StZ: 1:1 - Rollentausch zur Pause
Verfasst: Samstag 13. September 2003, 08:18
1:1 - Rollentausch zur Pause
Die Kickers kommen gegen die Bayern-Amateure spät in Fahrt - und durch Rahmanovic zum Remis
STUTTGART. Am Ende sind alle zufrieden gewesen. Münchens Trainer Hermann Gerland - und sein Kollege von den Stuttgarter Kickers. "Unter dem Strich war das ein gerechtes Ergebnis", sagte Rainer Adrion nach dem 1:1 gegen den Regionalliga-Tabellenführer.
Von Joachim Klumpp
Was ist nun Wettbewerbsverzerrung: Wenn die Bayern-Amateure, wie vergangenes Wochenende, zum Beispiel mit Mehmet Scholl auflaufen - oder wenn sie wie gestern Abend bei den Stuttgarter Kickers plötzlich ohne ihre Stammspieler Fink, Feulner, Schweinsteiger und Trochowski spielen? Die diplomatische Antwort des Kickers-Managers Kahraman Erdin: "Wahrscheinlich hatten wir die einmalige Chance, sie zu schlagen."
Und wenn Mirnes Mesic in den Schlussminuten seine zwei Riesenchancen nicht überhastet vergeben hätte, dann hätte es sogar zum ersten Sieg seit vier Spielen gereicht. So aber blieb"s beim 1:1 (0:1), leistungsgerecht, wie es so schön heißt. Das sahen auch die beiden Trainer so. Bayern Münchens Hermann Gerland sagte: "Zur Halbzeit hätten wir die Kickers abschießen können, leider hat es nur zu einem Tor gereicht." Durch einen von Joachim Cast an Guerrero verschuldeten und von Misimovic sicher verwandelten Foulelfmeter in der 38. Minute.
Bis dahin waren die Gäste schon ein halbes Dutzend Mal gefährlich vor Torwart Tino Köstel aufgetaucht, der einen Glanztag erwischt hatte. "In dieser Phase waren sämtliche Gegenspieler zu schnell für uns", sagte Adrion, "vielleicht hatten einige auch zu viel Respekt." Obwohl die Kickers doch auf eine bessere Jugendauswahl trafen (der Älteste war Christian Hauser mit 27) - aber die hatte es in sich. Vor allem der Peruaner Paolo Guerrero hatte es (nicht nur) dem Kickers-Manager Erdin angetan: "Überragend. Den werden wir in der Bundesliga wiedersehen." Kein Wunder, dass sein Stammverein Allianza Lima nun 220 000 Euro Ausbildungsentschädigung vom deutschen Meister fordert.
Irgendwie waren sich die Bayern ihrer Sache wohl zu sicher. Und die Kickers wachten auf, nachdem Adrion zur Pause auf eine Dreierabwehrkette umgestellt hatte, um so mehr Druck zu erzeugen. Das klappte ganz gut. Vor allem dank eines flinken Patrick Milchraum auf der linken Seite, wegen dem Kölns Manager Rettig unter den 3580 Zuschauern war; dank eines wie gewohnt lauf- und kampfstarken Mesic; oder auch dank des eingewechselten Stürmers Suad Rahmanovic, der nach 73 Minuten in die lange Ecke zum Ausgleich traf. Sehr zum Ärger von Hermann Gerland: "Da haben wir zugeschaut und gedacht, es wird schon irgendwie gehen."
Doch der Faden war gerissen, vielleicht wurde nun doch die Erfahrung der abgestellten Spieler für die Profis vermisst. "Natürlich hat uns unser gesamtes Mittelfeld gefehlt", so Gerland. Erdin war"s egal: "Die zweite Halbzeit macht mir Mut."
Zumal nächsten Sonntag in Siegen Obinnas Sperre abgelaufen ist und die Knöchelverletzung von Sascha Benda, die ihn gestern zu einer Pause zwang, wieder abgeklungen sein dürfte. Adrion: "Beides sind für uns qualitative Asse." So wie für die Bayern eben ein Fink oder Scholl. Die Siegener können übrigens ein Lied davon singen, sie waren letzte Woche beim 1:4 die Leidtragenden gewesen, und ihr Trainer Feichtenbeiner sprach prompt von "Wettbewerbsverzerrung".
Stuttgarter Kickers: Köstel - Steinle (84. Polat), Cast, Malchow, Milchraum - Gumper, Barth, Minkwitz, Stierle (60. Eckhardt) - Mesic, Ivan (46. Rahmanovic).
