"In der Ausbildung ist Kontinuität wichtig"
Rainer Adrion fühlt sich nach seiner Rückkehr beim VfB wohl und hat das Kapitel "Kickers" abgehakt
Stuttgart - Rainer Adrion ist eng mit dem VfB Stuttgart verbunden. Er war Spieler, Co-Trainer, Cheftrainer und Amateurtrainer. Von März bis November vergangenen Jahres betreute er den Stadtrivalen Stuttgarter Kickers - mit wenig Erfolg. Seit Saisonbeginn ist er wieder für die VfB-Amateure verantwortlich, mit denen er heute (14.30 Uhr) seinen Ex-Club erwartet. "Dass nach meinem Weggang bei den Kickers noch nachgeschlagen wurde, habe ich zwar registriert, aber das ist abgehakt", sagt der 50-Jährige im Gespräch mit Sigor Paesler.
Vor einem Jahr waren Sie noch Trainer der Kickers, Ihr Abgang ging nicht ganz harmonisch über die Bühne. Welche Gefühle haben Sie vor dem Derby?
Adrion:
Bis jetzt ist alles normal. Ein Derby ist für alle Beteiligten etwas Besonderes, aber ich denke, das wird erst am Spieltag selbst so richtig zu spüren sein. Aber die Emotionen muss man auch heraushalten können. Wichtig ist, dass wir unsere Leistung bringen. Dass nach meinem Weggang bei den Kickers noch nachgeschlagen wurde, habe ich zwar registriert, aber das ist abgehakt.
Nach dem Abgang bei den "Blauen" sind Sie nach einer Pause wieder bei den "Roten" gelandet. War das wie eine Heimkehr?
Adrion:
Es war sehr schön, dass man mich vor der Saison gefragt hat, ob ich diese Aufgabe übernehmen will. Denn als ehemaliger Spieler und Trainer habe ich schon einen starken Bezug zu dem Verein. Wir haben hier im Ausbildungsbereich noch sehr viel vor.
Vor knapp einem Jahr aber haben Sie laut darüber nachgedacht, vielleicht nie mehr eine Trainerstelle zu übernehmen.
Adrion:
Das Umfeld wird schwieriger und die Medien werden immer aggressiver, das ist mir damals aufgefallen und ich habe es zum Ausdruck gebracht. Hier bei der Ausbildungsmannschaft des VfB ist die Situation anders, ich fühle mich sehr wohl.
Stellen Sie sich auf eine langfristige Beschäftigung beim VfB ein?
Adrion:
Im Ausbildungsbereich, in der Verzahnung zwischen der Jugend und den Amateuren, die die letzte Stufe der Ausbildung darstellen, ist meiner Meinung nach Kontinuität sehr wichtig. Von meiner Seite aus könnte ich mir eine mittelfristige Zusammenarbeit gut vorstellen.
Leicht ist der Job momentan aber nicht. Die Mannschaft steht einen Rang vor der Abstiegszone. Wo liegen die Probleme?
Adrion:
Wie in jedem Jahr wurden Spieler abgegeben und die Mannschaft wurde verjüngt. Die Regionalliga wird dagegen immer stärker, aufgefüllt mit Kräften, die im Profibereich übrig bleiben. Man muss da schon ein Konzept erarbeiten, wie man mithalten kann. Wir machen uns diesbezüglich gerade einige Gedanken über die Zukunft.
Heißt das, dass wie etwa bei den Bayern-Amateuren mehr gestandene Spieler eingebaut werden sollen?
Adrion:
Wenn es im eigenen Verein Möglichkeiten gibt, kann man darüber nachdenken. Aber ich bin eher dafür, dass man einige Spieler ein oder zwei Jahre länger bei den Amateuren lässt. Ich halte nichts davon, Spieler mittleren Alters von anderen Vereinen zu verpflichten.
Wie schätzen Sie die Entwicklung bei den Kickers unter Ihrem Nachfolger und früherem Assistenten Robin Dutt ein?
Adrion:
Natürlich verfolge ich die Entwicklung dort. Aber dazu möchte ich mich nicht äußern.
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Dutt interessieren nur die Punkte
Stuttgart (sip) - Das Robert-Schlienz-Stadion wird heute (14.30 Uhr) aus allen Nähten platzen. 4000 Zuschauer werden zum Stuttgarter Stadt-Derby zwischen dem VfB und den Kickers erwartet. Die Rivalität der Fans ist groß, bei den Funktionären steigen die Emotionen nicht ganz so hoch. Auch bei den Trainern Rainer Adrion (VfB) und Robin Dutt (Kickers) nicht, obwohl Dutt vor einem Jahr noch Adrions Assistent bei den Kickers war und man weiß, dass sie nicht immer einer Meinung waren. "Das interessiert mich alles nicht. Wichtig ist, dass wir die Punkte holen", sagt Dutt. Er ist froh, dass Stürmer Mirnes Mesic seine Gelb-Sperre abgesessen hat und wieder zur Verfügung steht. Mohamed Abou Shoura hat für seine Tätlichkeit im Spiel gegen Darmstadt 98 zwei Spiele Sperre bekommen. Die Verpflichtung von Mittelfeldspieler Bashiru Gambo ist derweil geplatzt. Der Ghanaer erhielt keine Freigabe, da er von der DFL bereits eine für einen ebenfalls geplatzten Wechsel zu WAC Casablanca erhalten hatte.
VfB Stuttgart Amateure: Benaglio - Schuon, Schaschko, Butscher, Kocholl - Weis, Ricciardi, Gentner, Berger - Guscinas, Gomez.
Stuttgarter Kickers: Köstel - Steinle, Barth, Malchow, Härter - Gumper - Parmak, Akcay, Chatzis - Mesic, Rahmanovic.
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