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[Spielberichte] SSV Reutlingen - Kickers

Verfasst: Samstag 8. Oktober 2005, 11:33
von Basti
Fotos und Bericht online
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Reutlingen stürmte – die Kickers trafen

Oberliga-Fußballer des SSV schieden gegen Stuttgart mit 0:2 im Viertelfinale des WFV-Pokals aus

REUTLINGEN (dem). Von wegen Klassenunterschied: Im Viertelfinale des württembergischen Fußball-Pokals waren Oberligist SSV Reutlingen und Regionalligist Stuttgarter Kickers gleichwertig – und dabei setzte sich Pokalverteidiger Stuttgart vor 3000 Zuschauern beim SSV mit 2:0 (1:0) durch. „Eine ganz bittere Niederlage“, klagte Reutlingens Oliver Otto hinterher.

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Da zieht es dir doch glatt die Hose aus: Der Tübinger Michael Urban bestand zwar den Reißtest, schied aber mit dem SSV Reutlingen gegen die Stuttgarter Kickers um den zupackenden Mario Wildersinn aus dem WFV-Pokal aus.
Bild: Ulmer

Für SSV-Trainer Peter Starzmann war das 0:2 eine ganz einfache Rechnung: „Die Kickers haben aus drei Chancen zwei Tore gemacht – und wir aus sieben Möglichkeiten kein einziges. Von den Stuttgartern können sich meine Stürmer was abschauen.“

Allen voran Reutlingens Torjäger Christian Haas: Erst köpfte er an den Pfosten (35.) und schoss den Abpraller vorbei, dann wurde sein Kopfball von Kickers-Keeper David Yelldell hervorragend gehalten (48.) und Otto rutschte im Nachsetzen mit dem Ball neben das Tor. „Wir hatten doch eindeutig mehr Chancen!“, ärgerte sich Haas. Zumal sein Sturmpartner Shpejtim Arifi auch noch zwei, drei gute Möglichkeiten vergab.

Da führten die Kickers freilich schon 1:0, weil die SSV-Abwehr in Minute 19 mit Interesse zugesehen hatte, wie Stuttgarts Timo Schlabach sich den Ball vor der Strafraumgrenze zurechtlegte und mit einem trockenen Schuss ins Eck die Führung erzielte.

Was danach auf die Kickers einstürmte, ließ den Puls des früheren Reutlinger und jetzigen Stuttgarter Präsidenten Hans Kullen gewaltig nach oben gehen. Als seine Mannschaft vor der Pause mächtig ins Schwimmen geriet, hätte er seinen Stuttgartern am liebsten erklärt, dass in Reutlingen das Freibad eigentlich ein paar hundert Meter vom Kreuzeichestadion entfernt ist.

„Es war die erwartete Schwerarbeit hier in Reutlingen“, sagte Kickers-Trainer Robin Dutt nach dem Schlusspfiff erleichtert, „der SSV hat ja nicht umsonst zuletzt sechs Mal in Serie gewonnen. Deshalb wollten wir auch nicht ins offene Messer laufen.“ Allerdings habe seine Mannschaft in der ersten Hälfte zu viele Reutlinger Chancen zugelassen – „und nach dem Wechsel hätten wir das 2:0 früher machen müssen“, so Dutt.

Das kam dann in der 79. Minute, als wieder Schlabach von einem Abwehrfehler der aufgerückten Reutlinger profitierte und SSV-Torwart Marco Langner mit einem Heber keine Chance ließ. Ein Treffer, der den Kickers eine nervenaufreibende Schlussphase ersparte, nachdem der SSV zuvor den Regionalligisten permanent eingeschnürt hatte.

Auch wenn die Stuttgarter vieles schuldig blieben, war Kickers-Manager Joachim Cast, der bis 2001 für die Reutlinger gespielt hatte, zufrieden: „Wir waren einfach cleverer und sind deshalb verdient ins Halbfinale eingezogen.“

Diese Niederlage werfe die Reutlinger Mannschaft auf jeden Fall nicht um, versicherte SSV-Stürmer Haas. „Jetzt konzentrieren wir uns voll auf den Titelkampf in der Oberliga“, verkündete sein Teamkollege Oliver Otto trotzig.

