Schwache Stuttgarter beinahe rausgekickt
Sindelfingen - Schade. Der Traum vom WFV-Pokalsieg ist ausgeträumt. Im Halbfinale unterlag Landesligist VfL Sindelfingen mit 1:3 gegen den Regionalligisten Stuttgarter Kickers. Verkaufte sich dabei allerdings sehr teuer.
Dabei enttäuschten die Kickers phasenweise maßlos, zeigten allenfalls in den ersten 20 Minuten nach der Pause in etwa das, was man von einer Mannschaft, die drei Klassen höher spielt, erwarten muss. "Sindelfingen ist seinem Ruf als Pokalschreck gerecht geworden", atmete Stuttgarts Coach Robin Dutt nach dem Sieg erleichtert auf. "Gott sei Dank für uns nur von der Spielwiese her, nicht vom Ergebnis." Umso erfreuter war sein Gegenüber Willi Zimmermann über das couragierte Auftreten seiner Mannschaft. "Das größte Kompliment für uns ist doch, das uns ein Regionalligist ernst nimmt."
Schnell wurde deutlich, wie die Marschroute beim VfL lautete. Hinten konzentriert arbeiten. So lange wie möglich ohne Gegentreffer bleiben. Und vorne lauerten Giuseppe Carnevale, Esad Huskic und Majk Vujevic auf Chancen. "Wir wussten um die Gefährlichkeit von diesem Trio", hatte Dutt seine Spieler gewarnt.
Zunächst vergeblich. Nach vier Minuten tankte sich Huskic durch, doch seine Flanke fand keinen Abnehmer. Fünf Minuten später herrschte Alarmstufe dafür rot im Sindelfinger Strafraum, als Abou Shoura einen Flugkopfball knapp neben das Ziel setzte.
Doch beim Gast fehlte der letzte Biss. Im Schongang wollte er zum Erfolg gelangen. Doch mehr als optische Vorteile ließ der VfL nicht zu. Nicht zu verstehen, wie diese stabile Hintermannschaft noch vor ein paar Tagen in Kirchentellinsfurt einem Torso glich. "Wenn Robin Dutt zu einem Punktspiel von uns, kommt versteht er die Welt nicht mehr", wunderte sich Zimmermann.
Nach einer halben Stunde gaben die Kickers-Fans ihre ersten Unmutsbekundungen ab - und die bauten die Sindelfinger damit auf. Vujevic verfehlte das Tor. Und als man sich bereits auf die Nullnummer zur Pause verständigt hatte, was ein Erfolg für den VfL gewesen wäre, fiel sogar ein Tor. Vujevic bediente Carnevale, der traf ins lange Eck - 1:0. Eine optimale Ausbeute.
Der Beginn der zweiten Halbzeit war charakteristisch für die nächsten 20 Minuten. Die Kickers warteten auf dem Rasen wie ein nervöses Rennpferd vor dem Start. Sindelfingen samt Bundesliga-Schiedsrichter Knut Kircher ließen sich Zeit.
Schade eigentlich, dass die Kabinenpredigt von Dutt nicht ins Freie übertragen wurde. Denn plötzlich waren die Stuttgarter viel flinker als in der ersten Hälfte. Vielleicht lag es aber auch an der Einwechslung von Suad Rahmanovic, der für Belebung sorgte. Drei Minuten nach Wiederanpfiff fiel der Ausgleich, Mustafa Akcay flankte, Jens Härter vollstreckte - 1:1. Ausgerechnet Härter, der noch in Freiberg unter der Regie von Zimmermann gespielt hatte. Und weiter ging's im ICE-Tempo. Rahmanovic traf das Außennetz, dann die Latte, Mirnes Mesic den Pfosten. Nach 64 Minuten waren die Verhältnisse wieder zurecht gerückt. Rahmanovic hämmerte die Murmel mit aller Gewalt erst an die Unterkante der Latte und dann ins Netz.
Anschließend bauten die Kickers wieder ab. "Wir haben bis zum 1:3 das Spiel offen gestaltet", ärgerte sich Zimmermann insgeheim, dass seiner Mannschaft eine mögliche Überraschung verwehrt blieb. Der Ausgleich lag ebenso in der Luft wie ein Treffer der Gäste. Vujevic (67.) zielte drüber. Auf der anderen Seite tauchte Rahmanovic (73.) erst frei vor VfL-Torwart Pedro Ferreira auf und scheiterte. Nicht besser erging es dem Stürmer bei einem Kopfball.
