Presseberichte zur "Rücktrittsforderung" an Präsid
Verfasst: Freitag 16. September 2005, 12:59
Aus der heutigen STN: Barner, die zweite......
Aufregung nach dem Misstrauensvotum bei den Kickers
Kullen spielt auf Zeit
Der Bericht unserer Zeitung gegen das Misstrauensvotum gegen Präsident Hans Kullen sorgte für hitzige Diskussionen bei den Stuttgarter Kickers. Der Betroffene wählte als Reaktion die bewährte Methode: Er sitz das Problem aus.
Am Tag danach entschloss sich Kickers-Präsidiumsmitglied Bernd Klingler zur Offensive: „Herr Kullen soll zu seinem eigenen Wohle und zum Wohle des Vereins zurücktreten.“ Der Präsident habe mit seinen vielzähligen Streitereien mit allen möglichen Vereinsrepräsentanten seit über einem Jahr für eine unerträgliche Negativstimmung gesorgt. Der Imageschaden für den Verein sei unübersehbar. „So kann es auf keinen Fall weitergehen, er hat kein Gespür für die Menschen.“ Klingler bestätigte indirekt, was unsere Zeitung berichtet hatte: Die seit Monaten schwelende Führungskrise beim Fußball-Regionalligisten gipfelte im Misstrauensvotum des Aufsichtsrates gegen den Präsidenten. Kullen wurde offiziell zum Rücktritt aufgefordert. Chef-Kontrolleur Hans-Jürgen Wetzel wollte am Donnerstag die Rote Karte gegen Kullen weder bestätigen noch dementieren. Er will sich in den nächsten Tagen erklären.
Kullen selbst sagte am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung: „Ich habe im Augenblick nicht die Absicht zurückzutreten. Ich werde mit verschiedenen Leuten ein Gespräch führen und mich dann erklären.“ Intern ließ er aber durchblicken, dass er das Votum des Aufsichtsrates nicht als Rücktrittsforderung verstehe. Er neigt dazu, die Sache auszusitzen und spielt auf Zeit.
Rein rechtlich hat der Aufsichtsrat in der Tat keine Handhabe. Das Gremium müsste dem Präsidenten grobe Verstöße in der Amtsführung nachweisen, um ihn des Amtes zu entheben. Außerdem bräuchte es dazu eine Zweidrittel-Mehrheit in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Große Teile des blauen Anhangs feiern aber Kullen als Retter der Kickers, die innere Zerrüttung kümmert sie eher wenig. Sollte sich Kullen zum Rücktritt entschließen, müsste ein Interimspräsident die Geschäfte führen.
STZ: (von Joachim Klummp)
Kullen nicht amtsmüde
Kampf hinter den Kulissen.
Mehr Sorgen als die sportliche Entwicklung in der Regionalliga bereitet dem Kickers-Präsidenten Hans Kullen das Störfeuer aus den eigenen Reihen. Auf die Frage, ob es Rücktrittsforderungen des Aufsichtsrats gegeben hätte, das Kullen nur: „Nein.“
Normalerweise lässt sich der Kickers-Präsident Hans Kullen kein Spiel seiner Mannschaft entgehen. Ob er allerdings morgen mit zum Böllenfalltor nach Darmstadt fährt, lässt er offen. Die Zurückhaltung hängt keineswegs damit zusammen, dass die Mannschaft vergangene Woche die erste Saisonniederlage hat einstecken müssen, sondern mit den immer wieder auftauchenden Störfeuern aus den eigenen Reihen. Zum Beispiel: Der Aufsichtsrat habe den Präsidenten zum Rücktritt aufgefordert. Während Hans-Jürgen Wetzel als Chef des Kontrollorgans keinen offiziellen Kommentar dazu abgibt, betont Kullen: „Es gab keine Rücktrittsforderung.“
