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Joachim Cast - vom alten Sack zum Hoffnungsträger

Verfasst: Freitag 26. November 2004, 09:10
von McVillager
Vom alten Sack zur Nachwuchshoffnung
Der ehemalige Verteidiger hat den Arbeitsplatz, aber nicht das Arbeitsprinzip gewechselt
SPORT-PORTRÄT JOACHIM CAST, MANAGER DER STUTTGARTER KICKERS
Von Sigor Paesler

Stuttgart - Manchmal erlebt Joachim Cast richtig schöne Momente. Als sich der 36-Jährige kürzlich als frischgebackener Manager des Fußball-Regionalligisten Stuttgarter Kickers beim "Kickers-Treff", einer Zusammenkunft reiferer Anhänger der "Blauen", vorstellte, unterbrach einer der Herren plötzlich seine kritisch fragenden Nebensitzer. "Jetzt lasst den Jungen doch erst mal machen", sagte er gutmütig. "Das hat mich richtig gefreut", erzählt Cast und strahlt, "als ich vor ein paar Monaten noch gespielt habe, haben sie gesagt: 'Der alte Sack soll endlich aufhören'."

Von vergangenem Dezember an ging Abwehrspieler Cast in Teilzeit ins Praktikum auf der Geschäftsstelle der Stuttgarter, seit Saisonbeginn ist er offiziell Manager und damit ein wichtiger Teil des Konsolidierungsteams der Kickers. Wenn heute Abend (19 Uhr) auf der Mitgliederversammlung die neuen Zahlen präsentiert werden, dann sind das auch schon Casts Zahlen. Ein Jahr nach dem Beinahe-Kollaps sagt er über den Patienten Kickers: "Er hat noch Probleme mit den Altlasten, aber er ist auf dem Weg der Besserung. Die Zahlen werden das zeigen." Cast ist zuversichtlich, dass der Verein seit Jahren mal wieder eine Saison ohne neue Schulden abschließen wird.

Der Gang von der Kabine an den Schreibtisch ist dem ehemaligen Regionalliga- und Zweitligafußballer nicht schwer gefallen: "Es war sicherlich ein Vorteil, dass ich das halbe Jahr als Eingewöhnungsphase hatte. Aber die Zeit als Spieler war einfach vorbei." Zumal sich an seinem Arbeitsprinzip nichts geändert hat: "Auch auf dem Platz war ich ein Teamarbeiter, der sich in den Dienst der Mannschaft gestellt hat." Wie früher auf dem Rasen spielt sich Cast auch auf der Geschäftsstelle nicht in den Vordergrund. "Wichtig ist, das wir glaubwürdig sind", sagt er. Denn er weiß genau, dass Begriffe wie "Konsolidierung", "Sparen" und "auf die Jugend setzen" auch zum Sprachgebrauch seiner Vorgänger gehörten. Das Team Kullen/Cast hat bislang aber schon einige Taten folgen lassen. Das sieht der Besucher an der Ausstattung der Geschäftsstelle ebenso, wie die Spieler beim Blick auf ihre Kontoauszüge. Auch Cast ist kein Großverdiener in der Branche. Für ihn ist der Job aber eine Chance für den beruflichen Einstieg.

Auf die Frage nach die Qualifikation für den Managerposten hat sich Cast mittlerweile vorbereitet: "Da ist zum einem meine Erfahrung im Fußball. Zudem habe ich ein abgeschlossenes Hochschulstudium, in dem ich gelernt habe, strukturiert zu denken und zu arbeiten."



Von der Geographie zum Fußball
Das Studium hat Cast im Fach Geographie abgeschlossen. Die fehlende Erfahrung in Finanzangelegenheiten holt er gerade mit einem Fernstudium "Betriebswirtschaftslehre für Nicht-Kaufleute" nach und gibt auch in diesem Punkt den Teamspieler: "Da ergänzen wir uns hier optimal."

Bisher hat Cast, der mit seiner Lebensgefährtin in Eningen bei Reutlingen wohnt, den Wechsel auf den Managerposten "keine Sekunde" bereut. Zumal er eine Trainerlaufbahn schon vor langer Zeit ausgeschlossen hat. Vor drei Jahren haben ihn die Kickers vom SSV Reutlingen geholt, um mit ihm als Verteidiger in die zweite Liga aufzusteigen. Ob er das irgendwann als Manager schafft, hängt nicht nur vom erfolgreichen Sparen ab. "Natürlich ist es das mittelfristige Ziel", sagt er, "aber wenn wir die Einnahmen nicht deutlich steigern, ist das nicht realistisch." Hier liegt in Zukunft der Schwerpunkt der Arbeit. Und wer weiß, vielleicht sagen die Herren beim "Kickers-Treff" ja irgendwann anerkennend: "Das hat der Junge gut gemacht."

Eßlinger Zeitung

Verfasst: Freitag 26. November 2004, 10:04
von Die Macht im Schwabenland
hat der cast nicht noch extra was über kullen, dutt und co. gesagt, habs gestern in der zeitung nur schnell überflogen...