Nürnberg will Frankenstadion umbenennen
Verfasst: Donnerstag 18. November 2004, 16:33
Das Frankenstadion wird umbenannt
Nürnberg sucht einen potenten Geld- und Namensgeber
Von Olaf Przybilla und Peter Schmitt
Nürnberg -- In diesen Tagen landen immer diese aufgeregten Mails beim Nürnberger Bürgermeister Horst Förther. Der Sozialdemokrat ist für das Stadion in Nürnberg verantwortlich und in Sonderheit für dessen neuen Namen. Frankenstadion heißt es bislang, aber seit die Stadt Nürnberg als künftiger Spielort bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gut 56,2 Millionen Euro in den Stadionumbau gesteckt hat, will sie wenigstens ein bisschen Geld davon zurück haben -- und ist deshalb auf die Idee gekommen, das Stadion auf den Namen eines hochherzigen Spenders zu taufen. Und damit sind wir wieder beim Bürgermeister von Nürnberg, in dessen Briefkasten seither die Protestnoten der Club-Anhänger landen, die sich sehr über die neuesten Namenspläne aufregen.
Provokation Nummer eins ist derzeit unangefochten die Idee, das Frankenstadion auf den städtischen Energieversorger N-Ergie zu taufen. Denn dann, so der fatalistische Glaube eines empörten Clubberers, drohe der Frankenmetropole so etwas wie die "Verostung Nürnbergs". Was sich ziemlich verquast liest, soll wohl bedeuten, dass man das sinnige Wort von der N-Ergie zwar mit Gewinn lesen kann -- gesprochen aber klänge das Stadion künftig ganz schlicht "Energiestadion". Was wiederum sehr stark an Cottbus und seine gleichnamigen Zweitliga-Mannschaft erinnert und keine Verbindung zum ruhmreichen 1. FC Nürnberg herstellt.
Sorgen dieser Art kann das Büro des Bürgermeisters nur insofern aus der Welt schaffen, als der Name der städtischen Tochter N-Ergie nur dann in Frage käme, wenn die noch zu gründende Betreibergesellschaft sich auf einen konkurrierenden Energieanbieter, etwa Eon, kaprizieren würde. Für diesen Fall, erklärt Referent Ronald Höfler, liege eine Absichtserklärung von N-Ergie vor, als Namens- und Geldgeber einzuspringen -- was hieße, dass das Unternehmen bis zu 600 000 Euro jährlich auf das städtische überweisen würde.
Im Rennen um die Namensrechte sind freilich auch noch vier andere Bewerber.
Nach dem derzeitigen Stand der Dinge könnte das Frankenstadion künftig auch Holzmann-Stadion, Walter-Bau-Stadion, Hoch-Tief-Stadion oder Max-Bögl-Stadion heißen, allesamt im Stadionbau erfahrene Baufirmen. Gerade die HochTief-Version erfreut sich in den Mails nicht eben großer Beliebtheit -- lässt sie doch allzu sehr an den Club als eine versierte Fahrstuhlmannschaft denken. Allzu lange darf sich die Suche trotz aller Einwände nicht mehr hinziehen, denn bis zum Confederations-Cup, der im Juni 2005 untern anderem in Nürnberg ausgetragen wird, soll der neue Name bereits "etabliert und geläufig" sein. Zwar darf bei der Mini-WM nach Fifa-Vorgaben sowieso nur vom "Stadion Nürnberg" gesprochen werden. Doch, so die Spekulation der Bewerber, dürften sich gerade Fernsehjournalisten nicht immer an diese Vorgaben halten. Anfang Dezember soll deshalb allerspätestens ein Namensgeber bekannt sein -- Fanproteste hin oder her.
Die formieren sich in diesen Tagen in Versammlungen und Fan-Foren. Die Stadionfrage, erzählt Peter Maul vom Fanbetreuer-Team des 1. FCN, werde bei Zusammenkünften dieser Art "rauf und runter" diskutiert. Gerade die treuesten Stadiongänger wollten am Besten gar keine Umbenennung: "Die Fans haben ja auch in anderen Städten protestiert: Wer will denn schon in eine AOL-Arena statt ins Hamburger Volksparkstadion?". Zwar ist auch der Name Frankenstadion nicht uralt, er wurde erst nach einem Umbau der Arena vor 15 Jahren eingeführt. Doch die Fans haben sich inzwischen daran gewöhnt. "Letztlich aber" befürchtet Maul, "wird sich die Stadt einem Geldgeber nicht verschließen können -- da helfen auch alle Unterschriftenlisten der Clubberer nichts."
Ginge es nach denen, dürfte die aufgehübschte Arena ohnehin nur Max-Morlock-Stadion heißen, nach dem Nürnberger Bern-Helden von 1954. Doch dann gäbe es kein Geld -- und so werden die Fans sich ab März 2005, wenn das Stadion offiziell eingeweiht wird, lediglich mit einer neuen Max-Morlock-Stube begnügen müssen -- mit Biertischen und einem integrierten Fahnenlagerplatz."
