Milchraum wie einst Klinsmann
Verfasst: Freitag 3. Juni 2005, 02:42
1860 München: Agostino schwärmt
Milchraum wie einst Klinsmann
Es war das Sahnehäubchen auf einer starken Rückrunde. Knapp neun Minuten waren bei der Premiere in der neuen Allianz Arena am Montag gespielt, als Patrick Milchraum die Sechziger gegen den Club aus Nürnberg in Führung brachte (Endstand 3:2).
Bei seinem Treffer zeigte der 21-Jährige nochmals eindrucksvoll seine Stärken: Antrittsschnelligkeit, ausgezeichnete Technik und enormen Zug zum Tor. "Das ist doch normal, jeder Spieler will treffen", erklärt er lapidar letztgenannte Eigenschaft, die ihm in der Rückrunde immerhin zu vier Treffern und drei Assists verhalf. Zumal Milchraum dann trifft, wenn es darauf ankommt. Zur Erinnerung: Der 1:0-Siegtreffer gegen Cottbus, die wichtigen Führungstore gegen Frankfurt und Aachen sowie der Ausgleich bei Greuther Fürth. Noch Fragen?
Milchraum kam wie Lukasz Szukala unter Rudi Bommer überhaupt nicht zum Zug, schaffte erst bei Reiner Maurer den Durchbruch (16 Spiele, Durchschnittsnote 3,21). "Ich habe meine Chance bekommen und genutzt", lautet daher das zufriedene Saisonfazit des ehemaligen U-20-Nationalspielers, der auf seiner Position im linken Mittelfeld Routinier Marco Gebhardt (32) verdrängt hat. Der Trainer ist voll des Lobes. "Er hat sich sehr gut entwickelt und kann, wenn er sein Potenzial abruft, Karriere machen", sagt Reiner Maurer. Dafür müsse der 1,74 Meter große Flügelflitzer noch robuster im Zweikampf werden und die Kondition verbessern.
Gegen Nürnberg war von diesen Schwächen wenig, dafür umso mehr von den Stärken zu sehen. Da geriet sogar Team-Kollege Paul Agostini ins Schwärmen: "Das ist ein super Junge, hoffentlich war Jürgen Klinsmann im Stadion." Apropos: Der Nationaltrainer begann seine Karriere einst bei den Stuttgarter Kickers. So wie Milchraum, der dort bis vergangenen Sommer spielte. Und die Schwaben haben neben Klinsmann ja auch schon andere Größen wie Guido Buchwald, Karl Allgöwer oder Fredi Bobic herausgebracht, die zu internationalen Ehren gelangten. Nicht das schlechteste Omen für das Talent Milchraum.
Frank Linkesch
Queller: kicker.de
Milchraum ließ die Arena beben
Der 20-Jährige schoss das erste Tor: „Ein Traum“
Patrick Milchraum – ein Name, der sich für ewig in die Geschichtsbücher der Allianz Arena eingeschrieben hat. Ein Schwabe, der vor einem Jahr noch in der 3. Liga bei den Stuttgarter Kickers rumkrebste. Und jetzt erzielte er das erste offizielle Tor in der Allianz Arena. Für den TSV 1860 beim 3:2 gegen Nürnberg. Nach genau acht Minuten und neunzehn Sekunden.
Vor knapp zwei Wochen bei der inoffiziellen Generalprobe war das gleiche ja schon Peter Pacult gelungen, als die Oldies der Löwen die Bayern 3:2 bezwangen. Aber Milchraum hat, wenn man so will, das erste „richtige“ Tor im neuen Münchner Fußballtempel erzielt. Gefeiert wurde er dafür natürlich, als hätte er die Sechziger gerade zur Deutschen Meisterschaft geschossen.
Die Mitspieler erdrückten den 20-Jährigen fast, und die rund 60 000 Löwen-Fans im Stadion waren außer Rand und Band. Weil es auch noch ein wunderbares Tor war. Ein Solo, bei dem Milchraum alles stehen und liegen ließ, was sich ihm in den Weg stellte. Mit einem schöneren Treffer hätte man die Allianz Arena gar nicht einweihen können. Die beiden Tore der Nürnberger konnten da von der Attraktivität her bei weitem nicht mithalten. Ein Abstauber von Kießling (21.) und ein abgefälschter Freistoß von Ketelaer (38.) sorgten immerhin für die Pausenführung der Clubberer.
Die Löwen aber schlugen noch mal zurück. Milchraum (wer sonst) trickste sich am linken Flügel durch, schlug eine Flanke zur Mitte, wo Lance Davids wuchtig zum 2:2 einköpfte (67.). Und zehn Minuten später setzte Milchraum noch einen drauf. Wieder flankte er wohltemperiert in den Strafraum, wo Komljenovic den Ball mit langem Bein ins Tor spitzelte. Ein großartiger Löwen-Abend war zu Ende. Die Sechziger sind in der Allianz Arena angekommen. So sah’s auch Milchraum: „Das war schon ein kleiner Traum. So eine Kulisse setzt Kräfte frei.“ Und Reiner Maurer konnte strahlen: „Das war gigantisch und hat allen Spaß gemacht.“ Begeistert war auch Paul Agostino: „Jetzt haben wir begriffen, dass das unser Stadion ist. Wir werden hier viel Freude haben. Und Milchraum ist ein Super-Spieler. Ich hoffe nur, dass Bundestrainer Jürgen Klinsmann zugeschaut hat…“
CLAUDIUS MAYER
Quelle: www.tz-online.de
Milchraum wie einst Klinsmann
Es war das Sahnehäubchen auf einer starken Rückrunde. Knapp neun Minuten waren bei der Premiere in der neuen Allianz Arena am Montag gespielt, als Patrick Milchraum die Sechziger gegen den Club aus Nürnberg in Führung brachte (Endstand 3:2).
