Seite 1 von 2
Ermittlungen gegen Lazio-Kapitän
Verfasst: Samstag 8. Januar 2005, 17:13
von Raul
FASCHISTISCHER GRUSS
Ermittlungen gegen Lazio-Kapitän
Der 3:1-Sieg im Derby gegen den AS Rom hat für Lazio-Mannschaftsführer Paolo di Canio ein Nachspiel. Er hatte sich mit ausgestrecktem rechten Arm vor den als rechtsextrem bekannten Fans seines Club aufgestellt. Auf dem Arm hat di Canio "Dux" tätowiert. Mussolinis Enkelin war begeistert, der italienische Verband nicht.
Rom - "Wie schön dieser römische Gruß! Ich war zutiefst gerührt", kommentierte die Enkelin des faschistischen Diktators Benito Mussolini, Alessandra Mussolini, Parlamentarierin der rechten Partei Alternativa Sociale. Der italienische Fußballverband FIGC hingegen leitete eine Untersuchung gegen di Canio, 36, ein, der sich nach seinem Treffer zum 1:0 im Stadtduell am Donnerstag vor den Lazio-Ultras aufgebaut hatte. Dem Lazio-Kapitän droht eine lange Sperre.
"Mit seinem Verhalten hat di Canio dem Image seines Clubs zutiefst geschadet, der eigentlich den Sieg auf dem Spielfeld vollkommen verdient hat", sagte der Sportdirektor von AS Rom, Franco Baldini. Di Canio, der 2001 den Fairplay-Preis des Fußball-Weltverbandes Fifa erhalten hatte, wies die Vorwürfe entschieden zurück: "Ich bin ein Profi und halte die Politik vom Stadion fern. Ich habe mein Tor gefeiert und meinen Arm ausgestreckt. Das ist keine politische Geste."
Lazio-Anhänger hatten in den vergangenen Jahren mehrfach mit Hakenkreuzen und Abbildungen von Mussolini Sympathie für die rechtsextreme Szene gezeigt. Verschärft wird das Problem in der italienischen Hauptstadt durch die Tatsache, dass viele Anhänger von Stadtrivale AS Rom zur nicht minder gewalttätigen linksextremen Szene gehören.

Quelle: Spiegel
Verfasst: Samstag 8. Januar 2005, 17:25
von Basti
Verfasst: Samstag 8. Januar 2005, 17:30
von Buddy
Verfasst: Samstag 8. Januar 2005, 18:01
von gablenberger
forza lazio

vinci per noi
Verfasst: Samstag 8. Januar 2005, 18:26
von Felix B.
Hmm, als alter Lazio Symphatsiant seh ich das natürlich nicht gerne. Aber gerade bei Di Canio glaube ich noch am wenigsten dass er das wirklich so gemeint hat wie es jetzt rübergebracht wird.
Ach, was warn das noch für schöne Zeiten als Leute wie Veron, Stam oder Viere bei Lazio waren... Da war wenigstens ein blauer Klub erfolgreich.
Re: Ermittlungen gegen Lazio-Kapitän
Verfasst: Samstag 8. Januar 2005, 18:35
von Soulfly
Raul hat geschrieben:
Lazio-Anhänger hatten in den vergangenen Jahren mehrfach mit Hakenkreuzen und Abbildungen von Mussolini Sympathie für die rechtsextreme Szene gezeigt. Verschärft wird das Problem in der italienischen Hauptstadt durch die Tatsache, dass viele Anhänger von Stadtrivale AS Rom zur nicht minder gewalttätigen linksextremen Szene gehören.

Quelle: Spiegel
Ich hab auch schon Bilder von Roma-Fans mit Hakenkreuz und Hitlergruß
gesehen.
Verfasst: Samstag 8. Januar 2005, 19:31
von südzecke
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 00:18
von Tüten-Tim
Was sind Rasisten??

Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 11:07
von Heiko
Wie bekloppt muß man eigentlich sein, sich so vor die Kamera zu stellen?
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 12:05
von Martin
also ich will ja nicht rummeckern. aber die leute die geschrieben haben, dass er des net absichtlich gemacht hat, sollten in diesem thread besser keinen kommentar abgeben, da sie offensichtlich keine ahnung davon haben. jeder weiss ja schliesslich welche politische richtung ein grossteil der Lazio-Anhänger unterstützt und die tätowierung mit der "Führer"-aufschrift sagt ja auch alles. also macht euch bitte net lächerlich ...
