FC Schweinfurt 05 hat wieder leichte Hoffnung
Schweinfurt (16.6.2004) - Der FC 05 hat seit Mittwoch trotz Lizenzentzug seitens des Deutschen Fußball-Bundes wieder leichte Hoffnungen auf die Fußball-Regionalliga.
Denn mittlerweile begründete der DFB, warum er die Grün-Weißen als einzigen Verein der höchsten drei Ligen in Deutschland abgelehnt hat: Weil die für diese Saison rückwirkend gedachten Zahlungen des künftigen Hauptsponsors "Golden Lion GmbH" erst auf 30. Juni 2004 datiert waren und die Summe von 210.000 Euro noch nicht geflossen ist. Und weil die Bürgschaft des kanadischen Investors über 455.000 Euro keine Bankbürgschaft über ein deutsches Geldinstitut war. "Der DFB hat die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit deshalb als nicht gegeben gesehen", weiß Klaus Hünlein.
Der Frankfurter Rechtsanwalt vertritt die Schweinfurter und ist auch Bindeglied zum thailändischen Investor "Channel 5", der ebenfalls noch nicht außen vor scheint. Wie auch die Geldgeber aus Kanada, die von Michael Kratky vertreten werden. Beide Personen wollen sich mit Verantwortlichen der Schnüdel in den nächsten Tagen zusammensetzen. Vorab möchte der FC 05 über den Regionalliga-Ausschuss versuchen, die Versäumnisse gerade zu rücken.
Derweil wird natürlich sportlich zweigleisig geplant. Sollten die Investoren ihr Interesse erhärten, der Einspruch beim DFB oder der Gang vor ein Gericht keinen Erfolg bringen, wäre auch eine Saison in der Bayernliga für die Schnüdel denkbar. Lediglich Thomas Brendels und Laszlo Kanyuks Verträge gelten bei den insgesamt schon zehn abgeschlossenen nur für die Regionalliga. Bleiben müsste auch in der Bayernliga an sich Veselin Popovic, der aber mit Burghausen einig scheint. Hier hoffen die 05er nun auf eine Ablöse für ihren Torjäger.
Während Steffen Stockmann anscheinend wieder zu einem Thema werden könnte, scheint Rainer Hörgls Zeit als Coach der Schweinfurter vermutlich abgelaufen. Wie aus dem Umfeld der Schnüdel durchsickerte, macht sich der Verein bereits Gedanken über einen anderen Trainer. Über einen, der die Bayernliga kennt. Entschieden ist aber noch nichts. Erfolgsmann Hörgl weilt noch im Rennen.
Am Tag der Beerdigung des langjährigen, plötzlich verstorbenen Betreuers Rudi Speil sickerte derweil immer mehr durch, dass der wegen der Lizenz umtriebige Jochen Haberle zunehmend zum starken Mann im Verein wird. Präsident Gerhard Hertlein tauchte für die Öffentlichkeit seit vergangenen Freitag völlig ab. Anscheinend formiert sich eine Gruppierung, die Hertlein einen Rücktritt nahe legen möchte, um für den Traditionsverein ein Jahr vor dessen 100. Geburtstag den Weg frei zu machen für einen dringend notwendigen Neuanfang unter einer anderen Führung, die unbedingt mehr Seriosität ausstrahlen muss, als das zuletzt der Fall war.