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Bayer bootet Nowotny aus

Verfasst: Dienstag 4. Oktober 2005, 23:59
von Tacheles
Das Tischtuch zwischen Bayer Leverkusen und Jens Nowotny ist endültig zerschnitten, der Nationalspieler wird nach Auskunft des Vereins kein Spiel mehr für den Bundesligisten bestreiten. Dies teilte Bayer-04-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser Nowotny heute Abend mit.

Kein Einsatz mehr, trotz Vertrag bis 2008: Jens Nowotny.Der Verein begründete die Entscheidung mit einem zerstörten Vertrauensverhältnis, das durch die von Nowotny (31) und seiner Beraterfirma GTS gegen Bayer 04 Leverkusen eingeleiteten Klagen entstanden sei.

Nowotny, der vor neun Jahren vom Karlsruher SC zu Bayer 04 gewechselt ist, könne weiterhin am Trainingsbetrieb teilnehmen und erhält auch jegliche medizinische Betreuung. Zudem erhalte er seine zugesagten Bezüge. Nowotny hat bei den Leverkusenern noch einen Vertrag bis zum 30. Juni 2008.

"Eine weitere Zusammenarbeit ist nicht mehr möglich, weil Jens Nowotny entgegen seiner schriftlichen Aussage, die Klage auf Lohnfortzahlung zurückzunehmen und auf sämtliche Forderungen zu verzichten, dennoch mit dem Verein vor Gericht gegangen ist", erklärte Holzhäuser. Somit würde wohl auch ein Rückzug der Klage nichts mehr an dem Schritt ändern.

"Das Ganze ist sehr bedauerlich und schade. Dass es so weit kommen musste, ist für alle Beteiligten sehr unangenehm. Aber es war einfach ein Punkt erreicht, wo es nicht mehr anders geht", sagte Sportdirektor und Interims-Teamchef Rudi Völler dem Sport-Informations-Dienst (sid): "Sicher kann es der Bayer AG nicht gefallen, wenn ein Spieler den Verein gleich zweimal verklagt. Ich habe oft versucht, zu vermitteln, aber es ist immer wieder gescheitert. Es ist in den letzten Monaten einfach zu viel Porzellan zerschlagen worden. Und offenbar war kein vernünftiges Zusammenkommen möglich."

Mit seiner Klage auf Lohnfortzahlung im Krankheitsfall war der 45-malige Nationalspieler, der derzeit nach seinem vierten Kreuzbandriss an einem Comeback arbeitet, beim Arbeitsgericht gescheitert, weil Nowotny keine schriftliche Vereinbarung auf Lohnfortzahlung über die gesetzliche Frist von sechs Wochen vorweisen konnte. Der Streitwert betrug 1,75 Millionen Euro plus Zinsen und Gerichtskosten. Nowotny hatte sich auf eine angeblich mündlich erfolgte Zusage von Ex-Geschäftsführer Reiner Calmund berufen.

Die zweite Klage bezieht sich auf die Versteuerung der 10,2 Millionen Euro Handgeld zwischen Nowotny und dem Klub für die Vertragsverlängerung 2002. Sie wird am 28. Oktober vor dem Landgericht Köln verhandelt. Diese Summe sollte Nowotny komplett versteuern. Die Forderung des Bayer-Abwehrrecken, dass der Klub die Zahlung des Differenzbetrages nach Steuern übernehmen soll, soll nun geklärt werden. Den Rechtsstreit hat die Firma GTS angestrengt, die Nowotnys Berater Georg Bischoff gehört.

GTS erhielt ein Viertel der Summe von 10,2 Millionen Euro. Ein anderes Viertel wurde mit dem Gehalt an Nowotny überwiesen, worauf dieser den Betrag sofort zurücküberwies. Daraufhin war der Betrag unversteuert GTS zugegangen. Die letzten beiden Ratenzahlungen stehen noch aus


:arrow: Absolut richtige und konsequente Entscheidung von LEV !!!

Verfasst: Mittwoch 5. Oktober 2005, 12:45
von Martin
allerdings, hätte ich an deren stell genauso gemacht

Verfasst: Mittwoch 5. Oktober 2005, 13:21
von Überlinger
Nowotny sollte aufhören, der kommt eh nicht mehr auf die Beine!

