StN: Kickers kurios: Dutt löst Adrion ab
Verfasst: Dienstag 28. Oktober 2003, 07:56
Der Fußball-Regionalligist entscheidet sich überraschend für einen Trainerwechsel
Kickers kurios: Dutt löst Adrion ab
Stuttgart - Kommödienstadel Stuttgarter Kickers. Am gestrigen Montagmittag hieß es beim Fußball-Regionalligisten noch: Alles klar mit Trainer Rainer Adrion. Wenig später gaben die Blauen die Trennung bekannt. Neuer Chefcoach ist Robin Dutt.
VON JÜRGEN FREY
Sachen gibt"s, die gibt"s gar nicht - oder eben nur bei den Stuttgarter Kickers. Als Rainer Adrion gegen 14.30 Uhr das Kickers-Gelände verließ, war für ihn klar: Er bleibt weiterhin Coach der Blauen. "Es gab ein klares Bekenntnis zu mir und meiner Linie", sagte Adrion. Auch intern sickerte die Kunde durch: kein Trainerwechsel.
Um 17.41 Uhr dann die offizielle Wende. Die Blauen machten ihren Sinneswandel per Fax publik: "Nach einer internen Aussprache sind das Präsidium und der Aufsichtsrat zu dem gemeinsamen Entschluss gekommen, sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Rainer Adrion zu trennen. Neuer Cheftrainer ist ab sofort der bisherige Co- und Amateurtrainer Robin Dutt." Aus. Punkt. Ende der Durchsage.
Etwa eine Stunde zuvor hatte Präsident Hans Kullen Adrion via Handy von der Entscheidung informiert. Der Fußball-Lehrer fühlte sich wie im falschen Film und hatte für die Kehrtwende nur eine Erklärung parat: sein eigenens, großzügiges Angebot, im Fall einer Trennung auf etwa die Hälfte seiner Bezüge bis zum Vertragsende am 30. Juni 2004 zu verzichten. Das habe die Führungsetage schwach werden lassen. "Letztendlich bin ich selbst zum Schafott gegangen. Ich wollte mir der hundertprozentigen Rückendeckung der Führungsetage sicher sein. Das Geld sollte einfach nicht die entscheidende Rolle spielen", sagte Adrion und ergänzte enttäuscht: "Wie man sieht, war es mit dem Vertrauen nicht weit her."
Der Trainer selbst hatte nach der katastrophalen Leistung beim 0:1 in Elversberg um das Krisengespräch gebeten. Mehrere Stunden debattierten Präsident Hans Kullen, der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jürgen Wetzel, Manager Kahraman Erdin zusammen mit Adrion. "Ich war am Morgen keineswegs mit dem Gefühl nach Stuttgart gefahren, den Trainer zu entlassen", sagte Kullen am Abend. Doch im Laufe des Gesprächs hätte sich durch "mehrere Zufälle eine andere Entscheidung ergeben, die mir wehtut". Näheres wollte der Präsident nicht preisgeben - Kullen sagte nur noch so viel: "Weder wir noch der Trainer wollten wie in der Bundesliga üblich irgendwelche Ultimaten aufstellen. Da entschieden wir uns, den Schnitt gleich zu machen." Kapitän Stefan Minkwitz reagierte auf die Entscheidung emotionslos: "Rainer Adrion ist nicht der erste Trainer, der den Kopf hinhalten muss, wenn es nicht läuft."
Nun soll Robin Dutt die Kickers wieder auf Kurs bringen. Ob"s klappt, weiß keiner - auch nicht Kullen: "Eine Garantie gibt es nie. Aber Robin Dutt hat bewiesen, was er kann. Und er brennt auf diese Aufgabe." Dutts neuer Vertrag gilt bis Saisonende. Das Oberligateam wird interimsweise von Volker Digulla und Björn Hinck betreut.
Die Turbulenzen in der Jugendabteilung halten unterdessen ebenfalls an: Der entlassene Paul Kilgus klagt auf Wiedereinstellung als B-2-Trainer.
Aktualisiert: 28.10.2003, 05:05 Uhr
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/s ... php/534961
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aha, ist finanziell gesehen natürlich sehr interessant für uns gewesen. Durch Dutt entstehen keine weiteren Kosten und Adrion kassiert nur noch 50%. Vielleicht hatte die Entlassung also mehr finanzielle als sportliche Gründe!
