[Vorberichte] Kickers - Wehen
Verfasst: Dienstag 23. August 2005, 11:05
Catic für die linke Außenbahn
Wehen verpflichtet Bosnier und hofft auf Ende der Abschlussschwäche
Vom 23.08.2005
WEHEN Nun hat auch das Wehener Fußballtrikot mit der Nummer 27 einen Besitzer: Hajrudin Catic heißt er, ist 30 Jahre alt und für die linke Außenbahn vorgesehen - vielleicht sogar schon im morgigen Regionalliga-Spiel bei den Stuttgarter Kickers.
Von
Henning Kunz
Die erste (und möglicherweise letzte) Lücke haben die Verantwortlichen des SV Wehen mit Leben gefüllt. Konkreter mit dem 147-fachen Zweitligaprofi Hajrudin Catic, der sich nach einem wenig erbaulichen Engagement bei Union Berlin inklusive Abstieg in die Oberliga Nordost auf Arbeitssuche befand, nun eine Woche lang auf dem Halberg vor- und mittrainieren durfte. In dieser kurzen Zeit hat er die entscheidenden Leute überzeugt, ein Weilchen länger beim Fußball-Regionalligisten bleiben zu dürfen. Ob der 30 Jahre alte Catic die letzte Neuerwerbung der Taunussteiner vor Transferultimo bleibt, darf als ungewiss gelten, zumal der 1,80 Meter große Bosnier ein Mann für die linke Bahn ist - weniger für die Spitze. Seine zwölf Tore, die er in jenen 147Partien für Rot-Weiß Oberhausen, Waldhof Mannheim und Fortuna Köln im Bundesliga-Unterhaus erzielte, lassen kaum vermuten, dass die Wehener einen Knipser verpflichtet haben. Doch war es nicht genau solch ein Akteur, ein Angreifer mit Torriecher, nachdem die Wehener Ausschau gehalten haben? Ja und Nein, sagt etwa Teammanager Rudi Collet, "wir sahen zuallererst einen Notstand auf der linken Position." Hajrudin Catic soll dort für Abhilfe sorgen - noch ist unklar, ob er das bereits morgen im Auswärtsspiel bei den Stuttgarter Kickers (19 Uhr) tun wird. "Vielleicht reicht´s ja für eine Halbzeit oder für 30 Minuten", spekuliert Collet.
Gut wär´s eigentlich, findet Catics neuer Arbeitskollege Suad Rahmanovic, "man sieht, dass er etwas drauf hat, dass er eine Menge Erfahrung mitbringt. Er könnte uns weiterbringen". Der 24 Jahre alte Angreifer hat am Samstag mal wieder bei seinen ehemaligen Kumpels in Stuttgart-Degerloch vorbeigeschaut, das Pokalspiel der Kickers gegen den HSV begutachtet. Sein Ex-Klub hielt sich eine geschlagene Stunde erstaunlich gut, durfte lange auf eine Überraschung hoffen, brach erst nach dem 1:2 ein. Bis dahin war kaum ein Unterschied auszumachen. Beeindruckt? "Ehrlich gesagt: nicht wirklich", entgegnet Rahmanovic, "die haben kämpferisch so dagegen gehalten, wie ich das kenne. Aber das war´s auch schon." Der Mann ist fest davon überzeugt, "dass wir morgen dort was mitnehmen können, wenn wir ein bisschen mehr Glück im Abschluss haben".
Freundlicherweise liefert er gleich das Stichwort zur größten Wehener Sorge mit. Die Leistungen waren passabel, die Torausbeute ungenügend, von einem Stürmerproblem war plötzlich die Rede. "Nach zwei Spielen kannst du nicht von einem Stürmerproblem sprechen", meint Angreifer Thomas Brendel, "ich würde es schlicht und einfach Abschlussproblem nennen." Basta. "Aber das pendelt sich mit der Zeit sicher ein." Im Testspiel gegen Leverkusen lief es für ihn prächtig. Brendel, in der Vorbereitung durch eine Knieverletzung gehandicapt, erzielte zwei Tore. Nun geht er davon aus, "dass ich gegen die Kickers spiele". Als einzige Wehener Spitze. Hieße: Brendel für Rahmanovic.
Unabhängig davon, wer stürme, welche Elf auf dem Platz stehe, "müssen wir in allen Mannschaftsteilen geschlossener und geordneter spielen", findet Thomas Brendel, der natürlich bemerkt hat, dass der Druck mit jedem nicht gewonnenen Match größer wird. In den ersten beiden Begegnungen habe er das Gefühl gehabt, "dass wir nach einem Gegentor zu nervös sind und uns die Kraft fehlt, etwas entgegen zu setzen". Oder ein Tor. Das setzt neue Kräfte frei. Und manchmal beseitigt es alle Sorgen.
http://www.wiesbadener-kurier.de/sport/ ... id=2012001
Wehen verpflichtet Bosnier und hofft auf Ende der Abschlussschwäche
Vom 23.08.2005
WEHEN Nun hat auch das Wehener Fußballtrikot mit der Nummer 27 einen Besitzer: Hajrudin Catic heißt er, ist 30 Jahre alt und für die linke Außenbahn vorgesehen - vielleicht sogar schon im morgigen Regionalliga-Spiel bei den Stuttgarter Kickers.
