Aalener Nachrichten:
Die Kickers liegen schon in Führung
Am morgigen Samstag stehen sich die Stuttgarter Kickers und der VfR Aalen im Rückspiel der Fußball-Regionalliga gegenüber. Noch bevor im Gazi-Stadion unterm Fernsehturm der Anpfiff (14.30 Uhr) erfolgt ist, liegen die Blauen in Führung.
Die Weichen in Stuttgart sind gestellt. Trainer Robin Dutt hat seinen Vertrag um ein Jahr verlängert. Bis zum 30. Juni 2007. Dann soll auch Teil zwei der präsidialen Wünsche in die Tat umgesetzt worden sein: Die Rückkehr in die Zweite Bundesliga.
Im Konzert der Profis wollten die Kickers eigentlich schon länger wieder mitspielen. Aber da lagen in den letzten Jahren Wunsch und Realität doch weit auseinander. Schließlich kämpften die Degerlocher mehr gegen den Absturz in die Viertklassigkeit, als dass sie ernsthaft als Aufstiegskandidat gehandelt wurden.
Dies soll sich aber ändern. Da sind sich Dutt und Hans Kullen, der Präsident, einig: "Wir wollen es angehen!"
Wie der VfR Aalen, so haben auch die Stuttgarter in den letzten beiden Jahren gewaltig Schulden abgebaut. 1,5 Millionen Euro waren es, die in Stuttgart wettgemacht wurden. Damit, so Kullen, habe man die Rahmenbedingungen geschaffen, in der neuen Runde ohne finanzielles Risiko gehen zu müssen, oben mitzuspielen. Von 1,5 auf 2,2 Millionen soll der Etat erhöht werden, zwei bis drei starke Neuzugänge wollen sich die Stuttgarter damit leisten.
Entscheidung in dieser Woche
Seit Einführung der Regionalliga schwirrt auch auf der Ostalb das Thema Zweite Bundesliga umher. Nach dem miserablen Start hat man es aber erstmal weggepackt, durchgeatmet, dass der Klassenerhalt nach der Siegesserie im April so gut wie gesichert wurde. Voraussetzung dafür, um die neue Spielzeit anzugehen. Noch in dieser Woche, sagt VfR-Sportdirektor Uwe Spies, wird es eine Entscheidung geben. Darüber, ob Slobodan Pajic, der die Mannschaft aus dem Tief geführt hat, auch im nächsten Jahr Chefcoach sein wird. Was noch aussteht, das ist ein Gespräch mit Präsident Berndt-Ulrich Scholz. Mit Pajic selbst haben die Verantwortlichen noch nicht gesprochen. Spies: "Es gibt keine Tendenz. Ich gehe davon aus, dass er gerne weitermachen würde".
Die Stuttgarter Kickers liegen auch sportlich vor dem morgigen Derby in Führung. Mit 45 Punkten und Platz sieben ist vier Spieltage vor Schluss alles klar. Nach hinten keine Gefahr, nach vorne aber auch keine Chance mehr. Dass es den Kickers, die wie Aalen lange in der Abstiegszone dümpelten, gelang, in der Tabelle nach oben zu schießen, das funktionierte nach dem VfR-Prinzip: Fünf Siege in Folge und alles ist in Butter.
Den letzten Dreier holten die Stuttgarter am vergangenen Wochenende beim 4:1 in Pfullendorf. Dreimal traf Abou Shoura, einmal war Mesic der Torschütze.
Jener Mesic, der im Hinspiel im Aalener Waldstadion den Siegestreffer auf dem Fuß hatte. Doch damals scheiterte er vom Elfmeterpunkt aus an VfR-Schlussmann Tobias Linse, und so war nach 90 Minuten mit einem 0:0 Schluss.
Zurück in die Spur
Nach drei weniger erfolgreichen Spielen liegt es jetzt an den Aalenern selbst, wieder in die Spur zurück zu kehren, die Serie der Blauen zu stoppen. Man könnte fast darauf wetten, dass sich die 22 Schwaben wieder mit einem friedlichen Remis trennen.
Es scheint, als gebe es zwischen den Degerlochern und den Ostälblern eine Seelenverwandschaft, eine Duplizität der Ereignisse. Die letzte Niederlage der beiden gab's nämlich gegen Feucht. (ri)
(Stand: 13.05.2005 00:18 )
http://www.szon.de/lokales/aalen/sport/ ... 30134.html
Der VfR Aalen muss die Testphase verschieben
AALEN/STUTTGART (ri) - Robin Dutt, Trainer der Stuttgarter Kickers, hat alle Freiheiten. Nachdem die Kickers den Klassenerhalt in der Fußball-Regionalliga im Sack haben, will er heute (Anpfiff 14.30 Uhr) gegen den VfR Aalen experimentieren. Die Blauen haben die neue Saison schon im Visier.
Wenn der VfR heute unterm Fernsehturm antritt, dann wird er auf eine umgebaute Kickers-Elf treffen. Seit Suad Rahmanovic beim SV Wehen unterschrieben hat, seither ist der Stürmer (13 Tore) nicht mehr erste Wahl. Denn Dutt will sich schon mal seine Kandidaten für die nächste Runde anschauen. Denn parallel zum Derby der Stuttgarter gegen Aalen spielt die Zweite der Kickers in der Oberliga. Beim Heidenheimer SB (15.30 Uhr) geht es für die Stuttgarter darum, Punkte gegen den Abstieg zu sammeln.
Den Luxus einer Testphase für die neue Saison, den hätte VfR-Chefcoach Slobodan Pajic auch gerne. "Das haben wir vorgehabt", sagt er. Schließlich war alles angerichtet mit den beiden Heimspielen gegen die Mainz und Feucht. Den endgültigen Nichtabstieg wollte der VfR in der vergangenen Woche perfekt machen. Mit "drei oder vier Punkten" hatte Pajic gerechnet.
Dass der Klassenerhalt noch nicht in trockenen Tüchern ist, das schreiben die Aalener den Kräfte zehrenden letzten Wochen zu. Elf Spiele in sieben Wochen haben die Mannschaft platt gemacht, so Pajic: "Wir mussten dem Drei-Tages-Rhythmus Tribut zollen, wir haben am obersten Limit gespielt."
In Stuttgart wird Pajic der Mannschaft der Rückrunde sein Vertrauen schenken. Er kann er auf alle Spieler zurückgreifen. Auch auf Stefan Mittelbach, dessen Platzwunde an der Augenbraue genäht worden war.
Kickers: Köstel; Steinle, Malchow, Barth, Härter; Parmak, Akcay, Gambo, Sager; Mesic, Abou Shoura.
VfR Aalen: Linse; Schiele, Mittelbach, Stickel, da Silva; Zydko, Maier, Okic, Hillebrand; Coulibaly, Sailer.
Schiedsrichter: Sahler (Mutterstadt).
(Stand: 14.05.2005 00:19)
http://www.szon.de/lokales/aalen/sport/ ... 40200.html