Reutlingens Trainer Starzmann jedenfalls sprach seinen Kickern ein großes Kompliment aus: „Sie haben die Stuttgarter Kickers bis zum Schluss gefordert und selbst nach dem 0:2 noch einmal alles versucht. So sprechen wir im Kampf um die Oberliga-Meisterschaft jedenfalls weiter gut mit.“ Davon waren die SSV-Fans auf der Tribüne überzeugt: „Wir sind stolz auf unser Team!“, sangen sie trotz der Niederlage.

SSV Reutlingen: Langner – Grimminger, Tspakidis, Urban, Scheuring (80. Abou Shoura) – Beskid (76. Rill), Otto, Waidmann (62. Aybar), Gmünder – Arifi, Haas.

Stuttgarter Kickers: Yelldell – Schreiber, Wildersinn, Härter, Kanitz – Parmak, Akcay, Gambo (90. Hartmann), Stierle – Schlabach (89. Bischoff), Mesic.

Quelle: Schwäbisches Tagblatt
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SSV-I: Pokal-Aus trotz couragierter Leistung

Newsbild Im Viertelfinale des WfV-Pokals war für die Reutlinger Mannschaft leider Endstation. Mit 0:2 musste man sich vor 2700 Zuschauern den Stuttgarter Kickers geschlagen geben.

[Daniel Hipp] -

Beide Trainer waren sich nach dem Spiel einig, dass während der Begegnung kein Klassenunterschied beider Teams zu sehen war. Die Kickers zeichneten sich jedoch letztlich als die cleverere Mannschaft aus und profitierten zudem von der Abschlussschwäche des SSV.

Schlabach erzielt Führung für die Kickers

Schon zu Beginn der Partie gingen die beiden Mannschaften kompromisslos zu Werke, sodass der Schiedsrichter schon nach 5 Minuten zwei Mal die Gelbe Karte zücken musste. Kein Team wollte früh ein Gegentor kassieren und die Abwehrreihen ließen in der Anfangsphase keine Torchancen zu. Der erste kleine Aufseher des Spiels gehörte dann den Kickers, doch ein Fernschuss von Stierle strich einige Meter über das Gehäuse.

Anschließend nahm die Partie an Qualität zu und schöne Kombinationen häuften sich. Nach einer guten Viertelstunde köpfte der mit nach vorn geeilte Tsapakidis den Ball in die Arme des Kickers-Torhüters. Auf der Gegenseite klärte Marco Langner kurze Zeit später eine Flanke per Faustabwehr. Beim nächsten Angriff der "Blauen" musste der SSV-Keeper dann erstmals hinter sich greifen. Kickers-Stürmer Schlabach nutzte den Freiraum, den ihm die SSV-Abwehr gewährte, gnadenlos aus und beförderte die Kugel aus gut 20 Metern in den Winkel.

Reutlingen versuchte, sich dem Drängen der Kickers zur Wehr zu setzen, doch oftmals brachten Abspielfehler im Mittelfeld den Gegner zu gefährlichen Angriffen. Nachdem Shpejtim Arifi schon in der 25. Spielminute mit einer Hereingabe am Torwart vorbei für Gefahr sorgte, fand seine Flanke rund zehn Minuten später Sturmpartner Christian Haas. Seinen Kopfball parierte aber der gut aufgelegte Gäste-Keeper Yelldell und auch der Nachschuss landete leider nicht im Tor. Die bis dahin beste Tormöglichkeit der Reutlinger verlieh der Mannschaft wieder etwas mehr Ordnung, nachdem die Degerlocher zuvor ein ums andere Mal gefährliche Angriffe starteten.

