Mourad Bounoua
Verfasst: Mittwoch 1. Oktober 2003, 06:57
Ein Weltenbummler wird sesshaft
Mourad Bounoua glaubt, beim FC St. Pauli seine Heimat gefunden zu haben
von Christian Bönig
Seit zehn Jahren lebt Mittelfeldspieler Mourad Bounoua schon in Deutschland. Einen Verein wie den FC St. Pauli habe er in dieser Zeit allerdings nicht kennen gelernt, sagt er. "Bei anderen Clubs in denen ich gespielt habe, wurde nach einem Rückstand schnell gepfiffen. Am Millerntor verspürt man als Spieler konsequent Rückendeckung", freut sich der in Frankreich geborene Marokkaner.
Das Vertrauen versucht Bounoua mit Toren und guter Leistung zurückzuzahlen. Gegen Paderborn erzielte der 31 Jahre alte offensive Mittelfeldmann seinen vierten Saisontreffer, wie schon in Chemnitz brachte er seine Mannschaft in Führung. "Meine Aufgabe in Hamburg ist es, die jungen Spieler zu führen und sie mitzuziehen", erklärt Bounoua, der über die Stationen Celle, Hoisdorf, Stuttgarter Kickers, Frankfurt und Hannover an der Elbe gelandet ist.
Zwei Mal hatte er in seiner Karriere großes Pech. In seiner Zeit in Stuttgart, unmittelbar nach seinem ersten Einsatz für die marokkanische Nationalmannschaft (3:2 gegen Bulgarien), gehörte Bounoua dem vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft in den USA an. Ein Leistenbruch beendete seine Pläne, auch international erfolgreich zu sein. Doch damit nicht genug: Vor zwei Jahren stoppte ihn nach einem Zweikampf im Training ein Kreuzbandriss im rechten Knie.
"Noch als ich auf dem Rasen lag, dachte ich, meine Laufbahn als Fußballer wäre beendet", richtet Bounoua nur ungern seinen Blick auf die Vergangenheit. Es folgten 14 Monate des Leidens, der Quälerei und der Schinderei. "Die Reha-Maßnahmen haben mich verrückt gemacht. Ich musste alles allein durchziehen." Zu allem Überfluss war danach auch noch sein Vertrag bei Hannover 96 ausgelaufen.
Als Bounoua wieder körperlich hergestellt war, hielt er sich bei den Niedersachsen fit, trainierte zeitweise auch bei Zweitligist Unterhaching. Trotz einiger Angebote, unter anderem vom Schweizer Erstligisten FC Aarau, entschied sich der technisch versierte Mittelfeldmotor für den FC St. Pauli. "Ich habe genügend Städte gesehen und wollte im Norden Deutschlands bleiben. Außerdem weiß ich, was ich an Franz Gerber habe", so Bounoua, der täglich zwischen Bispingen und Hamburg pendelt. Er wolle wieder Spaß am Fußball haben.
Am Sonnabend gegen Paderborn war erstmals auch seine Familie am Millerntor. Neben Vater Larbi, der 70 Länderspiele für Marokko als Stürmer bestritten hat und Mutter Rama, schauten auch Schwester Nadia (26) und Freundin Alexandra vorbei. Seitdem fühlt sich Bounoua beim FC St. Pauli heimisch. "Ich bin rund- herum zufrieden. Auch die sportliche Basis stimmt. Die junge Mannschaft ist erfolgshungrig und mit viel Potenzial ausgestattet. Diese Mischung könnte für den Aufstieg reichen
Mourad Bounoua glaubt, beim FC St. Pauli seine Heimat gefunden zu haben
von Christian Bönig
Seit zehn Jahren lebt Mittelfeldspieler Mourad Bounoua schon in Deutschland. Einen Verein wie den FC St. Pauli habe er in dieser Zeit allerdings nicht kennen gelernt, sagt er. "Bei anderen Clubs in denen ich gespielt habe, wurde nach einem Rückstand schnell gepfiffen. Am Millerntor verspürt man als Spieler konsequent Rückendeckung", freut sich der in Frankreich geborene Marokkaner.
Das Vertrauen versucht Bounoua mit Toren und guter Leistung zurückzuzahlen. Gegen Paderborn erzielte der 31 Jahre alte offensive Mittelfeldmann seinen vierten Saisontreffer, wie schon in Chemnitz brachte er seine Mannschaft in Führung. "Meine Aufgabe in Hamburg ist es, die jungen Spieler zu führen und sie mitzuziehen", erklärt Bounoua, der über die Stationen Celle, Hoisdorf, Stuttgarter Kickers, Frankfurt und Hannover an der Elbe gelandet ist.
Zwei Mal hatte er in seiner Karriere großes Pech. In seiner Zeit in Stuttgart, unmittelbar nach seinem ersten Einsatz für die marokkanische Nationalmannschaft (3:2 gegen Bulgarien), gehörte Bounoua dem vorläufigen Kader für die Weltmeisterschaft in den USA an. Ein Leistenbruch beendete seine Pläne, auch international erfolgreich zu sein. Doch damit nicht genug: Vor zwei Jahren stoppte ihn nach einem Zweikampf im Training ein Kreuzbandriss im rechten Knie.
"Noch als ich auf dem Rasen lag, dachte ich, meine Laufbahn als Fußballer wäre beendet", richtet Bounoua nur ungern seinen Blick auf die Vergangenheit. Es folgten 14 Monate des Leidens, der Quälerei und der Schinderei. "Die Reha-Maßnahmen haben mich verrückt gemacht. Ich musste alles allein durchziehen." Zu allem Überfluss war danach auch noch sein Vertrag bei Hannover 96 ausgelaufen.
Als Bounoua wieder körperlich hergestellt war, hielt er sich bei den Niedersachsen fit, trainierte zeitweise auch bei Zweitligist Unterhaching. Trotz einiger Angebote, unter anderem vom Schweizer Erstligisten FC Aarau, entschied sich der technisch versierte Mittelfeldmotor für den FC St. Pauli. "Ich habe genügend Städte gesehen und wollte im Norden Deutschlands bleiben. Außerdem weiß ich, was ich an Franz Gerber habe", so Bounoua, der täglich zwischen Bispingen und Hamburg pendelt. Er wolle wieder Spaß am Fußball haben.
Am Sonnabend gegen Paderborn war erstmals auch seine Familie am Millerntor. Neben Vater Larbi, der 70 Länderspiele für Marokko als Stürmer bestritten hat und Mutter Rama, schauten auch Schwester Nadia (26) und Freundin Alexandra vorbei. Seitdem fühlt sich Bounoua beim FC St. Pauli heimisch. "Ich bin rund- herum zufrieden. Auch die sportliche Basis stimmt. Die junge Mannschaft ist erfolgshungrig und mit viel Potenzial ausgestattet. Diese Mischung könnte für den Aufstieg reichen