Frankfurt. DPA/baz. Beim Run auf die begehrten Tickets für die 64 Spiele der Fussball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland ist es zu Manipulationsversuchen grösseren Ausmasses gekommen.
Wie der für das Ticketing zuständige OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt am Freitag mitteilte, sei per computergestützter automatisierter Abgabe von Bestellungen aus den USA mit irregulären Adressen versucht worden, an eine grosse Anzahl von Tickets zu gelangen. Dem Manipulationsversuch müssten gut zwei Millionen Tickets zugeordnet werden.
Auffälliges Bestellmuster
"Allen diesem Manipulationsversuch zuzuordnenden Anträgen lag ein auffälliges Bestellmuster zu Grunde. Wir haben selbstverständlich zum Schutz aller aufrichtigen Besteller umgehend mehrere Prüfverfahren eingeleitet", betonte Schmidt. So wurden angebliche Besteller telefonisch oder per E-Mail aufgefordert, die Bestelldaten zu bestätigen. Von den wenigen erreichten Personen hatte keiner Karten bestellt. Alle eindeutig als missbräuchlich identifizierten Anträge seien von der Auslosung der insgesamt 812'000 Eintrittskarten ausgeschlossen worden.
Auch Verstösse gegen die Verkaufsbedingungen des WM-OK wurden festgestellt. Mehrfach wurde versucht, Karten für mehr als ein Spiel am selben Tag zu bestellen oder durch eine geringfügige Änderung der Namensschreibweise bei gleicher Bestelladresse mehr als die zulässige Anzahl von Tickets anzufordern.
Die Benachrichtigung der Gewinner der Ticket-Auslosung vom Freitag erfolgt nach Angaben von Horst R. Schmidt am 22. April.
Manipulationsversuchen grösseren Ausmasses bei WM-Tickets
- Jürgen K.
- Kickers-Fan
- Beiträge: 1840
- Registriert: Mittwoch 20. August 2003, 10:08
- Wohnort: Weil der Stadt
- Kontaktdaten:
Frankfurt/Main (dpa) - Manipulationsversuche größeren Ausmaßes bei der Jagd nach den begehrten Tickets für die Fußball-WM 2006 in Deutschland haben die Auslosungsprozedur der ersten 812 000 Eintrittskarten in Frankfurt/Main überschattet.
Wie WM-OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt bei einer Pressekonferenz mitteilte, sei per computergestützter automatisierter Abgabe von Bestellungen aus den USA versucht worden, an eine große Anzahl von Tickets zu gelangen. 2,3 Millionen solcher Bestellungen wurden vom OK nicht akzeptiert.
Bei Überprüfungen durch das Sicherheitssystem waren irreguläre Adressen und Telefonnummern zur Verschleierung der Identität des Absenders ans Tageslicht gekommen. "Wir vermuten Schwarzhändler dahinter, die sich ein großes Kartenpaket sichern wollten, um damit Geschäfte zu machen", sagte Schmidt. Über Anwälte in den USA bemühe man sich, mehr über die Hintergründe zu erfahren. "Wir können momentan nicht erkennen, wer sich hinter der Aktion verbirgt. Es wurde jedenfalls sehr professionell und fast perfekt vorgegangen", meinte Schmidt, der "technische Fehler" ausschloss.
Durch die 2,3 Millionen des Manipulationsversuchs und 1,3 Millionen Bestellungen ("Doubletten"), die nicht den Richtlinien des Prüfungsverfahrens entsprachen, reduzierten sich die ursprünglich weltweit 12,3 Millionen Bestellungen auf gültige 8,7 Millionen - 7 Millionen Einzel-Tickets und 1,7 Millionen Teamserien. Die mit Abstand meisten (6,25 Millionen) kamen aus Deutschland, gefolgt von England (164 000) und der Schweiz (107 693). Immerhin 15 Bestellungen kamen aus dem Vatikan, eine einzige aus Kirgisien.
Der schottische FIFA-Vizepräsident David Will eröffnete in der Frankfurter Ticketing-Zentrale zusammen mit Schmidt und unter Aufsicht eines Ziehungsbeamten des Landes Hessen den TÜV-geprüften Auslosungsmarathon über 24 Stunden mit rund 1000 Ziehungsvorgängen. Per Mausklick druckte Will den Optionsschein des ersten Gewinners von Karten für das Eröffnungsspiel am 9. Juni in München aus. Dann folgte die Verlosung Spiel für Spiel und Kategorie für Kategorie der weiteren 63 WM-Spiele bis zum Finale am 9. Juli in Berlin - beginnend mit der höchsten Preisstufe bis zu niedrigsten.