Das Team von Peter Starzmann war bemüht, sich Torchancen zu erarbeiten, vor allem Arifi leistete enorme Laufarbeit und war an den meisten Angriffen beteiligt. So auch kurz vor der Halbzeit, als er aus spitzem Winkel das Leder an Yelldell vorbeilegte, jedoch knapp am Tor vorbei.


Nach dem Treffer des Regionalligisten um Alt-Reutlinger Bachirou Gambo brauchte der SSV etwas Zeit, um wieder zu seinem Spiel zu finden. Ansonsten sahen die Zuschauer bis zur Halbzeit ein Spiel zweier gleichwertiger Mannschaften.

Otto vergibt Riesenchance

Die zweite Hälfte hatte kaum begonnen, da hatten die zahlreichen SSV-Fans an der Kreuzeiche bereits den Torschrei auf den Lippen. Der kopfballstarke Haas scheiterte erneut an Yelldell, der die Kugel aber nur abklatschen kann. Das Spielgerät fiel daraufhin Oliver Otto vor die Füße, der aber unglaublicherweise nur die Außenstange des leeren Tores traf. Sofort waren alle Fans wieder da und feuerten ihre Mannschaft lautstark an.

Immer mehr wurde der Gegner in seine Hälfte gedrängt, was den Gästen aber auch mehr Raum zum Kontern gab. Der Wille der Reutlinger war ungebremst und das Team rannte immer wieder gegen die gut sortierte Kickers-Abwehr an. Lediglich vor dem Tor zeigte der SSV noch einige Unkonzentriertheiten. Auch Fernschüsse von Beskid (er ersetzte den angeschlagenen Rill) und Otto fanden ihr Ziel nicht.

Im Gegenzug präsentierte SSV-Torwart Langner seine Klasse, als er einen Parmak-Schuss glänzend parierte. Mittlerweile war es eine hochklassige Partie mit vielen Torchancen. Vor allem Reutlingen dominierte das Spielgeschehen, nur das wichtige Ausgleichstor wollte einfach nicht fallen. Die Hintermannschaft der Gäste vereitelte ein ums andere Mal die SSV-Chancen, so auch nach 70 Minuten als Beskids Flaschschuss knapp vor der Linie geklärt wurde.

Eine Viertelstunde vor Schluss brachte Starzmann dann Andy Rill, der die Schlussoffensive noch einmal verstärken sollte. Doch die Hoffnungen der SSV-Fans auf den Ausgleich waren nicht von langer Dauer, denn in der 80. Spielminute versetzte Schlabach mit seinem zweiten Tor dem SSV den endgültigen K.O. Urban grätschte zuvor am Ball vorbei, sodass der Kickers-Stürmer freie Bahn hatte und den Ball gekonnt über den machtlosen Langner ins Tor lupfte.

Ex-Degerlocher Abou Shoura trifft Mannschaftskollegen

Zwei Minuten danach hatte Schlabach sogar noch die Chance auf sein drittes Tor, nachdem Michael Urban den Ball nicht traf. Marco Langner aber ahnte die Ecke und reagierte hervorragend. Ex-Kickers-Spieler Abou Shoura kam kurz vor Spielende noch zu seinem Einsatz. Doch auch er konnte die Niederlage nicht mehr abwenden, die Stuttgarter Kickers waren letztlich die effektivere Mannschaft, die nun im Halbfinale des wfv-Pokals steht.

Peter Starzmann brauchte seiner Mannschaft aber keinen Vorwurf machen, sie zeigte eine sehr ansprechende Leistung und ist in dieser Verfassung auch weiterhin ein Anwärter für die Spitzenplätze der Oberliga.

Stimmen zum Spiel:

Peter Starzmann (SSV):
"Ich habe heute keinen Klassenunterschied gesehen, leider ist das Ergebnis wegen unserer Chancenauswertung eine Farce. Bei einem Ausgleich wäre es noch einmal interessant geworden. Unsere Konzentration richtet sich nun auf das kommende Spiel gegen Großaspach, bis dahin haben wir nun erstmals eine längere Pause, wo wir uns auf dieses Spiel vorbereiten können."