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Also Hoch-Tief Stadion fände ich angesichts der ständigen Ab- und Aufstiege der Clubberer recht passend :D
Nürnberg sucht einen potenten Geld- und Namensgeber
Von Olaf Przybilla und Peter Schmitt
Nürnberg -- In diesen Tagen landen immer diese aufgeregten Mails beim Nürnberger Bürgermeister Horst Förther. Der Sozialdemokrat ist für das Stadion in Nürnberg verantwortlich und in Sonderheit für dessen neuen Namen. Frankenstadion heißt es bislang, aber seit die Stadt Nürnberg als künftiger Spielort bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gut 56,2 Millionen Euro in den Stadionumbau gesteckt hat, will sie wenigstens ein bisschen Geld davon zurück haben -- und ist deshalb auf die Idee gekommen, das Stadion auf den Namen eines hochherzigen Spenders zu taufen. Und damit sind wir wieder beim Bürgermeister von Nürnberg, in dessen Briefkasten seither die Protestnoten der Club-Anhänger landen, die sich sehr über die neuesten Namenspläne aufregen.
Provokation Nummer eins ist derzeit unangefochten die Idee, das Frankenstadion auf den städtischen Energieversorger N-Ergie zu taufen. Denn dann, so der fatalistische Glaube eines empörten Clubberers, drohe der Frankenmetropole so etwas wie die "Verostung Nürnbergs". Was sich ziemlich verquast liest, soll wohl bedeuten, dass man das sinnige Wort von der N-Ergie zwar mit Gewinn lesen kann -- gesprochen aber klänge das Stadion künftig ganz schlicht "Energiestadion". Was wiederum sehr stark an Cottbus und seine gleichnamigen Zweitliga-Mannschaft erinnert und keine Verbindung zum ruhmreichen 1. FC Nürnberg herstellt.
Sorgen dieser Art kann das Büro des Bürgermeisters nur insofern aus der Welt schaffen, als der Name der städtischen Tochter N-Ergie nur dann in Frage käme, wenn die noch zu gründende Betreibergesellschaft sich auf einen konkurrierenden Energieanbieter, etwa Eon, kaprizieren würde. Für diesen Fall, erklärt Referent Ronald Höfler, liege eine Absichtserklärung von N-Ergie vor, als Namens- und Geldgeber einzuspringen -- was hieße, dass das Unternehmen bis zu 600 000 Euro jährlich auf das städtische überweisen würde.
Im Rennen um die Namensrechte sind freilich auch noch vier andere Bewerber.
Nach dem derzeitigen Stand der Dinge könnte das Frankenstadion künftig auch Holzmann-Stadion, Walter-Bau-Stadion, Hoch-Tief-Stadion oder Max-Bögl-Stadion heißen, allesamt im Stadionbau erfahrene Baufirmen. Gerade die HochTief-Version erfreut sich in den Mails nicht eben großer Beliebtheit -- lässt sie doch allzu sehr an den Club als eine versierte Fahrstuhlmannschaft denken. Allzu lange darf sich die Suche trotz aller Einwände nicht mehr hinziehen, denn bis zum Confederations-Cup, der im Juni 2005 untern anderem in Nürnberg ausgetragen wird, soll der neue Name bereits "etabliert und geläufig" sein. Zwar darf bei der Mini-WM nach Fifa-Vorgaben sowieso nur vom "Stadion Nürnberg" gesprochen werden. Doch, so die Spekulation der Bewerber, dürften sich gerade Fernsehjournalisten nicht immer an diese Vorgaben halten. Anfang Dezember soll deshalb allerspätestens ein Namensgeber bekannt sein -- Fanproteste hin oder her.
Die formieren sich in diesen Tagen in Versammlungen und Fan-Foren. Die Stadionfrage, erzählt Peter Maul vom Fanbetreuer-Team des 1. FCN, werde bei Zusammenkünften dieser Art "rauf und runter" diskutiert. Gerade die treuesten Stadiongänger wollten am Besten gar keine Umbenennung: "Die Fans haben ja auch in anderen Städten protestiert: Wer will denn schon in eine AOL-Arena statt ins Hamburger Volksparkstadion?". Zwar ist auch der Name Frankenstadion nicht uralt, er wurde erst nach einem Umbau der Arena vor 15 Jahren eingeführt. Doch die Fans haben sich inzwischen daran gewöhnt. "Letztlich aber" befürchtet Maul, "wird sich die Stadt einem Geldgeber nicht verschließen können -- da helfen auch alle Unterschriftenlisten der Clubberer nichts."
Ginge es nach denen, dürfte die aufgehübschte Arena ohnehin nur Max-Morlock-Stadion heißen, nach dem Nürnberger Bern-Helden von 1954. Doch dann gäbe es kein Geld -- und so werden die Fans sich ab März 2005, wenn das Stadion offiziell eingeweiht wird, lediglich mit einer neuen Max-Morlock-Stube begnügen müssen -- mit Biertischen und einem integrierten Fahnenlagerplatz."
Quelle: Süddeutsche Zeitung
Also Hoch-Tief Stadion fände ich angesichts der ständigen Ab- und Aufstiege der Clubberer recht passend :D