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Rudi Völler zurückgetreten!
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 09:49
von McVillager
FUSSBALL-NATIONALELF
Rudi Völler tritt zurück
Teamchef Rudi Völler hat Konsequenzen aus dem Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Portugal gezogen. Am Morgen nach der Vorrunden-Niederlage gegen Tschechien hat der 44-Jährige auf einer Pressekonferenz seinen Rücktritt bekannt geben.
REUTERS
Wirft nach vier Jahren das Handtuch: Völler
Lissabon - Nur einen Tag nach dem Ausscheiden aus der Fußball-EM ist Rudi Völler als Teamchef der deutschen Nationalmannschaft zurückgetreten. Eine entsprechende Information der "Bild"-Zeitung hat Völler am Donnerstag im portugiesischen Almancil bestätigt. Mit der 1:2-Niederlage gegen Tschechien schied der dreifache Europameister bei den Titelkämpfen in Portugal aus.
DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder hatte nach der Niederlage gegen Tschechien eine klare Analyse des Scheiterns gefordert. Er kündigte an, von den Trainern Völler und Michael Skibbe ein Konzept einzufordern, das für die WM 2006 im eigenen Land Erfolg versprechend ist.
Unmittelbar nach der Niederlage gegen die Tschechen gestern Abend hatte Völler noch erklärt, seinen Vertrag mit dem DFB bis 2006 erfüllen zu wollen. Zugleich sagte er aber, er klebe nicht an seinem Stuhl.
Als Nachfolger Völlers wird der ehemalige Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld gehandelt. Auch Otto Rehhagel, derzeit erfolgreicher Trainer der griechischen Nationalmannschaft, und Christoph Daum, Trainer von Fenerbahce Istanbul, sind im Gespräch.
Völler hatte die Nationalmannschaft vor vier Jahren nach dem EM-Debakel des von Erich Ribbeck betreuten Teams bei der Europameisterschaft in Belgien und den Niederlanden übernommen. Seine Bilanz ist positiv: Das deutsche Team holte unter Völler 29 Siege, spielte elfmal Unentschieden und kassierte 13 Niederlagen. Seinen größten Erfolg feierte Völler vor zwei Jahren: Bei der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea wurde Deutschland Vizeweltmeister. Das Team unterlag im Finale Brasilien.
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 10:35
von Steffen FFC
Meiner Meinung nach lag es auch nicht an Völler, dass Deutschland ausgeschieden ist. Es fehlen einfach die guten Spieler. Du jungen Spieler waren die besten, man kann nur hoffen, dass da weitere hinzukommen und Rudis Nachfolger dann ein glückliches Händchen für Vorbereitung auf die WM 2006 hat.
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 10:42
von K-P
Der neue Trainer wird es sehr schwer haben, denn in den nächsten zwei Jahren haben wir ja "nur" Freundschaftsspiele.
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 10:53
von Überlinger
Hoffentlich kommt jetzt Hitzfeld und nicht wieder so ein Vogts-Ersatz! :?
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 10:58
von Soulfly
Der Rücktritt von Völler ist mal wieder so ein Bauernopfer.
Wenn der Erfolg ausbleibt geht der Trainer, aber die Probleme
sind dadurch nicht gelöst.
Was dem deutschen Fussball fehlt ist der Unterbau/Nachwuchs.
Der Fisch stinkt vom Kopf her.
Die verantwortlichen Funktionäre des deutschen Fussballs versagen
schon seit zig Jahren und Rudi Völler muss dies jetzt ausbaden.
Leider werden dort mit Sicherheit keine Konsequenzen gezogen.
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 11:05
von GelsenKickers
Egal welcher Trainer kommt.
Es wird sich kurzfristig NICHTS ändern,weil einfach kaum "qualitatives Spielermaterial" vorhanden ist.
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 11:15
von Steffen FFC
Stimmen zum Rücktritt von Rudi Völler
Beckenbauer: "Es gibt einen, der es richten kann"
Reiner Calmund (Ex-Geschäftsführer von Bayer Leverkusen und Völler-Freund) in der ARD: "Es war für alle eine Schlag. Er hat die schwierige WM-Qualifikation erfolgreich bestanden und uns zur Vize-Weltmeisterschaft geführt. Rudi ist ein patenter Kerl, der mit beiden Beinen auf der Erde steht. Ob ihn jetzt der Bayer-Konzern anspricht, um ihn wieder zurückzuholen, muss man abwarten. Ich will Spekulationen keine Nahrung geben."