Verfasst: Mittwoch 5. Oktober 2005, 15:00
von Buddy
Überlinger hat geschrieben:Nowotny sollte aufhören, der kommt eh nicht mehr auf die Beine!

Warum, 2 1/2 Jahre noch Gehalt kassieren ist doch auch nicht schlecht.

Verfasst: Donnerstag 6. Oktober 2005, 15:14
von Rinderwahn
Nowotny hofft auf Begnadigung

Die Leverkusener Vereinsführung hat Jens Nowotny aus dem Kader verbannt. Der lange verletzte Spieler, der gegen seinen Club prozessiert, hofft dennoch, wieder einmal für den Fußball-Bundesligisten spielen zu können.

Leverkusen - "Von mir aus ist das Tischtuch nicht zerschnitten", sagte Nowotny der "Bild"-Zeitung. "Jens will unbedingt spielen und der Mannschaft helfen", betonte Georg Bischoff, Nowotnys Onkel und Berater, "ein Jens Nowotny hängt an Bayer Leverkusen, er hat dort eine zweite Heimat gefunden und will sich zu 100 Prozent weiter für den Club einsetzen." Leverkusen hatte den seit 1996 für Bayer aktiven Abwehrmann Anfang der Woche vom Spielbetrieb ausgeschlossen. Nowotny soll trotz eines bis 2008 laufenden Vertrages nie wieder für den Champions-League-Finalisten von 2002 spielen.

Der 45-malige Nationalspieler darf nur mittrainieren und erhält weiterhin sein Gehalt. Nach monatelangem Rechtsstreit um Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall und Versteuerung von Handgeldern in Höhe von 10,2 Millionen Euro sei kein Vertrauensverhältnis mehr vorhanden, sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Sportdirektor und Interims-Teamchef Rudi Völler erklärte, er habe stets "versucht, zu vermitteln".

"Es bleibt die Erkenntnis, dass selbst der große Rudi Völler diesem Machtgefüge eher machtlos gegenüber steht", klagte Nowotny, "der Bayer-Konzern scheint die Philosophie zu vertreten, dass der, der klagt, keine Zukunft mehr hat. Die Gesellschafter im Hintergrund haben die Fäden in der Hand, aber andere Köpfe rollen." Er hätte mit der Ausbootung seines Klienten "nicht gerechnet", gestand Berater Bischoff.

Auf die Frage, ob er glaube, dass Leverkusen auf einen Vereinswechsel des nach dem vierten Kreuzbandriss derzeit in der Rehabilitation befindlichen Ex-Kapitäns hoffe, sagte Nowotny: "Es liegt nahe, so etwas zu denken, aber ich kann mir wirklich nicht vorstellen, so tief zu sinken." Er will sich weiter anbieten. "Trainieren, Gas geben, Leistung bringen, so, dass der Trainer den Wunsch hat: Nowotny muss spielen", sagt der 31-Jährige.

Verfasst: Freitag 7. Oktober 2005, 19:05
von Che
Der war doch schon immer ein Abzocker!

Verfasst: Freitag 7. Oktober 2005, 19:10
von Buddy
Warum, der hat nur das genommen was ihm der Verein angeboten hat.

Verfasst: Freitag 7. Oktober 2005, 19:23
von Rinderwahn
Buddy hat geschrieben:Warum, der hat nur das genommen was ihm der Verein angeboten hat.
Stimmt, 10,2 Mio Handgeld würde ich auch nehmen. Egal ob brutto oder nette.