Re: Ermittlungen gegen Lazio-Kapitän
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 12:21
von luxembourg
Raul hat geschrieben:Di Canio, der 2001 den Fairplay-Preis des Fußball-Weltverbandes Fifa erhalten hatte, wies die Vorwürfe entschieden zurück: "Ich bin ein Profi und halte die Politik vom Stadion fern. Ich habe mein Tor gefeiert und meinen Arm ausgestreckt. Das ist keine politische Geste."
Ganz bestimmt...
Also allein das Bild ist doch eindeutig, was gibt es da schön zu reden?
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 12:47
von Felix B.
Martin hat geschrieben:jeder weiss ja schliesslich welche politische richtung ein grossteil der Lazio-Anhänger unterstützt
Das ist eine Verallgemeinerung. Natürlich gibts bei Lazio Rechte, aber die gibts überall. Und dass der Grossteil rechts sein soll, das soll wohl ein Witz sein. Wenn 40 000 bei nem Lazio Spiel sin sollen über 20 000 rechts sein? So ein Quatsch.
Aber solch eine Sache hätte wohl kaum einer gerade von Di Canio, einem der bisher ja als so fairer Sportsmann aufgefallen ist, gedacht. Aber natürlich spricht alles gegen ihn (besonders das mit dem Tatoo, das habe ich jetzt erst gelesen). Bin gespannt wie Lazio reagiert.
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 13:28
von Martin
Felix B. hat geschrieben:Martin hat geschrieben:jeder weiss ja schliesslich welche politische richtung ein grossteil der Lazio-Anhänger unterstützt
Das ist eine Verallgemeinerung. Natürlich gibts bei Lazio Rechte, aber die gibts überall. Und dass der Grossteil rechts sein soll, das soll wohl ein Witz sein. Wenn 40 000 bei nem Lazio Spiel sin sollen über 20 000 rechts sein? So ein Quatsch.
bist du so dumm oder stellst du dich so dumm ? es war damit gemeint, dass gerade bei einem verein, wo die fans grossteils rechts orientiert sind, des kein spieler ohne hintergedanken machen würde
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 13:30
von Jürgen K.
Man kann nur den Kopfschütteln !!!
Ich denke der italienische Fußballverband tut gut daran hart durchzugreifen, was Äußerungen auslösen, konnte man ja unlängst beim spanischen Fußball erleben.
Fifa untersucht rassistische Auswüchse
Englands Ashley Cole wurde im Länderspiel in Madrid ausgebuht
München/London - Für Arsenals Ashley Cole war das Länderspiel gegen England ein Ungewöhnliches. Nein, er feierte kein Jubiläum, sondern er musste am eigenen Leib erfahren, wie ein ganzes Stadion ihn aufgrund seiner Hautfarbe auspfiff.
Nach diesen rassistischen Vorfällen beim Länderspiel zwischen Spanien und England (1:0) am vergangenen Mittwoch in Madrid hat sich jetzt auch Fifa-Präsident Joseph Blatter zu Wort gemeldet.
"Hätte Verständnis, wenn Spieler den Platz verlassen"
Der Chef des Fußball-Weltverbandes hätte sogar Verständnis dafür gehabt, wenn die englischen Spieler nach den Hassgesängen gegen die dunkelhäutigen Akteure Ashley Cole und Shaun Wright-Phillips den Platz vorzeitig verlassen hätten.
"In Anbetracht dieser Umstände hätte ich sogar das vorzeitige Verlassen des Platzes unterstützt", sagte Blatter dem BBC-Radio.
Fifa will Spieler unterstützen
Auf Nachfrage, ob die Fifa die Spieler künftig in solchen Fällen unterstützen werde, sagte der Walliser: "Wir untersuchen die Angelegenheit, werden Empfehlungen und Anweisungen geben. Wenn eine solche Gefahr dem Fußball auch in Zukunft droht, wäre das ein mögliches Mittel, um auf solche Aktionen zu reagieren."
