1:3 (1:1) gegen SV Darmstadt 98 - umstrittene Rote Karte für Abou Shoura entscheidende Szene
Man konnte dem Team von Trainer Robin Dutt keinen Vorwurf machen: Die Blauen kämpften mit großer Leidenschaft und viel Einsatz trotz Unterzahl bis zur letzten Sekunde erneut gegen zwölf Mann, doch reichte es nicht mehr zum Ausgleich vor 3670 Zuschauern im GAZI-Stadion auf der Waldau. Nach dem frühen Gegentreffer von Matias Cenci (7.) konnte Suad Rahmanovic in der 12. Minute mit einer schönen Einzelleistung ausgleichen, doch nach der umstrittenen Roten Karte für Mohamed Abou Shoura (50.) konnten die Gäste durch Richard Hasa (77.) und Alexandré Pölking (90.) alle drei Punkte entführen.
Zur Aufstellung:
Im Tor stand Stammkeeper Tino Köstel, die Abwehrreihe bildeten Moritz Steinle, Oliver Barth, Alexander Malchow und Jens Härter. Im Mittelfeld spielten außen rechts Mustafa Parmak und links Niko Chatzis, zentral Heiko Gumper zusammen mit Mustafa Akcay, im Sturm durfte erneut Mohamed Abou Shoura ran, der Mirnes Mesic wegen seiner Gelb-Sperre ersetzte, neben ihm stürmte Suad Rahmanovic.
Zum Spielverlauf:
Die Partie begann turbulent und mit viel Tempo auf beiden Seiten, beide Mannschaften spielten nach vorne und so ging es in der Anfangsphase hin und her. Nach einem Sololauf von Benjamin Kern auf der rechten Darmstädter Seite köpfte Matias Cenci dessen Flanke gar zum 0:1 ins kurze Eck (7.). Doch der Gegentreffer warf die Kickers nicht um und das Team von Robin Dutt attackierte weiterhin früh. Ein gelungener Spielzug über Mustafa Parmak und Mohamed Abou Shoura schloss Suad Rahmanovic zum schnellen 1:1-Ausgleich ab (12.). Rahmanovic drehte sich im Darmstadter Strafraumeck mehrmals, fand die Lücke und traf in den linken Torwinkel.
Die Kickers blieben am Drücker und zogen weiter ihr Pressing auf. So schlichen sich immer wieder Abspielfehler der Gäste ein. Zuerst kam Niko Chatzis unverhofft an den Ball, doch sein Schuss aus 16 Metern konnte Darmstadts Torhüter Bastian Becker, parieren (18.). Drei Minuten später landete der Ball nach missglückter Abseitsfalle bei Heiko Gumper, der freistehend am Gästekeeper scheiterte. Doch auch die Gäste spielten gut mit, immer wieder setzen sich die Darmstädter auf den Außenbahnen durch, doch die Flanken brachten kaum Gefahr für das Tor von Tino Köstel. Ein Schuß von Hasa blieb noch die beste Möglichkeit für das Team von Bruno Labbadia (22.). Bis zur Pause passierte dann nichts mehr nennenswertes.
Nach der Pause hatten die Kickers zunächst Glück: Der Schuss von Darmstadts Kern landete am Lattenkreuz (46.). In der 50. Minute passierte dann die wohl spielentscheidende Szene. An der Seitenlinie wurde Mohamed Abou Shoura von den Beinen geholt und soll nach Ansicht des Schiedsrichterassistenten nach einem harmlosen Gewühl am Boden ein Revanchefoul an Dennis Grassow begangen haben. Schiedsrichter Greth zeigte dem Kickers-Stürmer daraufhin die Rote Karte (50.). Doch nicht die Darmstädter hatten die nächste Chance, sondern die Kickers: Nach einen Konter stand Niko Chatzis freistehend an der Strafraumgrenze, nahm den Ball schön an, zog in den Strafraum und wird dort von hinten gefoult. Doch Schiedsrichter Greth entschied auf weiterspielen und zog damit endgültig die Ungunst der Zuschauer auf sich. Die Darmstädter machten das Spiel nun geschickt breit und ließen die Kickers laufen, doch nennenswerte Chancen konnten sie sich zunächst nicht rausspielen. Die Blauen setzen immer wieder schnelle Konter, die nächste Möglichkeit vergab der eingewechselte Marcel Schreiber nach einer Flanke von Mustafa Parmak (72.).
