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Spielberichte: SV Darmstadt 98 - Kickers
Verfasst: Samstag 23. April 2005, 00:19
von Überlinger
Einfallslos und müde
Die Chance, so lange wie möglich an den Aufstiegsplätzen dranzubleiben, hat der SV Darmstadt 98 am Freitagabend vergeben. Mit dem 0:1 (0:0) gegen die Stuttgarter Kickers nach schwacher Leistung müssen die Darmstädter schon auf einige Ausrutscher der Konkurrenz hoffen, um die Fußball-Regionalliga verlassen zu können.
Vor 3607 Zuschauern am Böllenfalltor wirkten die Darmstädter ausgelaugt, fanden nie einen Rhythmus gegen die defensiv stabilen Stuttgarter. Es bleibt dabei: Gegen die Kickers kann der SV 98 auch im fünften Regionalliga-Heimspiel nicht gewinnen.
Nach der Pause schien ein Flankenschuss von Ivo Ilicevic an die Querlatte (49.) ein Signal für mehr Darmstädter Offensivdrang zu werden. Doch weit gefehlt. Im Gegenteil. Fünf Minuten später brachte Darmstadts Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Stuttgarts Mirnes Mesic nahm die Vorlage gerne an und jagte den Ball aus 14 Metern zur Kickers-Führung ins Netz (54.).
Wenigstens das Unentschieden wäre am Ende möglich – wenn auch zu wenig – gewesen, aber Nico Beigang vergab die letzte Chance (86.).
KEIN DURCHKOMMEN fand der SV Darmstadt 98 in der Regionalliga-Partie gegen die Stuttgarter Kickers. Hier versucht Matias Cenci den Stuttgarter Mustafa Akcay auszuspielen – vergeblich. (Foto: Guido Schiek)
Quelle: echo-online.de
Verfasst: Samstag 23. April 2005, 00:22
von Überlinger
Chancen nicht genutzt
Eigentlich wollten die "Lilien" Wiedergutmachung für die 1:2-Pleite am vorigen Dienstag gegen Augsburg leisten, doch das ging schief. Vor 3.600 Zuschauern am Böllenfalltor waren die Darmstädter zwar die bessere Mannschaft, versäumten es aber ihre Chancen zu nutzen.
Die Gastgeber taten sich in der ersten Hälfte schwer, fanden kaum ein Mittel gegen die kompakte gegnerische Abwehr. Im Mittelfeld lief nicht viel zusammen, Fehlpässe häuften sich. Nach dem Wechsel wurde das Darmstädter Spiel jedoch besser. Schon in der 47. Minute hätte Nico Beigang sein Team in Führung bringen können. Sein Kopfball nach einem Freistoß ging knapp am Tor vorbei. Zwei Minute später prüfte Ilicevic Stuttgarts Torwart Köstel. Doch der konnte den Ball noch an die Latte lenken. In der 52. Minute zischte ein Freistoß von Theres knapp am Kickers-Tor vorbei.
Der Stuttgarter Siegtreffer fiel wie aus dem Nichts. in der 54. Minute nutzte Mesic einen Fehler von Darmstadts Abwehrspieler Wolf im Strafraum und schoß unhaltbar für Keeper Becker ein. Von dem Schock erholten sich die "Lilien" nicht mehr. Der Abstand auf den 2. Tabellenplatz wuchs durch die Niederlage auf sechs Punkte an. Eine positive Nachricht gab es für die Darmstädter Fans am Freitag doch noch: Ihr Verein hat die Regionalliga-Lizenz für die kommende Saison erhalten - wenn auch mit Auflagen.
SV Darmstadt 98 - Stuttgarter Kickers 0:1 (0:0)
SV Darmstadt 98: Becker - Kern (35.Jovanovic), Uster, Grassow, Wolf - Ilicevic (74. Hasa), Juskic, Beigang - Pölking - Cenci, Theres (59. Saridogan)
Stuttgarter Kickers: Köstel - Steinle, Malchow, Gumper, Härter - Parmak (46. Schreiber), Stierle, Akcay, Gambo (77. Sager) - Mesic, Rahmanovic (90. Abou Shoura)
Schiedsrichter: Polony (Altlussheim)
Tor: 0:1 Mesic (53.)
