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Keine Kohle im Revier - aber Größenwahn
Verfasst: Donnerstag 24. Februar 2005, 12:01
von Überlinger
Keine Kohle im Revier - aber Größenwahn
250 Millionen Euro reichten vor zehn Jahren, um Matthäus und Sammer, Möller und Kirsten, Okocha und Yeboah und mit diesen Topstars die ganze Bundesliga mit ihren 18 Klubs zu bezahlen. Auf 250 Millionen Euro haben sich heute allein die Schulden der Revier-Nachbarn Borussia Dortmund und Schalke 04 summiert, und die 34 Mitgesellschafter in der Liga blicken in Zornesröte auf die beiden Traditionsklubs.
Durch deren Ausgabenmentalität wird sowohl der Wettbewerb verzerrt als auch das Image der gesamten Liga beschädigt. Im Revier wurden die Preise hoch getrieben, und wer vernünftig wirtschaftete, hatte in der Regel das Nachsehen. Weniger Stars, weniger Punkte, so die einfache Gleichung. Das zur Wettbewerbsverzerrung.
Auf einem Rekordstand von etwa 800 Millionen Euro sind jetzt die Gesamtschulden der Liga angelangt. Ohne Dortmund, ohne Schalke, wäre das Gesamterscheinungsbild glänzend im Vergleich zu allen großen Ligen der Welt. Das zum Thema Image. Keine Kohle mehr im Pott, hoffen die beiden Revier-Klubs auf das Verständnis der Mitbewerber, kritisieren sogar die Kritiker in deren Reihen. Auch eine Form von Größenwahn.
Rainer Franzke, kicker.de
Verfasst: Donnerstag 24. Februar 2005, 12:14
von Erzähler
Oh weh.
Bei Dortmund brennt der Baum ja schon gewaltig. Ich bin gespannt, was dann noch auf die Schalker zukommen wird; ob das wirklich so "gesichert" ist, wie Herr Assauer stets bemüht ist zu versichern?
Jedenfalls muß man doch mal anmerken, dass ausgerechnet die beiden "Arbeiterclubs" genau das machen, was der "Arbeiter" an sich nie wollte und sich nie vorstellen konnte. Man beachte Stadion und alles drumherum. Komische Zeiten....Sicher ist aber, dass wirklich die Vereine die -sportlich ersteinmal- Deppen sind, weil sie vernünftig wirtschaften. Das ist tatsächlich unfair. Aber auch der BVB wird das irgendwie hinkriegen, dass der Spielbetrieb auch für die nächste Saison gewährleistet sein wird. Und das reicht ja zur Lizenzierung derzeit. Völlig egal, ob dahinter noch Berge von Schulden stehen. Ob diese Art der Lizenzierung wohl jetzt endlich mal angepasst wird? Warten wir es ab.
Verfasst: Donnerstag 24. Februar 2005, 13:10
von GelsenKickers
Alles nur reine Panikmache seitens der Medien,wenn man Schalkes Situation mit Dortmund vergleicht.
Hier mal eine Stellungnahme seitens des FC Schalke 04 zur eigenen Finanzsituation. Sollte man genauestens lesen,bevor man ein falsches Urteil fällt.
In der Diskussion um die finanzielle Situation des FC Schalke 04 vertiefte Vorstandsmitglied Josef Schnusenberg noch einmal den Standpunkt der Knappen und nannte dabei auch detaillierte Zahlen.
