Dutt geht die neue Saison vorsichtig an
Verfasst: Dienstag 8. Juni 2004, 18:02
Presseschau
07.06.04, Stuttgarter Zeitung
1:4 – Warnschuss zur rechten Zeit? Kickers-Trainer Dutt geht die neue Saison vorsichtig an – Kegel und Chatzis sollen noch kommen
Ausgerechnet zum Abschluss hat sich noch ein Schönheitsfehler bei den Kickers eingeschlichen – die 1:4-Niederlage im Derby gegen die VfB-Amateure. „Trotzdem gebührt der Mannschaft für die Saison ein Kompliment“, sagt der Trainer Robin Dutt.
5000 – diese Zahl steht im Raum. Weiß auf Blau gewissermaßen, mit dem Ziel die Mitgliederzahl in diese Höhe zu schrauben. Ein mutiges Unterfangen, zu mutig gar? Am Samstag wurde es zumindest in einem Punkt nahezu erreicht: bei den Zuschauern. 4640 im Derby bedeuteten Saisonrekord für den Fußball-Regionalligisten. Schade nur, dass der Mannschaft ansonsten ein kleiner Schönheitsfehler unterlief: Durch die 1:4-Niederlage reichte es weder zur besten Rückrunden-Mannschaft noch zur besten Heimmannschaft. Dennoch wollte Robin Dutt nicht den Stab brechen: „Ich denke, man hat heute gesehen, dass die Mannschaft mit ihren Kräften am Ende ist“, sagte der Trainer – und nahm eine Teilschuld auf seine Kappe. „Ich hatte den falschen Ehrgeiz, indem ich Spieler aufstellte, die nicht hundertprozentig fit waren.“ Dennoch hat die Mannschaft ein Kompliment verdient, und das nicht nur vom Trainer, denn der war für den anvisierten einstelligen Tabellenplatz in der Winterpause noch milde belächelt worden.
Ziel (mit Rang neun) erreicht, doch darauf kann und will sich Dutt nicht ausruhen, wenngleich die Niederlage vielleicht ein Warnschuss zur rechten Zeit war. All denjenigen, die die Bäume rund ums Waldaustadion schon Richtung Fernsehturmspitze wachsen sehen, wurde nachhaltig demonstriert, dass rasch wieder schlechtere Zeiten anbrechen können – sie müssen ja nicht gleich Abstiegsgefahr bedeuten. Doch nachdem beim Vorspiel, dem Sponsorentreffen in den Vip-Räumlichkeiten, von der zweiten Liga die Rede gewesen ist, und der Präsident Hans Kullen dafür viel Applaus bekam, relativierte Dutt: „Das muss sicher das Ziel sein, aber wenn wir es in den nächsten beiden Jahren erreichen, kann ich gut damit leben.“ Trotzdem hat auch der Coach eine gewisse Aufbruchstimmung festgestellt. „Ich habe die Sponsoren ja auch immer mal wieder kritisiert, doch da tut sich wirklich etwas.“ Zumal künftig Martin Kurzka auf Provisionsbasis im Marketingbereich tätig sein.
„Ich glaube im nächsten Jahr tun wir uns in Sachen Hauptsponsor leichter“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jürgen Wetzel nicht nur aus diesem Grund. „Als unsere Anfragen kamen, waren die sportlichen Leistungen ja nicht zu verkaufen.“ Die Kickers als Ladenhüter? Das wiederum kann nicht sein, für einen Verein der seinen Kader bereits am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison nahezu komplett hat. „Wann hat es das zuletzt gegeben“, so Dutt. Nur allzu oft trabte ein Häuflein Aufrechter zum Trainingsaufgalopp über den Platz, ergänzt mit Lückenbüßern aus der zweiten Mannschaft. Das wird zum Startschuss am 27. Juni anders sein, nachdem Mittelfeldspieler Sven Kegel (23/Mainz Amateure) mündlich zugesagt hat und Niko Chatzis vor einer Rückkehr nach Degerloch steht, vorausgesetzt Waldhof Mannheim steigt nicht noch in die Regionalliga auf (was unwahrscheinlich ist).
Lob gab es von Wetzel auch für den Präsidenten Hans Kullen, dessen Bilanz sich nach einem Jahr durchaus sehen lassen kann. Sportlich sowieso, nachdem die Mannschaft zwischenzeitlich bis auf Rang fünf kletterte. Aber auch im wirtschaftlichen Sektor, wo in dieser Woche das „grüne Licht“ in Sachen Lizenz vom DFB erwartet wird. „Was er geleistet hat, ist phänomenal“, sagt Wetzel – und stärkt demonstrativ den Rücken. Was im Umkehrschluss keinesfalls bedeutet, dass Kullen die eine oder andere Entscheidung heute nicht anders angehen würde. Aber: „Wir gehen in eine gesicherte und gute Zukunft.“
Wie sagt Dutt: „Wenn man zu hohe Ziele setzt, ist es meist so, dass man sie nicht erreicht.“ Er meint sportlich – und keineswegs die Aktion 5000.
