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Verletzungssorgen vor dem schweren Heimspiel gegen die Stuttgarter Kickers – Sportfreunde am Samstag ohne „Fünf“
Nachdem die Sportfreunde in der Vorwoche auch bei ihrem vierten Auswärtsspiel in Folge ohne Punktgewinn geblieben sind, steht die Mannschaft von Trainer Michael Feichtenbeiner nicht nur auf einem Abstiegsrang, sondern stehen am Samstag mal wieder deutlich unter Zugzwang. Vor heimischen Publikum trifft man ab 14.30 Uhr auf die Stuttgarter Kickers, die aktuell Platz neun in der Tabelle der Regionalliga Süd belegen.
Wenn es in der Fremde schon nicht klappt, dann halt im eigene Stadion, so lautet bisher die Formel bei den Sportfreunden, die in den ersten drei Heimspielen unbesiegt blieben und dabei, bis auf eine knappe Stunde im Spiel gegen den VfR Aalen, eigentlich immer überzeugen konnte. Doch das, so sieht es zumindest Siegens Chefcoach, lag auch an den 120 Pokalminuten, die seinem Team vor 2½ Wochen in den Beinen steckten. Auch in dieser Woche trat man wieder im Pokal an, dass allerdings „nur“ gegen den Landesligisten Soester SV, den man vor allem in der 2. Halbzeit im Schongang mit 7:0 besiegte.
Und trotz erheblicher Verletzungssorgen will man den Fans auch gegen die Stuttgarter Kickers wieder Offensiv-Fußball bieten. „Frühes Stören, Pressing“, so zwei Schlagworte, die Michael Feichtenbeiner benutzte, aber auch das Wort „Geduld“ spielte am Donnertag bei der Pressekonferenz eine große Rolle. „Die Heimspiele haben derzeit eine erhöhte Bedeutung nach den Auswärtsniederlagen, da ist Geduld auf dem Platz, aber auch auf den Rängen gefragt“, so Feichtenbeiner, dem es vor allem einmal recht wäre, wenn sein Team auch in der Meisterschaft endlich einmal ein „Zu-Null-Spiel“ hinlegen würde. Denn mit 18 Gegentreffern in sieben Begegnungen kann man einfach nicht zufrieden sein, auch wenn man zusammen mit Wehen den vierthungrigsten Sturm stellt.
Wobei aber am Samstag der bisher beste Torschütze, Lars Toborg, nur zuschauen darf. Der sah in Feucht nach einem Foulspiel Rot und muss zwei Spiele pausieren. Nicht der einzige Ausfall bei den Sportfreunden, die zudem Eric Lukin (Nierenprobleme), Jens Truckenbrod (Muskelfaserriss) und Timo Schlabach (Innenbandverletzung) ersetzen müssen. Zudem ist auch fraglich, ob Til Bettenstaedt (Muskelverhärtung) und Patrick Helmes (Knieprobleme) mit dabei sein können. So rücken wieder einige Akteure aus dem Oberliga-Kader nach, die am Wochenende zum Glück nicht mehr spielen müssen, sondern schon am Donnertag einen Punkt aus Wattenscheid mit zurück brachten.
Alles andere als gute Voraussetzungen also für Michael Feichtenbeiner, der in dieser Woche nach der mehr als mäßigen Leistung in Feucht den trainingsfreien Tag strich und in den Übungseinheiten vor allem das Zweikampfverhalten seiner Akteure schulte. Denn vor allem hier sieht er große Defizite bei seinem Team, die entweder häufig zu brav agieren oder, wie Björn Weikl, zu arg in die Zweikämpfe gehen und fleißig gelbe Karten sammeln. „Hier müssen die Spieler einfach den gesunden Mittelweg finden.“
Zudem erwartet der Siegener Chefcoach aber auch eine Reaktion von der Mannschaft und quasi auch eine Entschuldigung an die nach Feucht und zum Teil auch nach Soest mitgereisten Fans, auf deren Unterstützung man doch so angewiesen sei. Besonders froh wäre Feichtenbeiner, wenn er den Fehler finden würde, warum sein Team nach einer Führung nahezu regelmäßig den spielerischen Faden verliert, einfach zu passiv agiert und einfach die Einstellung und Laufbereitschaft vermissen lässt. Doch noch ist er auf der Suche und hofft nun, dass man vor allem in der Rückrunde dann einen deutlichen Entwicklungsschritt machen wird.
Respekt zeigt der Sportfreunde-Trainer vor allem vor dem Sturm der Stuttgarter Kickers. Rainer Adrion kann im Leimbachstadion wieder auf Eric Obinna nach seiner Rotsperre zurückgreifen, einem der stärksten und vor allem schnellsten Regionalliga-Stürmer. Dazu kommt Mirnes Mesic, der in der vergangenen Oberliga-Saison zu den torgefährlichsten Stürmern zählte. Dazu kommt ein routiniertes Mittelfeld um Sascha Benda, Schwächen will Feichtenbeiner vor allem in der zentralen Defensive ausgemacht haben, wo man versuchen will, Druck aufzubauen. „Wir müssen geduldig sein und dürfen uns nicht auskontern lassen“, warnt Feichtenbeiner vor einer der Stärken der Schwaben, die bislang aber auswärts sieglos geblieben sind
Mit einem Sieg am Samstag würde man die Nerven vieler beruhigen, zudem würde der Besuch des Oktoberfestes im Jagdhof Glashütte doch um einiges leichter fallen. Denn das wird man nach dem Spiel am Samstag Abend auf Einladung des Jagdhofes und eines Sponsors besuchen.
Erstmals zum Einsatz kommen wird die neue Lautsprecheranlage, die nun endlich wieder eine lückenlose Beschallung des Leimbachstadions erlauben wird. Die Woche wurde sie fertig installiert. Vor allem die Fans auf der Gegengeraden hatten in den letzten Monaten darunter zu leiden, dass die alte Lautsprecheranlage weitgehend ihren Geist aufgegeben hatte. Und auch die Anzeigentafel verrichtet wieder ihren Dienst, so langsam verschwindet eine Baustelle nach der anderen im Leimbachstadion.
Die Magolves-Linie der Sportfreunde Siegen und der VWS fährt am Samstag ab 13.00 Uhr und pendelt zwischen dem Siegener Bahnhof und dem Leimbachstadion. Dieser Busverkehr ist kostenlos, zudem können mit einer gültige Eintrittskarte auch die anderen Linien der VWS kostenlos genutzt werden.