Zuschauer: 3.607
Gelbe Karten: Grassow - Akcay, Gambo
Quelle: sv98.de
Verfasst: Samstag 23. April 2005, 10:46
von Die Macht im Schwabenland
Kickers bauen Serie aus
Darmstadt (sip) - Die Regionalliga-Fußballer der Stuttgarter Kickers haben auch beim Aufstiegsanwärter SV Darmstadt 98 bestanden. Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt gewann gestern Abend bei den Hessen mit 1:0 (0:0) und baute damit ihre Serie auf beeindruckende 13 Punkte aus fünf Spielen aus. Es war bereits der dritte Auswärtssieg in Folge.Dutt zeigte sich hinterher als fairer Gewinner. "Aufgrund der kämpferischen Einstellung haben wir verdient gewonnen, vom Spielerischen her hätte Darmstadt gewinnen müssen", sagte der Coach, "uns hat man zeitweise die fünf Spiele in den vergangenen zwölf Tagen angemerkt."In der ersten Hälfte sahen die 3600 Zuschauer ein schwaches Spiel beider Mannschaften und kaum Strafraumszenen. Nach der Pause, in der Mustafa Parmak mit einer Prellung ausgewechselt werden musste, wurden die Kickers immer sicherer. Stürmer Mirnes Mesic sorgte in der 54. Minute mit seinem achten Saisontor für die Führung. Mustafa Akcay hatte ihn in Szene gesetzt. Danach waren die Stuttgarter, bei denen der wiedergenesene Bashiru Gambo in der Startformation stand, dem zweiten Treffer näher als die in ihren Offensivbemühungen hilflosen Darmstäder dem Ausgleich. Derweil haben die Kickers vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) Bescheid über ihren Lizenzantrag für die kommende Saison bekommen. Bis zum 10. Juni müssen die Stuttgarter eine detaillierte Auflistung ihrer Werbeeinnahmen vorlegen, dann werden sie die Lizenz mit zwei Auflagen erhalten, wie Marketing-Chef Martin Kurzka erklärte.
Köstel - Steinle, Malchow, Härter, Stierle - Gumper - Parmak (46. Schreiber), Akcay, Gambo (77. Sager) - Mesic, Rahmanovic (90. Abou Shoura).
Eßlinger Zeitung
Verfasst: Samstag 23. April 2005, 10:47
von Die Macht im Schwabenland
Tor von Mesic beim 1:0 der Kickers gegen Darmstadt 98
Erfolgsserie ausgebaut
Darmstadt (StN) - So langsam wird es unheimlich. Auch der Tabellenvierte SV Darmstadt 98 war kein Stolperstein für die Stuttgarter Kickers. Die Blauen gewannen am Freitagabend die Herausforderung in der Fremde mit 1:0 (0:0) und bauten ihre Erfolgsserie auf 13 Punkte aus den vergangenen fünf Spielen in der Fußball-Regionalliga aus. Mimes Mesic erzielte in der 54. Minute das Tor des Tages vor 3607 Zuschauern. "Darmstadt hat das Spiel bestimmt. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie kämpferisch dagegengehalten hat'', sagte Kickers-Trainer Robin Dutt.
Für Bashiru Gambo wurde die Partie zum Spießrutenlauf. Nach einem Foul an Benjamin Kern in der zweiten Minute wurde er fortan bei jedem Ballbesitz ausgepfiffen. Am Ende sah er noch Gelb - bei seiner Auswechslung hatte er sich zu viel Zeit gelassen. In einem schwachen Spiel fiel beiden Teams zunächst nicht viel ein. Die einzigen Torchancen für die Blauen besaßen Suad Rahmanovic (17.), dessen Kopfball das Darmstädter Tor ebenso verfehlte wie ein Freistoß von Jens Härter (38.). Nach dem Wechsel ergriffen die Gastgeber die Initiative, doch das Tor erzielten die Kickers: Mustafa Akcay bediente Mesic, dessen Schuss aus der Drehung aus zwölf Metern unter der Latte einschlug. Auf der Gegenseite hatte Torwart Tino Köstel zuvor einen Schuss von Ivo Ilicevic an die Latte gelenkt, Steinle klärte (49.). Darmstadt stemmte sich gegen die drohende Niederlage, doch die Aktionen waren nicht zwingend. Köstel behielt im Tor stets die Übersicht, und der eingewechselte Marcel Schreiber hätte um ein Haar die Kickers-Führung ausgebaut - sein Schuss aus 13 Metern flog übers Tor.
