StZ/StN: Kickers: Neuer Krach im Jugendlager
Verfasst: Donnerstag 16. Oktober 2003, 06:33
Die Blauen setzen ihre Jugendleiter vor die Tür
Kickers: Neuer Krach im Jugendlager
Stuttgart - Sie gilt als das Schmuckstück der Stuttgarter Kickers - doch die Jugendabteilung der Blauen sorgt derzeit für eine negative Schlagzeile nach der anderen. Nun trennte sich das Präsidium von den Jugendleitern Paul Kilgus und Achim Hutt.
Nicht ganz hundert Tage ist Hans Kullen nun Präsident der Kickers. Doch seine bisherige Amtszeit hatte sich der 61-Jährige anders vorgestellt. Vor rund zwei Wochen trennten sich die Blauen von einem B-Jugend-Trainer, weil gegen den Coach wegen eines Sexualdelikts ermittelt wird. Am gestrigen Mittwoch gab Kullen den nächsten Rauswurf bekannt: Die langjährigen Jugendleiter Paul Kilgus und Achim Hutt mussten gehen. "Wegen Reibereien mit dem Präsidium", wie Clubchef Kullen erklärt.
Was die Sache noch brisanter macht: Auch gegen Kilgus hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Ermittlungsverfahren wegen der Verdachts der sexuellen Belästigung eingeleitet. "Da ist aber absolut nichts dran", versichert der geschasste Jugendleiter. Nach Informationen unserer Zeitung steht das Verfahren zudem kurz vor der Einstellung.
Das Kickers-Präsidium wusste von der Anzeige gegen Kilgus. "Ich kann die Vorwürfe aber weder bestätigen noch entkräften", sagt Kullen.
Deshalb nennt er andere Gründe für die Entlassung: "Kilgus und Hutt haben sich mehrfach klaren Richtlinien widersetzt." In den vergangenen Jahren sei es üblich gewesen, dass die Jugendleitung eigenständig ihre Entscheidungen getroffen hat. Seit Kullen das Ruder übernommen hat, sollte das Präsidium aber über jeden Vorgang informiert werden. "Das haben sie nicht gemacht", sagt Kullen, "sie haben es auf eine Machtprobe ankommen lassen." Der Auslöser war die Neubesetzung des Trainerpostens in der B-Jugend. Kilgus, Hutt, Cheftrainer Rainer Adrion und Manager Kahraman Erdin besetzten die Stelle mit Edgar Gaiser - ohne das Wissen von Kullen und Edin Rahic, dem für die Jugend zuständigen Präsidiumsmitglied. Laut Kullen nicht der einzige Fall von mangelnder Kommunikation.
Kilgus ("Rahic hat keine Ahnung vom Fußball") sieht das naturgemäß anders und hat offenbar Teile des Aufsichtsrats auf seiner Seite. Der trifft sich am heutigen Donnerstag zu einer Sitzung. Am Rauswurf von Kilgus und Hutt wird das nichts ändern. "Das Präsidium hat die alleinige Entscheidungsgewalt", sagt Kullen. Dirk Preiß
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Kickers trennen sich von Kilgus
Jugendleitung wird neu besetzt
STUTTGART (ump). Die Turbulenzen um die Entlassung eines Jugendtrainers bei den Stuttgarter Kickers wegen des Vorwurfs, sexuell auffällig geworden zu sein, haben nun zu weiteren personellen Konsequenzen geführt. Der Fußball-Regionalligist trennte sich mit sofortiger Wirkung von seinem Jugendleiter Paul Kilgus sowie dem Jugendkoordinator Achim Hutt. "In gegenseitigem Einvernehmen und wegen unterschiedlicher konzeptioneller Auffassungen", wie es offiziell heißt.
Auch in dem oben geschilderten Fall soll es bei der Vorgehensweise verschiedene Auffassungen gegeben haben. "Das hat eine Rolle gespielt", sagt der Kickers-Präsident Hans Kullen, "aber es war nicht der einzige Grund. Es sind mehrfach klare Richtlinien nicht eingehalten worden." Die beiden Nachwuchsfunktionäre seien es in der Vergangenheit wohl gewöhnt gewesen, Entscheidungen ohne Absprache mit dem Präsidium zu treffen. "Doch da gibt es Grenzen", so Kullen. Interimsweise teilen sich Volker Digulla und Martin Kurzka die Jugendarbeit.
Unterdessen zog sich bei einem Freundschaftsspiel der Regionalligamannschaft in Zuffenhausen der Torwart Gianmario Strambace einen doppelten Bänderriss im Schultergelenk zu. Das Verletzungspech nimmt bei den Stuttgartern kein Ende.