In England war nach dem Eklat im Estadio Santiago Bernabeu in der Öffentlichkeit darüber diskutiert worden, ob nicht die englische Mannschaft das Spiel durch das vorzeitige Verlassen des Platzes hätte boykottieren sollen.
Keine Angst vor provoziertem Spielabbruch
Den Einwand, die Fans könnten künftig im Falle einer sich abzeichnenden Niederlage rassistische Attacken dazu benutzen, um einen Spielabbruch zu provozieren, konterte Blatter:
"Wenn entsprechende Maßnahmen in der Zukunft ergriffen werden, gibt es keinen Grund mehr für die Spieler, das Feld vorzeitig zu verlassen. Ich glaube, wir werden das Problem unter Kontrolle bekommen. Und glauben fest daran, dass Rassismus verschwinden wird. Es ist möglich."
Englands Sportminister erbost
Die Vorfälle in Spanien hatten auch den englischen Sportminister Richard Caborn auf den Plan gerufen, der seinen Unmut über die Ereignisse in einem Brief an seinen spanischen Amtskollegen zum Ausdruck brachte.
"In einer modernen Gesellschaft gibt es keinen Platz für Rassismus im Fußball", erklärte Caborn.
Auslöser Luis Aragones?
Möglicher Auslöser der Vorkommnisse von Madrid könnte Spaniens Nationaltrainer Luis Aragones gewesen sein.
Der 66-Jährige hatte vor einigen Wochen im Trainingslager der spanischen Mannschaft den dunkelhäutigen französischen Stürmerstar Thierry Henry vom FC Arsenal mit einer rassistischen Bemerkung beleidigt.
Um Henrys spanischen Teamkollegen Jose Antonio Reyes zu motivieren, hatte Aragones seinem Schützling gesagt: "Sag dem scheiß Neger, dass du besser bist als er. Sag es ihm von mir. Du bist der Beste." Anschließend hatte sich Aragones bei Henry offiziell entschuldigt.
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 13:36
von Martin
gut aber ist ja nix besonderes. bei dynamo dresden fallen ja auch gewisse sprechchöre. deshalb finde ich sollte man, wenn es einen stört einfach ignorieren und fertig. chaoten gibt es schliesslich überall
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 13:52
von Felix B.
Martin hat geschrieben:bist du so dumm oder stellst du dich so dumm ? es war damit gemeint, dass gerade bei einem verein, wo die fans grossteils rechts orientiert sind, des kein spieler ohne hintergedanken machen würde
Ach so, er wollte sich nur bei den paar rechten Hampeln einschleimen oder wie? Naja, das wär wohl noch eine der softesten Ausreden...
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 14:28
von svk4ever
Es gibt eigentlich nur zwei Interpretationsmöglichkeiten. Entweder ist der Spieler ein Faschist oder komplett bescheuert.
Und Felix - akzeptiere einfach mal, dass es Clubs gibt, die eher eine rechte Klientel ansprechen, wie andere Clubs.
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 14:34
von Raul
Ich denke das Foto ist relativ eindeutig.
"Ich habe mein Tor gefeiert und meinen Arm ausgestreckt. Das ist keine politische Geste."
Wer soll ihm denn den Spruch glauben vor allem wenn man dann noch das Foto anschaut.
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 15:25
von gablenberger
jedes zweite asterix-heft ist voll mit dieser geste, mit diesem gruss.
in rom hat das eine andere "tradition" als z b. in deutschland.
lasst doch den römer machen was er will...
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 16:18
von Jürgen K.
gablenberger hat geschrieben:jedes zweite asterix-heft ist voll mit dieser geste, mit diesem gruss.
in rom hat das eine andere "tradition" als z b. in deutschland.
lasst doch den römer machen was er will...
und warum regt sich dann der italienische Verband so auf, wenn es nichts besonderes ist....
Ich bin froh, dass er sich aufregt !!!
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 19:16
von DirtyToby
gablenberger hat geschrieben:jedes zweite asterix-heft ist voll mit dieser geste, mit diesem gruss.
in rom hat das eine andere "tradition" als z b. in deutschland.
lasst doch den römer machen was er will...
Also das ist ja wohl totaler Müll!!! Sein Gesicht sieht ja wohl auch nicht danach aus, als wolle er gerade einfach mal nur feiern. Die Sache ist ja wohl mehr als Eindeutig. Der wirds in Zukunft aber sicherlich schwer haben.