Schon vor Spielbeginn hatten die Blauen die Regionalliga-Lizenz für die kommende Saison erhalten, die an Auflagen gebunden ist. Zudem müssen sie bis zum 10. Juni eingeplante Sponsorengelder nachweisen. "Wir haben jetzt noch einiges zu tun'', sagte Manager Joachim Cast, "aber überraschend kommt das für uns nicht.''
Kickers: Köstel - Härter, Gumper, Steinle, Stierle - Parmak (46. Schreiber), Akcay, Malchow, Gambo (77. Sager) - Mesic, Rahmanovic (90. Abou Shoura).
Leonberger Kreiszeitung
Verfasst: Samstag 23. April 2005, 10:49
von Die Macht im Schwabenland
Einfallslos und müde – 0:1
Fußball-Regionalliga: SV Darmstadt 98 verliert durch das 0:1 gegen Stuttgarter Kickers den Anschluss an die Spitze
Die Chance, so lange wie möglich an den Aufstiegsplätzen dranzubleiben, hat der SV Darmstadt 98 am Freitagabend vergeben. Mit dem 0:1 (0:0) gegen die Stuttgarter Kickers nach schwacher Leistung müssen die Darmstädter schon auf einige Ausrutscher der Konkurrenz hoffen, um die Fußball-Regionalliga verlassen zu können. Vor 3607 Zuschauern am Böllenfalltor wirkten die Darmstädter ausgelaugt, fanden nie einen Rhythmus gegen die defensiv stabilen Stuttgarter. Es bleibt dabei: Gegen die Kickers kann der SV 98 auch im fünften Regionalliga-Heimspiel nicht gewinnen.
„Wir müssen das 1:2 gegen Augsburg aus den Köpfen kriegen“, hatte Trainer Bruno Labbadia das Problem der unglücklichen Niederlage vom Dienstagabend angesprochen. Dies war zumindest in der ersten Halbzeit nicht der Fall. Der SV 98 wirkte mental und körperlich müde, vom angestrebten aggressiven Offensivfußball war gegen die Stuttgarter, die die Räume gut zustellten, nur selten etwas zu sehen.
Darmstadt mühte sich zwar, seine Offensivaktionen zu koordinieren, aber viele Fehlpässe, dazu kaum Kombinationsspiel über mehr als zwei, drei Stationen in die Breite des Spielfeldes (statt in die Spitze) brachten kaum Gefahr für das Stuttgarter Tor. Die Kickers, die seit vier Spielen ungeschlagen sind, blieben ebenfalls zurückhaltend, um nicht Gefahr zu laufen, in der Abwehr um Routinier Alexander Malchow Fehler zu begehen. Es zeigte sich, dass beim SV 98 der gelbgesperrte Stefan Leitl als Anspielstation im Mittelfeld mehr fehlte, als bei den Stuttgartern Abwehrmann Christian Barth (ebenfalls fünf gelbe Karten). Leitls überraschende Vorstöße vermissten die Darmstädter arg. Seine Rolle konnte Alexandré Pölking wie schon gegen Augsburg nach Leitls Auswechslung nicht ausfüllen.
So mangelte es gewaltig an Torchancen. Zumal bei Darmstadt Benjamin Kern bereits nach 35 Minuten das Feld verlassen musste. In der 3. Minute hatte ihn Stuttgarts Bashirou Gambo böse gefoult, die mögliche rote Karte ließ Schiedsrichter Polony allerdings stecken.
Die einzige wirkliche Torchance resultierte aus einem Stuttgarter Freistoß in der 39. Minute, als Jens Härter aus gut 25 Metern nur knapp das Darmstädter Tor verfehlte. Ansonsten herrschte Langeweile bis zum Halbzeitpfiff.
Nach der Pause schien ein Flankenschuss von Ivo Ilicevic an die Querlatte (49.) ein Signal für mehr Darmstädter Offensivdrang zu werden. Doch weit gefehlt. Im Gegenteil. Fünf Minuten später brachte Darmstadts Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone, Stuttgarts Mirnes Mesic nahm die Vorlage gerne an und jagte den Ball aus 14 Metern zur Kickers-Führung ins Netz (54.). Dies spielte den Gästen in die Karten, denn nun konnten sie ihr gewohntes Konterspiel praktizieren.
Dem SV 98 fiel weiterhin wenig ein. Optisch überlegen wurden die Angriffe allerdings überhastet und fehlerhaft vorgetragen. Die Gäste konterten gelegentlich, vergaben durch den eingewechselten Marcel Schreiber die Chance zum 2:0 (71.). Wenigstens das Unentschieden wäre am Ende möglich – wenn auch zu wenig – gewesen, aber Nico Beigang vergab die letzte Chance (86.).
