Unten rechts
Verfasst: Montag 30. Mai 2005, 21:37
Aus der Stuttgarter Zeitung vom 28.05.2005, Seite 3:
UNTEN RECHTS
Bierdusche
von Peter Stolterfoht
Jäger, Förster, Schlotterbeck, Finke, Baffoe, Hein, Kmiecik, Elser, Schindler, Kurtenbach, Vollmer. Nicht zu vergessen Olaidotter und Stadler. Trotz aller Stuttgarter Bescheidenheit kann man mit Fug und Recht behaupten: das sind Namen, die um die Welt gegangen sind. Am 20. Juni 1987. Als die Stuttgarter Kickers exactement in dieser Aufstellung im Berliner DFB-Pokalfinale dem damals noch großen Hamburger SV mit Stein, Kaltz, Beiersdorfer und Co. gegenübertraten. Es soll selbst Stuttgarter gegeben haben, denen vor dieser Partie nicht ein Kickers-Spieler namentlich bekannt war. Und heute? Da kann man einer chinesischen Marktfrau morgens um halb sechs die Brocken "Berlin", "Finale" und "87" hinwerfen, und schon rattert sie die Kickers-Namen herunter. Dass Stuttgart damals 1:3 unterlag, kann man hier natürlich vernachlässigen. Darum geht es gar nicht.
Es geht um das alte Spiel, um den Reiz von Klein gegen Groß, Dick gegen Dünn, Linksträger gegen Rechtsträger. Und das Schönste dabei ist, dem Außenseiter vergeblich die Daumen zu drücken. Heute ist übrigens wieder Pokalfinale, das bei uns allerdings gar keine Emotionen auslöst. Bayern München gegen Schalke 04 oder Großkotz gegen Möchtegern-Großkotz. Völlig uninteressant, wer da gewinnt! Deshalb empfiehlt es sich, schon vor dem Schlußpfiff abzuschalten, damit man diese in Mode gekommenen unseligen Bierduschen nicht mit ansehen muss. Oder diese unangebrachten Ehrenrunden der Bayern. Sie sagen jetzt: ganz schön weit ausgeholt. Stimmt. Aber nur so war es möglich, über die Stuttgarter Kickers mal wieder an einem prominenten Platz in dieser Zeitung zu berichten. Jäger, Förster, Schlotterbeck, Finke, Baffoe...
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2006 - ihr werdet es schon sehen!
UNTEN RECHTS
Bierdusche
von Peter Stolterfoht
Jäger, Förster, Schlotterbeck, Finke, Baffoe, Hein, Kmiecik, Elser, Schindler, Kurtenbach, Vollmer. Nicht zu vergessen Olaidotter und Stadler. Trotz aller Stuttgarter Bescheidenheit kann man mit Fug und Recht behaupten: das sind Namen, die um die Welt gegangen sind. Am 20. Juni 1987. Als die Stuttgarter Kickers exactement in dieser Aufstellung im Berliner DFB-Pokalfinale dem damals noch großen Hamburger SV mit Stein, Kaltz, Beiersdorfer und Co. gegenübertraten. Es soll selbst Stuttgarter gegeben haben, denen vor dieser Partie nicht ein Kickers-Spieler namentlich bekannt war. Und heute? Da kann man einer chinesischen Marktfrau morgens um halb sechs die Brocken "Berlin", "Finale" und "87" hinwerfen, und schon rattert sie die Kickers-Namen herunter. Dass Stuttgart damals 1:3 unterlag, kann man hier natürlich vernachlässigen. Darum geht es gar nicht.
Es geht um das alte Spiel, um den Reiz von Klein gegen Groß, Dick gegen Dünn, Linksträger gegen Rechtsträger. Und das Schönste dabei ist, dem Außenseiter vergeblich die Daumen zu drücken. Heute ist übrigens wieder Pokalfinale, das bei uns allerdings gar keine Emotionen auslöst. Bayern München gegen Schalke 04 oder Großkotz gegen Möchtegern-Großkotz. Völlig uninteressant, wer da gewinnt! Deshalb empfiehlt es sich, schon vor dem Schlußpfiff abzuschalten, damit man diese in Mode gekommenen unseligen Bierduschen nicht mit ansehen muss. Oder diese unangebrachten Ehrenrunden der Bayern. Sie sagen jetzt: ganz schön weit ausgeholt. Stimmt. Aber nur so war es möglich, über die Stuttgarter Kickers mal wieder an einem prominenten Platz in dieser Zeitung zu berichten. Jäger, Förster, Schlotterbeck, Finke, Baffoe...
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