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Pleuler: Zwischenstopp Rumänien

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2003, 07:17
von Basti
Zwischenstopp Rumänien

Bevor Markus Pleuler beim Oberligisten SV Darmstadt 98 landete, erlebte er ein Abenteuer der besonderen Art

Der Darmstädter Neuzugang Markus Pleuler verkörpert für Trainer Bruno Labbadia die Tugenden des Spielers Labbadia: immer engagiert und mit Leib und Seele dabei, selbst in der Oberliga.

VON SEBASTIAN GEHRMANN



Darmstadt · 21. Oktober · Manche Geschichten aus dem scheinbar unermesslichen Fundus an abgedrehten Fußballanekdoten klingen schon ziemlich schräg. Die von Markus Pleuler, Neuzugang des Fußball-Oberligisten SV Darmstadt 98, ist so eine. Fast ein Jahr ist es her, da hat ihm irgendein Zuschauer, ein treuer Anhänger seines früheren Arbeitgebers Stuttgarter Kickers, in der Vereinsgaststätte so nebenbei etwas von einem guten Bekannten aus Rumänien erzählt. Sportlicher Leiter sei der, immerhin.

Das klang schon verlockend, gerade für einen arbeitslosen Fußballer jenseits der 30, bei dem die Vereine nicht gerade Schlange stehen, der aber dennoch nicht so einfach abtreten will. Doch mal eben einen Vertrag mitten im Winter und ausgerechnet beim Tabellenletzten UT Arad zu unterschreiben, so ein Schritt will reiflich überlegt sein.

Also ist Pleuler zunächst einmal in die Nähe der rumänischen Industriestadt Timisoara an der serbischen Grenze gefahren, hat sich die ganze Sache genau angesehen. Und siehe da, so schlimm wie manch einer denken könnte, war es gar nicht. "Außerdem wollte ich immer schon im Ausland spielen", erzählt er. Der Verein schien solide geführt, die Bedingungen durchaus akzeptabel, und die Schlagzeilen über den ersten deutschen Profifußballer im schönen Rumänien waren ihm auch sicher. Was sollte da schon schief gehen ? Von morgens acht bis abends acht war er ohnehin mit der Mannschaft zusammen.


Abenteuer Postsozialismus

Frühstück, Training, Mittagessen, Training, Abendbrot, so wollten es Trainer und Vereinsführung. Das hat dem Deutschen ganz gut gefallen, na ja, zumindest hat es das eine Zeit lang getan. Irgendwann ist ihm dieses ewige Beisammensein dann aber "ziemlich auf den Keks gegangen". Die Gegend war zudem kein ausgewiesenes Urlaubsparadies und für einen, der etwas erleben will, "ziemlich öde". Und mit dem pünktlichen Überweisen der Gehältern haben es die Rumänen von UT Arad auch nicht so genau genommen.

Zu allem Überfluss ist der Verein am Saisonende abgestiegen, und Markus Pleuler, 33, kickt mittlerweile wieder in Deutschland, in Darmstadt, beim SV 98. "Der Bruno sucht Spieler", hat ihm sein Berater erzählt. Und dem ehemaligen Strafraumwühler Labbadia hat ein kurzes Gespräch - wie übrigens bei so vielen Neuzugängen - gereicht, um Pleuler zu überzeugen.

Schließlich ist der Mittelfeldspieler genau einer von der Sorte Fußballer, die dem Lilien-Coach scheinbar besonders gut liegen. Labbadia lässt in Darmstadt unter Profibedingungen trainieren. "Genau das brauche ich", sagt Pleuler. Zudem war Labbadia auf dem Rasen selbst nie ein Mann der leisen Töne. Und Markus Pleuler steht ihm in dieser Beziehung in nichts nach.

"Auf dem Spielfeld bin ich ein Verrückter, mit Leib und Seele dabei, da ist mir jedes Mittel recht. Ich will immer gewinnen." Manchmal kommt es sogar vor, "dass ich vor mir selbst erschrecke, wenn ich auf Videobändern mit früheren Spielen meinen Gesichtsausdruck sehe". Früher sei er eben sehr jung und aufbrausend gewesen.


Kein Weg zu steinig

Jetzt gehört er selbst zu den erfahrensten Recken, ist, so sagt er zumindest, ruhiger geworden. Er kann die Situation in Darmstadt ganz gut einschätzen und hat die Gefahren auf dem Weg in die Regionalliga längst erkannt. "Der Mensch wird auf einmal bequem, wenn alles positiv läuft", sagt er. Das Spiel in Erzhausen am vergangenen Wochenende sei ein warnendes Beispiel gewesen. Immer einen Schritt zu spät, vor allem gedanklich, sei die Mannschaft da gewesen. "Doch nur mit halber Kraft geht es nicht."
Das Team habe noch eine Menge Arbeit und einen weiten Weg vor sich, dazu braucht es Nimmersatte, wie Pleuler einer ist, auch noch mit 33 Jahren. Wer nach Rumänien geht, um dort Fußball zu spielen, dem scheint eben kein Weg zu steinig.

http://www.fr-aktuell.de/ressorts/sport ... cnt=325936

Re: Pleuler: Zwischenstopp Rumänien

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2003, 08:45
von Ralf St.
Basti hat geschrieben:

Fast ein Jahr ist es her, da hat ihm irgendein Zuschauer, ein treuer Anhänger seines früheren Arbeitgebers Stuttgarter Kickers, in der Vereinsgaststätte so nebenbei etwas von einem guten Bekannten aus Rumänien erzählt. Sportlicher Leiter sei der, immerhin.


Ganz schön fies von Dir, Felix. Wie konntest Du Deinen guten Bekannten, Graf Dracula, nur als sportlichen Leiter ausgeben ?

Re: Pleuler: Zwischenstopp Rumänien

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2003, 11:11
von Buddy
Basti hat geschrieben:Der Darmstädter Neuzugang Markus Pleuler verkörpert für Trainer Bruno Labbadia die Tugenden des Spielers Labbadia: immer engagiert und mit Leib und Seele dabei,
warum hat er das dann bei den Kickers nie gezeigt :lol:

Re: Pleuler: Zwischenstopp Rumänien

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2003, 12:22
von Horschdi
Basti hat geschrieben:"Außerdem wollte ich immer schon im Ausland spielen", erzählt er.
:lol: :lol: :lol:

Egal ob Mailand oder Madrid - Hauptsache Rumänien! 8)

Re: Pleuler: Zwischenstopp Rumänien

Verfasst: Mittwoch 22. Oktober 2003, 14:55
von Felix B.
Ralf St. hat geschrieben:

Ganz schön fies von Dir, Felix. Wie konntest Du Deinen guten Bekannten, Graf Dracula, nur als sportlichen Leiter ausgeben ?

Pssssst das darf doch keiner wissen, das wollt ich morgen dem Erdin erzählen :D