Dutt im Dialog, Teil V
Verfasst: Montag 12. September 2005, 15:25
1. Herr Dutt, was sind Ihre Lehren aus dem Spiel in München? Aus Sicht der meisten Fans waren zwei Dinge offensichtlich: Erstens: Die Ausfälle von drei kreativen Mittelfeldspielern konnten nicht kompensiert werden. Zweitens: Wenn Mesic, Schlabach und Akwuegbu von Anfang an spielen, gibt es keinerlei offensive Alternativen mehr, durch die man in der zweiten Halbzeit neuen Schwung bringen könnte. Wie sehen Sie das?
Unser Problem war nicht, in der zweiten Halbzeit mehr Schwung bringen zu müssen, sondern in der ersten Halbzeit taktisch disziplinierter zu spielen. Bereits gegen Trier, Regensburg und Pfullendorf war dies der Fall. Weiter Alternativen zu diskutieren, würde also von dem eigentlichen Problem ablenken. Immerhin sind wir in vier der sechs Spielen zunächst in Rückstand geraten. Das ist unbefriedigend. Hier muss ich den Hebel in der Trainingsarbeit ansetzen.
2. Gibt es finanziellen Spielraum, dass man sich in der Winterpause eventuell noch einmal verstärken könnte? Wenn ja: Wo sehen Sie Handlungsbedarf?
Finanziellen Spielraum gibt es nur, wenn ein Spieler uns verlässt oder ein Sponsor uns zusätzliche Einnahmen beschert. Einen Handlungsbedarf möchte ich jetzt nicht diskutieren, sondern lieber mit den vorhandenen Spielern versuchen, daß best möglichste zu erreichen.
3. Was wird nun aus Niko Chatzis? Bleibt er bis zur Winterpause dauerhaft im Amateurteam?
Niko trainiert voll mit der 1.Mannschaft und kann, wenn er nicht eingesetzt wird, auf Wunsch der 2. Mannschaft dort spielen.
4. Fredi Bobic trainiert mit der Mannschaft. Wie bringt er sich ein? Hat das Auswirkungen auf die Mannschaft? Ist er definitiv kein Thema für die Blauen?
Fredi bringt sich sehr gut ein. Er spricht auf meinen Wunsch hin immer wieder mit den Spielern und gibt seine Erfahrungen weiter. Auswirkungen? Fredi ist ein positiver Typ. Und alles positive hilft uns auch weiter. Die Kickers sind definitiv kein Thema für Fredi Bobic.
5. Müssen die Spieler, die wegen Meckerns oder Ballwegschlagen eine Gelbe Karte erhalten, eigentlich eine Geldstrafen an den Verein zahlen? Sie schaden ja dem Verein, weil sie so schneller auf 5 Stück kommen. Wir denken vor allem an Mesic, der in München erneut wegen Meckerns verwarnt wurde.
Es gibt Sanktionen verschiedenster Art. Ich bitte aber um Verständnis, daß ich über diese Internas nichts sagen möchte.
6. Nach mittlerweile sechs Spieltagen der Regionalliga: Sind sie von einer Mannschaft überrascht, sowohl positiv als auch negativ?
Ja. Von uns. Positiv: Weil wir uns inzwischen vor niemanden mehr verstecken müssen und es die Gegner verdammt schwer haben gegen uns zu gewinnen. Negativ: Weil wir aus unseren Möglichkeiten viel zu wenig Punkte geholt haben.
7. Das Team verfügt mit Braun, Gambo, Parmak, Schlabach über eine Vielzahl schneller Spieler. Ist zukünftig nicht auch ein Systemwechsel auf 4-3-3 denkbar, mit einem Stoßstürmer und zwei schnellen Außenstürmern, wie es beispielsweise Uwe Rapolder erfolgreich praktiziert?
Es gibt viele Systeme die zum Erfolg führen. Mein System ist das 4-4-2, mit zwei zentralen Stürmern und zwei schnellen äusseren Mittelfeldspielern. Wichtig ist, daß man das System das man spielt, perfekt beherrscht. Sowohl defensiv als auch offensiv. Selbst im alt ehrwürdigen 3-5-2 System mit Libero kann man wie wir wissen Europameister werden...
8. Sie sprachen schon öfter an, dass gerade von der Haupttribüne oftmals sehr kontraproduktive Inhalte artikuliert werden. Ist bei ihnen ein "Ausraster" a la Sammer (in der letzten Saison) denkbar, oder gehen sie damit während eines Spieles anders um?
