1:1 im Regionalliga-Vergleich
Stuttgarter Kickers – Hertha BSC BerlinII lockte 450 Fans nach Rottenburg
ROTTENBURG (tzu). Hochklassiger Fußball im Rottenburger Hohenbergstadion: 450 Zuschauer sahen die Regionalligisten Stuttgarter Kickers und Hertha BSC BerlinII 1:1 kicken.
Eine Viertelstunde vor Spielschluss stand Sven Sökler von der Ersatzbank auf, joggte in leichtem Trab auf der Tartanbahn. Der Ex-Ergenzinger macht sich warm? Nix da: Sökler, der vom TuS Ergenzingen zu den Stuttgarter Kickers wechselte, stellte für seine Mitspieler auf der Gegenseite eine Trinkflasche hin.
Kein Einsatz also für den 20-jährigen Dribbelkünstler in heimischer Umgebung. Enttäuscht? „Nein, ich bin noch ein bisschen angeschlagen wegen einer Fußprellung“. Kickers-Trainer Robin Dutt macht Sökler, wenn auch vorsichtig, Mut: „Man sieht schon, dass er Talent hat.“ Sökler gefällt es jedenfalls in Stuttgart: „Eine super Truppe, es geht hier halt viel schneller und körperbetonter zur Sache.“
Gegen den Nord-Regionalligisten Hertha BSC ließ Dutt auf dem seifigen Rottenburger Rasen die Elf auflaufen, die wohl auch zum Saisonstart am 6.August gegen Eintracht Trier die besten Aussichten hat. Und die Hertha-Reserve hatte immerhin Ex-Bundesliga-Profis wie Andreas Schmidt (174 Erstliga-Spiele für Hertha BSC) und Ante Covic (früher VfB Stuttgart) in ihren Reihen. FCR-Pressechef Herbert Noll war deshalb vor dem Spiel auch zuversichtlich, dass „so 400 bis 500 Zuschauer kommen werden“. Guter Tipp!
Schon vor dem Regionalliga-Duell gastierte höherklassiger Fußball in Rottenburg: Landesligist SV03 Tübingen testete gegen den Bezirksligisten vom FCR. 1:1 (0:0) trennten sich beide, für den SV03 traf Ferhat Yilmaz (70.), für den FCR Gino Salonia (72.).
Mehr Tore gab es auch danach nicht: Kickers und HerthaII rückten mit ihren Viererketten schnell auf, machten mittels Pressing den Raum richtig eng – zu eng für wertvolle Offensivaktionen. Eine Desorientierung in der Kickers-Innenverteidigung nutzte Hertha zur Führung: Der gebürtige Berliner Schmidt spielte mit einem langen Steilpass genau durch die Abwehr (17.), Ante Covic war durch und traf zum 1:0.
Stuttgart erzielte den Ausgleich nach selbigem Schema: Nach einem Berliner Ballverlust Steilpass von Mustafa Parmak von der Mittellinie (42.), Kickers-Spielführer Mirnes Mesic lief der aufgerückten Hertha-Abwehr davon und schoss das 1:1. „Da müssen die Jungs noch das richtige Maß finden, so einen Ball vorher einfach mal wegzupoppen“, berlinerte Hertha-Trainer Karsten Heine. Der 50-Jährige hatte vor zehn Jahren schon mal die Profis von Hertha trainiert.
Und lobte sein mit den Routiniers Covic und Schmidt verstärktes U23-Team: „Ein ordentlicher Test gegen die sehr robusten und zweikampfstarken Kickers.“ Sogar ganz ordentlich: Die Hertha-Abwehr mit dem Hünen Assani Lukimya-Mulongoti (Stadionsprecher Herbert Noll ließ vorsichtshalber einen Hertha-Verantwortlichen den Namen vorlesen).
HerthaBSC Berlin gegen Stuttgarter Kickers gibt es übrigens am 3.August (18.30Uhr) wieder in Rottenburg: Auch die B-Jugend der Hertha – aktueller Deutscher Meister! – macht wie die U23 ein Trainingslager am Schliffkopf (Schwarzwald). Und kommt zum Abschluss ins Hohenbergstadion zu einem Test gegen die vom Tübinger Wolfgang Schneck trainierte Bundesliga-A-Jugend der Stuttgarter Kickers.
Im Banne des Balls: Bashiru Gambo von den Stuttgarter Kickers schirmt das Leder gegen zwei Berliner Kicker ab.