Marco Bode (Ex-Nationalspieler) in der ARD: "Man darf nicht vergessen: Die Mannschaft ist nicht so auseinander gefallen wie vor vier Jahren."
Franz Beckenbauer (Ex-Teamchef) im ZDF: "Rudi Völler war vor vier Jahren das Beste, was dem DFB passieren konnte. Er hat in der Öffentlichkeit viel Druck von der Mannschaft genommen, die Spieler sind Sensibelchen. Wenn man sie anpackt, fallen sie um. Ich kann Rudi verstehen, ich war damals in einer ähnlichen Situation. Ich hatte auch die Schnauze voll. Die Emotionen sind manchmal wichtiger als der Verstand, so komisch das auch klingen mag. Es wird schwer, einen Nachfolger zu finden, denn es gibt keinen Zauberer. Den findest du nur im Zirkus Krone. Mit Blick auf die WM 2006 gibt es nur einen, der es richten kann: Ottmar Hitzfeld. Ohne unserem Präsidenten vorgreifen zu wollen, wäre seine Verpflichtung eine logische Konsequenz. Ottmar ist das Beste, was der deutsche Fußball im Trainerbereich derzeit zu bieten hat. Außerdem ist er frei."
Werner Hackmann (DFL-Präsident): "Ich bin enttäuscht. Ich kann Völlers Rücktritt nachvollziehen, halte ihn aber für falsch. Ich hätte mir gewünscht, wir hätten ihn überzeugen können zu bleiben. Wir sind nicht auf dem Tiefpunkt wie vor vier Jahren, es war eher ein Dämpfer. Aber es wird mit den jungen Spielern bis zur WM 2006 aufwärts gehen. Bei der Suche nach einem Nachfolger für Völler lassen wir uns nicht unter Zeitdruck setzen."
Dieter Hoeneß (Manager Hertha BSC Berlin): "Völler war ein Sympathieträger, ich bedaure seinen Rücktritt sehr. Er hat einen schweren Job gemacht und hatte gerade zu den jungen Spielern einen guten Draht. Wenn sich ein Ottmar Hitzfeld als Nachfolger anbietet, wäre er die beste Lösung."
Theo Zwanziger (DFB-Vize-Präsident und -Schatzmeister): "Ich bedaure Völlers Entscheidung. Er hat sehr gute Arbeit geleistet. Nun müssen wir in Ruhe einen geeigneten Nachfolger finden. Das Grundproblem ist aber die Mannschaft. Sie muss besser Fußball spielen."
Quelle: Kicker
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 11:46
von SAUNASARKAST
wurde auch zeit!
man muß ihm vorwerfen, daß er zu lange an den falschen leuten festhielt (nowotny, klose, bobic, jeremis, ramelow etc.) und daß er in 4 jahren kein einheitliches system durchgesetzt hat. die deutschen sind neben den pattjacken das einzige land was sich noch ernstahft über das spielsystem gedanken macht!
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 18:09
von gablenberger
endlich.
wer schon monate vor dem turnier auf deutschlands besten stürmer verzichten kann braucht sich nach nur 2 vorrundentoren nicht wundern, wenn man scheitert...
allein das einer wie bobic da mit rumläuft ist ne frechheit.
zudem war er weltmeister im schönreden von schlechtem fußball.
im interview nach dem kick gestern meinte er zudem, dass bei der em jeder jeden schlagen kann, bedachte leider nicht, das wir niemand geschlagen haben.
völler lebte von seinem äußerst positiven ruf als spieler, der als trainer gegen sämtliche grosse mannschaften nicht gewinnen konnte (und auch bei der wm in japan keinen echten prüfstein hatte...).
ein konsequenter neuanfang ohne alte trainer und alte spieler wäre wohl angebracht, wobei mr. 3 promille mv auch gerne abtreten darf.
Verfasst: Donnerstag 24. Juni 2004, 19:34
von Heiko
Besser so.
Wobei mit dem Trainer allein die Sitaution sich noch nicht zum Guten wenden wird, höchstens zum weniger schlechten.
Nachwuchsförderung ist das was fehlt. Solang wir als Regionalligist deutsche U24-Spieler in der Regionalliga einsetzen müssen, ist doch klar wohin der Zug geht. Wer in dem Alter immer noch drittklassig kickt, wird nie die Nationalmannschaft aus der Nähe sehen.