In der Regel habe ich mich im Griff. Jedoch kann ich einen Ausraster nicht ausschliessen, schließlich werden während den 90 Minuten sehr viele Emotionen frei gesetzt. Als Trainer empfiehlt es sich aber eher besonnen zu reagieren. Da muß ich auch noch etwas ruhiger werden.
9. Haben sie schon mal von der Ditzingen Connection gehört? Ihre Meinung dazu?
Ja klar. Damit sind Kahraman Erdin, Marcus Sorg, Achim Cast, meine Person und sonst alle Personen gemeint die sowohl bei den Kickers als auch in Ditzingen tätig waren. Darüber kann ich nur schmunzeln. Nicht einer der genannten oder auch nicht genannten Personen kannte ich aus einer gemeinsamen Zeit in Ditzingen. Den ersten den ich kennengelernt habe war Marcus Sorg. Wir lernten uns im Jahr 2000 beim A-Lizenz Lehrgang in Karlsruhe kennen. Ein halbes Jahr später hat er mich dem Präsidium der Kickers als Amateurtrainer vorgeschlagen. Der Rest ist bekannt.
10. Spüren Sie die Wertschätzung, Anerkennung und Beliebtheit, die Ihnen von Seiten der Fans entgegengebracht wird, bzw. die sie bei den Fans haben? Was bedeutet Ihnen das und wie gehen Sie damit um? Und welche Auswirkungen hat das, für Ihre Position innerhalb des Vereins?
Vielen Dank. Ja, ich spüre sie. Gerade in einem Verein wie den Kickers, wo der Trainerstuhl in der Vergangenheit meist schon am 1. Arbeitstag leicht angesägt war, bedeutet es mir viel. Der Stellung im Verein kann es auch nicht schaden. Allerdings bin ich auch nicht naiv. Die Messlatte hing nach den vergangenen Jahren nicht gerade hoch. Und erst bei einer längeren Durststrecke wird sich doch die tatsächliche Wertschätzung zeigen. Und machen wir uns nichts vor: Wenn du als Trainer keinen Erfolg hast, hilft dir die Wertschätzung aus den erfolgreichen Spielen auch nichts mehr. Es kommen Trainer-raus-Rufe und irgendwann wirst du entlassen. Das ist normal, gehört zum Geschäft und schockiert mich auch nicht. Vielleicht bekomme ich ja zwei, drei Spiele mehr Bonus. Auf jeden Fall, nochmals vielen Dank für die derzeitige Wertschätzung. Ich kann diese durchaus genießen und freue mich auch darüber.
Unser Problem war nicht, in der zweiten Halbzeit mehr Schwung bringen zu müssen, sondern in der ersten Halbzeit taktisch disziplinierter zu spielen. Bereits gegen Trier, Regensburg und Pfullendorf war dies der Fall. Weiter Alternativen zu diskutieren, würde also von dem eigentlichen Problem ablenken. Immerhin sind wir in vier der sechs Spielen zunächst in Rückstand geraten. Das ist unbefriedigend. Hier muss ich den Hebel in der Trainingsarbeit ansetzen.
2. Gibt es finanziellen Spielraum, dass man sich in der Winterpause eventuell noch einmal verstärken könnte? Wenn ja: Wo sehen Sie Handlungsbedarf?
Finanziellen Spielraum gibt es nur, wenn ein Spieler uns verlässt oder ein Sponsor uns zusätzliche Einnahmen beschert. Einen Handlungsbedarf möchte ich jetzt nicht diskutieren, sondern lieber mit den vorhandenen Spielern versuchen, daß best möglichste zu erreichen.
3. Was wird nun aus Niko Chatzis? Bleibt er bis zur Winterpause dauerhaft im Amateurteam?
Niko trainiert voll mit der 1.Mannschaft und kann, wenn er nicht eingesetzt wird, auf Wunsch der 2. Mannschaft dort spielen.
4. Fredi Bobic trainiert mit der Mannschaft. Wie bringt er sich ein? Hat das Auswirkungen auf die Mannschaft? Ist er definitiv kein Thema für die Blauen?
Fredi bringt sich sehr gut ein. Er spricht auf meinen Wunsch hin immer wieder mit den Spielern und gibt seine Erfahrungen weiter. Auswirkungen? Fredi ist ein positiver Typ. Und alles positive hilft uns auch weiter. Die Kickers sind definitiv kein Thema für Fredi Bobic.