Allerdings, das räumt der Kickers-Chef ein, habe er im Beisein Wetzels Änderungen innerhalb des Präsidiums angedacht, um das Ziel zweite Liga konsequenter anzugehen. In diesem Zusammenhang ist es ein offenes Geheimnis, dass Kullen von zwei seiner Vorstandskollegen mehr Einsatz erwartet. gemeint ist der Schatzmeister Siegfried Jahnke, dem vorgehalten wird, dass er sich seine Steuerberatertätigkeit für den Verein extra honorieren lässt:; bei Marketingexperte Bernd Klingler wird die mangelnde Sponsorenaquise kritisiert, wo sich erst in den vergangenen Wochen kleine Fortschritte gezeigt haben. Deshalb soll sich Kullen bereits nach personellen Alternativen umgeschaut haben. „Es wird aber keine überstürzten Aktionen geben“, sagte der Präsident, der betont,: „Ich habe nie etwas gegen die Kickers getan, sondern stets nur für den Verein. Und das wird auch so bleiben.“
Der Präsident hat mit Eigenkapital und Bürgschaften den Verein immer wieder über Wasser gehalten. Die wirtschaftliche Bilanz zum 30. Juni will Wetzel aber erst dann kommentieren, wenn die genauen Zahlen (von Jahnke) vorliegen. Währendbilanziell ein Minus von knapp 200.000 Euro droht, „ist die Liquidität aber gesichert“, sagt Wetzel, dem immer mal wieder Ambitionen auf das höchste Amt des Vereins nachgesagt werden. Vorerst ist er um Schadensbegrenzung bemüht: „Wir werden schlicht und ergreifend versuchen, Ruhe zu bewahren.“
Erschwerend kommt nämlich hinzu, dass das Theater hinter den Kulissen vor dem Spiel beim Tabellenzweiten in Darmstadt nicht spurlos an der Mannschaft vorbeizugehen scheint. „Es haben mich schon einige Spieler gebeten, weiterzumachen“, sagt Kullen, der eine Entscheidung diesbezüglich offen lässt. „Amtsmüde bin ich aber nicht.“
Bereits heute Abend (18.30 Uhr) empfängt der VfB Stuttgart II die zweite Mannschaft des Karlsruher SC. Mehr Angst als vor dem Gegner haben die Verantwortlichen dabei vor den Anhängern der Gäste, weil es beim Aufeinandertreffen der beiden Fangruppen in der Vergangenheit immer wieder zu Ausschreitungen gekommen ist. Es herrscht also Alarmstufe eins auf dem Wasen; genau wie in Degerloch – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Der BILD-Zeitung gab Kullen folgendes Interview:
Kickers-Boß Kullen: Ich trete nicht zurück
Die Stuttgarter Kickers kommen einfach nicht zur Ruhe. Nach vier Monaten Waffenstillstand sind in der Führungsetage des Regionalligisten wieder Grabenkämpfe ausgebrochen. BILD sprach mit Präsiden Hans Kullen (63).
Hat der Aufsichtsrat sie zum Rücktritt aufgefordert?
„Nach seiner Sitzung letzte Woche haben mich einige Gremiumsmitglieder gefragt, ob ich amtsmüde bin.“
Und sind Sie das?
„Ich habe schon im Dezember gesagt, dass ich so nicht mehr weitermache. Da der Verein zum Ende der vergangenen Saison auf ein Minus von etwa 150.000 Euro zusteuerte, bat ich damals meine Kollegen aus dem Präsidium, Maßnahmen zu ergreifen, um das zu verhindern. Doch bis auf den heutigen Tag hat niemand etwas getan.“
Ist das Minus tatsächlich so hoch geworden?
„Die genaue Bilanz liegt mir noch nicht vor.“
Haben Sie sich selbst etwas vorzuwerfen?
„Dass ich viel zu viel allein getan, viel zu spät auf das Nichtstun anderer reagiert und auf das Gute gehofft habe.“
Können Sie das ändern?
„Wir sind zusammen mit dem Aufsichtsrat dabei, bestimmte Dinge so zu gestalten und zu koordinieren, dass das Ziel zweite Liga nicht aus den Augen verloren wird.“
Das klingt ja nicht gerade nach Rücktritt.