Von
Henning Kunz
Die erste (und möglicherweise letzte) Lücke haben die Verantwortlichen des SV Wehen mit Leben gefüllt. Konkreter mit dem 147-fachen Zweitligaprofi Hajrudin Catic, der sich nach einem wenig erbaulichen Engagement bei Union Berlin inklusive Abstieg in die Oberliga Nordost auf Arbeitssuche befand, nun eine Woche lang auf dem Halberg vor- und mittrainieren durfte. In dieser kurzen Zeit hat er die entscheidenden Leute überzeugt, ein Weilchen länger beim Fußball-Regionalligisten bleiben zu dürfen. Ob der 30 Jahre alte Catic die letzte Neuerwerbung der Taunussteiner vor Transferultimo bleibt, darf als ungewiss gelten, zumal der 1,80 Meter große Bosnier ein Mann für die linke Bahn ist - weniger für die Spitze. Seine zwölf Tore, die er in jenen 147Partien für Rot-Weiß Oberhausen, Waldhof Mannheim und Fortuna Köln im Bundesliga-Unterhaus erzielte, lassen kaum vermuten, dass die Wehener einen Knipser verpflichtet haben. Doch war es nicht genau solch ein Akteur, ein Angreifer mit Torriecher, nachdem die Wehener Ausschau gehalten haben? Ja und Nein, sagt etwa Teammanager Rudi Collet, "wir sahen zuallererst einen Notstand auf der linken Position." Hajrudin Catic soll dort für Abhilfe sorgen - noch ist unklar, ob er das bereits morgen im Auswärtsspiel bei den Stuttgarter Kickers (19 Uhr) tun wird. "Vielleicht reicht´s ja für eine Halbzeit oder für 30 Minuten", spekuliert Collet.
Gut wär´s eigentlich, findet Catics neuer Arbeitskollege Suad Rahmanovic, "man sieht, dass er etwas drauf hat, dass er eine Menge Erfahrung mitbringt. Er könnte uns weiterbringen". Der 24 Jahre alte Angreifer hat am Samstag mal wieder bei seinen ehemaligen Kumpels in Stuttgart-Degerloch vorbeigeschaut, das Pokalspiel der Kickers gegen den HSV begutachtet. Sein Ex-Klub hielt sich eine geschlagene Stunde erstaunlich gut, durfte lange auf eine Überraschung hoffen, brach erst nach dem 1:2 ein. Bis dahin war kaum ein Unterschied auszumachen. Beeindruckt? "Ehrlich gesagt: nicht wirklich", entgegnet Rahmanovic, "die haben kämpferisch so dagegen gehalten, wie ich das kenne. Aber das war´s auch schon." Der Mann ist fest davon überzeugt, "dass wir morgen dort was mitnehmen können, wenn wir ein bisschen mehr Glück im Abschluss haben".
Freundlicherweise liefert er gleich das Stichwort zur größten Wehener Sorge mit. Die Leistungen waren passabel, die Torausbeute ungenügend, von einem Stürmerproblem war plötzlich die Rede. "Nach zwei Spielen kannst du nicht von einem Stürmerproblem sprechen", meint Angreifer Thomas Brendel, "ich würde es schlicht und einfach Abschlussproblem nennen." Basta. "Aber das pendelt sich mit der Zeit sicher ein." Im Testspiel gegen Leverkusen lief es für ihn prächtig. Brendel, in der Vorbereitung durch eine Knieverletzung gehandicapt, erzielte zwei Tore. Nun geht er davon aus, "dass ich gegen die Kickers spiele". Als einzige Wehener Spitze. Hieße: Brendel für Rahmanovic.
Unabhängig davon, wer stürme, welche Elf auf dem Platz stehe, "müssen wir in allen Mannschaftsteilen geschlossener und geordneter spielen", findet Thomas Brendel, der natürlich bemerkt hat, dass der Druck mit jedem nicht gewonnenen Match größer wird. In den ersten beiden Begegnungen habe er das Gefühl gehabt, "dass wir nach einem Gegentor zu nervös sind und uns die Kraft fehlt, etwas entgegen zu setzen". Oder ein Tor. Das setzt neue Kräfte frei. Und manchmal beseitigt es alle Sorgen.
http://www.wiesbadener-kurier.de/sport/ ... id=2012001