Kickers: Neuer Krach im Jugendlager
Stuttgart - Sie gilt als das Schmuckstück der Stuttgarter Kickers - doch die Jugendabteilung der Blauen sorgt derzeit für eine negative Schlagzeile nach der anderen. Nun trennte sich das Präsidium von den Jugendleitern Paul Kilgus und Achim Hutt.
Nicht ganz hundert Tage ist Hans Kullen nun Präsident der Kickers. Doch seine bisherige Amtszeit hatte sich der 61-Jährige anders vorgestellt. Vor rund zwei Wochen trennten sich die Blauen von einem B-Jugend-Trainer, weil gegen den Coach wegen eines Sexualdelikts ermittelt wird. Am gestrigen Mittwoch gab Kullen den nächsten Rauswurf bekannt: Die langjährigen Jugendleiter Paul Kilgus und Achim Hutt mussten gehen. "Wegen Reibereien mit dem Präsidium", wie Clubchef Kullen erklärt.
Was die Sache noch brisanter macht: Auch gegen Kilgus hat die Staatsanwaltschaft Stuttgart ein Ermittlungsverfahren wegen der Verdachts der sexuellen Belästigung eingeleitet. "Da ist aber absolut nichts dran", versichert der geschasste Jugendleiter. Nach Informationen unserer Zeitung steht das Verfahren zudem kurz vor der Einstellung.
Das Kickers-Präsidium wusste von der Anzeige gegen Kilgus. "Ich kann die Vorwürfe aber weder bestätigen noch entkräften", sagt Kullen.
Deshalb nennt er andere Gründe für die Entlassung: "Kilgus und Hutt haben sich mehrfach klaren Richtlinien widersetzt." In den vergangenen Jahren sei es üblich gewesen, dass die Jugendleitung eigenständig ihre Entscheidungen getroffen hat. Seit Kullen das Ruder übernommen hat, sollte das Präsidium aber über jeden Vorgang informiert werden. "Das haben sie nicht gemacht", sagt Kullen, "sie haben es auf eine Machtprobe ankommen lassen." Der Auslöser war die Neubesetzung des Trainerpostens in der B-Jugend. Kilgus, Hutt, Cheftrainer Rainer Adrion und Manager Kahraman Erdin besetzten die Stelle mit Edgar Gaiser - ohne das Wissen von Kullen und Edin Rahic, dem für die Jugend zuständigen Präsidiumsmitglied. Laut Kullen nicht der einzige Fall von mangelnder Kommunikation.
Kilgus ("Rahic hat keine Ahnung vom Fußball") sieht das naturgemäß anders und hat offenbar Teile des Aufsichtsrats auf seiner Seite. Der trifft sich am heutigen Donnerstag zu einer Sitzung. Am Rauswurf von Kilgus und Hutt wird das nichts ändern. "Das Präsidium hat die alleinige Entscheidungsgewalt", sagt Kullen. Dirk Preiß
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Kickers trennen sich von Kilgus
Jugendleitung wird neu besetzt
STUTTGART (ump). Die Turbulenzen um die Entlassung eines Jugendtrainers bei den Stuttgarter Kickers wegen des Vorwurfs, sexuell auffällig geworden zu sein, haben nun zu weiteren personellen Konsequenzen geführt. Der Fußball-Regionalligist trennte sich mit sofortiger Wirkung von seinem Jugendleiter Paul Kilgus sowie dem Jugendkoordinator Achim Hutt. "In gegenseitigem Einvernehmen und wegen unterschiedlicher konzeptioneller Auffassungen", wie es offiziell heißt.
Auch in dem oben geschilderten Fall soll es bei der Vorgehensweise verschiedene Auffassungen gegeben haben. "Das hat eine Rolle gespielt", sagt der Kickers-Präsident Hans Kullen, "aber es war nicht der einzige Grund. Es sind mehrfach klare Richtlinien nicht eingehalten worden." Die beiden Nachwuchsfunktionäre seien es in der Vergangenheit wohl gewöhnt gewesen, Entscheidungen ohne Absprache mit dem Präsidium zu treffen. "Doch da gibt es Grenzen", so Kullen. Interimsweise teilen sich Volker Digulla und Martin Kurzka die Jugendarbeit.
Unterdessen zog sich bei einem Freundschaftsspiel der Regionalligamannschaft in Zuffenhausen der Torwart Gianmario Strambace einen doppelten Bänderriss im Schultergelenk zu. Das Verletzungspech nimmt bei den Stuttgartern kein Ende.