Wer im Glashaus sitzt...
hier der Wursttestbericht:
Bieberer Berg, Offenbach
(von Natter)
Nach dem unvergleichlichen Geschmackserlebnis eines Clausthalers im Plastikbecher mit anschließender Oraldesinfektion geht es auf zum Wurststand. Erfreulicherweise sind 10 Minuten vor dem Anpfiff keine weiteren Kunden am einzigen Stand im Gästeblock vor mir, so dass nach einem kurzen Blick auf die Tageskarte ( Rostbratwurst, Rindswurst, Salzgurken ) und einem noch kürzerem hinter den Stand ( nur Bratwurst ), die Bestellung bei der freundlichen Bedienung aufgegeben wird. Zuerst eine angenehme Überraschung, denn das Mädel fragt sogleich, ob sie die Wurst in den Weck anstatt auf den Pappdeckel machen soll. Freudig bejaht ( die ist bestimmt zugereist ), erfolgt prompte Lieferung. 2 EUR werden gegen Wurst und eine Tüte Senf getauscht.
Von den vielen angebissenen und achtlos hinfort geschleuderten Brätlingen, welche direkt neben dem Stand auf einer Tonne liegen, lässt sich ein Saarländer nicht entmutigen, mir hann Schmacht. Bereits der erste Biss zerstört sämtliche Illusionen: Ein eiskaltes Stück Bratmasse, welches sich nicht von seiner Verpackung, sprich dem Darm zu lösen vermag, der eine lederähnliche Konsistenz aufweist. Geschmacksmerkmale sind nicht aufzuweisen, da der sofort einsetzende Brechreiz zum hastigen Schlucken verleitet. Ein böser Blick über die Schulter, na gut, kann bei dem Betrieb ja mal vorkommen, das andere Ende des länglichen Etwas weist jedoch eine Braunfärbung auf. Nach einem Test mit den Lippen ist klar, diese Seite hat was, nämlich Esstemperatur. Unerschrocken erfolgt der nächste Biss, sogar der Darm will sich vom Rest lösen. Über die kleinen Knorpelstückchen wird hinweggesehen, ( siehe oben: Schmacht! ) der „Geschmack“ lässt sich vielleicht damit vergleichen, dass man nach dem Genuss eines kühlen Urpils ein warmes, abgestandenes Clausthaler inhaliert.
In tiefster Not greift der hungrige Fan zwecks Geschmacksverbesserung zur Senftüte. Aus Schaden klug geworden wird allerdings nur ein kleines Stück eingeführt. Resultat ist, dass die Hessen weder Wurst noch Senf herstellen können. Man hat ja noch den Weck! Leider weist dieser eine derart gummiartige Konsistenz auf, dass der Rest mitsamt Brätling ebenfalls auf der Tonne landet.
Fazit: Der Verkauf dieses Kotzbalkens erfüllt den Tatbestands der vorsätzlichen Körperverletzung. Die mit weitem Abstand schlechteste „Rostbratwurst“, die jemals den Weg in meinen Gaumen gefunden hat. Kein Wunder, dass die Offenbacher so komisch sind....
Bewertung: 0/5 (eine 1 wäre eine Beleidigung für alle anderen mit 1 getesteten Würste)
http://www.ludwigspark.de/stadionwurst. ... test_ID=18