Robin Dutt (Kickers):
"Wir haben natürlich gewusst, dass Reutlingen aufgrund seiner Siegesserie mit breiter Brust beim heutigen Spiel antreten wird. Aber ich denke, meine Mannschaft hat Charakter gezeigt, denn im Pokal gibt es keinen Klassenunterschied. Reutlingen hat spielerisch eine starke Leistung gezeigt, wir haben aber unsere Konter gut ausgespielt. Für uns ist dieser Sieg wichtig, auch in Anbetracht auf das nächste Punktspiel gegen Augsburg."


Aufstellungen und Statistik:

SSV:
Langner - Grimminger, Tsapakidis, Urban, Scheuring (80. Abou Shoura) - Otto, Waidmann (62. Aybar), Beskid (72. Rill), Gmünder - Haas, Arifi

Kickers:
Yelldell - Schreiber, Wildersinn, Härter, Kanitz - Gambo (90. Hartmann), Akcay, Mesic, Stierle - Parmak, Schlabach (89. Bischof)

Torfolge:
0:1 (20.) Schlabach
0:2 (80.) Schlabach

Zuschauer: 2720

Quelle: ssv-news.de

Verfasst: Samstag 8. Oktober 2005, 12:06
von Überlinger
»Das Ergebnis ist eine Farce«

REUTLINGEN. So ungerecht kann Fußball sein: Oberligist SSV Reutlingen hatte am Freitagabend genügend Chancen, um zwei Spiele zu gewinnen, doch Unvermögen und Pech brachten die Nullfünfer um die Früchte ihrer sehenswerten Arbeit und bedeuteten zugleich das Aus im Viertelfinale des württembergischen Verbands-Pokals. Regionalligist Stuttgarter Kickers machte es vor dem Tor besser. Zwei Treffer von Stürmer Timo Schlabach (18./79.) brachten die »Blauen« ins Halbfinale, das am 17. April 2006 ausgetragen wird.

Für die Reutlinger war es nach sechs Oberliga-Siegen in Folge die erste Niederlage. Ärgerlicher war vor nur 2 720 Zuschauern jedoch die Tatsache, dass die Hausherren nie und nimmer hätten verlieren müssen, wenn sie vor dem Tor kühlen Kopf bewahrt hätten. »Unsere Leistung macht Mut für die Punkspielrunde, denn wenn man die vorhandenen Chancen sieht, ist das Ergebnis für mich eine Farce«, brachte SSV-Trainer Peter Starzmann das Spiel auf den Punkt.

Da war es auch nur ein schwacher Trost, dass Kickers-Coach Robin Dutt seinem Gegenüber ein dickes Kompliment mit auf den Weg gab: »Ihr habt eine tolle Mannschaft«, meinte der Degerlocher, der nach den 90 Minuten »sehr froh« war, dass seine Truppe gegen diesen spielstarken SSV gewonnen hatte.

Zunächst allerdings setzten die Gäste die Akzente. Den Reutlingern war anzumerken, dass sie Respekt vor dem Regionalligisten hatten. Nicht ohne Grund. Mit schnellem, direktem Spiel in die Spitze beschäftigte die Dutt-Truppe die SSV-Hintermannschaft, die mit Mirnes Mesic und insbesondere Timo Schlabach ihre Müh und Not hatte.

Gegen diese beiden Top-Stürmer sei die Innenverteidigung »in der ersten Viertelstunde etwas wacklig« gewesen, stellte Starzmann fest. Das galt aber auch für die Folgezeit. In der 18. Minute erhielt Schlabach den Ball an der Reutlinger Strafraumgrenze, hatte genügend Platz und Zeit, um das Leder mit einem Treffer Marke »Tor des Monats« unerreichbar für Schlussmann Marco Langner ins Tordreieck zu versenken.

