STZ: Kickers in der Krise: wie lange noch?
Verfasst: Montag 29. September 2003, 06:51
Der Fußball-Regionalligist kämpft gegen die Defizite im sportlichen und wirtschaftlichen Bereich
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga am Samstag auf die Wende gehofft - vergebens. "Vor allem von einigen Stammspielern bin ich enttäuscht", sagt der Trainer Rainer Adrion, der trotz des 0:1 in Feucht nicht zur Disposition steht.
Von Joachim Klumpp
Gestern Vormittag herrschte Tristesse bei den Kickers, und das nicht nur auf dem Trainingsgelände. Auch der Kabinentrakt wirkte recht düster. Eine Glühbirne war ausgefallen, was dem Zeugwart Krescho Ban sofort ins Auge stach. Und siehe da, mit einem Handgriff war der Wackelkontakt behoben. Ob sich die Misere der Mannschaft auch so leicht aus der Welt schaffen lässt?
Zweifel sind erlaubt. Nach der 0:4-Niederlage in Siegen haben alle Beteiligten eigentlich am Samstag auf die Reaktion der Mannschaft gewartet, vergebens. "Am Ende war Feucht sogar dem zweiten Treffer näher als wir dem Ausgleich", stellte der Manager Kahraman Erdin objektiv fest. Sein Tenor: man kann verlieren, aber nicht so, und schon gar nicht in Feucht. "Wir haben schließlich nicht beim Tabellenführer gespielt." Sondern beim Aufsteiger, aber ohne Biss und Einsatz, vor allem nach dem Rückstand.
Eine Tatsache, an der auch der Trainer Rainer Adrion nicht vorbeikommt. "Ich stelle mich immer vor die Mannschaft, aber sicher wird der Ton nun schärfer." So kann es schließlich nicht weitergehen: Sechs Spiele ohne Sieg, ein Ende der Talfahrt ist nicht abzusehen. Und irgendwie erinnert die Situation fatal an die vergangene Saison. Auch da konnten sich die Kickers vorübergehend im oberen Drittel festsetzen, starteten eine Negativserie und kamen dann nicht mehr auf die Beine. Das Ende ist bekannt: Trainerwechsel, Abstiegskampf bis zum Schluss.
"Natürlich werde ich mich mit Rainer Adrion zusammensetzen, um zu analysieren wie wir nun gegen Kaiserslautern die Wende schaffen", sagt der Präsident Hans Kullen, der aber von einer Trainerdiskussion nichts wissen will. "Im Grunde möchte ich in dieser Frage eine gewisse Konstanz reinbringen. Aber man muss sicher schauen, ob Trainer und Mannschaft harmonieren. Dann werden sie auch gemeinsam durchs Feuer gehen." Ob gar einzelne Spieler gegen den Trainer spielen, wie es die mitgereisten Fans diskutierten? Der Präsident jedenfalls macht klar: "Wenn ich merke, dass es einen Stinkstiefel in der Mannschaft geben sollte, werde ich mich nicht scheuen, ihn auch rauszuwerfen."Aber das kann der Kapitän Stefan Minkwitz so nicht feststellen. "Es geht ja schließlich auch um das Geld jedes einzelnen von uns." Nein, das Ganze sei eine Kopfsache.
Also muss Adrion den Hebel im mentalen Bereich ansetzen. "Sicher sind wir nervlich angeschlagen, vor allem nach einem Rückstand." Doch auch bei ihm neigt sich die Geduld dem Ende zu. "Ich bin schon enttäuscht, dass einige der so genannten Stammspieler das Vertrauen nicht zurückzahlen." Also ist die Zeit der Freifahrscheine vorbei, die Karten werden neu gemischt. "Im Training werden wir genau beobachten, wer sich für den Einsatz am Freitag empfiehlt."
Warnende Worte, vor allem an die Adresse von Sascha Benda gerichtet oder auch von Eric Obinna, deren Nominierung gegen Kaiserslauterns Amateure offen ist. Sollte auch gegen das bisherige Schlusslicht kein Sieg herausspringen, lautet die Frage unweigerlich: gegen wen dann?
Zumal die sportliche Situation unmittelbar die wirtschaftliche tangiert. Auch die ist angespannt. Das wurde am Samstag deutlich, als Präsidium und Aufsichtsrat tagten. Mit dem Fazit, dass sich im Etat Lücken auftun. "Und die sind größer als die veranschlagten 130 000 Euro", gibt Kullen zu. "Wobei die Leistung auf dem Platz uns beim Verkauf der Ware Kickers helfen würde." Vorausgesetzt, die Ergebnisse stimmen endlich wieder.
Kickers: Köstel - Polat, Zimmermann, Malchow, Milchraum (78. Rahmanovic) - Gumper (69. Eckhardt), Barth (54. Ivan), Minwitz - Benda - Mesic, Obinna.