„Mir ist es gelungen, den Verein sportlich und finanziell aus der Talsohle zu holen – allein. Das muss sich aber ändern. Deshalb wird es die eine oder andere Veränderung im Präsidium geben. Erst wenn ich zu der Überzeugung komme, im Verein nichts mehr positives bewegen zu können, werde ich zurücktreten. Diese Überzeugung habe ich im Moment nicht.“
Aufregung nach dem Misstrauensvotum bei den Kickers
Kullen spielt auf Zeit
Der Bericht unserer Zeitung gegen das Misstrauensvotum gegen Präsident Hans Kullen sorgte für hitzige Diskussionen bei den Stuttgarter Kickers. Der Betroffene wählte als Reaktion die bewährte Methode: Er sitz das Problem aus.
Am Tag danach entschloss sich Kickers-Präsidiumsmitglied Bernd Klingler zur Offensive: „Herr Kullen soll zu seinem eigenen Wohle und zum Wohle des Vereins zurücktreten.“ Der Präsident habe mit seinen vielzähligen Streitereien mit allen möglichen Vereinsrepräsentanten seit über einem Jahr für eine unerträgliche Negativstimmung gesorgt. Der Imageschaden für den Verein sei unübersehbar. „So kann es auf keinen Fall weitergehen, er hat kein Gespür für die Menschen.“ Klingler bestätigte indirekt, was unsere Zeitung berichtet hatte: Die seit Monaten schwelende Führungskrise beim Fußball-Regionalligisten gipfelte im Misstrauensvotum des Aufsichtsrates gegen den Präsidenten. Kullen wurde offiziell zum Rücktritt aufgefordert. Chef-Kontrolleur Hans-Jürgen Wetzel wollte am Donnerstag die Rote Karte gegen Kullen weder bestätigen noch dementieren. Er will sich in den nächsten Tagen erklären.
Kullen selbst sagte am Donnerstag gegenüber unserer Zeitung: „Ich habe im Augenblick nicht die Absicht zurückzutreten. Ich werde mit verschiedenen Leuten ein Gespräch führen und mich dann erklären.“ Intern ließ er aber durchblicken, dass er das Votum des Aufsichtsrates nicht als Rücktrittsforderung verstehe. Er neigt dazu, die Sache auszusitzen und spielt auf Zeit.
Rein rechtlich hat der Aufsichtsrat in der Tat keine Handhabe. Das Gremium müsste dem Präsidenten grobe Verstöße in der Amtsführung nachweisen, um ihn des Amtes zu entheben. Außerdem bräuchte es dazu eine Zweidrittel-Mehrheit in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung. Große Teile des blauen Anhangs feiern aber Kullen als Retter der Kickers, die innere Zerrüttung kümmert sie eher wenig. Sollte sich Kullen zum Rücktritt entschließen, müsste ein Interimspräsident die Geschäfte führen.
STZ: (von Joachim Klummp)
Kullen nicht amtsmüde
Kampf hinter den Kulissen.
Mehr Sorgen als die sportliche Entwicklung in der Regionalliga bereitet dem Kickers-Präsidenten Hans Kullen das Störfeuer aus den eigenen Reihen. Auf die Frage, ob es Rücktrittsforderungen des Aufsichtsrats gegeben hätte, das Kullen nur: „Nein.“
Normalerweise lässt sich der Kickers-Präsident Hans Kullen kein Spiel seiner Mannschaft entgehen. Ob er allerdings morgen mit zum Böllenfalltor nach Darmstadt fährt, lässt er offen. Die Zurückhaltung hängt keineswegs damit zusammen, dass die Mannschaft vergangene Woche die erste Saisonniederlage hat einstecken müssen, sondern mit den immer wieder auftauchenden Störfeuern aus den eigenen Reihen. Zum Beispiel: Der Aufsichtsrat habe den Präsidenten zum Rücktritt aufgefordert. Während Hans-Jürgen Wetzel als Chef des Kontrollorgans keinen offiziellen Kommentar dazu abgibt, betont Kullen: „Es gab keine Rücktrittsforderung.“
