WFV-Pokal, Achtelfinale
FC Frickenhausen unterliegt dem Stuttgarter Regionalligisten nach großem Kampf mit 0:3 Toren
17.08.2005 © Redakteur
Dem FC Frickenhausen ist der große Coup nicht gelungen. Im Achtelfinale des WFV-Pokals mussten sich Klaus Fischers Schützlinge gestern Abend im eigenen Stadion vor rund 600 Zuschauern dem Regionalligisten Stuttgarter Kickers mit 0:3 beugen. Eine ehrenvolle Niederlage, denn die Gastgeber boten den drei Klassen höher spielenden „Blauen“ einen mutigen Kampf und mit ein bisschen Glück hätten sie sogar den Ehrentreffer erzielen können.
Kickers-Trainer Robin Dutt hatte Wort gehalten. Bis auf die Verletzten brachte er fast seine komplette erste Garnitur aufs Feld und die legte keineswegs den Schongang ein, machte im Gegenteil neunzig Minuten lang Dampf und hätte seine junge Truppe in der Schussviertelstunde mehr Konsequenz beziehungsweise Kaltschnäuzigkeit an den Tag gelegt, FC-Keeper Vangöl hätte noch ein paarmal hinter sich greifen müssen.
Dies allerdings schmälert die Vorstellung der Frickenhäuser nicht. Sie spielten von Beginn an munter mit, zeigten keinerlei Respekt vor dem großen Gegner und suchten – sehr zur Erbauung der 600 Zuschauer – ihr Heil in der Flucht nach vorne. Und siehe da, schon ergab sich die eine oder andere Chance. Erst Mitte der zweiten Halbzeit ließen beim Landesligisten die Kräfte sichtlich nach, während die Kickers noch einmal Dampf aufmachten und spielerische Klasse bewiesen.
Es begann wie erwartet. Der FC agierte aus einer verstärkten Abwehr heraus, sichtlich bemüht, ein frühes Gegentor zu vermeiden im Wissen darum, dass ein solches möglicherweise die Dämme brechen lassen würde. Und sie standen gut hinten, die Gastgeber, räumten ab, was kam und wurden nach zehn Minuten richtig frech, da donnerte Sertan Kanarya den Ball übers Kickers-Tor.
Das schmeckte dem Regionalligisten, der bis dahin seinen Rhythmus noch nicht gefunden hatte, überhaupt nicht. Er verstärkte seine Angriffsbemühungen und FC-Keeper Oygar Vangöl stand gleich mehrere Male im Brennpunkt des Geschehens. Zum Glück für die Täles-Elf zielten die Kickers ziemlich schlecht. Dann wie aus heiterem Himmel das 0:1, bezeichnenderweise musste eine Standardsituation herhalten. Timo Schlabach schlug einen Eckball direkt auf den Kopf von Daniel Sager und Vangöl war geschlagen.
Sicherlich war diese Führung für die Gäste aufgrund der größeren Spielanteile nicht unverdient. Der Treffer zeigte aber bei Klaus Fischers Schützlingen keine Wirkung, wenigstens versteckten sie sich nicht, spielten im Gegenteil weiterhin mutig nach vorne. Und dafür wären sie fast belohnt worden, aber der Kopfball von Stefan Jankofsky zischte knapp am Gehäuse vorbei. Kickers-Schlussmann Michael Grauer wäre geschlagen gewesen. Noch vor der Pause schlugen die Gäste ein zweites Mal zu. Erneut Sager ließ Vangöl mit einem trockenen Schuss von der Strafraumgrenze keine Chance. Dann beendete der gute Schiedsrichter Marco Fritz aus Winnenden, der mit der fairen Partie freilich auch keinerlei Probleme hatte, die erste Halbzeit.
In den zweiten 45 Minuten setzte sich in der Gesamtsicht die spielerische Überlegenheit des Favoriten durch. Es sind eben immer wieder diese kleinen Augenblicke des gekonnten Kurzpassspiels, die den Klassenunterschied ausmachen. So bekam Oygar Vangöl im Frickenhäuser Kasten immer mehr zu tun. In der 58. Minute musste er gegen den anlaufenden Mesic alles riskieren, um weiteren Flurschaden zu verhindern. Sechs Minuten später brachte er gerade noch die Fäuste an einen Flankenball und nur kurz darauf stand ihm Fortuna zur Seite, als dem völlig freistehenden Sager der Ball über den Scheitel rutschte. Da wäre eigentlich das 0:3 fällig gewesen.
Mitte der zweiten Halbzeit verdeutlichte sich der Frontenverlauf zwischen den Kontrahenten. Die Kickers übernahmen mehr und mehr die Initiative, waren jetzt Herr des Geschehens. In der 69. Minute schloss Boris Gatzky einen brillanten Angriff über den rechten Flügel zum 0:3 ab. Diesem Spielzug applaudierten sogar die heimischen Fans.
Am Ende war es dann doch eine mehr oder weniger klare Sache. Während bei den aufopferungsvoll kämpfenden Gastgebern so langsam die Kraft nachließ, ruhten sich die Stuttgarter nicht auf ihrem Vorsprung aus, sondern marschierten weiterhin in Richtung FC-Tor. Gleich mehrere ganz dicke Chancen ließen sie ungenutzt und so gesehen ist der FC Frickenhausen glimpflich davongekommen.
Kickers-Trainer Robin Dutt war zufrieden: „Wir haben uns wie immer schwer getan, unsere Aufgabe aber gelöst. Bei Frickenhausen hat am Schluss die Kraft gefehlt.“ FC-Coach Klaus Fischer dagegen: „Wir haben uns zu wenig gezeigt, wir hätten mehr Mut an den Tag legen müssen. Aber die Kickers waren schneller, spritziger und ballsicherer. Mit dem 0:3 kann ich gut leben.“
Auszug aus der NTZ:
Redakteur: WOLFGANG FRITZ
1. FC Frickenhausen:
Vangöl; Laudage, Turan, Jankofsky, Laskowski, Kanarya (61. Schlotterer), Kütri, S. Bader, J. Bader (52. Karatailidis), Lude, Ahmad (52. Kahriman).
Stuttgarter Kickers
Grauer; Steinle (46. Chatzis), Härter, Wildersinn, Akcay (70. Sökler), Sager, Mesic (68. Gatzky), Schlabach, Marchese, Kanitz, Heilemann.
Schiedsrichter: Fritz, Winnenden
Zuschauer: 600
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