STUTTGART. Die Stuttgarter Kickers haben in der Fußball-Regionalliga am Samstag auf die Wende gehofft - vergebens. "Vor allem von einigen Stammspielern bin ich enttäuscht", sagt der Trainer Rainer Adrion, der trotz des 0:1 in Feucht nicht zur Disposition steht.
Von Joachim Klumpp
Gestern Vormittag herrschte Tristesse bei den Kickers, und das nicht nur auf dem Trainingsgelände. Auch der Kabinentrakt wirkte recht düster. Eine Glühbirne war ausgefallen, was dem Zeugwart Krescho Ban sofort ins Auge stach. Und siehe da, mit einem Handgriff war der Wackelkontakt behoben. Ob sich die Misere der Mannschaft auch so leicht aus der Welt schaffen lässt?
Zweifel sind erlaubt. Nach der 0:4-Niederlage in Siegen haben alle Beteiligten eigentlich am Samstag auf die Reaktion der Mannschaft gewartet, vergebens. "Am Ende war Feucht sogar dem zweiten Treffer näher als wir dem Ausgleich", stellte der Manager Kahraman Erdin objektiv fest. Sein Tenor: man kann verlieren, aber nicht so, und schon gar nicht in Feucht. "Wir haben schließlich nicht beim Tabellenführer gespielt." Sondern beim Aufsteiger, aber ohne Biss und Einsatz, vor allem nach dem Rückstand.
Eine Tatsache, an der auch der Trainer Rainer Adrion nicht vorbeikommt. "Ich stelle mich immer vor die Mannschaft, aber sicher wird der Ton nun schärfer." So kann es schließlich nicht weitergehen: Sechs Spiele ohne Sieg, ein Ende der Talfahrt ist nicht abzusehen. Und irgendwie erinnert die Situation fatal an die vergangene Saison. Auch da konnten sich die Kickers vorübergehend im oberen Drittel festsetzen, starteten eine Negativserie und kamen dann nicht mehr auf die Beine. Das Ende ist bekannt: Trainerwechsel, Abstiegskampf bis zum Schluss.
"Natürlich werde ich mich mit Rainer Adrion zusammensetzen, um zu analysieren wie wir nun gegen Kaiserslautern die Wende schaffen", sagt der Präsident Hans Kullen, der aber von einer Trainerdiskussion nichts wissen will. "Im Grunde möchte ich in dieser Frage eine gewisse Konstanz reinbringen. Aber man muss sicher schauen, ob Trainer und Mannschaft harmonieren. Dann werden sie auch gemeinsam durchs Feuer gehen." Ob gar einzelne Spieler gegen den Trainer spielen, wie es die mitgereisten Fans diskutierten? Der Präsident jedenfalls macht klar: "Wenn ich merke, dass es einen Stinkstiefel in der Mannschaft geben sollte, werde ich mich nicht scheuen, ihn auch rauszuwerfen."Aber das kann der Kapitän Stefan Minkwitz so nicht feststellen. "Es geht ja schließlich auch um das Geld jedes einzelnen von uns." Nein, das Ganze sei eine Kopfsache.
Also muss Adrion den Hebel im mentalen Bereich ansetzen. "Sicher sind wir nervlich angeschlagen, vor allem nach einem Rückstand." Doch auch bei ihm neigt sich die Geduld dem Ende zu. "Ich bin schon enttäuscht, dass einige der so genannten Stammspieler das Vertrauen nicht zurückzahlen." Also ist die Zeit der Freifahrscheine vorbei, die Karten werden neu gemischt. "Im Training werden wir genau beobachten, wer sich für den Einsatz am Freitag empfiehlt."
Warnende Worte, vor allem an die Adresse von Sascha Benda gerichtet oder auch von Eric Obinna, deren Nominierung gegen Kaiserslauterns Amateure offen ist. Sollte auch gegen das bisherige Schlusslicht kein Sieg herausspringen, lautet die Frage unweigerlich: gegen wen dann?
Zumal die sportliche Situation unmittelbar die wirtschaftliche tangiert. Auch die ist angespannt. Das wurde am Samstag deutlich, als Präsidium und Aufsichtsrat tagten. Mit dem Fazit, dass sich im Etat Lücken auftun. "Und die sind größer als die veranschlagten 130 000 Euro", gibt Kullen zu. "Wobei die Leistung auf dem Platz uns beim Verkauf der Ware Kickers helfen würde." Vorausgesetzt, die Ergebnisse stimmen endlich wieder.
Kickers: Köstel - Polat, Zimmermann, Malchow, Milchraum (78. Rahmanovic) - Gumper (69. Eckhardt), Barth (54. Ivan), Minwitz - Benda - Mesic, Obinna.
Es wurde gesagt alles wird besser, aber die Scheisse fängt schon wieder an, allein das regt mich auf!