Die Kickers kommen gegen die Bayern-Amateure spät in Fahrt - und durch Rahmanovic zum Remis
STUTTGART. Am Ende sind alle zufrieden gewesen. Münchens Trainer Hermann Gerland - und sein Kollege von den Stuttgarter Kickers. "Unter dem Strich war das ein gerechtes Ergebnis", sagte Rainer Adrion nach dem 1:1 gegen den Regionalliga-Tabellenführer.
Von Joachim Klumpp
Was ist nun Wettbewerbsverzerrung: Wenn die Bayern-Amateure, wie vergangenes Wochenende, zum Beispiel mit Mehmet Scholl auflaufen - oder wenn sie wie gestern Abend bei den Stuttgarter Kickers plötzlich ohne ihre Stammspieler Fink, Feulner, Schweinsteiger und Trochowski spielen? Die diplomatische Antwort des Kickers-Managers Kahraman Erdin: "Wahrscheinlich hatten wir die einmalige Chance, sie zu schlagen."
Und wenn Mirnes Mesic in den Schlussminuten seine zwei Riesenchancen nicht überhastet vergeben hätte, dann hätte es sogar zum ersten Sieg seit vier Spielen gereicht. So aber blieb"s beim 1:1 (0:1), leistungsgerecht, wie es so schön heißt. Das sahen auch die beiden Trainer so. Bayern Münchens Hermann Gerland sagte: "Zur Halbzeit hätten wir die Kickers abschießen können, leider hat es nur zu einem Tor gereicht." Durch einen von Joachim Cast an Guerrero verschuldeten und von Misimovic sicher verwandelten Foulelfmeter in der 38. Minute.
Bis dahin waren die Gäste schon ein halbes Dutzend Mal gefährlich vor Torwart Tino Köstel aufgetaucht, der einen Glanztag erwischt hatte. "In dieser Phase waren sämtliche Gegenspieler zu schnell für uns", sagte Adrion, "vielleicht hatten einige auch zu viel Respekt." Obwohl die Kickers doch auf eine bessere Jugendauswahl trafen (der Älteste war Christian Hauser mit 27) - aber die hatte es in sich. Vor allem der Peruaner Paolo Guerrero hatte es (nicht nur) dem Kickers-Manager Erdin angetan: "Überragend. Den werden wir in der Bundesliga wiedersehen." Kein Wunder, dass sein Stammverein Allianza Lima nun 220 000 Euro Ausbildungsentschädigung vom deutschen Meister fordert.
Irgendwie waren sich die Bayern ihrer Sache wohl zu sicher. Und die Kickers wachten auf, nachdem Adrion zur Pause auf eine Dreierabwehrkette umgestellt hatte, um so mehr Druck zu erzeugen. Das klappte ganz gut. Vor allem dank eines flinken Patrick Milchraum auf der linken Seite, wegen dem Kölns Manager Rettig unter den 3580 Zuschauern war; dank eines wie gewohnt lauf- und kampfstarken Mesic; oder auch dank des eingewechselten Stürmers Suad Rahmanovic, der nach 73 Minuten in die lange Ecke zum Ausgleich traf. Sehr zum Ärger von Hermann Gerland: "Da haben wir zugeschaut und gedacht, es wird schon irgendwie gehen."
Doch der Faden war gerissen, vielleicht wurde nun doch die Erfahrung der abgestellten Spieler für die Profis vermisst. "Natürlich hat uns unser gesamtes Mittelfeld gefehlt", so Gerland. Erdin war"s egal: "Die zweite Halbzeit macht mir Mut."
Zumal nächsten Sonntag in Siegen Obinnas Sperre abgelaufen ist und die Knöchelverletzung von Sascha Benda, die ihn gestern zu einer Pause zwang, wieder abgeklungen sein dürfte. Adrion: "Beides sind für uns qualitative Asse." So wie für die Bayern eben ein Fink oder Scholl. Die Siegener können übrigens ein Lied davon singen, sie waren letzte Woche beim 1:4 die Leidtragenden gewesen, und ihr Trainer Feichtenbeiner sprach prompt von "Wettbewerbsverzerrung".
Stuttgarter Kickers: Köstel - Steinle (84. Polat), Cast, Malchow, Milchraum - Gumper, Barth, Minkwitz, Stierle (60. Eckhardt) - Mesic, Ivan (46. Rahmanovic).