SV Darmstadt 98: Becker – Kern (35. Jovanovic), Uster, Grassow, Wolf – Ilicevic (74. Hasa), Juskic, Pölking, Theres (59. Saridogan) – Beigang, Cenci.
Stuttgarter Kickers: Köstel – Steinle, Malchow, Härter, Stierle – Parmak (46. Schreiber), Gumper, Akcay, Gambo (77. Sager) – Mesic, Rahmanovic (89. Abou Shoura).
Schiedsrichter: Polony (Altlußheim). Tor: 0:1 Mesic (54.). Zuschauer: 3607. Gelbe Karten: Akcay, Gambo.
Echo Online
Verfasst: Samstag 23. April 2005, 20:24
von Überlinger
Sieg in Darmstadt
von HELMUT HEIMANN
Das war auswärts der dritte Streich in Folge. Mit dem 1:0 Sieg bei Darmstadt 98 holen die Stuttgarter Kickers in der Fremde den dritten Dreier. Sind seit fünf Spielen in der Regionalliga ungeschlagen, marschieren stramm Richtung gesichertes Mittelfeld.
Boss Hans Kullen gestern Abend nach Apfiff: „Nach der Pause haben wir auch spielerrich den Ton angegeben. Vor allem die kämferische Leistung der Mannschaft war toll. Jetzt wünsche ich mir zum Derby gegen die V**-Amateure eine volle Hütte."
Schütze des goldenen Tores war Mesic. Der Bosnier jagte nach Zuspiel von Akcay den Ball aus fünf Metern unhaltbar ins Darmstädter Tor (54.), Saisontreffer acht von Mesic.
Darmstadt vor 3607 Zuschauern schwach, ja harmlos. Die einzige Chance im Spiel in der 51. Minute. Da traf Ilicevic mit seinem Schuss nur die Latte. Für die Labbadia-Truppe war es die dritte Heimniederlage in Folge und der der endgültige Abschied aus dem Aufstiegsrennen.
Quelle: Bild Zeitung
Verfasst: Samstag 23. April 2005, 20:28
von Überlinger
Heimpleite: Darmstadt aus dem Aufstiegsrennen
Darmstadt (dpa) - Der SV Darmstadt 98 hat sich aus dem Aufstiegsrennen in die 2. Fussball-Bundesliga verabschiedet. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia verlor in der Regionalliga Süd mit 0:1 (0:0) gegen die Stuttgarter Kickers.
Darmstadt kassierte damit die dritte Heimniederlage nacheinander. Vor 3507 Zuschauern traf Mirnes Mesic (54.) für die Schwaben, die mit dem Erfolg den dritten Auswärtssieg in Serie feierten und wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg verbuchten.
Quelle: suedkurier.de
Verfasst: Montag 25. April 2005, 13:15
von Überlinger
Mesic profitiert von Grassows Blackout
Darmstadt wirkte müde, selbst einfachste Dinge misslangen. Am Ende der schwächsten Saisonleistung stand die dritte Heimniederlage in Folge. Gefährlichste Aktion blieb ein Versuch von Ilicevic (halb Schuss, halb Flanke), den Köstel kurz nach der Pause an die Latte lenkte. Stuttgart stand kompakt und lauerte auf Konter. Beim einzigen Tor profitierte Mesic von Grassows Blackout, der am Ball vorbeitrat.
Uli Mosberger, kicker.de
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...Am Freitagabend ließen die Darmstädter im Aufstiegsrennen wichtige Punkte liegen. Die Mannschaft von Trainer Bruno Labbadia verlor binnen vier Tagen zum zweiten Mal in Folge. Gegen die Stuttgarter Kickers setzte es eine bittere 0:1-Niederlage, die Mesic in der 53. Minute besiegelte. Für die Kickers war es der vierte Sieg im fünften Spiel (dazu ein Unentschieden), so dass die Stuttgarter sich weiter von den Abstiegsplätzen entfernen können. Die Darmstädter indes sind im Kampf um Platz zwei etwas aus dem Tritt geraten.
