Oberligist SV Weingarten am Ende!
Verfasst: Donnerstag 14. Juli 2005, 13:45
Weingarten am Ende – Haag kämpft
Am Montagabend noch schwappte das Gerücht durch die Gemeinde Weingarten, ein ortsansässiger Großlandwirt sei willens, dem SVW die zu seiner Rettung erforderlichen 187 000 Euro zu spendieren und so das Insolvenzverfahren abzuwenden.
Dies war jedoch nicht mehr als der berühmte letzte Hoffnungsfunke: Denn nun ist klar, dass es kommende Saison in Weingarten keinen Oberliga-Fußball geben wird: Der Mannheimer Rechtsanwalt Martin Wiedemann, eingesetzt als vorläufiger Insolvenzverwalter, hat sein Gutachten an das Amtsgericht Landau weitergereicht. Dieses eröffnete am Dienstag, 10 Uhr, unter dem Aktenzeichen 3 IN 62/05 das Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit. Wiedemann hat bereits angezeigt, dass die Insolvenzmasse zur Erfüllung der Verbindlichkeiten nicht ausreicht.
Die Konsequenzen treffen die Oberliga, wo der SVW als erster Absteiger feststünde und die Gegner, wie Klassenleiter Hans-Bernd Hemmler zuletzt mehrfach betonte, spielfrei sein werden, und wohl auch die 2. Mannschaft in der Bezirksklasse. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zweite den Spielbetrieb aufnimmt", sagt Verwaltungsratschef Hans Siegrist.
Der Verein, dem der Bau der Arena letztlich das Genick brach, besteht bis zur vollständigen Abwicklung des Verfahrens quasi nur als Hülle. Sollte er nicht gesundet aus der Insolvenz hervorgehen, wird er aus dem Vereinsregister gestrichen.
Die Führungsriege des SV Weingarten hatte in den vergangenen Tagen alles versucht, um den Klub noch zu retten. Sogar Dietmar Hopp, Gründer des Software-Unternehmens SAP, wurde kontaktiert. "Auch ich habe viele Gespräche mit potenziellen Geldgebern geführt, aber keines war zielführend", sagt Wiedemann.
Der Hoffnung, der SVW könne nach dem Insolvenzverfahren als gesundet betrachtet werden – dies gelang Borussia Neunkirchen im Frühjahr 2004 nach rund einjährigem Verfahren – erteilt der Insolvenzverwalter eine Absage: "Ich habe äußerste Bedenken …" Der sportliche Leiter Heiko Magin rang um Fassung: "Mir tut es auch leid für Trainer Günther Birkle, der bis zuletzt mit nur 15 Spielern Tolles geleistet hat. Vor ihm ziehe ich den Hut."
Ex-Coach Helmut Behr, der den SVW von der Kreis- bis in die Oberliga geführt hatte, reagierte betroffen: "Das tut brutal weh." Er ergänzt: "Wir hatten damals 160 Sponsoren und hätten auch auf einem anderen Weg ein angesehener Oberligist werden können …"
Bitter ist diese Entwicklung für die Spvgg Ingelheim, die als bester Absteiger den Platz des SVW eingenommen hätte, wenn das Insolvenzverfahren vor dem 30. Juni eröffnet worden wäre. Doch der Spvgg-Vorsitzende Bert Haag kämpft: Zum einen ließ er die Spruchkammer des Regionalverbandes Südwest wie auch den DFB per Anwalt auffordern, den SVW vom Spielbetrieb auszuschließen, da das vorläufige Insolvenzverfahren bereits am 23. Juni eröffnet worden sei. Des weiteren prüft der Klub den Gang vor ein ordentliches Gericht.
Andreas Böhm, kicker.de
Am Montagabend noch schwappte das Gerücht durch die Gemeinde Weingarten, ein ortsansässiger Großlandwirt sei willens, dem SVW die zu seiner Rettung erforderlichen 187 000 Euro zu spendieren und so das Insolvenzverfahren abzuwenden.
Dies war jedoch nicht mehr als der berühmte letzte Hoffnungsfunke: Denn nun ist klar, dass es kommende Saison in Weingarten keinen Oberliga-Fußball geben wird: Der Mannheimer Rechtsanwalt Martin Wiedemann, eingesetzt als vorläufiger Insolvenzverwalter, hat sein Gutachten an das Amtsgericht Landau weitergereicht. Dieses eröffnete am Dienstag, 10 Uhr, unter dem Aktenzeichen 3 IN 62/05 das Insolvenzverfahren wegen Überschuldung und Zahlungsunfähigkeit. Wiedemann hat bereits angezeigt, dass die Insolvenzmasse zur Erfüllung der Verbindlichkeiten nicht ausreicht.
Die Konsequenzen treffen die Oberliga, wo der SVW als erster Absteiger feststünde und die Gegner, wie Klassenleiter Hans-Bernd Hemmler zuletzt mehrfach betonte, spielfrei sein werden, und wohl auch die 2. Mannschaft in der Bezirksklasse. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zweite den Spielbetrieb aufnimmt", sagt Verwaltungsratschef Hans Siegrist.
Der Verein, dem der Bau der Arena letztlich das Genick brach, besteht bis zur vollständigen Abwicklung des Verfahrens quasi nur als Hülle. Sollte er nicht gesundet aus der Insolvenz hervorgehen, wird er aus dem Vereinsregister gestrichen.
Die Führungsriege des SV Weingarten hatte in den vergangenen Tagen alles versucht, um den Klub noch zu retten. Sogar Dietmar Hopp, Gründer des Software-Unternehmens SAP, wurde kontaktiert. "Auch ich habe viele Gespräche mit potenziellen Geldgebern geführt, aber keines war zielführend", sagt Wiedemann.
Der Hoffnung, der SVW könne nach dem Insolvenzverfahren als gesundet betrachtet werden – dies gelang Borussia Neunkirchen im Frühjahr 2004 nach rund einjährigem Verfahren – erteilt der Insolvenzverwalter eine Absage: "Ich habe äußerste Bedenken …" Der sportliche Leiter Heiko Magin rang um Fassung: "Mir tut es auch leid für Trainer Günther Birkle, der bis zuletzt mit nur 15 Spielern Tolles geleistet hat. Vor ihm ziehe ich den Hut."
Ex-Coach Helmut Behr, der den SVW von der Kreis- bis in die Oberliga geführt hatte, reagierte betroffen: "Das tut brutal weh." Er ergänzt: "Wir hatten damals 160 Sponsoren und hätten auch auf einem anderen Weg ein angesehener Oberligist werden können …"
Bitter ist diese Entwicklung für die Spvgg Ingelheim, die als bester Absteiger den Platz des SVW eingenommen hätte, wenn das Insolvenzverfahren vor dem 30. Juni eröffnet worden wäre. Doch der Spvgg-Vorsitzende Bert Haag kämpft: Zum einen ließ er die Spruchkammer des Regionalverbandes Südwest wie auch den DFB per Anwalt auffordern, den SVW vom Spielbetrieb auszuschließen, da das vorläufige Insolvenzverfahren bereits am 23. Juni eröffnet worden sei. Des weiteren prüft der Klub den Gang vor ein ordentliches Gericht.
Andreas Böhm, kicker.de