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 21:54
von Tüten-Tim
Mir geht hier mal kurz die Düse... Vielleicht ist das im ach so liberalen Deutschland so, dass alles schön unpolitisch bleibt, aber in anderen Ländern ist das ganz anders. Bei Ferencváros Budapest ist der Gruß einfach normal BEI JEDEM SPIEL und da zieht die ganze Mannschaft mit. Wen das ankotzt, soll nicht für Fradi spielen und nach Pécs wechseln. Die Fradi-Fans sind traditionell anti-kommunistisch, anti-russisch und anti-jüdisch eingestellt. Das ist einfach so und kein Wunder, nachdem Jahrzehnte lang dieses Regime über sich hatte. Natürlich gibt es auch dort Anti-Rassismus-Kampagnen, nur da lacht man kurz mal drüber, schließlich weiß man in Ungarn und auch Italien, was man in Deutschland nicht zu merken scheint: Die Fans sind der Verein! Hajrá Fradi!
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 21:59
von Tüten-Tim
DirtyToby hat geschrieben:gablenberger hat geschrieben:jedes zweite asterix-heft ist voll mit dieser geste, mit diesem gruss.
in rom hat das eine andere "tradition" als z b. in deutschland.
lasst doch den römer machen was er will...
Also das ist ja wohl totaler Müll!!! Sein Gesicht sieht ja wohl auch nicht danach aus, als wolle er gerade einfach mal nur feiern. Die Sache ist ja wohl mehr als Eindeutig. Der wirds in Zukunft aber sicherlich schwer haben.
Wieso wird er es schwer haben? Ich wäre stolz auf so einen Spieler, der sich so mit seinen Fans (und damit meine ich nicht die, die ab und an ein Heimspiel fahren) identifiziert. Als ich heute in den Sindelfinger Glaspalast kam, war das erste, was ich sah, dass ein Kickers-Spieler im Kicker einen Bericht über den V f B liest - da hab ich innerlich sämtliche SVK-Fan-Utensilien angezündet und hätte am liebsten aufgehört, bei diesem Verein mitzufahren.
Verfasst: Sonntag 9. Januar 2005, 23:25
von Raul
Tüten-Tim hat geschrieben:Wieso wird er es schwer haben?
Vielleicht deswegen?
Dem Lazio-Kapitän droht eine lange Sperre.
Und Lazios Sportdirektor fand diesen traditionellen Gruss wohl auch nicht so ganz okay. Naja, aber mit 36 kann man ja eh auch ans Aufhören denken.
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 00:33
von DirtyToby
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 00:57
von hobbesblau
Wieso wird er es schwer haben? Ich wäre stolz auf so einen Spieler, der sich so mit seinen Fans (und damit meine ich nicht die, die ab und an ein Heimspiel fahren) identifiziert.
Aber sonst ist noch alles in Ordnung bei Dir?

Ich hoffe sehr, dass ich mich verlesen habe
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 09:07
von Erzähler
In der lateinischen Übersetzung des Neuen Testaments (Lukas 1) steht das von Engel Gabriel enrichtete "Ave Maria!" für "Heil dir!". In den Asterix-Bänden ist dies ein gängiger römischer Gruß mit leicht erhobenem Arm, der für "Sei gegrüßt!" oder - beim Gehen - für "Lebe wohl!" steht.
----
Die Frage ist nur, war der römische Gruß mit dem linken oder dem rechten Arm (wenn man von beidseitig bearmten Menschen ausgeht) ?
Der Gruß von diesem Fussball-Römer war eindeutig mit dem rechten Arm. Und dank seiner wohl eindeutigen Tätowierung und dem allgemeinen Gedankengut, dass in der Lazio-Fanszene bekanntermaßen vorherrscht, ist das schon eine recht eindeutige Geste.... Frägt sich halt: Haben die "alten" Römer mit links oder rechts gegrüßt?
Ich weiß es nicht .
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 09:29
von McVillager
gefunden mit google.de - scheiß Deutsch, aber immerhin:
Römischer Gruß
Der römische Gruß ist ein geschlossener Finger, die Flachpalme-unten Hand, die schräg angehoben wird (normalerweise 45 Grad) und wurde durch die römische Republik verwendet.
