten wurden ab Montagmorgen 09.00 Uhr mehr als 30 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht. Darunter waren auch die Räume der Baufirma Alpine. Die Fahnder stellten mehr als 150 Aktenordner mit Buchungsbelegen sicher. Die Ermittlungen laufen den Angaben zufolge bereits seit Ende vergangenen Jahres. Beweismaterial über das Ausschreibungsverfahren suchten die Ermittler auch beim FC Bayern, der laut LKA als Geschädigter gilt.

Der Sprecher des TSV 1860 München, Dirk Grosse, sagte: "Wir waren alle komplett überrascht von den Vorgängen." Münchens Oberbürgermeister Christian Ude sagte im BR, er sei "entsetzt und erschüttert", dass Wildmoser "aus finanziellen Interessen heraus" das Ansehen des Fußballs, des Stadionprojekts und der Stadt so beschädige. Das sei alles nur sehr schwer zu verkraften.

Bei Alpine wollte sich niemand zu den Vorwürfen äußern. Die aus Österreich stammende Firma gilt als eines der größten Bauunternehmen Europas. Das Stadion soll bis 2005 fertig gestellt werden. Mit einem Baustopp wurde nicht gerechnet.

Quelle: http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... php/694377

EDIT: Hab gestern schon mehrmals versucht diesen Thread zu eröffnen, das Forum hat aber gesponnen.

Verfasst: Mittwoch 10. März 2004, 10:25
von McVillager
Tja, gestern wollte das Forum das Thema bei mir auch irgendwie nicht aufnehmen.

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FC Bayern prüft rechtliche Schritte

In den Korruptionsskandal um den Bau des neuen Münchner Fußball-Stadions schaltet sich nun auch der FC Bayern ein. Vor dem Spiel gegen Real Madrid prüft der deutsche Fußball-Rekordmeister eine Anzeige gegen "Löwen"-Präsident Karl-Heinz Wildmoser.

München/Madrid - "Wir prüfen, ob wir auch Anzeige erstatten", sagte Bayern-Manager Uli Hoeneß dem Berliner "Tagesspiegel". Erwogen wird laut Hoeneß zudem, Wildmosers Sohn sowie die beschuldigte Baufirma Alpine zu verklagen.

Zudem äußerte der FC Bayern in einer gestern von Presse-Chef Markus Hörwick verlesenen Erklärung, dass er von den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft "völlig überraschend" in Kenntnis gesetzt worden sei. Der Verein wolle "als möglicher Geschädigter die Wahrnehmung seiner Rechte und die Prüfung aller rechtlichen Gesichtspunkte in anwaltliche Hände übergeben". Der FC Bayern habe "sofort alles Erdenkliche veranlasst, um die Ermittlungen konstruktiv zu unterstützen".


IN SPIEGEL ONLINE

· Wildmoser: CSU-Mann als Nachfolger bei 1860? (10.03.2004)
· Korruptionsaffäre: Beschuldigter legt Geständnis ab (09.03.2004)
· Wildmoser: Verhaftung schockiert Münchner (09.03.2004)
· Chronologie: Der Weg zur "Allianz Arena" (09.03.2004)
· Fotostrecke: Der letzte Patriarch der Bundesliga (09.03.2004)


Zuvor hatte bereits der Münchner Oberbürgermeister und "Löwen"-Fan Christian Ude als Mitglied im 1860-Aufsichtsrat eine Zivilklage gegen den Präsidenten des TSV 1860 München und Alpine angekündigt. Ude sagte der Münchner "tz", der Schaden übersteige seiner Ansicht nach die laut Staatsanwaltschaft von den Wildmosers kassierten Schmiergelder in Höhe von 2,8 Millionen Euro bei weitem.