Geduld ist bei den glücklichen Gewinnern angesagt, die am 22. April benachrichtigt werden. Wer im Internet bestellt hatte (95 Prozent) und nicht ausgelost wurde, wird per E-Mail benachrichtigt. Wer eine Absage erhält, ist aber bei dem beispiellosen Run auf die Tickets auch noch nicht aus dem Rennen. "Wir ermutigen alle, sich an den künftigen Verkaufsphasen zu beteiligen", sagte OK-Sprecher Jens Grittner. Kritik am komplizierten Auslosungsverfahren wies Horst R. Schmidt erneut zurück: "Der von uns beschrittene und mit der FIFA abgestimmte Weg ist richtig." Erstmals hat ein WM-OK den Ticket- Verkauf in Eigenregie übernommen.
Während in der am 31. März beendeten ersten Verkaufsphase sowohl Einzel- als auch mannschaftsbezogene Karten angeboten wurden, können sich die Fans im nächsten Abschnitt (1. Mai bis 15. November) nur für Team-Tickets bewerben. Einzeltickets stehen dann wieder vom 1. Dezember 2005 bis 15. Januar 2006 zur Verlosung an. Danach sollen weitere 200 000 bis 300 000 Karten in der Lostrommel sein. Zum Schluss folgen die beiden letzten Phasen vom 1, Februar bis 15. April, sowie vom 1. Mai bis zum Finale am 9. Juli 2006
Wie WM-OK-Vizepräsident Horst R. Schmidt bei einer Pressekonferenz mitteilte, sei per computergestützter automatisierter Abgabe von Bestellungen aus den USA versucht worden, an eine große Anzahl von Tickets zu gelangen. 2,3 Millionen solcher Bestellungen wurden vom OK nicht akzeptiert.
Bei Überprüfungen durch das Sicherheitssystem waren irreguläre Adressen und Telefonnummern zur Verschleierung der Identität des Absenders ans Tageslicht gekommen. "Wir vermuten Schwarzhändler dahinter, die sich ein großes Kartenpaket sichern wollten, um damit Geschäfte zu machen", sagte Schmidt. Über Anwälte in den USA bemühe man sich, mehr über die Hintergründe zu erfahren. "Wir können momentan nicht erkennen, wer sich hinter der Aktion verbirgt. Es wurde jedenfalls sehr professionell und fast perfekt vorgegangen", meinte Schmidt, der "technische Fehler" ausschloss.
Durch die 2,3 Millionen des Manipulationsversuchs und 1,3 Millionen Bestellungen ("Doubletten"), die nicht den Richtlinien des Prüfungsverfahrens entsprachen, reduzierten sich die ursprünglich weltweit 12,3 Millionen Bestellungen auf gültige 8,7 Millionen - 7 Millionen Einzel-Tickets und 1,7 Millionen Teamserien. Die mit Abstand meisten (6,25 Millionen) kamen aus Deutschland, gefolgt von England (164 000) und der Schweiz (107 693). Immerhin 15 Bestellungen kamen aus dem Vatikan, eine einzige aus Kirgisien.
Der schottische FIFA-Vizepräsident David Will eröffnete in der Frankfurter Ticketing-Zentrale zusammen mit Schmidt und unter Aufsicht eines Ziehungsbeamten des Landes Hessen den TÜV-geprüften Auslosungsmarathon über 24 Stunden mit rund 1000 Ziehungsvorgängen. Per Mausklick druckte Will den Optionsschein des ersten Gewinners von Karten für das Eröffnungsspiel am 9. Juni in München aus. Dann folgte die Verlosung Spiel für Spiel und Kategorie für Kategorie der weiteren 63 WM-Spiele bis zum Finale am 9. Juli in Berlin - beginnend mit der höchsten Preisstufe bis zu niedrigsten.
Geduld ist bei den glücklichen Gewinnern angesagt, die am 22. April benachrichtigt werden. Wer im Internet bestellt hatte (95 Prozent) und nicht ausgelost wurde, wird per E-Mail benachrichtigt. Wer eine Absage erhält, ist aber bei dem beispiellosen Run auf die Tickets auch noch nicht aus dem Rennen. "Wir ermutigen alle, sich an den künftigen Verkaufsphasen zu beteiligen", sagte OK-Sprecher Jens Grittner. Kritik am komplizierten Auslosungsverfahren wies Horst R. Schmidt erneut zurück: "Der von uns beschrittene und mit der FIFA abgestimmte Weg ist richtig." Erstmals hat ein WM-OK den Ticket- Verkauf in Eigenregie übernommen.
Während in der am 31. März beendeten ersten Verkaufsphase sowohl Einzel- als auch mannschaftsbezogene Karten angeboten wurden, können sich die Fans im nächsten Abschnitt (1. Mai bis 15. November) nur für Team-Tickets bewerben. Einzeltickets stehen dann wieder vom 1. Dezember 2005 bis 15. Januar 2006 zur Verlosung an. Danach sollen weitere 200 000 bis 300 000 Karten in der Lostrommel sein. Zum Schluss folgen die beiden letzten Phasen vom 1, Februar bis 15. April, sowie vom 1. Mai bis zum Finale am 9. Juli 2006