Der Schock war den Hausherren anzumerken, die in der bisherigen Oberliga-Saison nur bei der 0:1-Niederlage in Heidenheim in Rückstand gelegen hatten. SSV-Kapitän Langner, einer der besten Spieler der Nullfünfer, unterlief zwei Minuten später eine Stuttgarter Flanke, doch der Ex-Reutlinger Bashiru Gambo köpfte in seiner auffälligsten Szene am Gehäuse vorbei (20.). Fehler im Spielaufbau von Shpejtim Arifi, Ewald Beskid - der seine Chance auf der rechten Seite nur teilweise nutzen konnte - und Michael Urban dokumentierten in dieser Phase die Nervosität bei den Gastgebern.

»Der SSV hat eine tolle Mannschaft«
Eine Viertelstunde nach dem 0:1 aber hatte sich das Team gefangen. Nach einer Arifi-Maßflanke köpfte Torjäger Christian Haas an den Pfosten, kam zwar im Liegen noch an den Ball, traf aber nicht richtig (35.). Dann ließ ein Doppelpass mit Christian Gmünder Arifi allein vor Kickers-Schlussmann David Yelldell auftauchen, doch der Albaner verzog (40.) den Ball.

Die allergrößte Chance sollte allerdings unmittelbar nach der Pause folgen. Haas konnte sich bei seinem Kopfball die Ecke aussuchen, doch der reaktionsschnelle Yelldell wehrte mit dem Fuß ab, und der umtriebige SSV-Mittelfeld-Rackerer Oliver Otto schob das Leder aus drei Metern am Tor vorbei (47.). Da rauften sich bis auf die mitgereisten rund 200 Kickers-Fans alle an der Kreuzeiche die Haare. »Wenn der SSV in dieser Szene den Ausgleich macht, hätte er das Spiel drehen können«, sah auch Dutt hier die vorentscheidende Aktion.

Im Anschluss daran war das SSV-Pulver zunächst einmal verschossen. Langners Glanzparade gegen Mustafa Akcay verhinderte fürs Erste das 0:2 (61.). Das fiel dann aber doch noch, nachdem zuvor Arifi und der eingewechselte Andreas Rill sich behindert hatten (77.). Bei einem Stuttgarter Konter verfehlte Urban den Ball, Schlabach setzte sich gegen Thomas Scheuring durch und der 24-Jährige überwand Langner mit einem überlegten Schuss - 0:2 (79.).

Damit war alles klar, auch wenn die nicht aufgebenden Arifi & Co. durch den Ex-Stuttgarter Abou Shoura (84.) und erneut Haas (88.) erneut fehlende Kaltschnäuzigkeit an den Tag legten.

Quelle: gea.de

Verfasst: Samstag 8. Oktober 2005, 13:23
von Felix B.
Überlinger hat geschrieben: Da war es auch nur ein schwacher Trost, dass Kickers-Coach Robin Dutt seinem Gegenüber ein dickes Kompliment mit auf den Weg gab: »Ihr habt eine tolle Mannschaft«, meinte der Degerlocher
Zu deutsch: Im nächsten Jahr werben wir eure guten Leute ab :D

17.April 2006, wär das nich ein Montag?

Verfasst: Samstag 8. Oktober 2005, 13:27
von Buddy
Felix B. hat geschrieben: 17.April 2006, wär das nich ein Montag?

Ja, das ist ein Montag. Ostermontag

Verfasst: Samstag 8. Oktober 2005, 18:23
von Überlinger
Kickers stehen im wfv-Pokal Halbfinale – 2:0-Sieg beim SSV Reutlingen

Es war das erwartet schwere wfv-Pokalspiel beim Oberligisten SSV Reutlingen, doch die Kickers konnten sich mit 2:0 (1:0) durchsetzen. Am Ende sorgte die bessere Effektivität in einem ausgeglichenen Spiel für die Entscheidung: Timo Schlabach traf zweimal für die Blauen ins Schwarze, während die Reutlinger mehrere beste Möglichkeiten nicht nutzen konnte oder am starken David Yelldell im Kickers-Tor scheiterten

