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StN: Keine Hintertür in die zweite Liga

Verfasst: Freitag 16. April 2004, 06:13
von Blaufieber
Für die Stuttgarter Kickers ist der Verzicht auf die Lizenz fürs Profilager endgültig

Keine Hintertür in die zweite Liga

Stuttgart - Nach dem Sieg der Stuttgarter Kickers bei den Amateuren des FC Bayern ist die Versuchung groß, die Punkte bis zu den Aufstiegsrängen zu zählen. Dagegen wehrt sich Trainer Robin Dutt - auch weil eine nachträgliche Lizenzerteilung für die zweite Liga ohnehin nicht möglich ist.

VON DIRK PREISS UND JÜRGEN FREY

Der Jubel nach dem ersten Auswärtssieg ausgerechnet beim Tabellenführer in München war groß. Doch viel Zeit zur Freude blieb den Spielern der Stuttgarter Kickers nicht. Am Donnerstagmorgen bat Trainer Robin Dutt bereits wieder zum Training, danach nahmen Mannschaft und Betreuerstab bei der Beerdigung von Axel Dünnwald-Metzler Abschied vom Ehrenpräsidenten der Blauen.

Doch die Euphoriebremse musste Dutt ohnehin nicht betätigen. "Die Mannschaft bleibt auf dem Boden'', ist er sich sicher. Und jene Kickers-Anhänger, die nach dem 2:0-Erfolg bei den kleinen Bayern den Blick mit dem Rechenschieber in der Hand wieder nach oben richten, sind ihm ohnehin suspekt. "Wir sind Zehnter, es stehen neun Mannschaften vor uns - da brauche ich nicht über Platz zwei oder drei zu diskutieren'', erklärt der Kickers-Coach.

Indes: Es würde auch gar nichts bringen. Schließlich haben die Kickers die Lizenz für die zweite Liga gar nicht beantragt. Auch diese Unterlagen bei der Deutschen Fußball-Liga (DFL) einzureichen hätte zusätzliches Geld gekostet. Geld, das die Kickers nicht haben. Zudem standen sie zum Zeitpunkt dieser Entscheidung im dunkelsten Tabellenkeller der Regionalliga.

Der Entschluss, auf das Lizenzierungsverfahren für Liga zwo zu verzichten, ist also durchaus nachvollziehbar - könnte nun aber bittere Folgen haben. Denn ein Blick auf das Restprogramm der Kickers verrät, dass es gar nicht so abwegig ist, dass sich die Blauen in der Liga noch ein paar Plätze nach vorne schieben. Mit Ausnahme von Augsburg, Hoffenheim und Pfullendorf treffen die Kickers lediglich auf Mannschaften, die derzeit hinter den Blauen platziert sind.

Für Robin Dutt jedoch ein trügerisches Bild. "In dieser Liga ist es doch völlig egal, ob wir gegen den Dritten oder den Drittletzten spielen'', sagt er, "da ist alles ganz eng beieinander.'' Der Trainer dämpft die Erwartungen - auch weil er weiß, dass der Verzicht auf die Zweitliga-Lizenz endgültig ist. "Ich sehe da keinen Spielraum, schließlich gibt es eindeutige Bestimmungen'', bestätigt DFL-Geschäftsführer Christian Müller und verweist auf Paragraf 8 der Lizenzierungsordnung. Demnach lief am 1. März 2004 die Frist zur Einreichung der Unterlagen für sämtliche Regionalligisten ab - ohne Kompromisse und Hintertürchen.

Unabhängig von der Situation der Kickers sieht Dutt darin jedoch "einen Fehler im System''. Schließlich sei es doch klar, dass klamme Vereine nicht unnötig Geld ausgeben - zumal es beim Lizenzierungsverfahren ja darum geht, die Wirtschaftlichkeit nachzuweisen. Erfolgt dann jedoch ein Aufschwung auf dem Rasen, so Dutt, "wird sportlicher Erfolg nicht belohnt''.

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So, dann diskutiert mal wieder schön über die nicht beantragte Lizenz...