Seite 1 von 1

Oberliga-Bilanz

Verfasst: Sonntag 1. Januar 2006, 17:17
von Blauer Bayer
Hab' ich zufällig im Netz gefunden. Ist ein ganz informativer Überblick.


Knapp die Hälfte der Trainer schon entlassen

FUSSBALL-OBERLIGA: Schon sieben Coaches mussten während der ersten 19 Spieltage ihren Hut nehmen / Weniger Tore geschossen


Die Mannschaft der letzten vier Monate in der Fußball-Oberliga Baden-Württemberg ist zweifelsohne der SSV Reutlingen, obwohl der Heidenheimer SB als "heimliche" Tabellenführer beim Jahreswechsel dasteht. Der Sportbund muss nämlich noch eine Hängepartie (zu Hause gegen SGV Freiberg am 11. Februar) bestreiten und bereits bei einem Unentschieden hätten sie die Mannen von der Kreuzeiche überholt. Die Heidenheimer waren es auch, die der SSV-Elf am zweiten Spieltag die einzige Niederlage beibrachten. Danach folgten elf Siege und sechs Unentschieden. Neben diesem Duo mit 42 Zählern, können sich aber auch noch der SSV Ulm 46, SC Freiburg II (jeweils 41) und der SV Sandhausen (39) noch Hoffnungen auf die Regionalliga machen.

Das momentan gesicherte Mittelfeld umfasst das Badische Trio SV Waldhof Mannheim (33) sowie TSG Hoffenheim II und FC Nöttingen mit jeweils 29 Zählern. Bereits beim Rangneunten TSV Crailsheim beginnt die gefährdete Zone, denn bis zu sechs Mannschaften können absteigen (wir berichteten). Dies ist allerdings nur der Fall, wenn aus der Süddeutschen Regionalliga gleich drei Baden-Württemberger kommen würden. Ums Überleben kämpfen dort aktuell SC Pfullendorf und mit Abstrichen auch noch der VfR Aalen. Realistisch wird es in der Oberliga somit ein Quartett oder Quintett und im Optimalfall (kein Regionalligaabsteiger) nur ein Trio treffen.

Wie schwer es die Verbandsligaaufsteiger haben, zeigt wieder einmal die "Halbzeittabelle", wo die vier Neulinge auch die letzten vier Plätze einnehmen. Den Anschluss auf die Nichtabstiegsplätze hat Schlusslicht ASV Durlach fast verloren. Zusammen mit "Leidensgenosse" SG. Sonnenhof Großaspach (Bericht über den neuen Trainer siehe auf dieser Seite) als Vorletzter warten die Durlacher noch immer auf den ersten Sieg im Turmbergstadion. Während Großaspach auf eigenem Terrain mindestens fünf Unentschieden holte, steht beim ASV lediglich ein Heimpünktchen in der Bilanz.