Joachim Klumpp
07.06.04, Stuttgarter Zeitung
1:4 – Warnschuss zur rechten Zeit? Kickers-Trainer Dutt geht die neue Saison vorsichtig an – Kegel und Chatzis sollen noch kommen
Ausgerechnet zum Abschluss hat sich noch ein Schönheitsfehler bei den Kickers eingeschlichen – die 1:4-Niederlage im Derby gegen die VfB-Amateure. „Trotzdem gebührt der Mannschaft für die Saison ein Kompliment“, sagt der Trainer Robin Dutt.
5000 – diese Zahl steht im Raum. Weiß auf Blau gewissermaßen, mit dem Ziel die Mitgliederzahl in diese Höhe zu schrauben. Ein mutiges Unterfangen, zu mutig gar? Am Samstag wurde es zumindest in einem Punkt nahezu erreicht: bei den Zuschauern. 4640 im Derby bedeuteten Saisonrekord für den Fußball-Regionalligisten. Schade nur, dass der Mannschaft ansonsten ein kleiner Schönheitsfehler unterlief: Durch die 1:4-Niederlage reichte es weder zur besten Rückrunden-Mannschaft noch zur besten Heimmannschaft. Dennoch wollte Robin Dutt nicht den Stab brechen: „Ich denke, man hat heute gesehen, dass die Mannschaft mit ihren Kräften am Ende ist“, sagte der Trainer – und nahm eine Teilschuld auf seine Kappe. „Ich hatte den falschen Ehrgeiz, indem ich Spieler aufstellte, die nicht hundertprozentig fit waren.“ Dennoch hat die Mannschaft ein Kompliment verdient, und das nicht nur vom Trainer, denn der war für den anvisierten einstelligen Tabellenplatz in der Winterpause noch milde belächelt worden.
Ziel (mit Rang neun) erreicht, doch darauf kann und will sich Dutt nicht ausruhen, wenngleich die Niederlage vielleicht ein Warnschuss zur rechten Zeit war. All denjenigen, die die Bäume rund ums Waldaustadion schon Richtung Fernsehturmspitze wachsen sehen, wurde nachhaltig demonstriert, dass rasch wieder schlechtere Zeiten anbrechen können – sie müssen ja nicht gleich Abstiegsgefahr bedeuten. Doch nachdem beim Vorspiel, dem Sponsorentreffen in den Vip-Räumlichkeiten, von der zweiten Liga die Rede gewesen ist, und der Präsident Hans Kullen dafür viel Applaus bekam, relativierte Dutt: „Das muss sicher das Ziel sein, aber wenn wir es in den nächsten beiden Jahren erreichen, kann ich gut damit leben.“ Trotzdem hat auch der Coach eine gewisse Aufbruchstimmung festgestellt. „Ich habe die Sponsoren ja auch immer mal wieder kritisiert, doch da tut sich wirklich etwas.“ Zumal künftig Martin Kurzka auf Provisionsbasis im Marketingbereich tätig sein.
„Ich glaube im nächsten Jahr tun wir uns in Sachen Hauptsponsor leichter“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jürgen Wetzel nicht nur aus diesem Grund. „Als unsere Anfragen kamen, waren die sportlichen Leistungen ja nicht zu verkaufen.“ Die Kickers als Ladenhüter? Das wiederum kann nicht sein, für einen Verein der seinen Kader bereits am letzten Spieltag der abgelaufenen Saison nahezu komplett hat. „Wann hat es das zuletzt gegeben“, so Dutt. Nur allzu oft trabte ein Häuflein Aufrechter zum Trainingsaufgalopp über den Platz, ergänzt mit Lückenbüßern aus der zweiten Mannschaft. Das wird zum Startschuss am 27. Juni anders sein, nachdem Mittelfeldspieler Sven Kegel (23/Mainz Amateure) mündlich zugesagt hat und Niko Chatzis vor einer Rückkehr nach Degerloch steht, vorausgesetzt Waldhof Mannheim steigt nicht noch in die Regionalliga auf (was unwahrscheinlich ist).
Lob gab es von Wetzel auch für den Präsidenten Hans Kullen, dessen Bilanz sich nach einem Jahr durchaus sehen lassen kann. Sportlich sowieso, nachdem die Mannschaft zwischenzeitlich bis auf Rang fünf kletterte. Aber auch im wirtschaftlichen Sektor, wo in dieser Woche das „grüne Licht“ in Sachen Lizenz vom DFB erwartet wird. „Was er geleistet hat, ist phänomenal“, sagt Wetzel – und stärkt demonstrativ den Rücken. Was im Umkehrschluss keinesfalls bedeutet, dass Kullen die eine oder andere Entscheidung heute nicht anders angehen würde. Aber: „Wir gehen in eine gesicherte und gute Zukunft.“
Wie sagt Dutt: „Wenn man zu hohe Ziele setzt, ist es meist so, dass man sie nicht erreicht.“ Er meint sportlich – und keineswegs die Aktion 5000.
Joachim Klumpp