Es war auch der historische Zivilgruß der Vereinigten Staaten, von 1787?-1934?, gewußt seit 1892 als der Bellamy Gruß.Von es war auch der historische Gruß unter Armeen den Mittler-Osten und Südamerika.
Als das Nazi Beteiligte von Deutschland den römischen Gruß von den italienischen Faschisten annahm, leitete Präsident Roosevelt überreichen das Herz als der von ein übertragen zu werden Gruß, von den Zivilisten während der Bürgschaft Untertanentreue und der nationale Anthem in den Vereinigten Staaten. Dieses wurde getan, als Kongreß offiziell den Markierungsfahne Code an Juni 22, 1942 annahm.
Die Verbindung mit den Nazin ist so stark gewesen, daß sie selten durch NichtNon-Nazis Organisationen seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verwendet wird. Eine Ausnahme dieses ist die Republik von China (auf Taiwan), wo der Gruß noch verwendet wird, wenn ein Bürohalter einen Eid schwört.
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 13:12
von Raul
Lazio Rom: Kapitän zeigt Faschistengruß
von Maik Rosner
Schon beim letzten Derby zwischen Lazio und dem AS Rom war es zum Eklat gekommen. Damals musste die Partie abgebrochen werden, nachdem unter den Fans das Gerücht aufgekommen war, die Polizei habe vor dem Stadion ein Kind überfahren. Seit dem jüngsten Stadtduell ist die Serie A um einen Skandal reicher. Lazios Kapitän Paolo di Canio zeigte nach seinem Treffer zum 1:0 den gegnerischen Fans den Faschistengruß. Mit ausgestrecktem rechten Arm hatte er sich vor ihnen aufgebaut. Später erklärte der 36-Jährige, die Geste sei allein Ausdruck seiner Freude gewesen, sie habe nichts mit Politik zu tun. Di Canio hat auf seinem rechten Oberarm das Wort Dux (lat. Führer, siehe Foto) tätowiert. Die rechtsradikale Gesinnung bei Teilen der Lazio-Fans ist seit längerem bekannt.
Die Reaktionen auf die eindeutige Pose des Lazio-Kapitäns waren in Italiens Medien von Zurückhaltung geprägt. Viele Sportsendungen im Fernsehen verzichteten auf Bilder der Geste, einzig die überregionale Tageszeitung „La Repubblica” stellte das Foto in ihre Ausgabe. Als die rechte Europa-Abgeordnete Alessandra Mussolini, Enkelin des einstigen Diktators Italiens, di Canio jedoch für seinen „schönen Gruß” lobte, bemühte man sich bei Lazio um Schadensbegrenzung. Der Kapitän und sein Sportdirektor Gabriele Martino gaben Erklärungen ab, in denen sie einem politischen Hintergrund widersprachen. „Der Klub distanziert sich von allen, die über Gewaltverherrlichung reden. Lazio bestätigt sein Nein gegenüber jeder politischen Instrumentalisierung”, sagte Martino. Franco Baldini, Sportdirektor von AS Rom, kritisierte di Canios Aktion indes scharf: „Mit seinem Verhalten hat di Canio dem Image seines Klubs zutiefst geschadet.”
Der italienische Fußballverband hat nun Ermittlungen in dem Fall aufgenommen. Mit einer Entscheidung wird in etwa einem Monat gerechnet.
Quelle:
http://www.11freunde.de/fussball/news/1105349449
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 16:37
von McVillager
FASCHISTEN-GRUSS
Kommunisten fordern Anklage gegen Di Canio
Nachdem Lazio-Kapitän Paolo Di Canio im römischen Derby sein Tor mit einem "saluto romano" vor der Kurve der Lazio-Fans feierte, regt die kommunistische Partei nun ein Strafverfahren gegen di Canio wegen Faschismus-Propaganda an. Die Lazio-Führung sieht in dem Torjubel jedoch keine politische Geste.