Zur Aufstellung:
Robin Dutt schonte im heutigen Pokalspiel keinen seiner Stammkräfte, sondern ließ in Bestbesetzung auflaufen. Vor geschätzten 3500 Zuschauern im Stadion an der Kreuzeiche stand David Yelldell im Kickers-Tor, in der Abwehrkette von rechts mit Marcel Schreiber, Marco Wildersinn, Jens Härter und Nico Kanitz. Vor dem Abwehr rackerte wieder Mustafa Akcay, auf den Flügeln sorgten links Oliver Stierle und rechts Mustafa Parmak für die Impulse. Zentral hinter den beiden Spitzen Mirnes Mesic und Timo Schlabach spielte Bashiru Gambo, der früher ja selbst schon für den SSV in Zweitligazeiten spielte.

Zum Spielverlauf:
Der Rahmen für eine tolle Pokalpartie stimmte: Gute Stimmung im Stadion, bestes Fußballwetter und zwei offensiv ausgerichtete Mannschaften. Schon zu Beginn versuchten beiden Mannschaften sich Respekt zu verschaffen, sodass der Schiedsrichter schon nach drei Minuten Gelbe Karten zücken musste. Die Kickers griffen früh an und setzen die SSV-Abwehr immer wieder unter Druck. Viele Balleroberungen schon im Mittelfeld waren die Folge. Und genau so eine sorgte für die frühe Kickers-Führung. Die Kugel ging zielstrebig in die Spitze zu Mirnes Mesic, der legte schön in den Lauf von Timo Schlabach, der sich von zwei Gegenspielern lösen konnte und plötzlich 18 Meter vor dem Tor völlig frei stand. Und er machte endlich wieder das, was Trainer Robin Dutt forderte: Den Abschluss. Sein beherzter Schuss zischte in den linken Torwinkel, unhaltbar für SSV-Keeper Langner, zur 1:0 Führung der Blauen. (18.)
Die Partie nahm nun merklich an mehr Qualität zu und schöne Kombinationen auf beiden Seiten häuften sich. Beide Mannschaften hatten ihre Chancen, Schüssen von Reulingens Arfini oder von Mirnes Mesic, Timo Schlabach oder Oliver Stierle sorgten immer wieder für Gefahr. In der Schussviertelstunde aber noch zwei beste Möglichkeiten zum Ausgleich für den SSV: Der kopfballstarke Haas brachte in der 30. Minute eine Flanke von Arifi auf das Kickers-Tor, doch Keeper David Yelldell war auf dem Posten, auch der Nachschuss ging über das Tor. In der 40. Minute wurde der agile Arifi freigespielt, doch schob er vor dem herauseilenden Yelldell die Kugel am Tor vorbei. So wurden mit der 1:0-Kickers-Führung die Seiten gewechselt.