Quelle: ebenfalls kicker.de
Verfasst: Montag 25. April 2005, 19:33
von Blauer Bub
Ideenlos und behäbig
Lilien lassen gegen Stuttgart jene Tugenden vermissen, die sie zuletzt ausgezeichnet hatten, und fallen im Aufstiegsrennen zurück
VON SEBASTIAN GEHRMANN
An diesem tristen Abend blieben im Hintergrund die Stühle leer. Wo nach strahlenden Erfolgen Verantwortliche, Gönner und Zugeneigte des Fußball-Regionalligisten Darmstadt 98 im Zigarettendunst am Tresen lehnen, wo in vertrauter Männerunde getratscht und getuschelt wird, guter Wein in bauchigen Gläsern schwimmt und man sich ein wenig im Licht des prominenten Trainers räkelt, steckte am Freitag noch der Korken in den Flaschen. Vorne auf dem Podium ließ Lilien-Coach Bruno Labbadia kaum ein gutes Haar an seiner Mannschaft und allein Präsident Walter Grimm und sein Berater hörten den verbalen Rundumschlag des ehemaligen Profis mit.
Der Monolog des enttäuschten Übungsleiters ist in wenigen Worten zusammengefasst. Dem fulminanten Höhenflug des lauffreudigen Liganeulings folgte die unsanfte Landung, der Heimpleite gegen den wiedererstarkten FC Augsburg drei Tage später die nächste Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers. Die Jubelgesänge vom Durchmarsch in die zweite Liga sind verstummt. Wo Anfang der Woche aufmunterndes Klatschen zu hören war, pfiffen sich die Anhänger nun die Seele aus dem Leib, nach nur einem Sieg aus zuletzt vier Pflichtspielen scheint das Thema Aufstieg gegessen. "Wir haben uns selbst aus dem Rennen genommen", haderte Labbadia. "Das war eine sehr schlechte Woche für uns." Ideenlos und behäbig hatten die Lilien gespielt. Labbadia: "Ich mache keinen Hehl daraus. Das war unsere schlechteste Saisonleistung." Der Schwung, die Leidenschaft und das Engagement, das Fundament vorangegangener Erfolge, war den Lilien gegen Stuttgart völlig abgegangen. Labbadia hatte eine Mannschaft gesehen, "die viele Dinge hat vermissen lassen". Die Siegesserie der jüngeren Vergangenheit fußte auf dem hohem konditionellem Aufwand der Darmstädter Akteure. Der von Labbadia propagierte "Powerfußball", rennen und rackern, war zuvor zu einem Qualitätsmerkmal innerhalb der Liga geworden. Dieser Stil aber ist auch Kopfsache. Die Spieler müssen die Bereitschaft entwickeln, bis an die Grenzen und bisweilen darüber hinaus zu gehen. Das Pressing beginnt bereits im Sturm, soll die Hintermannschaft entlasten und den Ball vom eigenen Tor fern halten. Die Lilien sind eine Mannschaft, die das Spielgeschehen versucht, vornehmlich in die Hälfte des Gegners zu verlagern. Aus Ballgewinnen sollen sich Kontermöglichkeiten und Standardsituationen ergeben. "Wir können gar nicht anders spielen", hat der Trainer jüngst gesagt. Wer am Freitag im Stadion war, kann dem nur beipflichten.
"Wir haben einiges zu bereden"
In dem Augenblick, in dem der Mannschaft der Wille und vielleicht die Kraft fehlt, ist sie nicht in der Lage, abwartend zu agieren und auf entscheidene Fehler zu warten. "In solchen Momenten musst du intelligent spielen", so Labbadia. "Das haben wir nicht getan." Stattdessen rannten die Gastgeber nur halbherzig auf das Stuttgarter Tor zu, um nach 54 Minuten bestraft zu werden. Labbadia: "Wir haben einiges zu bereden."Es klang wie eine Drohung. Die Mannschaft wird sich nicht ändern, die Taktik des Trainers ist längst in Fleisch und Blut übergegangen. Die Mannschaft ist so lange erfolgreich, so lange sie sich zerreißt und nicht nachlässt. Fehlen diese Tugenden, bleiben die letzten Reihen auch in Zukunft leer.
Quelle: Frankfurter Rundschau
Verfasst: Dienstag 26. April 2005, 11:59
von Überlinger
Kickers gewinnen auch in Darmstadt – Mesic erzielt Treffer des Tages
Am vergangenen Freitag fuhren die Blauen mit ihrem 1:0 (0:0) Sieg beim SV Darmstadt 98 den fünften Auswärtssieg in der laufenden Saison 2004/2005 ein. Die Kickers sind damit seit fünf Spielen in der Regionalliga Süd ungeschlagen und belegen nun den 10. Tabellenplatz.
In Darmstadt begannen das Team von Trainer Robin Dutt, der nur auf den gesperrten Kapitän Oliver Barth verzichten mußte, wie folgt: Im Tor wie gewohnt Tino Köstel, in der Abwehr Oliver Stierle, Jens Härter, Alexander Malchow und Moritz Steinle, davor im Mittelfeld dann Heiko Gumper, Mustafa Akcay, Bashiru Gambo und Mustafa Parmak, im Angriff Suad Rahmanovic und Mirnes Mesic.
Die starke Defensive mit dem sicheren Tino Köstel im Tor war auch in Darmstadt wieder einmal der Grundstein zum Erfolg. Trotz der Sperre von Kapitän Oliver Barth behielt die Kickers-Abwehr ihre weiße Weste und brachte die Lilien-Offensive ein ums andere Mal zur Weißglut. Die Innenverteidiger Alexander Malchow und Jens Härter mit überragender Zweikampfbilanz, Moritz Steinle und Oliver Stierle als Außenverteidiger ließen den Darmstädter kaum einen Chance zu. Das defensive Mittelfeld mit Mustiafa Akcay und Heiko Gumper rackerten wie immer sehr viel und erstickten die meisten Angriffe der Lilien schon vor dem Kickers-Strafraum.
Die erste Halbzeit verlief ausgeglichen, die Kickers keineswegs unterlegen aber auch nur selten mal richtig brandgefährlich. Beste Szene waren ein Kopfballversuch von Suad Rahmanovic (17.) und ein Freistoß von Jens Härter aus halbrechter Position, der nur haarscharf am Darmstädter Gehäuse vorbeiflog (38.).
Die 2. Halbzeit begann dann mit einem Paukenschlag aus Kickers-Sicht. Nachdem zunächst Kickers-Keeper Tino Köstel den Schuss von Ilicevic noch an die Latte lenken konnte (49.), erzielten die Kickers in der 54. Spielminute die Führung: Nach einem Abwehrfehler in der Darmstädter Defensive gelangte der Pass von Mustafa Akcay zum freistehenden Mirnes Mesic, der den Ball aus zwölf Meter unter die Latte drosch. Sein achter Saisontreffer zur 1:0-Führung der Kickers.
Nach dem Treffer kam Darmstadt immer mehr auf, allerdings hatten die Lilien im Spielaufbau zu viele Abspielfehler und individuelle Abstimmungsprobleme, so dass die Kickers sich ein ums andere Mal lösen konnten und nie um den Ausgleichstreffer bangen mussten. Die beste Möglichkeit hatte der eingewechselte Marcel Schreiber, doch sein Schuss aus 13 Metern ging knapp über das Tor. Die Blauen kämpften bis zum Schluss und entführten am Ende tatsächlich alle drei Punkte vom Stadion am Böllenfalltor.
Die Trainerstimmen:
Trainer Robin Dutt: „Darmstadt hat das Spiel bestimmt. Ich muss meiner Mannschaft ein Kompliment machen, wie sie kämpferisch dagegengehalten hat. Das Tor war etwas glücklich, aber wie die Mannschaft danach die Führung verteidigt hat, das nötigt mir Respekt ab. Aufgrund der kämpferischen Einstellung haben wir verdient gewonnen, vom Spielerischen her hätte Darmstadt gewinnen müssen. Uns hat man zeitweise die fünf Spiele in den vergangenen zwölf Tagen angemerkt.“
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SV Darmstadt 98:
Becker - Kern (35. Jovanovic), Uster, Grassow, Wolf - Ilicevic (74. Hasa), Juskic, Beigang Pölking - Cenci, Theres (59. Saridogan) – Trainer: Labbadia
SV Stuttgarter Kickers:
Tino Köstel – Moritz Steinle, Alexander Malchow, Jens Härter, Oliver Stierle – Heiko Gumper, Mustafa Akcay, Mustafa Parmak (46. Marcel Schreiber), Bashiru Gambo (77. Daniel Sager) – Mirnes Mesic, Suad Rahmanovic (90. Mohamed Abou Shoura) – Trainer: Robin Dutt
Zuschauer: 3.607
Schiedsrichter: Polony (Altlussheim)
Gelbe Karten:
Grassow - Akcay, Gambo
Rote Karten: -
Tore:
0:1 Mesic (53.)
Quelle: stuttgarter-kickers.de