Kickers kurios: Dutt löst Adrion ab
Stuttgart - Kommödienstadel Stuttgarter Kickers. Am gestrigen Montagmittag hieß es beim Fußball-Regionalligisten noch: Alles klar mit Trainer Rainer Adrion. Wenig später gaben die Blauen die Trennung bekannt. Neuer Chefcoach ist Robin Dutt.
VON JÜRGEN FREY
Sachen gibt"s, die gibt"s gar nicht - oder eben nur bei den Stuttgarter Kickers. Als Rainer Adrion gegen 14.30 Uhr das Kickers-Gelände verließ, war für ihn klar: Er bleibt weiterhin Coach der Blauen. "Es gab ein klares Bekenntnis zu mir und meiner Linie", sagte Adrion. Auch intern sickerte die Kunde durch: kein Trainerwechsel.
Um 17.41 Uhr dann die offizielle Wende. Die Blauen machten ihren Sinneswandel per Fax publik: "Nach einer internen Aussprache sind das Präsidium und der Aufsichtsrat zu dem gemeinsamen Entschluss gekommen, sich mit sofortiger Wirkung von Trainer Rainer Adrion zu trennen. Neuer Cheftrainer ist ab sofort der bisherige Co- und Amateurtrainer Robin Dutt." Aus. Punkt. Ende der Durchsage.
Etwa eine Stunde zuvor hatte Präsident Hans Kullen Adrion via Handy von der Entscheidung informiert. Der Fußball-Lehrer fühlte sich wie im falschen Film und hatte für die Kehrtwende nur eine Erklärung parat: sein eigenens, großzügiges Angebot, im Fall einer Trennung auf etwa die Hälfte seiner Bezüge bis zum Vertragsende am 30. Juni 2004 zu verzichten. Das habe die Führungsetage schwach werden lassen. "Letztendlich bin ich selbst zum Schafott gegangen. Ich wollte mir der hundertprozentigen Rückendeckung der Führungsetage sicher sein. Das Geld sollte einfach nicht die entscheidende Rolle spielen", sagte Adrion und ergänzte enttäuscht: "Wie man sieht, war es mit dem Vertrauen nicht weit her."
Der Trainer selbst hatte nach der katastrophalen Leistung beim 0:1 in Elversberg um das Krisengespräch gebeten. Mehrere Stunden debattierten Präsident Hans Kullen, der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Jürgen Wetzel, Manager Kahraman Erdin zusammen mit Adrion. "Ich war am Morgen keineswegs mit dem Gefühl nach Stuttgart gefahren, den Trainer zu entlassen", sagte Kullen am Abend. Doch im Laufe des Gesprächs hätte sich durch "mehrere Zufälle eine andere Entscheidung ergeben, die mir wehtut". Näheres wollte der Präsident nicht preisgeben - Kullen sagte nur noch so viel: "Weder wir noch der Trainer wollten wie in der Bundesliga üblich irgendwelche Ultimaten aufstellen. Da entschieden wir uns, den Schnitt gleich zu machen." Kapitän Stefan Minkwitz reagierte auf die Entscheidung emotionslos: "Rainer Adrion ist nicht der erste Trainer, der den Kopf hinhalten muss, wenn es nicht läuft."
Nun soll Robin Dutt die Kickers wieder auf Kurs bringen. Ob"s klappt, weiß keiner - auch nicht Kullen: "Eine Garantie gibt es nie. Aber Robin Dutt hat bewiesen, was er kann. Und er brennt auf diese Aufgabe." Dutts neuer Vertrag gilt bis Saisonende. Das Oberligateam wird interimsweise von Volker Digulla und Björn Hinck betreut.
Die Turbulenzen in der Jugendabteilung halten unterdessen ebenfalls an: Der entlassene Paul Kilgus klagt auf Wiedereinstellung als B-2-Trainer.
Aktualisiert: 28.10.2003, 05:05 Uhr
http://www.stuttgarter-nachrichten.de/s ... php/534961
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aha, ist finanziell gesehen natürlich sehr interessant für uns gewesen. Durch Dutt entstehen keine weiteren Kosten und Adrion kassiert nur noch 50%. Vielleicht hatte die Entlassung also mehr finanzielle als sportliche Gründe!