Die zweite Hälfte hatte kaum begonnen, da ereignete sich die wohl spielentscheidende Szene. Wieder konnte sich Haas im Luftkampf durchsetzen, doch erneut hieß der Sieger David Yelldell, der die Kugel aber nur auf die Seite abklatschen konnte. Der Ball fiel daraufhin Otto vor die Füße, der im Fallen aber glücklicherweise die Kugel nur ans Aussennetz beförderte, anstatt das Tor zu treffen und so für den Ausgleich zu sorgen.
Das Publikum im Stadion war nun aber da und trieb ihre Mannschaft wieder an, die nun merklich Oberwasser bekamen. Der SSV versuchte nun alles und drängte die Blauen mit viel Einsatz und Laufarbeit mehr in die eigene Hälfte. Zwar schien der Oberligist optisch überlegen, doch hatte die Kickers-Abwehr die meisten Versuche der Reutlinger im Griff. Und kamen sie doch zu Chancen oder Fernschüssen, stand der sichere und wieder fehlerlose David Yelldell im Kickers-Tor und entschärfte die Situationen. In der mittlerweile hochklassigen Partie kamen die Kickers auch immer wieder zu ihren Konterchancen. Nach einem beherzten Solo von Mustafa Akcay, als er vier Gegenspieler stehen ließ, reagierte SSV-Keeper Langner klasse und konnte den Schuss von ihm abwehren (60.). Mirnes Mesic war es, der sich an der Eckfahne den Ball eroberte, Richtung Strafraum zog, schön auf Mustafa Parmak zurücklegte, doch der leider in Rückenlange über das Tor schoss (72.). Besser machte es dagegen Timo Schlabach: Als er zunächst zwei Chancen kläglich versiebte oder gar verstolperte, zeigte er in der 79. Spielminute sein Können. Mirnes Mesic hielt auf Höhe der Mittellinie wieder so lange den Ball, bis sein Sturmpartner in Position lief, der Pass von Mesic auf Schlabach kam im richtigen Augenblick, so dass er noch seinen Gegenspieler versetzte und alleine Richtung SSV-Tor stürmte.

Dieses Mal behielt er die Nerven und lupfte die Kugel über den herauseilenden Keeper zum 2:0 ins Tor (79.). Nur 60 Sekunden später hätte er sogar den Sack endgültig zumachen müssen. Nach einem Abwehrfehler lief er wieder alleine auf den Schlussmann zu, doch überlegte er wohl zu lange, denn Langner konnte den Versuch im Herauslaufen parieren (80.). So gaben die Reutlinger nicht auf, Trainer Peter Startmann setzte nun alles auf eine Karte und wechselte zwei frische Offensivkräfte ein. Der SVV hatte in den Schlussminuten noch zwei dicke Möglichkeiten: Haas schoss zehn Meter vor dem Tor in Rückenlange nach einem Angriff über die rechte Seite weiter über die Querlatte (85.). Erneut Haas scheiterte in der 90. Minute, als er im Strafraum den Ball annehmen konnte, doch in David Yelldell heute Abend seinen Meister fand.
So entschied Timo Schlabach mit seinen beiden Toren die ausgeglichene Partei zugunsten seiner Kickers, die nun im Halbfinale des wfv-Pokals stehen.

Trainerstimmen:

Peter Starzmann (SSV): "Ich habe heute keinen Klassenunterschied gesehen, leider ist das Ergebnis wegen unserer Chancenauswertung eine Farce. Bei einem Ausgleich wäre es noch einmal interessant geworden.“
Robin Dutt (Kickers): "Wir haben heute das erwartet schwere Spiel durchmachen müssen. Natürlich wussten wir, dass Reutlingen aufgrund seiner Siegesserie mit breiter Brust antreten wird. Aber es war lobenswert, dass meine Mannschaft Charakter gezeigt hat und die Reutlinger nicht unterschätzt hat. Heute hat man wieder gesehen, dass es im Pokal keinen Klassenunterschied gibt. Reutlingen war ein spielerisch starker Gegner. Für uns zählte hier das Weiterkommen, auch in Anbetracht unseres nächsten schweren Auswärtspiels in Augsburg."

Spielstatistik:
SSV Reutlingen: Langner - Grimminger, Tsapakidis, Urban, Scheuring (80. Abou Shoura) - Otto, Waidmann (62. Aybar), Beskid (72. Rill), Gmünder - Haas, Arifi – Trainer: Starzmann
Kickers: Yelldell - Schreiber, Wildersinn, Härter, Kanitz - Akcay, Parmak, Gambo (90. Hartmann), Stierle – Mesic, Schlabach (89. Bischoff) – Trainer Dutt

Torfolge:
0:1 Schlabach (17.)
0:2 Schlabach (79.)

Zuschauer:
2720 im Stadion an der Kreuzeiche
Verwarnungen:

Gelbe Karten: Urban – Schlabach, Wildersinn, Kanitz


Quelle: stuttgarter-kickers.de