Verfasst: Samstag 8. Oktober 2005, 11:05
von Felix B.
Laut Kicker will Nowotny sich erst 2008 einen neuen Verein suchen. Abzocker.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 09:02
von Mitch
Ohje scheiss Kohle. Dieser Fall nimmt neue Dimensionen an, und Hut ab vor Leverkusen !!! Verhalten sich richtig.
Ich versteh den Nowotny nicht Was soll der den mir der ganzen Kohle machen ??? Und jetzt auf arm und schlecht behandeln tun.
Diese ganze scheiss Kohleabzockermentalität geht mir sowas von auf den Keks !!!
Wobei natürlich auch das vereinbarte Handgeld ein Witz ist.Da hat unser dicker Kumpel Calli halt auch schon unnötig die Preise in die Höhe getrieben.
Den Starkickern wird eh VIEL ZU VIEL gezahlt.In den letzten Jahren ist es zwar ein bisschen besser geworden aber trotzdem.
Wenn ich sowas hör könnt ich kotzen.

Verfasst: Mittwoch 12. Oktober 2005, 09:41
von Ralphonso
pf, was heisst hier abzockerei???

wisst ihr eigentlich was für den slr an leasingrate anfällt?? das ist pure existenzsicherung!! :wink:

Verfasst: Freitag 28. Oktober 2005, 17:12
von Tacheles
Gericht weist Millionen-Klage von Nowotny-Berater ab


Ex-Nationalspieler Jens Nowotny hat erneut eine
juristische Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen hinnehmen müssen.
Das Landgericht Köln wies die Klage seiner Beraterfirma GTS gegen den
Fußball-Bundesligisten auf Zahlung einer Restsumme von 7,7 Millionen
Euro ab. Dies teilte das Gericht am Freitag mit. Die GTS hatte als
Vermittlungsprovision für eine Vertragsverlängerung von Nowotny
Anfang 2002 insgesamt rund zehn Millionen Euro verlangt und davon
2,56 Millionen schon erhalten.

Die 7,7 Millionen Euro muss Bayer 04 nun direkt an den 31 Jahre
alten Profi zahlen, der dafür allerdings Lohnsteuer abzuführen hat.
Ausgangspunkt des Streits vor Gericht war, dass sich Nowotny
geweigert hatte, die um die Lohnsteuer gekürzten Zahlungen
anzunehmen. «Das Gericht hat unsere Position vollumfänglich
bestätigt. Es ging darum, ob wir die Lohnsteuer abziehen durften oder
nicht», kommentierte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser das
Urteil.

Die Firma GTS hatte die zehn Millionen Euro als branchenübliches
Vermittlungshonorar für die Vertragsverlängerung von Nowotny, der vor
drei Jahren von ausländischen Clubs umworben war und schließlich in
Leverkusen einen Kontrakt bis 2008 unterschrieb, angesehen. Bayer 04
hingegen behauptete, dass es sich um einen Scheinvertrag handele, der
dazu gedient habe, Steuern bei Nowotny zu sparen.

Das Gericht hat in seiner Urteilsbegründung offen gelassen, ob es
sich bei den zehn Millionen Euro um eine Provision oder ein Handgeld
für den Spieler handelt. «In beiden Fällen ist die Vereinbarung
nichtig beziehungsweise nicht mehr wirksam», hieß es. Nach Auffassung
der 10. Kammer für Handelssachen wäre die Vereinbarung eines
Maklerhonorars von zehn Millionen Euro «sittenwidrig und wucherisch».
Die Provision sei insgesamt sogar höher als die Drei-Jahres-Bezüge
Nowotnys. Behalten dürfe GTS die von Bayer gezahlten 2,56 Millionen
Euro.

Schon vor dieser juristischen Auseinandersetzung war das
Vertrauensverhältnis zwischen Bayer 04 und Nowotny zerstört. Zum
Bruch war es gekommen, weil der Abwehrspieler nach seinem vierten
Kreuzbandriss im Februar 2005 beim Arbeitsgericht Solingen auf
Lohnfortzahlung über die gesetzliche Frist von sechs Wochen hinaus
geklagt hatte. Die Klage war vor gut fünf Wochen abgewiesen worden.
Wenig später hatte der Werksclub Nowotny mitgeteilt, dass er nicht
mehr für den Verein spielen darf. «Daran ändert sich definitiv
nichts. Es ist auch eine Frage des Stils», bekräftigte Holzhäuser am
Freitag.



Quelle: dpa

Verfasst: Freitag 28. Oktober 2005, 22:18
von Überlinger
Der will auch nur noch abzocken... :roll: