Kickers fordern mehr TV-Präsenz
Verfasst: Freitag 22. Oktober 2004, 07:45
Vor dem Derby gegen den VfB suchen die Blauen ein Gespräch mit SWR und DFB
Stuttgart - Die Stuttgarter Kickers wehren sich gemeinsam mit den Regionalligisten aus dem Verbreitungsgebiet des Südwestrundfunks gegen die geringe Fernsehpräsenz. Das Thema wird auch am Wochenende beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Sprache kommen.
VON JÜRGEN FREY
Am kommenden Wochenende hilft der Zufall. Da das Stuttgarter Derby zwischen den VfB-Amateuren und den Kickers (Samstag, 14.30 Uhr, Schlienzstadion) um einen Tag vorverlegt wurde, flimmern im Rahmen der SWR-Sendung "Sport am Samstag'' zwischen 17 und 18 Uhr Ausschnitte des Spiels über den Bildschirm. "Ansonsten fühlen wir uns sträflich vernachlässigt'', sagt Kickers-Marketingleiter Martin Kurzka. Deshalb organisierten die Blauen am Mittwoch im ADM-Sportpark ein Treffen mit den acht Regionalligisten aus dem Sendegebiet des SWR. Bis auf die Vertreter von TuS Koblenz und Mainz 05 kamen alle. Ebenfalls mit von der Partie: Gerhard Meier-Röhn, der DFB-Mediendirektor, sowie die SWR-Redakteure Thomas Wehrle und Harald Dietz.
In Hessen und Bayern nimmt die Berichterstattung über die dritte Liga einen weitaus größeren Raum ein. "Das ist Wettbewerbsverzerrung'', schimpft Kurzka, "denn die TV-Präsenz ist für die Sponsorensuche ein entscheidendes Kriterium.'' Für den SWR kein Grund, die im Sommer aus dem Programm genommene Regionalliga-Sondersendung wieder aufleben zu lassen. "Uns fehlen die finanziellen Möglichkeiten'', sagt Dietz. Die weiteren Argumente der Fernsehmacher: Mit dem Drittligafußball lässt sich keine Quote machen. Außerdem hätte es so gut wie keine Proteste von Zuschauern wegen der zurückgefahrenen Regionalliga-Berichterstattung gegeben. Die Vereinsvertreter wollen nun den DFB in die Pflicht nehmen. Kurzka: "Die Regionalliga soll die dritte Profiliga sein. Dann muss auch für die nötigen Rahmenbedingungen gesorgt werden. Dazu gehört nun mal die TV-Präsenz.''
Das Fernsehthema steht auch beim DFB-Bundestag auf der Tagesordnung. Was dem Regionalliga-Ausschuss ebenfalls nicht passt, sind die zahlreichen Amateurteams von Proficlubs in der Liga. Deshalb wird in Osnabrück der Antrag gestellt, dass ab der Saison 2006/07 in der Regionalliga Süd und Nord insgesamt nicht mehr als zwölf zweite Mannschaften der Proficlubs teilnehmen dürfen. Außerdem beantragt der Regionalliga-Ausschuss, dass generell nur noch drei Spieler über 24 Jahre in den Amateurteams der Proficlubs mitwirken dürfen. Der Vorschlag von Kickers-Trainer Robin Dutt: "Optimal wäre es, die Amateurteams in einer eigenen Liga zusammenzufassen, in der es aber Anreize geben muss. Zum Beispiel die DFB-Pokalteilnahme oder die Qualifikation für einen Wettbewerb mit ausländischen Nachwuchsteams.''
Leonberger Kreiszeitung
Stuttgart - Die Stuttgarter Kickers wehren sich gemeinsam mit den Regionalligisten aus dem Verbreitungsgebiet des Südwestrundfunks gegen die geringe Fernsehpräsenz. Das Thema wird auch am Wochenende beim Bundestag des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) zur Sprache kommen.
VON JÜRGEN FREY
Am kommenden Wochenende hilft der Zufall. Da das Stuttgarter Derby zwischen den VfB-Amateuren und den Kickers (Samstag, 14.30 Uhr, Schlienzstadion) um einen Tag vorverlegt wurde, flimmern im Rahmen der SWR-Sendung "Sport am Samstag'' zwischen 17 und 18 Uhr Ausschnitte des Spiels über den Bildschirm. "Ansonsten fühlen wir uns sträflich vernachlässigt'', sagt Kickers-Marketingleiter Martin Kurzka. Deshalb organisierten die Blauen am Mittwoch im ADM-Sportpark ein Treffen mit den acht Regionalligisten aus dem Sendegebiet des SWR. Bis auf die Vertreter von TuS Koblenz und Mainz 05 kamen alle. Ebenfalls mit von der Partie: Gerhard Meier-Röhn, der DFB-Mediendirektor, sowie die SWR-Redakteure Thomas Wehrle und Harald Dietz.
In Hessen und Bayern nimmt die Berichterstattung über die dritte Liga einen weitaus größeren Raum ein. "Das ist Wettbewerbsverzerrung'', schimpft Kurzka, "denn die TV-Präsenz ist für die Sponsorensuche ein entscheidendes Kriterium.'' Für den SWR kein Grund, die im Sommer aus dem Programm genommene Regionalliga-Sondersendung wieder aufleben zu lassen. "Uns fehlen die finanziellen Möglichkeiten'', sagt Dietz. Die weiteren Argumente der Fernsehmacher: Mit dem Drittligafußball lässt sich keine Quote machen. Außerdem hätte es so gut wie keine Proteste von Zuschauern wegen der zurückgefahrenen Regionalliga-Berichterstattung gegeben. Die Vereinsvertreter wollen nun den DFB in die Pflicht nehmen. Kurzka: "Die Regionalliga soll die dritte Profiliga sein. Dann muss auch für die nötigen Rahmenbedingungen gesorgt werden. Dazu gehört nun mal die TV-Präsenz.''
Das Fernsehthema steht auch beim DFB-Bundestag auf der Tagesordnung. Was dem Regionalliga-Ausschuss ebenfalls nicht passt, sind die zahlreichen Amateurteams von Proficlubs in der Liga. Deshalb wird in Osnabrück der Antrag gestellt, dass ab der Saison 2006/07 in der Regionalliga Süd und Nord insgesamt nicht mehr als zwölf zweite Mannschaften der Proficlubs teilnehmen dürfen. Außerdem beantragt der Regionalliga-Ausschuss, dass generell nur noch drei Spieler über 24 Jahre in den Amateurteams der Proficlubs mitwirken dürfen. Der Vorschlag von Kickers-Trainer Robin Dutt: "Optimal wäre es, die Amateurteams in einer eigenen Liga zusammenzufassen, in der es aber Anreize geben muss. Zum Beispiel die DFB-Pokalteilnahme oder die Qualifikation für einen Wettbewerb mit ausländischen Nachwuchsteams.''
Leonberger Kreiszeitung