Wir brauchen solche Regeln in der Bundesliga, dann kann da vielleicht was draus werden. Der Zustand des Nationalteams ist zum größten Teil die Schuld der DFL.
Verfasst: Freitag 25. Juni 2004, 10:01
von Basti
Wird Deutschland jetzt zum Fußball-Zwerg?
TÜBINGEN (bs/dem/hdl). Ernüchterung in Fußball-Deutschland. Nur die Media-Markt-Manager atmen auf – nach dem frühen EM-Aus muss die Elektro-Kette keine Fernseher zurück erstatten. Auch die regionale Fußball-Szene sorgt sich um die Zukunft der nationalen Lieblings-Sportart.
Ein vernichtendes Urteil fällt Kurt Kuschel, der Vorsitzende des Fußball-Bezirks: „Die Deutschen sind zu recht ausgeschieden, jetzt freue ich mich auf die Spiele der guten Mannschaften. Über unser Nationalteam rege ich mich schon gar nicht mehr auf, das hat sich schon durch die Qualifikation gemogelt.“
Deutschland habe nur ein paar gute Spieler wie Kahn, Ballack und Lahm, „aber Stürmer haben wir gar keine Kuranyi wird von vielen überschätzt, weil er kämpft. Aber nach vorne bringt er gar nichts“, poltert der 74-jährige Reutlinger. Der Rücktritt von Bundestrainer Rudi Völler kam für den Bezirksvorsitzenden gestern zwar etwas unerwartet, „aber er hat wohl den großen Druck der Medien befürchtet“, so Kuschel.
Der ganze Trainerstab des DFB sei ohnehin nicht erstklassig, „aber was sollen sie machen, wenn sie keine guten Spieler haben. Das ist traurig, aber wahr“, betont der Reutlinger, „ich mache mir für die Zukunft schon Sorgen. Ich weiß nicht, ob das in zwei Jahren besser wird.“
Ganz so schwarz sieht Knut Kircher, Bundesligaschiedsrichter aus Hailfingen, die Zukunft des deutschen Fußballs nicht. „Wir werden kein Fußball-Zwerg werden“, sagt der 35-Jährige, „aber es wird ein hartes Stück Arbeit. Die Jugendarbeit muss noch stärker in den Vordergrund rücken. Aber alle Stützpunkte nützen nichts, wenn der Nachwuchs in den Bundesliga-Klubs nicht zum Einsatz kommt.“
Kircher verfolgte das Spiel auf Einladung des Schiedsrichter-Sponsors Dekra in der Stuttgarter Wilhelma bei einer Nutzfahrzeuge-Prämierung. Zusammen mit der früheren Sport-Moderatorin Gaby Papenburg machte der Referee eine Halbzeit-Analyse. Einen „pomadigen Auftritt“ warf Kircher dem Team nach der ersten Hälfte vor.
Trainer Völler habe mit dem Rücktritt das Richtige zum richtigen Zeitpunkt getan, so der Schiedsrichter und erwartet Rücktritte von Spielern – etwa von Nowotny und Bobic. „Auf Völler muss jemand mit neuen Ideen und neuem Konzept folgen. Ottmar Hitzfeld und Michael Henke wären das ideale Team. Hitzfeld könnte mit seiner Reputation vielleicht auch die Bundesliga dazu bewegen, den deutschen Nachwuchshoffnungen mehr Spielpraxis zu geben“, hofft Kircher. Das einzig Positive für ihn war gestern sein Referee-Kollege Markus Merk, „ich gehe davon aus, dass er im Finale eingesetzt wird.“
Mit den Stuttgarter Kickers hat sich Trainer Wolfgang Schneck in der neu geschaffenen A-Junioren-Bundesliga etabliert. „Es gibt Konzepte wie diese Junioren-Bundesliga, die gut laufen, aber die werden erst in fünf, sechs Jahren richtig greifen“, sagt der Tübinger, „der Trainer, der es bis zur WM 2006 macht, ist deshalb nicht zu beneiden.“ Trotz der Tristesse im National-Team: Jugend-Fußball boomt, gerade auch bei den Kickers spielen allerdings viele Talente ausländischer Herkunft. „Wir können nur so überleben“, sagt Schneck, „es muss ein Umdenken stattfinden, dass 18-Jährige regelmäßig und nicht erst in der Not eingesetzt werden.“ Als positives Beispiel nennt Schneck seinen Jugendspieler Patrick Milchraum, der im Regionalliga-Team aufgebaut wurde und nun zu 1860 München wechselt.
