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Akpoborie im TV

Verfasst: Dienstag 17. April 2012, 11:41
von Dr.Tanne
Hab's letzes jahr im Kino gesehen: Prädikat: "besonders wertvoll" :D


Das Schiff des Torjägers auf ARTE

Eine europäisch-afrikanische Geschichte über Träume, Fußball und die Handelsware Mensch.
Mittwoch, 18. April 2012 um 23.00 Uhr

Wiederholungen:
24.04.2012 um 03:10
Das Schiff des Torjägers
(Deutschland, Schweiz, 2010, 90mn)
ZDF
Regie: Heidi Specogna
Stereo 16:9 (Breitbildformat) Nativ HD

Die Geschichte des Fährschiffs "Etireno", das im Jahr 2001 öffentlich als Kindersklavenschiff gebrandmarkt wurde, ist eng verknüpft mit der Geschichte des ehemaligen Bundesliga-Fußballprofis Jonathan Akpoborie aus Nigeria. Für die jugendlichen Passagiere und den Ausnahmekicker war danach nichts mehr so wie vorher. Der Dokumentarfilm von Heidi Specogna erzählt eine europäisch-afrikanische Geschichte über Träume, Fußball und die Handelsware Mensch.

In kurzer Zeit stieg Jonathan Akpoborie vom Straßenkicker in Nigeria in die U-16-National-Elf seines Landes auf und war sogar WM-Teilnehmer. 1996 spielte er bei Hansa Rostock in Deutschland. Hier schrieb man, er sei das Herz der Mannschaft, ein Ballkünstler, der jedes Spiel veredele. Jonathan Akpoborie wusste, er hatte den Durchbruch geschafft. Der Wechsel zum VfB Stuttgart brachte 3,5 Millionen auf sein Konto. Mit dem Geld beteiligte er sich an zwei Fährschiffen, eines davon ist die spätere "Etireno". Familienmitglieder betrieben fortan die Schiffe.
Im Frühjahr 2001 erscheinen Zeitungsberichte über ein "Kindersklavenschiff". Es ist die "Etireno". Man sprach von bis zu 250 Kindern aus Benin, Mali, Togo und dem Senegal, die als Sklaven ins ölreiche Gabun verschifft werden sollten. Als die "Etireno" dann vor laufenden Fernsehkameras aus aller Welt in den Hafen von Cotonou in Benin einläuft, verlassen 43 Kinder das Schiff. Die Gerüchteküche brodelt, man spricht von "Entsorgung" der anderen Kinder auf dem Meer. Für Jonathan Akpoborie bedeutet dies das Ende seiner Karriere. Der VfL Wolfsburg, bei dem er inzwischen unter Vertrag steht, suspendiert ihn über Nacht. Akpoborie reist nach Afrika, um vor Ort zu recherchieren. Für seine mitgebrachten Dokumente und Beweise seiner persönlichen Unschuld interessiert sich aber keiner mehr. Eine Chance zur öffentlichen Klarstellung gibt es nicht. Heute ist Akpoborie zwischen Afrika und Europa unterwegs, um junge Fußballtalente zu vermitteln.
Im Herbst 2001 beginnt "Terre des Hommes" die ersten Kinder zu ihren Familien zurückzubringen und ihren Schulbesuch zu sichern. Adakoun und Noumon waren damals dabei. Bis heute haben sie die traumatische Schiffsfahrt nicht vergessen können - das Vertrauensverhältnis zu den Eltern, die sie fortgeschickt hatten, ist für immer gestört.

Filmemacherin Heidi Specogna greift ein spannendes und gleichzeitig erschütterndes Thema auf: Menschenhandel in einem Land, dessen Menschen selbst Jahrhunderte lang versklavt wurden. Im Vergleich dazu betrachtet sie das Fußballgeschäft, das ebenso vom Handel mit Menschen - dem sogenannten Transfer - lebt.
Heidi Specogna wurde in Biel (Schweiz) geboren und lebt heute in Berlin. Sie besuchte die Journalistenschule in Zürich und studierte an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin (dffb). Seit 2003 ist sie Dozentin an der Filmakademie Ludwigsburg für Dokumentarfilme. Soziale und politische Themen stehen bei ihr immer im Vordergrund. 1991 wurde sie einem größeren Publikum durch "Tania la Guerillera" bekannt. Es folgten unter anderem "Deckname Rosa", "Tupamaros", "Das kurze Leben des José Antonio Gutierrez", "Das Schiff des Torjägers" und "Carte Blanche". Ihre Dokumentarfilme wurden mehrfach international ausgezeichnet.

Re: Akpoborie im TV

Verfasst: Dienstag 17. April 2012, 15:12
von Roland
danke für den Tipp, gerade gespeichert.