In der 77. Minute dann doch der Rückstand: Die Darmstädter spielten sich auf der rechten Außenbahn frei, die flache Hereingabe ging im Fünfmeterraum an Freund und Feind vorbei, bis am langen Pfosten der freistehende Richard Hasa zum 1:2 einschob.
Die Blauen gaben nicht auf und fighteten zurück. Nach einem Eckball köpfte Oliver Barth aus kurzer Distanz aufs Tor, doch Darmstadts Torhüter Becker parierte den Ball mit einen klasse Reflex (80.). Die Darmstädter blieben zwar spielbestimmend, doch hatten wieder die Kickers eine 100%ige Einschussmöglichkeit: Giuseppe Catizone setzte sich am rechten Flügel durch, seine Flanke auf Mustafa Parmak wurde am kurzen Pfosten zwar noch abgeblockt, doch der Abpraller landete direkt bei Suad Rahmanovic, doch konnte er nicht vollstrecken. seinen Schuss aus 10 Meter zentraler Position flog genau in die Arme des Gästekeepers. Mit dem Abpfiff gelang Alexandre Pöliking sogar noch das 3:1, als die Kickers-Mannschaft zu weit aufgerückt war und er Tino Köstel umspielen konnte (90.).
Nach dem Schlusspfiff gab es keinen schönen - aber aus Kickers-Sicht sicherlich verständliche - Szenen: Schiedsrichter Roland Greth (Menning) und seine Assistenten mussten sich auf dem Weg in die Kabinen wüste Beschimpfungen vieler Kickers-Fans anhören.
Die Trainerstimmen:
Gästetrainer Bruno Labbadia:
„Meine Mannschaft ging heute verdient als Sieger vom Platz. Wir haben in der ersten Halbzeit sehr guten Fußball gezeigt. Nach dem Platzverweis haben wir das Spiel sehr breit gemacht, hier muss ich meiner Mannschaften ein Lob aussprechen, weil es gegen zehn Mann ja meist schwerer ist. Kritisieren muss ich sie aber, dass sie trotz Überzahl noch zwei 100%ige Tormöglichkeiten der Kickers zugelassen hat. Wir trafen heute auf einen sehr laufstarke, wendige Kickers-Mannschaft, gegen die es nicht leicht war.“
Kickers-Trainer Robin Dutt:Ich sah das Spiel etwas anders. Wir sind heute auf einen gute Darmstädter Mannschaft getroffen, die in der Abwehr doch sehr anfällig war und viele Fehler machte, die durch unser Pressing entstanden. Zur Roten Karte sage ich nichts, ich haben die Faust in der Tasche geballt, wenn die Regeln so ausgelegt werden. Kompliment an mein Team, das bis zum Schlußpfiff dagegen gehalten hat. Vom Ergebnis her war es ein Rückschlag, was die Leistung betrifft, sind wir auf dem Vormarsch.“
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SV Stuttgarter Kickers:
Tino Köstel – Moritz Steinle (78. Giuseppe Catizone), Oliver Barth, Alexander Malchow, Jens Härter – Heiko Gumper, Mustafa Parmak, Mustafa Akcay, Niko Chatzis (64. Marcel Schreiber) – Mohamed Abou Shoura, Suad Rahmanovic – Trainer: Robin Dutt
SV Darmstadt 98:
Becker – Wolf, Grassow, Vural, Kern – Hasa, Theres, Jovanovic (76. Pölking), Leitl, – Saridogan, Cenci (83. Atmani) – Trainer Labbadia
Zuschauer: 3670
Schiedsrichter:
Roland Greth (Menning)
Gelbe Karten:
Akcay, Parmak – Theres, Wolf
Rote Karten:
Rote Karte: Mohamed Abou Shoura (53., Tätlichkeit).
Tore:
0:1 Cenci (7.)
1:1 Rahmanovic (12.)
1:2 Hasa (77.)
1:3 Pölking (89.)
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