Bei seinem Treffer zeigte der 21-Jährige nochmals eindrucksvoll seine Stärken: Antrittsschnelligkeit, ausgezeichnete Technik und enormen Zug zum Tor. "Das ist doch normal, jeder Spieler will treffen", erklärt er lapidar letztgenannte Eigenschaft, die ihm in der Rückrunde immerhin zu vier Treffern und drei Assists verhalf. Zumal Milchraum dann trifft, wenn es darauf ankommt. Zur Erinnerung: Der 1:0-Siegtreffer gegen Cottbus, die wichtigen Führungstore gegen Frankfurt und Aachen sowie der Ausgleich bei Greuther Fürth. Noch Fragen?
Milchraum kam wie Lukasz Szukala unter Rudi Bommer überhaupt nicht zum Zug, schaffte erst bei Reiner Maurer den Durchbruch (16 Spiele, Durchschnittsnote 3,21). "Ich habe meine Chance bekommen und genutzt", lautet daher das zufriedene Saisonfazit des ehemaligen U-20-Nationalspielers, der auf seiner Position im linken Mittelfeld Routinier Marco Gebhardt (32) verdrängt hat. Der Trainer ist voll des Lobes. "Er hat sich sehr gut entwickelt und kann, wenn er sein Potenzial abruft, Karriere machen", sagt Reiner Maurer. Dafür müsse der 1,74 Meter große Flügelflitzer noch robuster im Zweikampf werden und die Kondition verbessern.
Gegen Nürnberg war von diesen Schwächen wenig, dafür umso mehr von den Stärken zu sehen. Da geriet sogar Team-Kollege Paul Agostini ins Schwärmen: "Das ist ein super Junge, hoffentlich war Jürgen Klinsmann im Stadion." Apropos: Der Nationaltrainer begann seine Karriere einst bei den Stuttgarter Kickers. So wie Milchraum, der dort bis vergangenen Sommer spielte. Und die Schwaben haben neben Klinsmann ja auch schon andere Größen wie Guido Buchwald, Karl Allgöwer oder Fredi Bobic herausgebracht, die zu internationalen Ehren gelangten. Nicht das schlechteste Omen für das Talent Milchraum.
Frank Linkesch
Queller: kicker.de
Milchraum ließ die Arena beben
Der 20-Jährige schoss das erste Tor: „Ein Traum“
Patrick Milchraum – ein Name, der sich für ewig in die Geschichtsbücher der Allianz Arena eingeschrieben hat. Ein Schwabe, der vor einem Jahr noch in der 3. Liga bei den Stuttgarter Kickers rumkrebste. Und jetzt erzielte er das erste offizielle Tor in der Allianz Arena. Für den TSV 1860 beim 3:2 gegen Nürnberg. Nach genau acht Minuten und neunzehn Sekunden.
Vor knapp zwei Wochen bei der inoffiziellen Generalprobe war das gleiche ja schon Peter Pacult gelungen, als die Oldies der Löwen die Bayern 3:2 bezwangen. Aber Milchraum hat, wenn man so will, das erste „richtige“ Tor im neuen Münchner Fußballtempel erzielt. Gefeiert wurde er dafür natürlich, als hätte er die Sechziger gerade zur Deutschen Meisterschaft geschossen.
Die Mitspieler erdrückten den 20-Jährigen fast, und die rund 60 000 Löwen-Fans im Stadion waren außer Rand und Band. Weil es auch noch ein wunderbares Tor war. Ein Solo, bei dem Milchraum alles stehen und liegen ließ, was sich ihm in den Weg stellte. Mit einem schöneren Treffer hätte man die Allianz Arena gar nicht einweihen können. Die beiden Tore der Nürnberger konnten da von der Attraktivität her bei weitem nicht mithalten. Ein Abstauber von Kießling (21.) und ein abgefälschter Freistoß von Ketelaer (38.) sorgten immerhin für die Pausenführung der Clubberer.
Die Löwen aber schlugen noch mal zurück. Milchraum (wer sonst) trickste sich am linken Flügel durch, schlug eine Flanke zur Mitte, wo Lance Davids wuchtig zum 2:2 einköpfte (67.). Und zehn Minuten später setzte Milchraum noch einen drauf. Wieder flankte er wohltemperiert in den Strafraum, wo Komljenovic den Ball mit langem Bein ins Tor spitzelte. Ein großartiger Löwen-Abend war zu Ende. Die Sechziger sind in der Allianz Arena angekommen. So sah’s auch Milchraum: „Das war schon ein kleiner Traum. So eine Kulisse setzt Kräfte frei.“ Und Reiner Maurer konnte strahlen: „Das war gigantisch und hat allen Spaß gemacht.“ Begeistert war auch Paul Agostino: „Jetzt haben wir begriffen, dass das unser Stadion ist. Wir werden hier viel Freude haben. Und Milchraum ist ein Super-Spieler. Ich hoffe nur, dass Bundestrainer Jürgen Klinsmann zugeschaut hat…“
CLAUDIUS MAYER
Quelle: www.tz-online.de