In der 79. Minute lag das 2:2 in der Luft. Vujevic bediente Daniel Nobile, doch sein Abschluss war zu schwach. Doch diese Aktion war das Signal für einen furiosen Endspurt. Vor allem die letzten beiden Minuten hatten es in sich. Erst wurde Huskic elfmeterreif gelegt, Kircher ließ Vorteil gelten, den Caglar Özay nicht nutzte. Im Gegenzug erzielte Rahmanovic das 3:1. "Über das Ergebnis freue ich mich. Die Spielweise hat mich geärgert", so Dutt.
Beim VfL fiel die Analyse genau gegenteilig aus.
VfL Sindelfingen: Ferreira, Berberoglu, Klinec, Willer, Almeida, Lulic, Vujevic, Brigadir (74. Venter), Huskic, Arslan (64. Nobile), Carnevale (64. Özay). Tore: 1:0 (44.) Carnevale, 1:1 (48.) Härter, 1:2 (64.) Rahmanovic, 1:3 (90.) Rahmanovic.. Schiedsrichter: Kircher (Tübingen). Zuschauer: 1000.
http://www.bb-live.de/
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"Carnevale hat 20 Kilo zu viel"
Von unserem Redakteur Philipp Hamann
Die Blauen sind in Sindelfingen gerade nochmal mit einem blauen Auge davon gekommen. Dabei wusste Kickers-Trainer Robin Dutt, was auf sein Team zukommt: "Der VfL stand schließlich nicht zu Unrecht im Pokal-Halbfinale."
Nach dem 3:1-Sieg der Kickers sprach die SZ/BZ mit Robin Dutt.
Hand aufs Herz. Hatten Sie den VfL Sindelfingen so stark erwartet?
Robin Dutt (Bild: hajo-sport-foto): "Ja. Der VfL Sindelfingen stand schließlich nicht zu Unrecht im Halbfinale. Die haben mit Crailsheim und Ulm zwei Oberligisten ausgeschaltet und spielen auch in der Landesliga vorne mit. Außerdem hat die Mannschaft mit Esad Huskic, Giuseppe Carnevale und Majk Vujevic drei gefährliche Stürmer."
Zur Halbzeit lag Ihr Team mit 0:1 zurück. Sind Sie sehr laut geworden in der Kabine?
Robin Dutt: "Da fielen in der Tat einige sehr deutliche Worte. Wir sind vor der Pause viel zuviel mit dem Ball am Fuß gelaufen und haben das Passspiel total vernachlässigt. In der zweiten Halbzeit wurde es dann auch besser."
Ist Ihnen beim VfL Sindelfingen ein Spieler aufgefallen, der auch für Ihre Mannschaft interessant wäre?
Robin Dutt: "Natürlich Giuseppe Carnevale, doch leider hat er 20 Kilo zu viel auf den Rippen. Sonst würde er wohl auch in der 2. Bundesliga spielen."
http://www.szbz.de/lokales/sport/Artikel89276.cfm
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Leere Hände nach großem Auftritt
Fußball WFV-Pokal: VfL Sindelfingen Stuttgarter Kickers 1:3 (1:0) / Guiseppe Carnevale trifft gegen seinen ehemaligen Verein
Von unserem Redakteur Steffen Müller
Das blaue Wunder blieb beim Halbfinale im WFV-Pokal gestern Abend zwar aus, dennoch zeigte der VfL Sindelfingen bei der 1:3-Niederlage gegen die Stuttgarter Kickers eine bravouröse Leistung und schnupperte zeitweise sogar an einer Sensation.
Nach 45 Minuten stand den Kickers und deren Anhang das blanke Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Zwar hatte das Team aus Degerloch die erste Hälfte dominiert, klare Chancen brachten die Blauen aber nicht zu Stande. Anders der VfL Sindelfingen mit dem Halbzeitpfiff: Majk Vujevic schickte Guiseppe Carnevale, der setzte sich gegen seinen Gegenspieler durch und traf zum 1:0 für den Landesligisten. So schön kann Fußball sein. Der ehemalige Kickers-Spieler trifft gegen seinen Ex-Club, kann sein Glück kaum fassen, zeiht sich das Trikot über den Kopf und bekommt - so ist die Regel - von Bundesliga-Schiedsrichter Knut Kircher die gelbe Karte. Carnevale und der VfL konnten es verschmerzen. Mit der Führung ging es in die Pause.
Danach wollte der VfL diese so lange wie möglich halten, hoffte darauf, dass die Gäste aus der Regionalliga mit der Zeit nervös werden würden. Doch daraus wurde nichts. In der Pause schien Kickers-Trainer Robin Dutt seiner Mannschaft eine ordentliche Standpauke gehalten haben. Die Blauen kamen mit Stürmer Suad Rahmanovic und viel mehr Elan aus der Kabine. Nach drei Minuten in der zweiten Hälfte war es dann soweit. Mustafa Akcay flankte auf Suad Rahmanovic, der verlängerte per Kopf auf Jens Härter und der traf zum 1:1.