In dem Bestechungsskandal um das neue Münchner Fußball-Stadion, das vom FC Bayern gemeinsam mit dem TSV 1860 gebaut und finanziert wird, hatte gestern ein Beschuldigter die Vorwürfe gestanden. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft berichtete, handelt es sich dabei um einen der Mittelsmänner in der Affäre, aber nicht um den "Löwen"-Chef Wildmoser, der gestern zusammen mit seinem Sohn und zwei weiteren Verdächtigen verhaftet worden war.

Die Wildmosers sollen vor Baubeginn des neuen Stadions, in dem 2006 das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft stattfinden soll, Schmiergelder in Millionenhöhe von der österreichischen Baufirma Alpine kassiert haben. Als Gegenleistung sollen sie der Firma den Auftrag zugeschanzt haben. Dem Vernehmen nach soll der "Löwen"-Chef in finanziellen Schwierigkeiten stecken. Die Ermittler setzten den geständigen Mittelsmann laut Staatsanwaltschaft noch gestern auf freien Fuß. Die Wildmosers mussten dagegen die Nacht im Gefängnis verbringen. Wildmoser junior steht unter dem direkten Verdacht der Untreue. Alleine deshalb drohen ihm bis zu fünf Jahre Haft.

Guido Kambli, Anwalt von Wildmoser senior und Wildmoser junior, äußerte unterdessen die Erwartung, "dass ziemlich schnell klar werden wird, dass Herr Wildmoser senior sich strafrechtlich überhaupt nichts vorzuwerfen hat". In der DSF-Sendung Bundesliga aktuell sagte Kambli, Wildmoser sei "in diese ganzen Vorgänge und Vorwürfe, die von der Staatsanwaltschaft erhoben werden, nicht involviert".

Bei einer Polizeiaktion unter anderem in München, Dresden, Frankfurt am Main sowie in Österreich und der Schweiz hatten mehr als 120 Fahnder über 30 Wohnungen und Geschäftsräume durchsucht, auch die Räume der Firma Alpine. Beweismaterial über das Ausschreibungsverfahren suchten sie auch beim FC Bayern, der aber als Geschädigter gilt.

www.spiegel.de

Verfasst: Freitag 12. März 2004, 13:48
von Steffen FFC
"Löwen"-Präsident Wildmoser kommt frei

München (dpa/WEB.DE) - Der Präsident des TSV 1860 München, Karl-Heinz Wildmoser, kommt frei.

Wildmoser werde am Freitagmittag aus der Untersuchungshaft in der Münchner Justizvollzugsanstalt Stadelheim entlassen, teilte die Anwaltskanzlei Bossi mit.

Die Anwälte des Löwen-Präsidenten hatten dessen Freilassung gefordert und erklärt, andere Beschuldigte hätten mit ihren Aussagen Wildmoser senior entlastet. Nach dpa-Informationen begann die Vernehmung von Karl-Heinz Wildmoser am Vormittag des 12. März.

Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor bereits eingeräumt, dass sich die Ermittlungen inzwischen auf den 40 Jahre alten Sohn von Karl-Heinz Wildmoser konzentrieren.

Verfasst: Freitag 12. März 2004, 18:08
von Die Macht im Schwabenland
angeblich ist er für "nur" 200.000 euro kaution draußen... :roll:

Verfasst: Freitag 12. März 2004, 18:12
von GelsenKickers
Die Macht im Schwabenland hat geschrieben:angeblich ist er für "nur" 200.000 euro kaution draußen... :roll:
...und jetzt haben sie kein Geld mehr für die Milchraum-Ablöse. 8)

Verfasst: Freitag 12. März 2004, 18:15
von Die Macht im Schwabenland
GelsenKickers hat geschrieben:
Die Macht im Schwabenland hat geschrieben:angeblich ist er für "nur" 200.000 euro kaution draußen... :roll:
...und jetzt haben sie kein Geld mehr für die Milchraum-Ablöse. 8)

lol, sicherlich hat der wildi das geld aus dem vereinskässle abgezapft... :lol: