STZ: Die Kickers rechnen noch
Verfasst: Donnerstag 23. Oktober 2003, 06:40
Eine Bilanz ohne Zahlen
Morgen ist die neue Führung der Stuttgarter Kickers exakt 100 Tage im Amt. Doch für ein Resümee ist es den Verantwortlichen noch zu früh: "Wir werden Anfang November mit dem Aufsichtsrat an die Öffentlichkeit gehen", sagt der Präsident Hans Kullen. Hier eine erste Zwischenbilanz.
Von Joachim Klumpp
Sportlich läuft es bei der Regionalliga-Mannschaft der Stuttgarter Kickers nicht nach Plan: Abstiegssorgen statt Aufstiegsgefahr. Dabei hatte der Präsident Hans Kullen vor der Saison sogar optimistisch von Platz sechs gesprochen. Eine Fehleinschätzung? "Wir könnten gut und gerne sechs Punkte mehr haben", sagt Kullen im Rückblick auf bisher zwölf Saisonpartien. Das Manko: alle Spiele, die auf der Kippe standen, konnten die Kickers nicht für sich entscheiden. "Das ist auch eine Kopfsache", sagt der Trainer Rainer Adrion, der bisher nicht zur Diskussion steht.
Im Gegenteil: "Mir schwebt eine längerfristige Zusammenarbeit vor, so ähnlich wie es der VfL Pfullingen mit Rolf Brack vorgemacht hat", sagt Kullen, der bei dem Handball-Bundesligisten als Gesellschafter fungiert. Doch auch Kullen weiß, dass letztlich die Ergebnisse zählen. "Ich kenne die Gesetze des Fußballs und hoffe, dass jetzt endlich auswärts einmal der Knoten platzt, am besten schon in Elversberg."
Auch die wirtschaftlichen Bemühungen des Vereins gleichen derzeit einem Tanz auf der Rasierklinge. Ursprünglich war vom alten Präsidium einmal ein Defizit von 140 000 Euro für die laufende Saison genannt worden - das wird keinesfalls nicht zu halten sein. "Das Minus ist höher", sagt Kullen. Um wie viel, das will der Aufsichtsrat Anfang November bekannt geben, genau wie ein entsprechendes Sanierungskonzept. Darauf darf man gespannt sein. Denn gefordert ist auch der Aufsichtsrat, der bei der Hauptversammlung wegen seiner wirtschaftlichen Kompetenz gerühmt wurde. Doch unterm Strich kamen aus dieser Richtung bisher weder mehr Sponsoren, noch floss mehr Geld in die Kasse. Und gerade in der Vermarktung besteht Handlungsbedarf. Der Präsident gibt zu: "In der Vergangenheit ist da nicht alles optimal gelaufen." Deshalb wurde in Daniela Rehm eine zusätzliche Kraft für den Bereich Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit eingestellt. Kullen weiß: "Wir können nicht alles unserem Manager Kahraman Erdin aufhalsen."
Sollte sich in Sachen Vermarktung nichts Gravierendes tun, droht spätestens in der Winterpause eine Liquiditätslücke. Nicht ausgeschlossen ist, dass dann auch die Spieler Gehaltskürzungen in Kauf nehmen müssen, wenngleich Kullen sagt: "Unser Gehaltsgefüge ist ja schon unheimlich nach unten gegangen, aber es gab natürlich auch noch laufende Verträge, die man nicht so ohne weiteres ändern kann."
Allerdings hat der neue Vorstand schon demonstriert, dass er sich nicht auf der Nase herumtanzen lässt. Zum Beispiel bei der Nachwuchsabteilung - mit der Trennung von Jugendleiter Kilgus. Zumindest im Aufsichtsrat gab es dafür die volle Rückendeckung. "Es wurden eben gewisse Richtlinien nicht eingehalten, und das gleich mehrfach. Außerdem war Herr Kilgus in keiner Weise kompromissbereit", hat Kullen den Rauswurf begründet und hinzugefügt: "Wir machen das ja nicht aus Jux und Tollerei."
Immerhin: auch ohne ihren Jugendleiter (und Trainer) Kilgus feierte die B 2 am Wochenende ein Erfolgserlebnis, den ersten Saisonsieg - ein 4:0 beim FV Löchgau.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... php/531720
Morgen ist die neue Führung der Stuttgarter Kickers exakt 100 Tage im Amt. Doch für ein Resümee ist es den Verantwortlichen noch zu früh: "Wir werden Anfang November mit dem Aufsichtsrat an die Öffentlichkeit gehen", sagt der Präsident Hans Kullen. Hier eine erste Zwischenbilanz.
Von Joachim Klumpp
Sportlich läuft es bei der Regionalliga-Mannschaft der Stuttgarter Kickers nicht nach Plan: Abstiegssorgen statt Aufstiegsgefahr. Dabei hatte der Präsident Hans Kullen vor der Saison sogar optimistisch von Platz sechs gesprochen. Eine Fehleinschätzung? "Wir könnten gut und gerne sechs Punkte mehr haben", sagt Kullen im Rückblick auf bisher zwölf Saisonpartien. Das Manko: alle Spiele, die auf der Kippe standen, konnten die Kickers nicht für sich entscheiden. "Das ist auch eine Kopfsache", sagt der Trainer Rainer Adrion, der bisher nicht zur Diskussion steht.
Im Gegenteil: "Mir schwebt eine längerfristige Zusammenarbeit vor, so ähnlich wie es der VfL Pfullingen mit Rolf Brack vorgemacht hat", sagt Kullen, der bei dem Handball-Bundesligisten als Gesellschafter fungiert. Doch auch Kullen weiß, dass letztlich die Ergebnisse zählen. "Ich kenne die Gesetze des Fußballs und hoffe, dass jetzt endlich auswärts einmal der Knoten platzt, am besten schon in Elversberg."
Auch die wirtschaftlichen Bemühungen des Vereins gleichen derzeit einem Tanz auf der Rasierklinge. Ursprünglich war vom alten Präsidium einmal ein Defizit von 140 000 Euro für die laufende Saison genannt worden - das wird keinesfalls nicht zu halten sein. "Das Minus ist höher", sagt Kullen. Um wie viel, das will der Aufsichtsrat Anfang November bekannt geben, genau wie ein entsprechendes Sanierungskonzept. Darauf darf man gespannt sein. Denn gefordert ist auch der Aufsichtsrat, der bei der Hauptversammlung wegen seiner wirtschaftlichen Kompetenz gerühmt wurde. Doch unterm Strich kamen aus dieser Richtung bisher weder mehr Sponsoren, noch floss mehr Geld in die Kasse. Und gerade in der Vermarktung besteht Handlungsbedarf. Der Präsident gibt zu: "In der Vergangenheit ist da nicht alles optimal gelaufen." Deshalb wurde in Daniela Rehm eine zusätzliche Kraft für den Bereich Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit eingestellt. Kullen weiß: "Wir können nicht alles unserem Manager Kahraman Erdin aufhalsen."
Sollte sich in Sachen Vermarktung nichts Gravierendes tun, droht spätestens in der Winterpause eine Liquiditätslücke. Nicht ausgeschlossen ist, dass dann auch die Spieler Gehaltskürzungen in Kauf nehmen müssen, wenngleich Kullen sagt: "Unser Gehaltsgefüge ist ja schon unheimlich nach unten gegangen, aber es gab natürlich auch noch laufende Verträge, die man nicht so ohne weiteres ändern kann."
Allerdings hat der neue Vorstand schon demonstriert, dass er sich nicht auf der Nase herumtanzen lässt. Zum Beispiel bei der Nachwuchsabteilung - mit der Trennung von Jugendleiter Kilgus. Zumindest im Aufsichtsrat gab es dafür die volle Rückendeckung. "Es wurden eben gewisse Richtlinien nicht eingehalten, und das gleich mehrfach. Außerdem war Herr Kilgus in keiner Weise kompromissbereit", hat Kullen den Rauswurf begründet und hinzugefügt: "Wir machen das ja nicht aus Jux und Tollerei."
Immerhin: auch ohne ihren Jugendleiter (und Trainer) Kilgus feierte die B 2 am Wochenende ein Erfolgserlebnis, den ersten Saisonsieg - ein 4:0 beim FV Löchgau.
http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/p ... php/531720