Vogelgrippe-Virus nun auch in Baden-Württemberg!
Verfasst: Freitag 24. Februar 2006, 14:05
Nach dem Flugzeugabsturz (2002) rückt meine Heimatstadt nun mal wieder negativ in die Schlagzeilen. Heute wurde bestätigt, dass eine am letzten Wochende am Osthafen entdeckte tote Wildente positiv auf Vogelgrippe getestet wurde. Es ist damit der erste Fall in Süddeutschland:
Quelle: t-online.deH5N1-Viren in Nord- und Süddeutschland
Die Vogelgrippe hat nun auch Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg erreicht. Im Marinestützpunkt Neustadt und im Kurpark von Timmendorfer Strand wurde je eine tote Wildente gefunden, die das H5N1-Virus trug. Auch bei einer Tafelente in Überlingen am Bodensee wurde der Erreger ebenso nachgewiesen. In beiden Fällen ist noch nicht klar, ob es sich um die hoch oder die niedrig ansteckende Variante des Erregers handelt. Ergebnisse seien Anfang nächster Woche zu erwarten, sagte eine Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts auf der Insel Riems.
Behörden richten Sperrzonen ein
Die Kreise Ostholstein und Bodenseekreis ziehen eine Sperrzone von drei Kilometern und eine Beobachtungszone von zehn Kilometern rund um die Fundorte. Katastrophenalarm lösen sie nicht aus. Das Beobachtungsgebiet um den Fundort Timmendorfer Strand berührt auch das Stadtgebiet Lübecks. Geflügel und Geflügelprodukte dürfen das Sperrgebiet 21 Tage und das Beobachtungsgebiet 15 Tage lang nicht verlassen.
Nicht auf Nutztier übergesprungen
Bisher sind nur Wildvögel von der Seuche betroffen. Dass sich das Virus auch auf Nutztiere übertragen hat, ist inzwischen widerlegt. Der Verdacht von H5N1 bei einer Hausente von der Insel Rügen sei "definitiv und hundertprozentig" vom Friedrich-Loeffler-Institut entkräftet, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD).
EU berät über Aufklärung der Bevölkerung
Angesichts der zunehmenden Verbreitung der Tierkrankheit wollen die Gesundheitsminister der 25 EU- Mitgliedstaaten am Freitag auf einer Sondersitzung in Wien über die möglichen Auswirkungen beraten. Zu dem von Österreich initiierten Treffen, sind auch die zuständigen Minister Bulgariens, Rumäniens, Kroatiens sowie Mazedoniens und der Türkei eingeladen. Im Mittelpunkt der Beratungen steht die Aufklärung der Bevölkerung. In der EU ist das Virus inzwischen in Deutschland, Frankreich, Österreich, Italien, Ungarn, Slowenien und Griechenland sowie der Slowakei nachgewiesen worden.
Regierung lagert Medikamente ein
In Berlin hatten sich zuvor die Gesundheitsminister der Bundesländer geeinigt, nach und nach für 20 Prozent der Bevölkerung Medikamente wie Tamiflu und Relenza einzulagern, um gegen eine denkbare Grippe-Epidemie bei Menschen gewappnet zu sein. "Wir glauben, dass Deutschland sehr gut gerüstet ist", sagte Gesundheitsministerin Ulla Schmidt am Donnerstag. Nach wie vor handle es sich bei der Vogelgrippe um eine Tierseuche. Bislang ist keine Infektionskette des Vogelgrippevirus H5N1 unter Menschen bekannt.