Rom - "Zu viele Faschisten besuchen die italienischen Stadien, jetzt wissen wir, dass sie auch auf dem Spielfeld sind", schimpfte der Chef des Sportausschusses des römischen Gemeinderats und KP-Mitglied Enzo Foschi über den Di-Canio-Eklat. Der 36-Jährige hatte sich nach seinem Treffer zum 1:0 im Stadtduell gegen AS Rom (3:1) am vergangenen Donnerstag vor Lazios Fankurve mit ausgestrecktem rechten Arm aufgebaut und damit Assoziationen zum Faschismus geweckt. Auf besagtem Arm hat Di Canio das Wort Dux (lateinisch: Führer) tätowiert. Die Kommunistische Partei (KP) Italiens fordert deshalb ein Strafverfahren gegen den Lazio-Kapitän. Propaganda für den Faschismus wird in Italien zivilrechtlich verfolgt.
Unterdessen war man bei Lazio darum bemüht, den Vorfall klein zu reden. Clubchef Claudio Lotito verteidigte seinen Profi. "Er ist kein Faschist, wie jemand behauptet. Er ist nur ein feuriger Spieler, der für sein Tor gejubelt hat", sagte der Vorsitzende. Lotito warnte vor einer politischen Instrumentalisierung Di Canios, der zwar politisch Sympathie für die Rechte habe, dem Faschismus jedoch keineswegs nachtrauere. Dieselbe Ansicht vertrat Lazio-Trainer Giuseppe Papadopulo. "Di Canio hat instinktiv sein Tor gefeiert. Seine Geste hat nichts mit Politik zu tun", so der Coach.
Gefeiert in der rechten Szene
Dennoch ist es kein Geheimnis, dass Di Canio mit seiner Zuneigung zur rechten politischen Szene kokettiert. Nach dem Zwischenfall im römischen Derby grassieren bereits Gerüchte, der Fußballer soll als Kandidat bei den Regionalwahlen im Frühjahr für die rechte Regierungspartei Alleanza Nazionale antreten. Die Vermutungen dementierte der Präsident der Region Lazio und Spitzenpolitiker der Alleanza Nazionale, Francesco Storace, allerdings umgehend.
Klicken Sie auf ein Bild,
um die Fotostrecke zu starten (11 Bilder).
--------------------------------------------------------------------------------
Der Stürmer ist für die rechtsgerichteten Parteien hingegen zu einem Helden aufgerückt. Roms Bürgermeister Walter Veltroni forderte die Öffentlichkeit auf, die Polemik um Di Canio zu ignorieren. Die Enkelin des faschistischen Diktators Benito Mussolini, Alessandra Mussolini, kündigte sogar an, sie wolle Di Canio einen Posten in ihrer Partei, der rechten Alternativa sociale (Soziale Alternative), anbieten.
Als politisches Instrument will sich Di Canio, der 2001 von der Fifa mit dem Fairnesspreis ausgezeichnet wurde, jedoch nicht missbrauchen lassen. Am Wochenende ließ er über die Nachrichtenagentur Ansa verbreiten: "Ich erkläre, dass ich ein Profi bin. Meine Freude hat nichts mit Politik zu tun."
Lazio-Ultras drohen
Diese Aussage will der italienische Verband dem Stürmer jedoch nicht so ohne weiteres abnehmen und hat bereits ein Verfahren eingeleitet. Die Entscheidung soll Mitte Februar fallen. Doch den Fußball-Funktionären droht dann bereits die nächste peinliche Situation. Die Lazio-Ultras haben nämlich für den Fall, dass ihr Held bestraft werde, gedroht, mit einem 30.000 starken Trupp Richtung Verbandszentrale zu marschieren. Der "saluto romano", wie der "Hitlergruß" im italienischen heißt, dürfte dann von der Mehrzahl der Demonstranten gezeigt werden.
www.spiegel.de
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 17:50
von Tüten-Tim
hobbesblau hat geschrieben:Wieso wird er es schwer haben? Ich wäre stolz auf so einen Spieler, der sich so mit seinen Fans (und damit meine ich nicht die, die ab und an ein Heimspiel fahren) identifiziert.
Aber sonst ist noch alles in Ordnung bei Dir?

Ich hoffe sehr, dass ich mich verlesen habe
Ich weiß ja nicht, was du lesen wolltest oder was du gelesen hast. Ich habe keinen Kommentar zum Faschismus abgegeben, sondern es nur als positiv betrachtet, wenn sich ein Spieler mit seinen Fans identifiziert. Für mich ist ein Verein keine Durchgangsstation. Und traditionell haben die meisten Vereine (=die Fans) einen gewissen Ruf - und wenn ich mich mit dem nicht identifizieren will, spiele ich einfach für einen anderen Verein.
