Patrick allein Zuhaus
Verfasst: Dienstag 1. Juni 2004, 13:48
Das hört sich ja nicht gut an... :(
Eine Mannschaft aus vier Löwen
Die Personalplanung stockt weiter
München - Das Wetter ist schön auf Mallorca, ein bisschen wolkig an diesem Tag, aber immer noch besser als in München. Rudi Bommer beklagt sich nicht. Wenn er im Urlaub schon arbeiten muss, dann wenigstens bei 26 Grad wie gestern. Der neue Trainer des TSV 1860 bastelt auch unter der Sonne der Balearen an der zukünftigen Mannschaft, allein: Konkrete Ergebnisse gibt es noch keine.
Auch zehn Tage nach dem Abstieg der Löwen und eine Woche nach Bommers Amtsantritt sind die meisten Fragen offen. Ein neuer Sportdirektor wird ebenso gesucht wie ein neuer Profikader, der nicht mal in Konturen zu erahnen ist. Bis auf die Nachwuchsspieler Davids, Lehmann und Baier, die per Option weiterverpflichtet werden, sowie Patrick Milchraum von den Stuttgarter Kickers existiert noch keine Mannschaft. Paul Agostino und Roman Tyce sollen möglichst gehalten werden, während das Ziehen der Option bei Andreas Görlitz oder Remo Meyer eher taktisch bedingt ist. "Wir wollen ja auch noch ein bisschen Geld verdienen", sagt Bommer. Vor dem Abflug hat er mit den Spielern geredet und den Eindruck gewonnen, "die meisten wollen bleiben", doch allein aus Absichtserklärungen lässt sich keine Truppe zimmern. Erst mal stehen Gespräche mit den diversen Beratern an. Bommer ahnt: "Das wird ein zäher Prozess."
Kaum angekommen bei 1860, spürt er schon die ganze Härte des neuen Arbeitsplatzes. Verantwortlich für die Verhandlungen wäre der Sportdirektor, doch Dirk Dufners Vertrag wurde soeben zum Monatsende gekündigt, weswegen der Posten praktisch unbesetzt ist. Das Vakuum im Management kann Bommer nicht füllen. Nervös sei er nicht, versichert er, aber die finanziellen Zwänge kennt er auch: "Wir müssen abbauen und das ziemlich schnell."
So gesehen hätte es ein netter Zufall sein können, dass im gleichen Urlaubsdomizil auch Holger Fach abgestiegen ist. Der Mönchengladbacher Trainer nutzte die Begegnung mit Bommer, um sich über Benjamin Lauth zu informieren und weitere Gespräche mit der Vereinsführung anzukündigen. Die hat der Hamburger SV bereits geführt, mit dem Ergebnis: "Wir wollen Lauth haben." Sie wollen allerdings auch nicht mehr als drei Millionen Euro ausgeben, weswegen der Nationalspieler für sie ebenso zu teuer sein könnte wie für Gladbach.
Die Suche nach neuen Spielern verläuft nicht weniger schwierig. Die Verpflichtung von Horst Heldt hat für Bommer "Priorität", abgehakt ist dagegen der Aachener Ivica Grlic, der zum MSV Duisburg wechselt. Und dann wäre da noch Altmeister Thomas Häßler, der sich über ein Boulevardblatt ins Gespräch gebracht hat, unmittelbar vor seinem 38. Geburtstag. "Ich werde allem nachgehen, auch Häßler", kündigt Bommer an. Besonders enthusiastisch klingt er dabei nicht.
MARC BEYER
http://www.merkur-online.de/nachrichten ... 84435.html
Eine Mannschaft aus vier Löwen
Die Personalplanung stockt weiter
München - Das Wetter ist schön auf Mallorca, ein bisschen wolkig an diesem Tag, aber immer noch besser als in München. Rudi Bommer beklagt sich nicht. Wenn er im Urlaub schon arbeiten muss, dann wenigstens bei 26 Grad wie gestern. Der neue Trainer des TSV 1860 bastelt auch unter der Sonne der Balearen an der zukünftigen Mannschaft, allein: Konkrete Ergebnisse gibt es noch keine.
Auch zehn Tage nach dem Abstieg der Löwen und eine Woche nach Bommers Amtsantritt sind die meisten Fragen offen. Ein neuer Sportdirektor wird ebenso gesucht wie ein neuer Profikader, der nicht mal in Konturen zu erahnen ist. Bis auf die Nachwuchsspieler Davids, Lehmann und Baier, die per Option weiterverpflichtet werden, sowie Patrick Milchraum von den Stuttgarter Kickers existiert noch keine Mannschaft. Paul Agostino und Roman Tyce sollen möglichst gehalten werden, während das Ziehen der Option bei Andreas Görlitz oder Remo Meyer eher taktisch bedingt ist. "Wir wollen ja auch noch ein bisschen Geld verdienen", sagt Bommer. Vor dem Abflug hat er mit den Spielern geredet und den Eindruck gewonnen, "die meisten wollen bleiben", doch allein aus Absichtserklärungen lässt sich keine Truppe zimmern. Erst mal stehen Gespräche mit den diversen Beratern an. Bommer ahnt: "Das wird ein zäher Prozess."
Kaum angekommen bei 1860, spürt er schon die ganze Härte des neuen Arbeitsplatzes. Verantwortlich für die Verhandlungen wäre der Sportdirektor, doch Dirk Dufners Vertrag wurde soeben zum Monatsende gekündigt, weswegen der Posten praktisch unbesetzt ist. Das Vakuum im Management kann Bommer nicht füllen. Nervös sei er nicht, versichert er, aber die finanziellen Zwänge kennt er auch: "Wir müssen abbauen und das ziemlich schnell."
So gesehen hätte es ein netter Zufall sein können, dass im gleichen Urlaubsdomizil auch Holger Fach abgestiegen ist. Der Mönchengladbacher Trainer nutzte die Begegnung mit Bommer, um sich über Benjamin Lauth zu informieren und weitere Gespräche mit der Vereinsführung anzukündigen. Die hat der Hamburger SV bereits geführt, mit dem Ergebnis: "Wir wollen Lauth haben." Sie wollen allerdings auch nicht mehr als drei Millionen Euro ausgeben, weswegen der Nationalspieler für sie ebenso zu teuer sein könnte wie für Gladbach.
Die Suche nach neuen Spielern verläuft nicht weniger schwierig. Die Verpflichtung von Horst Heldt hat für Bommer "Priorität", abgehakt ist dagegen der Aachener Ivica Grlic, der zum MSV Duisburg wechselt. Und dann wäre da noch Altmeister Thomas Häßler, der sich über ein Boulevardblatt ins Gespräch gebracht hat, unmittelbar vor seinem 38. Geburtstag. "Ich werde allem nachgehen, auch Häßler", kündigt Bommer an. Besonders enthusiastisch klingt er dabei nicht.
MARC BEYER
http://www.merkur-online.de/nachrichten ... 84435.html