LKZ: Patient auf dem Weg der Besserung
Verfasst: Mittwoch 13. Juli 2005, 08:35
Die Kickers vor der neuen Saison
Patient auf dem Weg der Besserung
Stuttgart - Die Spielzeit in der Fußball-Regionalliga wird für die Stuttgarter Kickers am 6. August mit dem Heimspiel gegen Trier angepfiffen. Für Trainer Robin Dutt könnte sie schon heute beginnen. Unruhig rutscht
VON GUNTER BARNER
er auf seinem Stuhl nach vorn, knotet die Hände zur Faust und spricht mit einer sich steigernden Stimme. "Vergangene Saison waren wir Neunter. Wir wollen uns weiter verbessern'', sagt Dutt und fügt mit breiter Brust hinzu, "Platz fünf wäre wünschenswert.'' Dann nimmt er die Finger zur Hilfe und zählt die Bedingungen auf: Die Neuzugänge müssen einschlagen, das Verletzungspech sollte sich in Grenzen halten, und die Konkurrenten dürfen sich ruhig den einen oder anderen Patzer erlauben.
"In dieser Liga ist alles möglich'', glaubt der Coach, der mit einem gut eingespielten und hungrigen Team den Etablierten das Leben schwer machen will. Mit einem Saisonetat von 1,3 Millionen Euro zählen die Stuttgarter Kickers zu den Bescheidenen der Liga. Doch das Duell im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV (aller Voraussicht nach am 20. August) und das Freundschaftsspiel am nächsten Mittwoch gegen den Schalke 04 (20.30 Uhr, Gazistadion) zu Ehren des verstorbenen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler werden noch den einen oder anderen Euro in die Kasse spülen.
"Wir werden wohl zum ersten Mal während meiner Amtszeit eine Saison haben, in der sich der Verein selbst trägt'', sagt Präsident Hans Kullen - fast auf den Tag genau seit zwei Jahren an der Spitze der Blauen. "Am Anfang war es unheimlich schwer, mit der Situation zurechtzukommen'', erinnert sich Kullen, "schließlich hatte der Aufsichtsrat den Antrag gestellt, in Insolvenz zu gehen. Aber wir haben die Probleme angepackt und gelöst.''
Doch so offensichtlich sich der Patient auf dem Weg der Besserung befindet, so umstritten ist nach wie vor der Führungsstil des Chefs auf der Waldau. Mit einem Wortschatz, der vielen als reichlich gewöhnungsbedürftig erscheint, hat es sich der Versicherungskaufmann aus Hülben so ziemlich mit jedem verscherzt, der bei den Blauen etwas zu sagen hat.
Am morgigen Donnerstag tagen Präsidium und Aufsichtsrat - und wieder einmal wird die wachsende Zahl der Kullen-Kritiker mit ziemlich dicken Hälsen lange Listen vermeintlicher Verfehlungen vorlegen. Wie immer die Sache ausgeht: Die Sympathieskala im blauen Führungszirkel erreicht in diesen Tagen im besten Fall die Werte zwischen Hund und Katz.
Quelle: leonberger-kreiszeitung.de
Patient auf dem Weg der Besserung
Stuttgart - Die Spielzeit in der Fußball-Regionalliga wird für die Stuttgarter Kickers am 6. August mit dem Heimspiel gegen Trier angepfiffen. Für Trainer Robin Dutt könnte sie schon heute beginnen. Unruhig rutscht
VON GUNTER BARNER
er auf seinem Stuhl nach vorn, knotet die Hände zur Faust und spricht mit einer sich steigernden Stimme. "Vergangene Saison waren wir Neunter. Wir wollen uns weiter verbessern'', sagt Dutt und fügt mit breiter Brust hinzu, "Platz fünf wäre wünschenswert.'' Dann nimmt er die Finger zur Hilfe und zählt die Bedingungen auf: Die Neuzugänge müssen einschlagen, das Verletzungspech sollte sich in Grenzen halten, und die Konkurrenten dürfen sich ruhig den einen oder anderen Patzer erlauben.
"In dieser Liga ist alles möglich'', glaubt der Coach, der mit einem gut eingespielten und hungrigen Team den Etablierten das Leben schwer machen will. Mit einem Saisonetat von 1,3 Millionen Euro zählen die Stuttgarter Kickers zu den Bescheidenen der Liga. Doch das Duell im DFB-Pokal gegen den Hamburger SV (aller Voraussicht nach am 20. August) und das Freundschaftsspiel am nächsten Mittwoch gegen den Schalke 04 (20.30 Uhr, Gazistadion) zu Ehren des verstorbenen Präsidenten Axel Dünnwald-Metzler werden noch den einen oder anderen Euro in die Kasse spülen.
"Wir werden wohl zum ersten Mal während meiner Amtszeit eine Saison haben, in der sich der Verein selbst trägt'', sagt Präsident Hans Kullen - fast auf den Tag genau seit zwei Jahren an der Spitze der Blauen. "Am Anfang war es unheimlich schwer, mit der Situation zurechtzukommen'', erinnert sich Kullen, "schließlich hatte der Aufsichtsrat den Antrag gestellt, in Insolvenz zu gehen. Aber wir haben die Probleme angepackt und gelöst.''
Doch so offensichtlich sich der Patient auf dem Weg der Besserung befindet, so umstritten ist nach wie vor der Führungsstil des Chefs auf der Waldau. Mit einem Wortschatz, der vielen als reichlich gewöhnungsbedürftig erscheint, hat es sich der Versicherungskaufmann aus Hülben so ziemlich mit jedem verscherzt, der bei den Blauen etwas zu sagen hat.
Am morgigen Donnerstag tagen Präsidium und Aufsichtsrat - und wieder einmal wird die wachsende Zahl der Kullen-Kritiker mit ziemlich dicken Hälsen lange Listen vermeintlicher Verfehlungen vorlegen. Wie immer die Sache ausgeht: Die Sympathieskala im blauen Führungszirkel erreicht in diesen Tagen im besten Fall die Werte zwischen Hund und Katz.
Quelle: leonberger-kreiszeitung.de