5. Müssen die Spieler, die wegen Meckerns oder Ballwegschlagen eine Gelbe Karte erhalten, eigentlich eine Geldstrafen an den Verein zahlen? Sie schaden ja dem Verein, weil sie so schneller auf 5 Stück kommen. Wir denken vor allem an Mesic, der in München erneut wegen Meckerns verwarnt wurde.
Es gibt Sanktionen verschiedenster Art. Ich bitte aber um Verständnis, daß ich über diese Internas nichts sagen möchte.
6. Nach mittlerweile sechs Spieltagen der Regionalliga: Sind sie von einer Mannschaft überrascht, sowohl positiv als auch negativ?
Ja. Von uns. Positiv: Weil wir uns inzwischen vor niemanden mehr verstecken müssen und es die Gegner verdammt schwer haben gegen uns zu gewinnen. Negativ: Weil wir aus unseren Möglichkeiten viel zu wenig Punkte geholt haben.
7. Das Team verfügt mit Braun, Gambo, Parmak, Schlabach über eine Vielzahl schneller Spieler. Ist zukünftig nicht auch ein Systemwechsel auf 4-3-3 denkbar, mit einem Stoßstürmer und zwei schnellen Außenstürmern, wie es beispielsweise Uwe Rapolder erfolgreich praktiziert?
Es gibt viele Systeme die zum Erfolg führen. Mein System ist das 4-4-2, mit zwei zentralen Stürmern und zwei schnellen äusseren Mittelfeldspielern. Wichtig ist, daß man das System das man spielt, perfekt beherrscht. Sowohl defensiv als auch offensiv. Selbst im alt ehrwürdigen 3-5-2 System mit Libero kann man wie wir wissen Europameister werden...
8. Sie sprachen schon öfter an, dass gerade von der Haupttribüne oftmals sehr kontraproduktive Inhalte artikuliert werden. Ist bei ihnen ein "Ausraster" a la Sammer (in der letzten Saison) denkbar, oder gehen sie damit während eines Spieles anders um?
In der Regel habe ich mich im Griff. Jedoch kann ich einen Ausraster nicht ausschliessen, schließlich werden während den 90 Minuten sehr viele Emotionen frei gesetzt. Als Trainer empfiehlt es sich aber eher besonnen zu reagieren. Da muß ich auch noch etwas ruhiger werden.
9. Haben sie schon mal von der Ditzingen Connection gehört? Ihre Meinung dazu?
Ja klar. Damit sind Kahraman Erdin, Marcus Sorg, Achim Cast, meine Person und sonst alle Personen gemeint die sowohl bei den Kickers als auch in Ditzingen tätig waren. Darüber kann ich nur schmunzeln. Nicht einer der genannten oder auch nicht genannten Personen kannte ich aus einer gemeinsamen Zeit in Ditzingen. Den ersten den ich kennengelernt habe war Marcus Sorg. Wir lernten uns im Jahr 2000 beim A-Lizenz Lehrgang in Karlsruhe kennen. Ein halbes Jahr später hat er mich dem Präsidium der Kickers als Amateurtrainer vorgeschlagen. Der Rest ist bekannt.
10. Spüren Sie die Wertschätzung, Anerkennung und Beliebtheit, die Ihnen von Seiten der Fans entgegengebracht wird, bzw. die sie bei den Fans haben? Was bedeutet Ihnen das und wie gehen Sie damit um? Und welche Auswirkungen hat das, für Ihre Position innerhalb des Vereins?
Vielen Dank. Ja, ich spüre sie. Gerade in einem Verein wie den Kickers, wo der Trainerstuhl in der Vergangenheit meist schon am 1. Arbeitstag leicht angesägt war, bedeutet es mir viel. Der Stellung im Verein kann es auch nicht schaden. Allerdings bin ich auch nicht naiv. Die Messlatte hing nach den vergangenen Jahren nicht gerade hoch. Und erst bei einer längeren Durststrecke wird sich doch die tatsächliche Wertschätzung zeigen. Und machen wir uns nichts vor: Wenn du als Trainer keinen Erfolg hast, hilft dir die Wertschätzung aus den erfolgreichen Spielen auch nichts mehr. Es kommen Trainer-raus-Rufe und irgendwann wirst du entlassen. Das ist normal, gehört zum Geschäft und schockiert mich auch nicht. Vielleicht bekomme ich ja zwei, drei Spiele mehr Bonus. Auf jeden Fall, nochmals vielen Dank für die derzeitige Wertschätzung. Ich kann diese durchaus genießen und freue mich auch darüber.