Rainer Willfeld, Trainer mit internationaler Erfahrung und Fachleiter Fußball am Sportinstitut der Tübinger Uni, kritisiert, dass die deutsche Mannschaft bei der EM ohne erkennbare Linie gespielt habe. „Ob Dänen, Engländer oder Tschechen, in jeder Mannschaft ist die Handschrift des Trainers zu erkennen – nur bei den Deutschen nicht.“ Vermisst hat der 59-Jährige nicht nur spieltaktische Finessen, sondern auch die richtige Einstellung im mentalen Bereich. „Die Deutschen haben die erste Halbzeit komplett verschenkt. Völler konnte den Spielern offensichtlich nicht vermitteln, wie wichtig dieses Spiel ist. Mit aggressivem Pressing wären die Deutschen besser ins Spiel gekommen.“ Fürs DFB-Team wünscht sich Willfeld deshalb nach dem englischen Vorbild einen Mental-Trainer. Für die Völler-Nachfolge ist Christoph Daum sein Favorit.
Man müsse zwar nicht alles schlecht reden, sagt Willfeld, doch nach diesem Schuss vor den Bug stünden auch die DFB-Strukturen auf dem Prüfstand. „Statt immer den bequemsten Weg zu suchen, sollte man Querdenkern zuhören.“
Text: tagblatt online
Online-Redaktion: tagblatt online
http://www.cityinfonetz.de/index.php?na ... tion=lesen
Verfasst: Freitag 25. Juni 2004, 12:19
von Soulfly
Ein großer Teil der Bundesliga-Stars ist ja noch im
Rennen. (Für ihre jeweilige Nationalmannschaft natürlich)
Und da sehe ich das Grundproblem.
Wenn ich mal auf die WM 90 zurückblicke, da haben die
meissten deutschen Spieler bei ausländischen Top-Clubs
gespielt und der Nachwuchs konnte sich in der Bundesliga
etablieren.
Aber seit dem man in der BL auch das große Geld verdienen
kann und es kaum Beschränkungen für ausländische Spieler
gibt hat es für den eigenen Nachwuchs keinen Platz mehr.
Verfasst: Freitag 25. Juni 2004, 13:00
von McVillager
Da bleibt die Frage nach dem Huhn und dem Ei, was war als erstes?
Wurden die deutschen Fußballer zu schlecht und spielten deshalb nicht mehr in den europäischen Topligen. Oder hat die Bundesliga zuerst die Topleute zurück ins Land geholt.
Verfasst: Freitag 25. Juni 2004, 13:44
von Jean-Luc Girard
Naja, die wenigen "Top-Leute", die noch im Ausland spielten, werden immer noch zurueckgeholt. Da sehe ich das Problem eher als bei den vielen Auslaendern in der BL. Bei der EM waren ja doch etliche im Einsatz, alle koennen also so schlecht nicht sein. Aber so lange Spieler wie Tarnat, die aufgrund ihrer Erfahrung vielleicht MOMENTAN noch besser sind oder Ziege (nicht mal mehr momentan...) juengeren Spielern die Spielpraxis nehmen und jeder zweite Bundesligist einmal im Jahr den Trainer wechselt, es also ausschliesslich um kurzfristigen Erfolg geht, wird sich rein gar nichts aendern.
Verfasst: Freitag 25. Juni 2004, 19:49
von Proto
Endlich isser weg und ein fähiger Mann wie Hitzfeld wird das schon machen.
Verfasst: Samstag 26. Juni 2004, 09:01
von Tobaiäs
Steffen FFC hat geschrieben:Meiner Meinung nach lag es auch nicht an Völler, dass Deutschland ausgeschieden ist. Es fehlen einfach die guten Spieler. Du jungen Spieler waren die besten, man kann nur hoffen, dass da weitere hinzukommen und Rudis Nachfolger dann ein glückliches Händchen für Vorbereitung auf die WM 2006 hat.
naja völler muß sich den vorwurf das er eventuell zu defensiv gespielt hat, gefallen lassen...
auch die heraußnahme von schweinsteiger?und die hereinnahme von jerrymeier war nicht logisch...seis drum....er hat alles in allem gute leistung gebracht. danke tante kaethe!