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Kullen-Interview

Verfasst: Samstag 5. Juni 2004, 10:59
von SVK-Caco
STZ,1.6.04

Der Saisonabschluss bringt am nächsten Samstag in der Fußball- Regionalliga das eher bedeutungslose Derby Kickers gegen VfB. „Wir wollen Stefan Minkwitz einen schönen Abschied bereiten“, sagt der Kickers-Trainer Robin Dutt.

Normalerweise ist eine 2:3-Niederlage – erst recht nach einer 2:0-Führung – nicht dazu angetan, den Spielern ein paar Tage freizugeben. Doch nachdem die Stuttgarter Kickers den Klassenverbleib in der Regionalliga bereits unter Dach und Fach haben, wollte der Trainer Robin Dutt kein Spielverderber sein und schickte seine Mannen (und sich) für drei Tage in die Pfingstferien.
Wobei das Spiel in Pfullendorf ein Ärgernis war. Mit einem Sieg wären die Kickers Dritter gewesen, hätten auf einem vermeintlichen Aufstiegsrang gestanden, auch wenn sich der wegen der nicht beantragten Lizenz als Fata Morgana erwiesen hätte. „Dennoch wäre ich gerne Dritter“, sagt der Präsident Hans Kullen, „denn dann hätte ich eine noch bessere Ausgangsbasis bei den Sponsoren.“
Und von denen können die Kickers bekanntlich nie genug haben, um das Ziel Aufstieg möglicherweise in der nächsten Saison konkret anzupeilen, auch wenn die offizielle Sprachregelung lautet: Platz eins bis acht. Der Präsident jedenfalls trauert der nicht beantragten Lizenz keine Träne nach. „Schließlich standen wir im Winter auf einem Abstiegsplatz und mussten sechs Spieler abgeben.“ Um diesen Substanzverlust zumindest einigermaßen zu kompensieren, sprach sich selbst Dutt für die Verpflichtung von Carsten Lakies aus (auch wenn der sich nicht als erhoffte Verstärkung entpuppte). „Zudem darf man nicht vergessen, dass wir letzte Saison sportlich in die Oberliga abgestiegen wären, da muss man sich auch fragen: Wäre ein Aufstieg in diesem Jahr gut?“ Die Antwort lässt Kullen offen, doch er umschreibt sie: „Es ist immer besser, wenn sich etwas kontinuierlich entwickelt.“ Damit meint er einen einstelligen Tabellenplatz in diesem Jahr - mit dem Blick nach oben im nächsten. Dazu soll auch Achim Cast beitragen: „Er wird bei uns als Manager einsteigen“, sagt Kullen, „denn ich wollte die überaus erfolgreiche Achse mit Robin Dutt nicht sprengen. Und wenn wir schon ehrgeizige Ziele haben, müssen wir auch die Voraussetzungen dafür schaffen.“ Zunächst einmal aber steht noch der Saisonabschluss an – ausgerechnet mit dem Derby gegen die VfB-Amateure. Und obwohl es für beide Seiten um nichts mehr geht, ist Robin Dutt motiviert genug: „Wir wollen auf jeden Fall gewinnen, nicht zuletzt weil es das offizielle Abschiedsspiel des langjährigen Kapitäns Stefan Minkwitz ist.“ Der Gegner vom Wasen ist bekanntlich inzwischen auch gerettet, nachdem aus der Regionalliga Süd nur drei Mannschaften (Kaiserslautern, Eschborn und Siegen) absteigen werden. „Mit dem Klassenerhalt war es für uns ein gelungenes Jahr“, sagt der Trainer Reinhold Fanz, „wenn auch kein sehr gutes.“ Dazu fehlte einfach die Homogenität im Team, kein Wunder bei insgesamt 36 Spielern (!), die während der Saison zum Einsatz kamen. „Wir hatten eben viele Verletzte.“ Nach wie vor unklar ist, ob Handschuh (Vertrag läuft aus) und Rasiejewski nach Knorpelschäden weitermachen können; sicher sind die Abgänge von Torwart Masic (Schweinfurt) und Kapitän Fink (Bielefeld). Auch Lechner (Düsseldorf), voraussichtlich Vujevic und Husterer (Frankfurt?) werden den Klub verlassen. Angesichts dieses Aderlasses sagt Fanz: „Wir bräuchten ein, zwei erfahrene Spieler für Abwehr und Mittelfeld.“
Fanz selbst geht, trotz des Trainerwechsels bei den Profis, davon aus, seinen Vertrag in der nächsten Saison zu erfüllen. „Ich habe bisher nichts Gegenteiliges gehört“, sagt der Coach, der noch einmal betont: „Felix Magath hat mich ja nicht geholt, weil ich sein Kumpel bin, sondern weil ich ordentliche Arbeit mache.“ Und so soll es auch am letzten Spieltag sein: „Einen Punkt möchten wir schon gerne in Degerloch holen.“ Wobei die Chancengleichheit gewahrt ist: Auch die VfB-Spieler haben bis morgen frei.

Joachim Klumpp

Verfasst: Samstag 5. Juni 2004, 11:19
von Raul
Was Kullen sagt hat Hand und Fuss. Es tut sehr gut zu merken dass das Präsidium strategisch plant und auf Kontinuität setzt. Der zweite Schritt kommt eben nun mal nach dem ersten Schritt. Warum man sich jedoch bei der Sponsorensuche nach wie vor so dermassen schwer tut, ist für mich komplett unverständlich.