„Ich wundere mich, dass die ganze Sache solche Wellen schlägt“, meinte Schalkes „Finanzminister“ einen Tag vor dem UEFA-Cup-Rückspiel gegen Schachtjor Donezk. „Wer bei der Jahreshauptversammlung im Juni 2004 gut hingehört hat, weiß, dass ich dies damals bereits prognostiziert habe“, so Schnusenberg mit Blick auf das abgelaufene Geschäftsjahr: „Wir verzeichnen für 2004 einen operativen Verlust von 16,8 Millionen Euro. Davon sind 12,3 Millionen Euro Abschreibungen. Somit beträgt der negative cashflow 4,5 Millionen Euro.“
Die Verbindlichkeiten des FC Schalke 04 betrugen am 21. Dezember 2004 111 Millionen Euro. 85 Millionen Euro davon entfallen auf die Anleihe, sechs Millionen Euro auf die Errichtung der Plätze auf dem Vereinsgelände, der Rest seien Rechnungs-Abgrenzungsposten, die 2005 beglichen werden. Schnusenberg: „Diese Situation stellt kein Problem für uns dar – es sei denn, wir würden auf lange Sicht keinen Erfolg haben, d.h. nicht regelmäßig international spielen.“ Die dazu notwendige Quote präzisierte Vorstandsmitglied und Geschäftsführer Peter Peters: „In den nächsten zehn Jahren müssten wir 20 Europapokalspiele bestreiten.“ Bleibt man deutlich unter dieser Vorgabe, müssten Einsparungen im Profibereich erfolgen. Ergänzend führte Peters aus: „Man sollte dies nicht von einem gewonnenen Ziel, einer weiteren Runde im Europapokal abhängig machen. Wir reden über längere Zeiträume. Die Finanzierung der Arena ist etwa auf 20 Jahre angelegt.“
Allerdings zeichnet sich für 2005 bereits jetzt eine bessere Prognose ab. Schnusenberg: „Dank der hervorragenden Arbeit meiner Vorstandskollegen Rudi Assauer und Andreas Müller, die für den sportlichen Bereich zuständig sind, dürfen wir in diesem Jahr träumen. Im Etat der laufenden Saison ist nur der UI-Cup, nicht aber der UEFA-Cup eingeplant und somit eine zusätzliche Einnahme. „Das ist das Sahnehäubchen für uns“, sagt Schnusenberg. Außerdem gebe es auch Erträge aus anderen Quellen. Das Catering in der Arena wirft bei einem Umsatz von 14 Millionen Euro insgesamt vier Millionen Euro pro Jahr für den FC Schalke 04 ab.
Und in diesem Zusammenhang findet Josef Schnusenberg angesichts der vermeintlich so bedrohlichen Lage, „dass sich von denjenigen, die Kreditgeber für die Anleihe und die Arena sind, noch keiner gemeldet hat. Wir müssen diesen immer ein kurzfristiges ‚Reporting’ unserer Finanzsituation geben – jedes Mal bekommen wir ein o.k.“ Ähnlich äußerte sich Stephen Schechter, der den Knappen die Anleihe ermöglichte. Der sagte in einem Interview mit dem „Handelsblatt“: „Schalke ist einer der am besten geführten Clubs in Europa. Er verfügt über modernste Anlagen. Das Management-Team weiß genau, wie es das Vermögen maximiert. Das einzig Negativ an Schalke ist, dass sie am Mittwoch gegen Schachtjor Donezk trotz einer 1:0-Führung nicht gewonnen haben.“
Mit Unverständnis nahmen die Vorstandsmitglieder des FC Schalke 04 vor allem die Aussagen von Professor Karlheinz Küting vom Institut für Wirtschaftsprüfung zur Kenntnis, der behauptete: „Die Finanzlage des FC Schalke 04 halte ich für noch katastrophaler als die bei Borussia Dortmund.“ Josef Schnusenberg staunt über diese Ferndiagnose: „Diese Analyse kann nur sehr oberflächlich sein, denn er hat die Bilanzen nicht gesehen.“ Manager Rudi Assauer sieht es ähnlich: „Ich halte das für ziemlich gewagt. Wir sind gerne bereit, ihm unsere Zahlen offen zu legen, wenn er nach Gelsenkirchen kommt.“ Dabei wollen die Knappen Küting keineswegs eine Wertung vorschreiben. Diese möge aber in voller Kenntnis der Fakten geschehen. Schnusenberg: „Wenn er dann zu einer anderen Bewertung als wir kommt, ist das in Ordnung.“
Verfasst: Donnerstag 24. Februar 2005, 13:33
von Martin
haja schalke hat auch bestimmt fett schulden, aber ich denke des kann man nicht vergleichen. bei schalke hat man ja auch einige spieler geholt, die zwar fett kohle verdienen, aber ablösefrei (z.b. ailton) waren. die haben nie wie dortmund 25 Mio Euro für einen Spieler gezahlt