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 18:18
von Jürgen K.
Tüten-Tim hat geschrieben:Mir geht hier mal kurz die Düse... Vielleicht ist das im ach so liberalen Deutschland so, dass alles schön unpolitisch bleibt, aber in anderen Ländern ist das ganz anders. Bei Ferencváros Budapest ist der Gruß einfach normal BEI JEDEM SPIEL und da zieht die ganze Mannschaft mit. Wen das ankotzt, soll nicht für Fradi spielen und nach Pécs wechseln. Die Fradi-Fans sind traditionell anti-kommunistisch, anti-russisch und anti-jüdisch eingestellt. Das ist einfach so und kein Wunder, nachdem Jahrzehnte lang dieses Regime über sich hatte. Natürlich gibt es auch dort Anti-Rassismus-Kampagnen, nur da lacht man kurz mal drüber, schließlich weiß man in Ungarn und auch Italien, was man in Deutschland nicht zu merken scheint: Die Fans sind der Verein! Hajrá Fradi!
und ich dachte immer Politik hat im Stadion nichts verloren........
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 18:28
von gablenberger
kann mich tims infos (italien u. ungarn...) nur anschliessen. in den stadien in italien spielt in den fankurven politik eine grosse rolle, als beispiel kann ich gerne lazio, hellas verona oder florenz anführen und das ist dort auch der öffentlichkeit bekannt.
interessieren würde mich aber trotz allem der 30000-mann-prostestmob der irriducibili

Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 18:32
von Tüten-Tim
und ich dachte immer Politik hat im Stadion nichts verloren........
Wer sagt das? In Deutschland behaupten das wohl einige...
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 18:36
von Tüten-Tim
Ich hab schon von einem Kumpel gehört, dass ein ungarischer Grenzzöllner mehr als böse geschaut hat, als er im lockeren Gespräch gefragt wurde, ob er MTK-Fan ist. MTK Budapest gilt traditionell als der Juden-Verein in Ungarn und hat deshalb auch keine Zuschauer - obwohl man schon einige Meistertitel einfahren konnte.
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 18:55
von südzecke
Raul hat geschrieben:
Lazios Kapitän Paolo di Canio zeigte nach seinem Treffer zum 1:0 den gegnerischen Fans den Faschistengruß
McVillager hat geschrieben:
Der 36-Jährige hatte sich nach seinem Treffer zum 1:0 im Stadtduell gegen AS Rom (3:1) am vergangenen Donnerstag vor Lazios Fankurve mit ausgestrecktem rechten Arm aufgebaut und damit Assoziationen zum Faschismus geweckt.
vor welchen Fans jetzt, denn ich denke, das ist relevant für die Beurteilung.
Jetzt, wo ich immer mehr Infos über diesen Vorfall lese, bin ich von der "Unabsichtigkeit" di Canios auch nicht mehr so sehr überzeugt.
Was mich allerdings stutzig macht ist, dass Di Canio ja selbst bei Vereinen wie West Ham, Charlton, Sheffield Wednesday oder Celtic gespielt hat, was ein "rechter Italiener" doch niemals machen dürfte.
Wieso wird er es schwer haben? Ich wäre stolz auf so einen Spieler, der sich so mit seinen Fans (und damit meine ich nicht die, die ab und an ein Heimspiel fahren) identifiziert.
dem kann ich voll und ganz zustimmen!
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 19:53
von westler
und wieder stellt sich die Frage warum viele Leute denken Fußballer und Fußballfans wären primitive Idioten.....
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 20:44
von Tüten-Tim
prmitiv = urzuständlich, dürftig, unentwickelt, kulturarm. Erklär mir mal bitte, wieso Fußballfans das sein sollen und warum du das gerade in dieses Topic schreibst!
Verfasst: Montag 10. Januar 2005, 22:19
von luxembourg
südzecke hat geschrieben:vor welchen Fans jetzt, denn ich denke, das ist relevant für die Beurteilung.
Die meisten Quellen sprechen für die Lazio-Fans...trotzdem merkwürdig! :?