Das Trainerkarussell drehte sich zuletzt gewaltig: Sieben Mal gab es schon einen Wechsel, wobei einmal ein "Rückwechsel" vonstatten geht: Roland Dickgießer hat bei der TSG Hoffenheim den entlassenen Hansi Flick für drei Spiele beerbt. Sein Nachfolger bei der Zweiten wurde sein Co-Trainer Nesho Duric. Jetzt steht der Ex-Waldhöfer Bundesligaprofi wieder bei der Oberligaelf am Regiepult, nach dem Lorenz-Günther Köstner für die Regionalligatruppe verpflichtet wurde. Die ersten Wechsel gab es allerdings in Sandhausen und Crailsheim. Günter Sebert wurde am Hardtwald "geschasst" und Helmut Dietterle bei der zwischendurch abstiegsgefährdeten TSV-Elf. Seit Gerd Dais in Sandhausen das Zepter schwingt, kann der Titelaspirant wieder reell nach dem "Platz an der Sonne" schielen und Peter Kosturkov brachte in Crailsheim das TSV-Schiff wieder in ruhigere Gewässer. Die Auswechselbank des VfR Mannheim war gar schon von drei Trainern belegt. Eine Bandscheibenoperation setzte Rainer Ulrich außer Gefecht. Während der Genesungszeit sollte Günter Birkle einspringen. Doch schon nach vier Begegnungen gab es ein Ende, und Peter Ziegler überbrückte die Rekonvaleszenzzeit von Rainer Ulrich, der zuletzt wieder mit von der Partie war und den VfR ans Mittelfeld heranführte. Im Dezember zog die SG. Sonnenhof Großaspach wegen der eklatanten Heimschwäche die Reisleine. Herbert Bentz wurde beurlaubt und seit dort hat Spielleiter Josef Kiefer in Doppelfunktion Platz auf der Trainerbank genommen. Unmittelbar vor den Weihnachtsfeiertagen haben sich der FC Nöttingen und der SV Waldhof Mannheim von Martin Hägele bzw. Slavko Petrovic getrennt. Die Nachfolger wurden mit Günther Cuntz im Panoramastadion und dem 41-jährigen Italiener Massimo Morales, ein Unbekannter in der Region, gefunden.

Mit Ausnahme des SSV Ulm 1846, der schon 53 Mal erfolgreich war, geizten die Stürmer größtenteils mit Toren. Deshalb gab es in den 170 Punktespielen auch erst 491 Treffer, was ein Schnitt von 2,89 Toren pro Begegnung ausmacht. Sandhausen folgt mit 44 Einschüssen, während die beiden Führenden Reutlingen und Heidenheim erst 32 bzw. 31 Mal trafen. Allerdings besitzt der SSV die stabilste Abwehr, die erst acht Gegentreffer in 19 Paarungen zuließ. Die löchrigste Hintermannschaft ist dagegen beim SV Linx und ASV Durlach mit 43 bzw. 42 Treffern beheimatet. Dass mit Mayer und Rinke zwei Ulmer die Torschützenliste anführen, ist nicht verwunderlich. Andreas Mayer traf 18 Mal und Rinke markierte zwölf Tore. Mit elf Treffern folgen Bingana (SV Sandhausen), Donkov (SV Waldhof Mannheim) und Haas (SSV Reutlingen), während Fameyeh (TSV Crailsheim), Herdlingen (TSG Hoffenheim II) und Radojevic (Heidenheimer SB) auf jeweils zehn Einschüsse kommen. Unter den ersten Zehn befinden sich noch Metin Telle (FC Nöttingen) sowie Heiko Throm (SV Sandhausen) mit je acht Treffern.

Erschreckend hoch sind die 78 Platzverweise, wovon 44 mit der gelb-roten und 34 mit der knallroten Karte ausgesprochen wurden. Kein Team des 18er-Feldes blieb unverschont, wobei der SV Waldhof Mannheim mit sechs Ampelkarten und drei roten Karten die Spitzenposition einnimmt.

Ebenso ganz oben stehen die Waldhöfer bei der Publikumsgunst, denn im Schnitt pilgerten 2340 Zuschauer ins Carl-Benz-Stadion, wo natürlich das Mannheimer Der-by gegen den VfR diese Zahl in die Höhe schnellen ließ. Zum Vergleich: Bei der zweiten Mannschaft der Stuttgarter Kickers konnte der Kassier gerade einmal 158 Getreuen pro Partie begrüßen. Der Durchschnitt insgesamt beläuft sich nur auf 863 Besucher pro Oberliga-Punktespiel, was insgesamt 146 790 Besucher in 170 Begegnungen ausmacht.

Mit der Hängepartie Heidenheimer SB - SGV Freiberg wird die zweite Serie am 11. Februar fortgesetzt. Der 20. Spieltag ist am 17./18./19. Februar, während das letzte Programm am 27. Mai im Terminkalender steht. sim

http://www.fnweb.de/regionales/sport/20 ... 36305.html