Der VfL musste sich erst wieder berappeln und Suad Rahmanovic hatte zu viel Platz. Zwei Mal nahm er Anlauf, ehe es in der 64. Minute klappte. Er donnerte den Ball aus 20 Meter unhaltbar unter die Latte des Sindelfinger Tores. 1:2.
Doch der VfL gab sich nicht geschlagen. Ganz im Gegenteil. Erst schoss Majk Vujevic nach Vorarbeit von Esad Huskic knapp vorbei, dann war es wieder der starke Vujevic, der den eingewechselten Daniel Nobile bediente. Der versuchte es aber in aussichtsreicher Position mit dem in dieser Situation falschen, seinem starken linken Fuß, heraus kam ein Kullerball. Die Sindelfinger spielten in der Schlussphase auf ein Tor, die Stuttgarter Kickers verteidigten mit Mann und Maus. Die Zuschauer im Floschenstadion trauten ihren Augen nicht.
Zittern bei den Kickers
Acht Minuten vor dem Ende bereitete Majk Vujevic für Balazs Venter vor, doch der versuchte zu schlenzen, anstatt einfach draufzuhalten. Langsam lief die Zeit dem VfL davon. Drei Minuten vor dem Ende tankte sich Esad Huskic durch, wurde im Strafraum zu Fall gebracht, doch Caglar Özay kam an den Ball. Sein Schuss wurde die Beute von Torwart Jasmin Fejzic. Einige Sindelfinger hofften in dieser Situation auf Strafstoß, doch die Pfeife von Knut Kircher blieb stumm.
Erst in der letzten Spielminute wurden die Sindelfinger Hoffnungen vollends zerstört. Nach einem Konter traf Suad Rahmanovic zur endgültigen Entscheidung.
"Das war ein würdiger Abschluss einer tollen Pokalsaison. Ich kann meiner Mannschaft nur ein riesen Kompliment machen", sagte VfL-Trainer Willi Zimmermann nach dem Spiel. "Mit ähnlich konstanten Leistungen in der Landesliga, wären wir jetzt nicht nur Dritter."
VfL Sindelfingen: Ferreira, Berberoglu, Klinec, Willer, Almeida, Lulic, Vujevic, Brigadir (73. Minute Venter), Huskic, Arslan (65. Özay), Carnevale (65. Nobile)
Stuttgarter Kickers: Fejzic, Steinle, Härter, Barth, Akcay (80. Minute Sager), Mesic, Gambo (65. Marchese), Stierle, Gumper, Malchow, Abou Shoura (46. Rahmanovic)
Zuschauer: 1000
Schiedsrichter: Knut Kircher (Rottenburg)
http://www.szbz.de/lokales/sport/Artikel89280.cfm
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Der Steinmetz drückt die Daumen
Von unserem Redakteur Philipp Hamann
Nicht nur die Landesliga-Elf des VfL Sindelfingen verlor gestern Abend gegen die Stuttgarter Kickers, auch die F-Jugend des VfL zog gegen den blauen Nachwuchs den Kürzeren. Zwei Treffer von Pascal Röhm reichten nicht, die Kickers gewannen das Vorspiel knapp mit 3:2.
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Die Pokalpartie der Großen wurde von einem Großen geleitet. Der Rottenburger Bundesliga-Schiedsrichter Knut Kircher pfiff am Montag beim Ergenzinger A-Jugendturnier und am Sonntag die Zweitligapartie zwischen Greuther Fürth gegen den TSV 1860 München.
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In der Halbzeitpause nahm Sindelfingens Spielleiter Siegfried Seider den Schiedsrichter zur Seite und bat ihn vergeblich die Partie vorzeitig abzupfeifen. Da führte der VfL noch mit 1:0.
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Sindelfingens ehemaliger Trainer Thomas Dietsche glaubte nach 45 Minuten an die Pokal-Überraschung: "Der VfL gefällt mir gut. Die Mannschaft steht in der Abwehr ganz gut. Wenn sie nach der Pause dagegenhalten, wird es für die Kickers ganz schwer." Auch Sindelfingens Erster Bürgermeister Helmut Riegger legte sich fest: "Sindelfingen gewinnt mit 1:0." Doch Suad Rahmanovic machte Dietsche und Riegger einen Strich durch die Rechnung.
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Peter Volz ist nicht gerade Stammgast im Floschenstadion. Gestern Abend machte der Sindelfinger Steinmetzmeister eine Ausnahme.Und das aus gutetem Grund. Seine Tochter Daniela ist mit Kickers-Verteidiger Oliver Stierle befreundet. Der 21-Jährige hatte mit den VfL-Angreifern alledings mehr Mühe als gedacht.
http://www.szbz.de/lokales/sport/Artikel89277.cfm