Allerdings, das räumt der Kickers-Chef ein, habe er im Beisein Wetzels Änderungen innerhalb des Präsidiums angedacht, um das Ziel zweite Liga konsequenter anzugehen. In diesem Zusammenhang ist es ein offenes Geheimnis, dass Kullen von zwei seiner Vorstandskollegen mehr Einsatz erwartet. gemeint ist der Schatzmeister Siegfried Jahnke, dem vorgehalten wird, dass er sich seine Steuerberatertätigkeit für den Verein extra honorieren lässt:; bei Marketingexperte Bernd Klingler wird die mangelnde Sponsorenaquise kritisiert, wo sich erst in den vergangenen Wochen kleine Fortschritte gezeigt haben. Deshalb soll sich Kullen bereits nach personellen Alternativen umgeschaut haben. „Es wird aber keine überstürzten Aktionen geben“, sagte der Präsident, der betont,: „Ich habe nie etwas gegen die Kickers getan, sondern stets nur für den Verein. Und das wird auch so bleiben.“
Der Präsident hat mit Eigenkapital und Bürgschaften den Verein immer wieder über Wasser gehalten. Die wirtschaftliche Bilanz zum 30. Juni will Wetzel aber erst dann kommentieren, wenn die genauen Zahlen (von Jahnke) vorliegen. Währendbilanziell ein Minus von knapp 200.000 Euro droht, „ist die Liquidität aber gesichert“, sagt Wetzel, dem immer mal wieder Ambitionen auf das höchste Amt des Vereins nachgesagt werden. Vorerst ist er um Schadensbegrenzung bemüht: „Wir werden schlicht und ergreifend versuchen, Ruhe zu bewahren.“
Erschwerend kommt nämlich hinzu, dass das Theater hinter den Kulissen vor dem Spiel beim Tabellenzweiten in Darmstadt nicht spurlos an der Mannschaft vorbeizugehen scheint. „Es haben mich schon einige Spieler gebeten, weiterzumachen“, sagt Kullen, der eine Entscheidung diesbezüglich offen lässt. „Amtsmüde bin ich aber nicht.“
Bereits heute Abend (18.30 Uhr) empfängt der VfB Stuttgart II die zweite Mannschaft des Karlsruher SC. Mehr Angst als vor dem Gegner haben die Verantwortlichen dabei vor den Anhängern der Gäste, weil es beim Aufeinandertreffen der beiden Fangruppen in der Vergangenheit immer wieder zu Ausschreitungen gekommen ist. Es herrscht also Alarmstufe eins auf dem Wasen; genau wie in Degerloch – wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.
Der BILD-Zeitung gab Kullen folgendes Interview:
Kickers-Boß Kullen: Ich trete nicht zurück
Die Stuttgarter Kickers kommen einfach nicht zur Ruhe. Nach vier Monaten Waffenstillstand sind in der Führungsetage des Regionalligisten wieder Grabenkämpfe ausgebrochen. BILD sprach mit Präsiden Hans Kullen (63).
Hat der Aufsichtsrat sie zum Rücktritt aufgefordert?
„Nach seiner Sitzung letzte Woche haben mich einige Gremiumsmitglieder gefragt, ob ich amtsmüde bin.“
Und sind Sie das?
„Ich habe schon im Dezember gesagt, dass ich so nicht mehr weitermache. Da der Verein zum Ende der vergangenen Saison auf ein Minus von etwa 150.000 Euro zusteuerte, bat ich damals meine Kollegen aus dem Präsidium, Maßnahmen zu ergreifen, um das zu verhindern. Doch bis auf den heutigen Tag hat niemand etwas getan.“
Ist das Minus tatsächlich so hoch geworden?
„Die genaue Bilanz liegt mir noch nicht vor.“
Haben Sie sich selbst etwas vorzuwerfen?
„Dass ich viel zu viel allein getan, viel zu spät auf das Nichtstun anderer reagiert und auf das Gute gehofft habe.“
Können Sie das ändern?
„Wir sind zusammen mit dem Aufsichtsrat dabei, bestimmte Dinge so zu gestalten und zu koordinieren, dass das Ziel zweite Liga nicht aus den Augen verloren wird.“
Das klingt ja nicht gerade nach Rücktritt.
„Mir ist es gelungen, den Verein sportlich und finanziell aus der Talsohle zu holen – allein. Das muss sich aber ändern. Deshalb wird es die eine oder andere Veränderung im Präsidium geben. Erst wenn ich zu der Überzeugung komme, im Verein nichts mehr positives bewegen zu können, werde ich zurücktreten. Diese Überzeugung habe ich im Moment nicht.“